Archiv der Kategorie: K

Klassentreffen 1

Regelmäßige K. sind so was wie das Spiel “Die Reise nach Jerusalem”. Immer weniger Mitspieler, und jeder, sogar der in der Schule immer der erste sein wollte, hat jetzt den Ehrgeiz, der letzte zu sein (vgl. Alt, Freude, Überalterung, Wettstreit).

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Klassentreffen 2

Eine kleine Ewigkeit nach dem Abitur. Nicht mehr am Abend in der Kneipe, nein, jetzt am Nachmittag im Eissalon sitzen sie eng zusammen. Zwei Hände voll eisgrauer Herren. Obwohl bloß noch Zerrbilder von Schülerköpfen, widmen sie sich den Reminiszenzen ihrer Schulzeit, natürlich alkoholfrei, lachen wieder mal über die Ticks der Lehrer, deren Gräber längst eingeebnet sind, erinnern sich wortreich der Klassenkameraden, die sich viel zu früh davongemacht haben, und hoffen im Stillen, Mann für Mann, bei dieser von jetzt an alle zwei Jahre stattfindenden Reise nach Jerusalem, nicht der nächste zu sein, der keinen Stuhl mehr erwischt, wenn die Musik plötzlich abbricht (vgl. Ausblick, Rückblick, Zukunft).

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Klima

Jeder weiß, dass das Klima sich in den letzten zweieinhalb Millionen Jahren ständig gewandelt hat, weil die Erde zahlreiche sich abwechselnde Eiszeiten und Warmzeiten mit gewaltigen Eisverschiebungen sowie extremen Hebungen und Senkungen des Meeresspiegels ertragen musste, die von terristrischen und extraterristrischen, nämlich interstellaren Bedingungen ausgelöst wurden. Und mittlerweile hat auch jeder gehört, dass das Verhalten des modernen Menschen den Klimawandel beeinflusst; leider nur in die eine Richtung, verstärkend. Diese doppelte Informiertheit liefert die Erde den sich heftig bekämpfenden Klimaaktivisten und Klima(wandel)leugnern sowie Klima(wandel)skeptikern aus. Dahinter stehen Tausende Wissenschaftler, die zuverlässig soherum und andersherum Beweise liefern, weil sie ihren Job behalten oder Karriere machen wollen. Und klammheimlich finanziert wird das aufwendige Gerangel von Interessengruppen, denen es um Kohle oder Tropenholz geht, um Vieh, Autos, Luftverkehr, Tourismus, Atomenergie, Elektroenergie, Windenergie, Wasserkraft und dergleichen, kurz um viel Geld (vgl. Club of Rome, Kinderkreuzzug, Lemminge, Wissenschaftlich).

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Klon

Während man in Deutschland noch darüber streitet, ob es klonen oder klonieren heißt, wird es anderswo bereits mit menschlichen Embryos gemacht. Getreu der Devise: Was machbar ist, muß gemacht werden. Und der deutsche Ethikrat diskutiert über die Formulierungen eines Grußwortes zur bevorstehenden Geburt des neuen Menschen (vgl. Frankenstein, Genmanipulation, Homunkulus, Klonen, Nietzsche, Wissenschaft).

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Klonen

Aus einem Lebewesen auf gentechnische Weise ein exakt gleiches zweites zu machen, d. h. es zu k., steht beim Menschen noch aus. Das Problem liegt nicht in der Gentechnik, sondern in unserem Ichbewußtsein. Wenn dieses bisher absolut individuelle Bewußtsein doppelt vorhanden ist, wird es zwischen Ichbewußtsein und Wirbewußtsein eine dritte, neue Qualität geben, womit sich unserer Streitlust ganz neue Dimensionen öffnen (vgl. Ich, Klon).

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Klugheit

Ein jeder dünkt sich mit den ein, zwei Dutzend Erkenntnissen, die er irgendwoher hat, der Klügste. Die anderen haben allenfalls andere Fachkenntnisse, weil sie ja einen anderen Beruf haben, – oder aber sie haben schrecklich verquere Ansichten (vgl. Bildung, Selbstbewusstsein, Superlative).

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Klüngel

A tut außerhalb oder am Rande der Legalität etwas für B, weil der ihm einmal außerhalb oder am Rande der Legalität geholfen hat oder ihm außerhalb oder am Rande der Legalität eine Tür öffnen könnte, woraufhin B sich dem A verpflichtet fühlt und deshalb bereit ist, bei C außerhalb oder am Rande der Legalität etwas für den A zu tun, wofür er dem C versprechen muss, für ihn außerhalb oder am Rande der Legalität etwas bei D zu tun und so weiter außerhalb oder am Rande der Legalität durch das ganze ABC. Das ist der höchsterreichbare Alphabetisierungsgrad einer modernen Gesellschaft (vgl. Freundschaft, Kungelei, Tüchtigkeit).

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Kollateralschäden

Im Ersten Golfkrieg (1990/91) aufgekommener euphemistischer Begriff, der die Vernichtung von Leben und Sachwerten, die nicht Kriegsziele waren, als unvermeidlichen Nebeneffekt entschuldigen sollte. Damit wollte man sich verstecken hinter dem Unterschied zwischen den strafrechtlichen Begriffen Dolus eventualis = bedingter Vorsatz (billigend in Kauf genommen) und Dolus directus = bestimmter Vorsatz (mit Absicht), die jedoch, was verschwiegen wurde, beide vorsätzliches Handeln bezeichnen. Also: Schuldig! (vgl. Euphemismus, Krieg, Völkerrecht, Weltpolizist).

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Kollegen

K. ist die in Zuckerwatte verpackte Sonntagsausgabe des Begriffs Konkurrenten (vgl. Sozialisierung, Tarnung, Wettbewerb).

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Komma

Die Regeln der K.-Setzung in der deutschen Sprache sind so kompliziert wie nicht verbindlich. Doch mit dieser Faustregel kann man sich gut in dem von den Germanisten geliebten Sprachurwald zurechtfinden: Den Text den man richtig schreiben will den Tieren der Wildnis laut vorlesen als wolle man sie zum Stillhalten überreden und an den Stellen an denen man eine kurze Pause machen muss um mehr Wirkung zu erzielen oder Luft zu holen ein K. setzen. In dieser Faustregel stehen dann ganz sicher sieben K.s (vgl. Deklamieren, Rechtschreibreform).

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