Aktuell

  • 981. Ausgabe 3. Februar 2026

    Passiertes! – Passierte es?

    Trump macht das richtig, ist man versucht zu sagen, wenn er so kindlich beleidigt darauf reagiert, dass er den Friedensnobelpreis nicht bekommen hat. Denn dadurch bringt er diesen Preis immer wieder in die Weltpresse und ins Gespräch, und mit dieser Anhebung der Bedeutung des Friedenspreises tut er tatsächlich was für den Frieden.

    Vor wenigen Tagen haben wir den 250. Geburtstag des Dichters, Musikers, Zeichners und Juristen E. T. A. Hoffmann gefeiert, der leider schon mit 46 Jahren gestorben ist. Der Mann war ein Universalgenie und wurde ganz zu Recht schon zu seinen Lebzeiten in Frankreich und Russland hoch verehrt. In Deutschland leider weniger, wo er den Klassikern Goethe und Genossen nicht passte. Hoffmann, der für seinen Lebensunterhalt schreiben musste, hatte sich auf Phantastik geworfen, weil das dem Volk gefiel. Damit war er seiner Zeit gut 200 Jahre voraus. Erst der moderne Harry-Potter-Wahn, der nicht nur Kinder ergreift, knüpft an diese Masche an.

    Zwar fehlt es uns wahrhaftig nicht an Vorstellungen von größten Katastrophen, die zu befürchten sind. Aber wir sollten uns doch immer klarmachen, dass sie alle nur zweitrangig sind. Denn nur die hier genannten drei wären die allergrößten Katastrophen: 1. Das Gedankenlesen ist möglich und üblich. 2. Die Künstliche Intelligenz hat uns überholt und sich selbständig gemacht. 3. Ein Atom-Weltkrieg ist ausgebrochen.

    Auf nach Amazonien! In den fast undurchdringlichen Wäldern des Amazonasgebietes soll es ein Volk geben, in dessen Sprache es keine Schachtelsätze gibt. Eine für Linguisten sensationelle Ausnahme von der allgemeinen Sprachentwicklung. Dem kulturellen Status dieses Volkes nähern wir Deutschen uns in großen Schritten mit dem kurzatmigen Bildzeitungsstil, der modisch geworden ist.

    Der typische Fehler im gesamten Kulturbetrieb der westlichen Welt, gleich ob es um Musik oder Literatur geht, ist die Annahme, man könne den Wert eines Werks an der Menge der Konsumenten ablesen. Das ist der schlimmste Fehler, weil es die dümmste aller Dummheiten ist, Quantität und Qualität zu verwechseln. Soviel zu dem Bestsellerwahn.

    Jetzt ist mein Artikel über meine Begegnung als Rundfunkreporter mit Walter Kempowski erschienen. Im Kempowski-Jahrbuch 2025, herausgegeben von Lutz Hagestedt u. a., Verlag Walter De Gruyter, Berlin u. Boston. Das ist Literaturwissenschaft und entsprechend teuer: 90 Euro. Ich darf wohl trotzdem stolz auf den Erfolg sein.

    Vor vier Jahren ist mein Buch über „Goethe und Tschechow“ auf den Markt gekommen. Damit habe ich mir erlaubt, die beiden so unterschiedlichen Charaktere einmal etwas anders als nur bewundernd zu sehen. Ich weiß nicht, wie das Buch im Moment läuft, aber ich weiß von Leserreaktionen, dass es sehr gut ankommt.

    Näheres zum Buch unter:

    https://www.netzine.de/book/goethe-und-tschechow-kuehler-kopf-und-warmes-herz/?grid_referrer=4078

    Hier spreche ich über das Buch:

    https://www.youtube.com/watch?v=rO1_IiqInX0