Archiv der Kategorie: O

Orientierung, sexuelle

Ein  heterophiler Mensch ist nicht gleichzusetzen mit einem homophoben Menschen. Denn der Gegensatz zu der Eigenschaft heterophil (= das andere Geschlecht liebend) ist die Eigenschaft homophil (= das eigene Geschlecht liebend). Zwischen diesen beiden Polen müsste man noch diverse andere Standpunkte sehen, die man allenfalls mit mishetero (= das andere Geschlecht ablehnend) und mishomo (= das eigene Geschlecht ablehnend) bezeichnen könnte oder schlicht als Gleichgültigkeit. Dagegen ist homophob (= das eigene Geschlecht fürchtend) ganz was Anderes, nämlich Unsinn. Trotzdem kann es in einer Gesellschaft, in der die Homosexualität gerade als Ausschlag des §-175-Pendels zur anderen Seite modisch ist, für den Heterophilen ratsam sein, sich immer mal wieder für seine Heterosexualität zu entschuldigen (vgl. Homosexualität, Modern).

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Österreicher

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Ö. sind Lebenskünstler, und ganz gerissene. Erst kultivierten sie die Heiratspolitik als Ersatz für die noch anstrengendere Eroberungspolitik. Dann machten sie einem kleinbürgerlichen Problematiker das Leben so schwer, dass er abhaute und sich zum Deutschen machen ließ. Und nachdem der Flüchtling eine Weltkatastrophe veranstaltet hatte, gaben sie sich auch noch als seine Opfer aus. Doch damit nur ja kein Neid auf ihre überlegene Lebensart aufkommt, garnieren sie alles Schöne mit einer speziellen Art der ironischen Distanzierung, was sie Schmäh nennen und schön finden (vgl. Amerikaner, Deutscher, Österreicher, Schweizer, Verallgemeinerung).

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Oxymoron

Ein O. (Betonung auf der 2. Silbe) ist ein sprachlicher Ausdruck, der zur Verstärkung der Aussage Gegensätzliches in sich vereinigt. Typische Beispiele: „Bittersüß“ oder „Eile mit Weile“. Aber auch „Friedenskämpfer“ und „Politikerethos“ sind Oxymora, möglicherweise sogar „Salonkommunist“ und „Religionswissenschaft“ und erst recht „Literaturwissenschaft“. Die Tendenz zur unbewussten Bildung von Oxymora scheint steigend zu sein. Ein Hinweis auf die „oberflächlich-gründelnde“ Denkweise unserer Zeit (vgl. Philosophie, Politiker, Sprache).

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