Archiv der Kategorie: L

Lachclubs

Beim kräftigen und ausgiebigen Lachen werden rund vierhundert Muskeln aktiviert, Verspannungen aufgelöst und im Gehirn Glückshormone produziert, gleichzeitig wird die Lunge gut durchgelüftet, die Nackenmuskulatur massiert, die Wirbelsäule gedehnt, das Blut mit zusätzlichem Sauerstoff angereichert, das Immunsystem gestärkt, Stress abgebaut und die Verdauung gefördert. So die Auskunft der Lachforscher (Gelotologen) und die Überzeugung von etlichen hunderttausend Menschen in aller Welt, die in L. vereinigt sind, um regelmäßig Lachyoga zu betreiben. Einfach lächerlich, dass ich immer noch am Computer sitze und für meine Leser schreibe statt sie auszulachen (vgl. Erfolg, Lachen, Sozialisierung, Stress).

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Lachen

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Der altgriechische Philosoph Demokrit konnte über die Welt nur lachen, während sein Gegenspieler Heraklit nur über sie weinen konnte. Uns bleibt die Qual der Wahl, welcher Philosophie wir folgen sollen. Zu bedenken, dass das Lachen gesünder sei als das Weinen, riet uns schon Melanchthon. Dass es auch christlicher sei, meinte Montaigne, weil man die Welt des Vergänglichen zu wichtig nähme, wenn man über sie weinen würde. Ich entscheide mich für den lachenden Demokrit, weil sein Name nach Demokratie klingt (vgl. Demokratie, Netzine, Philosophie).

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Länge

In glücklichen Momenten ist uns der Wunsch nach L. so selbstverständlich, wie uns die L. im Leid nicht kurz genug sein kann. Statt dass wir uns  ̶  wie beim Wetter  ̶  sagen: Das gibt sich (vgl. Geduld, Phantom, Unverschämtheit).

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Langeweile

L. kenne ich nicht. Darüber kann ich deshalb nichts sagen (vgl. Fremdwörter).

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Lärm

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Lärm ist Leben. Auf diese plumpe Alliteration fallen wir schon als Kinder herein, als Erwachsene kultivieren wir sie gern, als Alte erleiden wir sie nur noch (vgl. Umweltverschmutzung).

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Läster-Lexikon

Laufenbergs L.-L. ist das kritische Wörterbuch einer neuen Sachlichkeit. Interaktiv entstanden. Typisches Kennzeichen: Offenheit. Betroffene beanstanden, es trage eine falsche Bezeichnung, müsse lästiges Lexikon heißen (vgl. Aufklärung, Ironie, LästernLaufenberg).

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Lästern

Sich rücksichtslos äußern, mit befreiendem Effekt, was von manchen Mitmenschen als lustig empfunden wird, von anderen als lästig. Also einem Furz vergleichbar, nur viel pfiffiger (vgl. Meinungsfreiheit, Perkeo, Sprachgefühl). 

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Laufenberg

Illustration: Klaus Päkel, Düsseldorf

Illustration: Klaus Päkel, Düsseldorf

Walter L. ist auf dem Markt der Schriftsteller das, was der Kristallstift aus Ammonium-Aluminiumsulfat auf dem Deo-Markt ist: der Geheimtip. Effektvoller als alle anderen und dabei nicht parfümiert, setzt er sich gegenüber der übertrieben hochgelobten Konkurrenz fast ohne Werbung allein per Mundpropaganda durch und braucht dabei keine Vergleiche zu scheuen (vgl.: Kultur, Kommerz, Kritiker, LebensfragenSelbstportrait, Schriftsteller).

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Launisch

Ein Musterbeispiel für den Bedeutungswandel mancher Wörter. Innerhalb von weniger als 250 Jahren ist der Begriff von gut gelaunt in sein Gegenteil schlecht gelaunt umgekehrt worden. In dem berühmten Gedicht „Die Forelle“ von Christian Friedrich Daniel Schubart heißt es noch: „In einem Bächlein helle, da schoss in froher Eil’ die launische Forelle vorüber wie ein Pfeil.“ Wobei launisch für gut gelaunt steht. Heute dagegen heißt launisch schlecht gelaunt. Manchmal erleben Wörter genauso überraschende Änderungen ihrer Bedeutung, wie sich unsere Launen ändern (vgl. Bedeutungswandel,   Wortsetzungsmacht).

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Leben

Dazu wäre viel zu sagen, ganze Bibliotheken füllend. Was man aber auch auf die kurze Formel bringen kann: Gut, wenn man es schafft, das L. als ein großes Abenteuer zu sehen, wenn auch nur in der Erinnerung. Schlecht, wenn man die beneidet, die das L. hinter sich haben (vgl. Bewusstsein, Lebenskunst, Scheintote, Schicksal, Spielfilm).

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