Archiv der Kategorie: K

Kabarett

Kabarett ist immer links und extrem witzbemüht, also zum Lachen. Mit einem K.- Besuch versucht man, sich einen intellektuellen Anstrich zu geben, leider vergeblich, da  man keinen Gag festhalten kann, weil jeder perfekt angespitzte Satz sofort durch den nächsten ebenso perfekt angespitzten Satz plattgeklopft wird (vgl. Lachen, Nachdenklichkeit, Platzpatrone).

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Kabarett, politisches

Das p. K. hat noch nie etwas bewirkt. Es ist bloß eine Puppenstuben-Kunst, die der Obrigkeit eine lange Nase dreht. Ernst zu nehmen war das p. K. nur, als es im Konzentrationslager erlaubt war, wo es seine Wirkungslosigkeit beweisen sollte (vgl. Infamie, Jux, Zensur).

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Kannibalismus

Kannibalismus

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Dass der Mensch den Menschen braucht, weiß man inzwischen. Aber dass er ihn isst, ist eine der schrecklichsten Vorstellungen für uns Menschen und deshalb fast überall tabuisiert. Den Begriff K. hat man in Anlehnung an die Eingeborenen der Karibikinseln gebildet, die man Kariben nannte. Für sie soll charakteristisch gewesen sein, dass sie Menschenfleisch aßen. In der Kette unserer Vorfahren hat es öfters diese schlechten Essmanieren gegeben, u. a. bei den Neandertalern. Und es gibt heute noch Eingeborenenstämme, bei denen das nach wie vor üblich sein soll. Daneben kommt es ausnahmsweise bei Gruppen von Verhungernden zu solchen Exzessen. Ob die Menschenesser in früheren Zeiten und die heutigen aus Not zu dieser Speise griffen und greifen oder aus anderen Gründen, vor allem, um von bestimmten Krankheiten geheilt zu werden, weiß man im Einzelfall nicht. Vorstellbar ist auch, dass es den Menschenfressern darum geht, die Kraft und den Mut des Menschen sich einzuverleiben, den sie essen, nicht unbedingt auch seine Frömmigkeit (vgl. Geschmackssache, Missionar).

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Kapitalismus

Nur Dummköpfe meinen, K. sei das Gegenteil von Sozialismus. Sie haben noch nie von dem Zwillingspaar Privat-K. und Staats-K. gehört, deren gemeinsames Kennzeichen das Bestreben ist, mit so wenig Aufwand wie möglich soviel Gewinn wie möglich zu erzielen. Und genau das ist die Definition des Begriffs Kapitalismus. Der Unterschied zwischen Staats-K. und Privat-K. liegt einerseits in der Motivation der Menschen zur Leistung und andererseits im wirtschaftlichen Erfolg. Während der Privat-K. zur Leistungssteigerung auf finanzielle Anreize setzt, ködert der Staats-K. seine Leute mit Orden und Titeln und Urkunden und kleinen Vorteilen bei der Verteilung knapper Güter wie Wohnung oder Reisen. Der plumpe Reiz des generellen Tauschmittels Geld hat sich stets als viel wirksamer erwiesen als die eigentlich direkter auf menschliches Grundstreben ausgerichteten Streicheleinheiten. Damit war der wirtschaftliche Erfolg des Privat-K. wie der Misserfolg des Staats-K. programmiert (vgl. Durchgangsinteressen, Fusion, Geld, Grundstreben, Ich, Sozialismus).

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Kardinaltugenden

In der Antike die 4 Haupttugenden Weisheit, Tapferkeit, Besonnenheit und Gerechtigkeit. Was damals noch als eine Aufforderung an Herrscher gelten konnte, wurde im 17. Jahrhundert umgebogen zu Gerechtigkeit und den typischen Untertanentugenden Fleiß, Gehorsam und Demut. Kein Problem, denn schon immer hat, wer was werden wollte, sich weder an das eine Rezept noch an das andere gehalten (vgl. Machiavelli, Moral, Platon, Politiker).

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Katze

die K. gehört zu den ältesten Hausgenossen des Menschen. Und doch hat sie es bis heute nicht für nötig gefunden, mehr als Miau zu uns zu sagen. Wenn das nicht alles sagt – über uns (vgl. Anpassung, Bescheidenheit, Naturbegeisterung, Sprache).

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Kauflust

Wer die besten Jahrzehnte seines Lebens damit vertut, für fremde Interessen zu schuften, darf sich mit dem verdienten Geld Freude kaufen. Wenn es auch nur die Freude am Kaufen selbst ist, weil man weiß, dass es doch weitgehend Schund ist, was man für sein Geld bekommt (vgl. Bescheidenheit, Frustkauf, Geld, Mehrwerttheorie).

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Kehlkopf

Normalerweise bloß der untere Anhang des Kopfes, doch bei Sängern und Politikern meist das einzige, das man vom Kopf wahrnehmen kann (vgl. Spezialistentum).

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Kentaur

Eine mythische Figur, die seit dem 8. Jahrhundert v.u.Z. auf griechischen Vasen dargestellt wurde. Eine Kombination aus Mann und Pferdehinterteil, zuerst mehr Mann, später dann mehr Pferd, weil vom Mann nur noch der Oberkörper mit Kopf und Armen blieb. So oder so die Verkörperung der Überlegenheit an Kraft und Schnelligkeit und auch sexueller Begier durch das Zusammenwirken von Mann und Pferd. Die Mythologie schien schreckliche Wirklichkeit geworden, als die Spanier hoch zu Ross die Völker Mittelamerikas, die keine Reiter kannten, überfielen, ausraubten und ausrotteten. Wie im Laufe des 20. Jahrhunderts das Pferd durch das Auto verdrängt wurde, so wurde der K. aus Mann und Pferd abgelöst durch den neuen K. aus Mann und Auto, bei dem vom Mann nur noch Wampe, Fettarsch und Bleifuß blieben (vgl. Auto, Mythologie).

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Kind

Genau genommen ein erst werdender Mensch, für nicht viel mehr geeignet als dazu, Erwachsenen ihre eigenen Grenzen erfahrbar zu machen. Manch einem gelingt es, den Status K. Jahrzehnte lang aufrecht zu erhalten (vgl. Rheinfall von Schaffhausen, Unterentwicklung, Verantwortlichkeit).

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Kinderarmut

Die in den modernen Wohlstandsgesellschaften herrschende K. meint Armut an Kindern und hat ihre Ursache nicht darin, dass die Reichen nicht kinderlieb wären, sondern vor allem darin, dass es zuwenig Arme gibt, lieben die es doch seit jeher, kinderreich zu sein (vgl. Homosexualität, Kindergeld, Nachhaltigkeit, Wohlstand).

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Kinderreichtum

Die Last der Nachwuchsaufzucht mit der Lust der weichen Teilchen gekoppelt zu haben, das war die List der Natur, mit der sie den Erhalt der Art gesichert hat. Wo das noch nicht durchschaut wird, erübrigt sich Kindergeld, im anderen Falle erst recht (vgl. Sex, Wohlstand).

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Kindesmissbrauch

Unsinniger Begriff, weil es das Gegenteil, den Kindesgebrauch, nicht gibt. Gemeint ist Machtmissbrauch gegenüber Kindern. Besonders verwerflich wegen der unfairen Ausnutzung von Abhängigkeit bzw. Überlegenheit, vor allem aber wegen der Wirkungen auf das weitere Leben des betroffenen Kindes (vgl. Desillusionierung, Familie, Päderastie, Trauma).

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Klapprechner

Vom Verein Deutsche Sprache propagierter Ersatz für den Begriff Lap-top, der jedoch Schwierigkeiten hat, beim Publikum anzukommen. Offensichtlich eine Parallele zu dem Ersatzwort Fernsprecher, das Jahrzehnte lang von der Post als offizielle Bezeichnung benutzt wurde und sich doch nicht gegen das Telefon durchsetzen konnte. Von der Zieh für Lokomotive und ähnlichen Ergüssen guter Absicht gar nicht zu sprechen. Die besondere Tragik beim K. ist, dass das Klappen bereits wegzufallen beginnt (siehe Tablet-Computer), während die Tatsache, dass man den Lap-top nicht auf dem Schoß betätigt, nicht stört, weil dafür die Englisch-Kenntnisse der Benutzer nicht ausreichen (vgl. Anglizismen, Besserwisser, Ignoranz).

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Klassentreffen

Regelmäßige K. sind so was wie das Spiel “Die Reise nach Jerusalem”. Immer weniger Mitspieler, und jeder, sogar der in der Schule immer der erste sein wollte, hat jetzt den Ehrgeiz, der letzte zu sein (vgl. Alt, Freude, Überalterung, Wettstreit).

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Klon

Während man in Deutschland noch darüber streitet, ob es klonen oder klonieren heißt, wird es anderswo bereits mit menschlichen Embryos gemacht. Getreu der Devise: Was machbar ist, muß gemacht werden. Und der deutsche Ethikrat diskutiert über die Formulierungen eines Grußwortes zur bevorstehenden Geburt des neuen Menschen (vgl. Frankenstein, Genmanipulation, Homunkulus, Klonen, Nietzsche, Wissenschaft).

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Klonen

Aus einem Lebewesen auf gentechnische Weise ein exakt gleiches zweites zu machen, d. h. es zu k., steht beim Menschen noch aus. Das Problem liegt nicht in der Gentechnik, sondern in unserem Ichbewußtsein. Wenn dieses bisher absolut individuelle Bewußtsein doppelt vorhanden ist, wird es zwischen Ichbewußtsein und Wirbewußtsein eine dritte, neue Qualität geben, womit sich unserer Streitlust ganz neue Dimensionen öffnen (vgl. Ich, Klon).

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Klugheit

Ein jeder dünkt sich mit den ein, zwei Dutzend Erkenntnissen, die er irgendwoher hat, der Klügste. Die anderen haben allenfalls andere Fachkenntnisse, weil sie ja einen anderen Beruf haben, – oder aber sie haben schrecklich verquere Ansichten (vgl. Bildung, Selbstbewusstsein).

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Kollateralschäden

Im Ersten Golfkrieg (1990/91) aufgekommener euphemistischer Begriff, der die Vernichtung von Leben und Sachwerten, die nicht Kriegsziele waren, als unvermeidlichen Nebeneffekt entschuldigen sollte. Damit wollte man sich verstecken hinter dem Unterschied zwischen den strafrechtlichen Begriffen Dolus eventualis = bedingter Vorsatz (billigend in Kauf genommen) und Dolus directus = bestimmter Vorsatz (mit Absicht), die jedoch, was verschwiegen wurde, beide vorsätzliches Handeln bezeichnen. Also: Schuldig! (vgl. Euphemismus, Krieg, Völkerrecht, Weltpolizist).

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Kompetenz

K. ist das weniger bekannte Gegenteil von Inkompetenz und muss sich im Alltag ständig gegen diese zur Wehr setzen. Auf K. vertraut beispielsweise, wer sich anhört, was die katholischen Bischöfe in Sachen Schwangerschaftsabbruch zu sagen haben. Weil diese Männer im Rock in ihrem natürlichen Tatendrang nicht durch die Einehe eingeengt sind, kann man davon ausgehen, dass sie viel mehr Erfahrungen mit ungewollten Schwangerschaften gemacht haben als der Normalmann. Bei wem derlei Erfahrungen jedoch schon zu viele Jahrzehnte zurückliegen, wie möglicherweise bei ihrem Oberhirten, dem Papst, kann jegliche Erinnerung daran verblasst sein. Was aber noch nicht unbedingt zur Inkompetenz führt. Nur dass die K. dann auf einem anderen Gebiet liegt. Der Papst ist als Vorsitzender des Vereins Katholische Kirche zuständig für das weitere Wachstum dieses Vereins, der in weltweiter Konkurrenz zu ähnlichen Beglückungsvereinen steht. Aus dieser Interessenlage heraus ist es ein Zeichen von K., wenn er seinen Mitgliedern jegliche Vermehrungs-Verhinderung verbietet (vgl. Pfarrer, Promiskuität, Scholastik, Scheinheiligkeit).

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König

Sogar noch im 21. Jahrhundert ist in vielen Ländern der K. für breiteste Bevölkerungsschichten das Objekt höchster Verehrung. Kein Gedanke daran, dass das K.tum errichtet wurde und auch nur erhalten wird für die Machtgelüste eines Einzelnen (und seiner Familie), bezahlt mit ungeheuer viel Steuergeld und in vielen Kriegen vergossenem Blut des Volkes (vgl. Blödheit, Untertanengeist).

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Konjunktion

Die deutsche Sprache wird immer kurzatmiger, und die Sprecher oder Schreiber wirken immer mehr behindert, weil: die Leute fangen nach dem Wörtchen weil neuerdings meist einen neuen Hauptsatz an. Zu diesem Hilfsmittel greifen sie, weil sie weder als Sprecher oder Schreiber noch als Zuhörer oder Leser die Konzentration aufzubringen vermögen, die eine perfekte Satzkonstruktion mit dem Verb am Ende von ihnen verlangt. Diese Flachköpfe sollten besser die K. denn statt weil benutzen, denn die verträgt das amerikanisch-armselige Wörteraufreihen ohne Schaden (vgl. Sprache).

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Konnotationen

K. sind Bedeutungen, die ein Wort neben seinem eigentlichen Begriffsinhalt hat. Dabei ist oft die Geschichte kreativ tätig geworden, beispielsweise bei Dachau. Gedichte bestehen vor allem aus K., gelegentlich – das macht das Sprechen so gefährlich – führen K. sogar zum Gegenteil des Begriffsinhalts (vgl. Arbeitslosigkeit, Nebengeräusche, Verantwortung).

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Konservativ

Wir Deutschen haben anders als unsere Nachbarn Schwierigkeiten, das Fremdwort k. zu übersetzen. Das liegt daran, dass man bei uns alles K.e als rechtslastig sieht und gleich als Nazitum abtun kann. Dabei ist heute selbst die Betonung des Liberalen schon eine k.e Haltung, die Grünen sind sogar betont k., und es gibt viele Linke, die so k. sind, dass sie noch an die Rettung der Welt durch den Marxismus glauben (vgl. Erblast, Vorurteil).

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Konversion

Abgesehen von seinen bekannten Bedeutungen Nr. 1 bis 7 (siehe Duden) ist K. ein Zauberwort wie das von den Schwertern, die zu Pflugscharen umgeschmiedet werden sollen. Aber weil Waffen auf dem Weltmarkt immer noch bessere Preise erzielen als zivile Gebrauchsgüter, hat die K. der Kriegsproduktion kaum Chancen auf Realisierung in größerem Maßstab (vgl. Waffenproduzent).

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