Archiv der Kategorie: K

Kabarett

Kabarett ist immer links und extrem witzbemüht, also zum Lachen. Mit einem K.- Besuch versucht man, sich einen intellektuellen Anstrich zu geben, leider vergeblich, da  man keinen Gag festhalten kann, weil jeder perfekt angespitzte Satz sofort durch den nächsten ebenso perfekt angespitzten Satz plattgeklopft wird (vgl. Lachen, Nachdenklichkeit, Platzpatrone).

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Kabarett, politisches

Das p. K. hat noch nie etwas bewirkt. Es ist bloß eine Puppenstuben-Kunst, die der Obrigkeit eine lange Nase dreht. Ernst zu nehmen war das p. K. nur, als es im Konzentrationslager erlaubt war, wo es seine Wirkungslosigkeit beweisen sollte (vgl. Infamie, Jux, Zensur).

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Kalender

Unser christlicher K., der reformierte Julianische Kalender, zählt die Jahre vor und nach Christi Geburt, indem er das Jahr 1 n. Chr. unmittelbar auf das Jahr 1 v. Chr. folgen lässt. Ein Jahr 0 gab es nicht und wird auch heute nicht eingefügt. Das ginge schon aus religiöser Rücksicht nicht, war andererseits auch nicht möglich, weil man die Jahreszahlen in römischen Ziffern schrieb, es aber keine römische Ziffer für die 0 gibt. Die Null wurde erst im 16. Jahrhundert allmählich gebräuchlich, aus dem arabischen Wort sifr für Null gebildet, woraus sich die Begriffe Ziffer und Zero entwickelt haben dürften. Unvermeidlich deshalb, dass unser Kalender nach dem -1. 1. 1 sofort auf den 1. 1. 1 springt. Weil es keine Null gab, gibt es auch den Zeitraum 0–1 nicht. Das erste Jahrzehnt (=Dekade) heißt 1–10, das zweite 11–20, das dritte 21–30. Genauso heißen die Jahrhunderte 1–100 und 101–200 sowie 201–300, was auch für die Jahrtausende gilt: Das erste Jahrtausend dauerte von Anfang 1 bis Ende 1000, genauso das zweite von 1001–2000, weshalb das dritte Jahrtausend allen Dummheiten in der Presse zum Trotz erst am 1. Januar 2001 begonnen hat ( vgl. Anomalie, Zeitrechnung).

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Kammerjäger

(Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein)

K. klingt zwar so kühn veralbernd wie Asphaltcowboy, ist aber so ernst gemeint wie Raumpflegerin. Es kommt halt immer auf das Gesicht an, das man bei der Nennung solcher Begriffe macht (vgl. Ironie, Witzbold).

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Kannibalismus

Kannibalismus

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Dass der Mensch den Menschen braucht, weiß man inzwischen. Aber dass er ihn isst, ist eine der schrecklichsten Vorstellungen für uns Menschen und deshalb fast überall tabuisiert. Den Begriff K. hat man in Anlehnung an die Eingeborenen einer Karibikinsel gebildet, die man Kariben nannte. Für sie soll charakteristisch gewesen sein, dass sie Menschenfleisch aßen. In der Kette unserer frühen Vorfahren hat es öfters diese schlechten Essmanieren gegeben, vermutlich auch bei den Neandertalern. Und es gibt heute noch Eingeborenenstämme, bei denen das nach wie vor üblich sein soll. Vorstellbar ist, dass es diesen Menschenfressern darum geht, die Kraft und den Mut des Menschen sich einzuverleiben, den sie essen, nicht unbedingt auch seine Frömmigkeit. Daneben kommt es ausnahmsweise bei Gruppen von Verhungernden zu solchen Exzessen. Ob die Menschenesser in früheren Zeiten und die heutigen aus Not zu dieser Speise griffen und greifen oder aus anderen Gründen, vor allem, um von bestimmten Krankheiten geheilt zu werden, weiß man im Einzelfall nicht. In kultivierten Gesellschaften kommt es gelegentlich heute noch unter Homosexuellen zu Fällen von einvernehmlichem K. , weil man „sich zum Fressen gern“ hat. Was nach deutschem Recht allerdings als Tötung aus niedrigen Beweggründen und Störung der Totenruhe strafbar ist (vgl. Geschmackssache, Missionar).

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Kapitalismus

Nur Dummköpfe meinen, K. sei das Gegenteil von Sozialismus. Sie haben noch nie von dem Zwillingspaar Privat-K. und Staats-K. gehört, deren gemeinsames Kennzeichen das Bestreben ist, mit so wenig Aufwand wie möglich soviel Gewinn wie möglich zu erzielen. Und genau das ist die Definition des Begriffs Kapitalismus. Der Unterschied zwischen Staats-K. und Privat-K. liegt einerseits in der Motivation der Menschen zur Leistung und andererseits im wirtschaftlichen Erfolg. Während der Privat-K. zur Leistungssteigerung auf finanzielle Anreize setzt, ködert der Staats-K. seine Leute mit Orden und Titeln und Urkunden und kleinen Vorteilen bei der Verteilung knapper Güter wie Wohnung oder Reisen. Der plumpe Reiz des generellen Tauschmittels Geld hat sich stets als viel wirksamer erwiesen als die eigentlich direkter auf menschliches Grundstreben ausgerichteten Streicheleinheiten. Damit war der wirtschaftliche Erfolg des Privat-K. wie der Misserfolg des Staats-K. programmiert (vgl. Durchgangsinteressen, Fusion, Geld, Grundstreben, Ich, Sozialismus).

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Kardinaltugenden

In der Antike die 4 Haupttugenden Weisheit, Tapferkeit, Besonnenheit und Gerechtigkeit. Was damals noch als eine Aufforderung an Herrscher gelten konnte, wurde im 17. Jahrhundert umgebogen zu Gerechtigkeit und den typischen Untertanentugenden Fleiß, Gehorsam und Demut. Kein Problem, denn schon immer hat, wer was werden wollte, sich weder an das eine Rezept noch an das andere gehalten (vgl. Domestikentugenden, Machiavelli, Moral, Platon, Politiker).

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Karneval

Die tollen Tage von wild ausgelebter Unordnung und Freizügigkeit stammen noch aus der Zeit, da den Untertanen von Bischof und Landesvater nur ausnahmsweise Freiheiten erlaubt waren, auf einige Kalendertage beschränkt und als Ventil gedacht, zum Heißluftablassen, um die Gefahr von Unruhen zu verringern. Heute eigentlich überflüssig, weil wir uns jederzeit alles erlauben können (vgl. Freiheit, Fröhlichkeit).

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Katze

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

die K. gehört zu den ältesten Hausgenossen des Menschen. Und doch hat sie es bis heute nicht für nötig gefunden, mehr als Miau zu uns zu sagen. Wenn das nicht alles sagt – über uns (vgl. Anpassung, Bescheidenheit, Naturbegeisterung, Sprache).

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Kauflust

Wer die besten Jahrzehnte seines Lebens damit vertut, für fremde Interessen zu schuften, darf sich mit dem verdienten Geld Freude kaufen. Wenn es auch nur die Freude am Kaufen selbst ist, weil man weiß, dass es doch weitgehend Schund ist, was man für sein Geld bekommt (vgl. Bescheidenheit, Frustkauf, Geld, Mehrwerttheorie).

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