Archiv der Kategorie: J

Jahrgang

Beim Wein ist der J. so wichtig wie beim Auto. Doch bei deinen Zeitgenossen sagt der J. nichts über das wahre Alter, weil neben dem in Jahren gemessenen Alter und dem gefühlten Alter das heute schon messbare biologische Alter ausschlaggebend ist. Und für dich selbst ist der J. nichts als eine täuschende Konstante. Denn je älter du bist, umso stärker fühlst du: Der J. ist zum Jahrrennen verkommen, und das nimmt kein gutes Ende (vgl. Alter, Fitness, Jugendlichkeitswahn).

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Jahrgänge

Jahrgänge sind eine viel zu unsichere Konstante, um ernst genommen zu werden. Denn je älter du bist, umso stärker fühlst du: Der Jahr-Gang ist zum Jahr-Rennen verkommen, und das nimmt kein gutes Ende (vgl. Alter, Gefühl, Henkersmahlzeit).

 

 

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Jargon

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Was die Franzosen als unverständliches Gemurmel bezeichnen – die Sprache bestimmter sozialer Schichten oder einer wissenschaftlichen Disziplin – , kann so wertvoll wie gefährlich sein. Wer den J. einer Gruppe beherrscht, kann sich schon allein damit als dazugehörend einschleichen, wer ihn nicht beherrscht, verrät sich als nicht dazugehörend (vgl. Bildung, Bluff).

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Jeans

Arbeitshose aus reiner Baumwolle, von dem deutsch-jüdischen Emigranten Lewis Strauss Mitte des 19. Jahrhunderts in den USA hergestellt und 1872 als Nietenhose zum Patent angemeldet. Ursprünglich nur blau und so hässlich, dass sie ganz von selbst weltweit zum Modeartikel wurde, inzwischen vielfach abgewandelt und zum Symbol des Amerikanismus geworden. Vom Papst noch nicht als „Verhüterli“ verflucht, dabei ist die hautenge Hose das wirksamste Mittel zur Empfängnisverhütung, weil sie zwar an der Frau sehr aufreizend wirkt, beim Mann aber durch die Dauererwärmung der Hoden die Zeugungsunfähigkeit fördert (vgl. Fleischeslust, Wirtschaftsimperialismus, Zeugungsfähigkeit).

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Jeder

Immer daran denken und trotzdem die Nerven behalten: J. ist für sich selbst der Mittelpunkt des gesamten Universums. Nichts Wichtigeres gibt es für ihn als ihn selbst (vgl. Ich, Warnung).

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Jerusalem

Die Stadt wird oft als Welthauptstadt des Monotheismus bezeichnet. Dabei wird dort mindestens fünf verschiedenen Gottesvorstellungen gehuldigt, von dem Gott Mammon mal ganz abgesehen (vgl. Monotheismus, Religiosität).

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Jesus

Der weltweit bekannteste Jude. Nach jüdischer Deutung der uneheliche Sohn einer Jüdin und eines römischen Besatzungssoldaten, als Unruhestifter hingerichtet. Nach christlicher Deutung der von einer Jungfrau geborene Sohn Gottes und Gründer ihrer Religion und Kirche, schuldlos am Kreuze gestorben, jedoch nach drei Tagen auferstanden und in den Himmel aufgefahren. Auch nach muslimischer Deutung von einer Jungfrau geboren, aber als der Geist Gottes, der letzte in der langen Reihe der Propheten vor dem Propheten Mohammed. Alles möglich, obwohl man nicht weiß, ob es diesen J. überhaupt gegeben hat. Gibt es doch keinen einzigen außerbiblichen Hinweis auf seine Existenz. So ist man aufs Glauben angewiesen. Natürlich hat die phantastischste der drei Deutungen weltweit die meisten Anhänger gefunden (vgl. Glauben, Buch: Jesus Online, Judenfeindlichkeit, Religiosität, Religionsgründer).

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Journaille

Das vom franz. Wort für „Tag“ abgeleitete Fremdwort J. dient als Sammelbezeichnung für alles, was sich mit den Ereignissen des Tages beschäftigt und von Journalisten gemacht wird, also die gesamte Presse und weite Bereiche von Funk und Fernsehen. Das Wort J. hat einen mehr negativen als positiven Klang. Es erkennt zwar die atemlose Bemühung um die Aktualität an, geißelt aber die zwangsläufige Oberflächlichkeit und Fehlerhaftigkeit dieser Dienstleistung, die den Zeitgenossen trotzdem unverzichtbar erscheint (vgl. Autoren, Bildung, Demokratieschwund, Deutschlandfahne, Journalist, Kommerz, Meinungsäußerung).

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Juckreiz

Für wen die Liebe ein bloßer Juckreiz ist, der hat viele Möglichkeiten, sie voller Lust zu empfinden. Unser Nervensystem ist so allumfassend, dass wir sogar das Jucken am Ellbogen oder an der kleinen Zehe als Lust empfinden können – wenn wir nur bescheiden genug sind (vgl. Liebe, Lust, Mensch).

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Judenfeindlichkeit

Eine naheliegende Erklärung der seit Urzeiten in erschreckend vielen Epochen und Gesellschaften anzutreffenden J. liegt in der Religion der Juden, die als die Verehrung des Gottes Ich interpretiert werden kann. Manifestiert einerseits in der Antwort, die Moses vor dem brennenden Dornbusch von Gott erhielt: Ich bin, der ich bin, andererseits in den ersten drei der Zehn Gebote: 1. Ich bin der Herr, dein Gott. 2. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben. 3. Du sollst den Namen deines Gottes ehren. Im Alltag zeigt sich diese religiös fundierte Ich-Verehrung in dem typischen Namenskult der Juden und in der offensichtlichen Bevorzugung zunächst der Familie, dann der Gemeinde und danach der übrigen Glaubensgenossen, wonach erst der Rest der Menschheit gesehen wird. Weil die jüdische Religion nicht nur dem Gott Ich dient, sondern auch dem individuellen Ich, wird konsequenterweise die Hürde für den Übertritt zur jüdischen Religion (Konversion) hoch gehalten und im Unterschied zu fast allen anderen Religionsgemeinschaften keine Missionierung betrieben (vgl. Antisemitismus, Egoismus, Egozentrik, Jesus, Viktimologie).

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