Archiv der Kategorie: G

Gebet

Ein G. ist ein versuchter Brückenschlag vom Realen zum Irrealen. Es ist immer eine Einbahnstraße, dennoch meist tröstlich, vor allem, wenn es der letzte Ausweg ist. Jedes G. ist eine Realität, weil es mit Worten daherkommt. Aber da das Erreichen des jenseitigen Brückenkopfs fraglich bleibt, gehört es doch zu unserem großen Vorrat an Irrealem – ist also besonders wertvoll (vgl. Glauben, Tragfähigkeit, Zielführend).

Veröffentlicht unter A-I, G, Lästerlexikon | Hinterlasse einen Kommentar

Geburt

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Schon mit der G. widerfährt uns die größte Ungerechtigkeit, eine kaum noch zu übertreffende. Denn wann, wo, in welcher Familie geboren, mit welchem Intelligenzquotienten ausgestattet und mit welchen Veranlagungen gesegnet oder geschlagen, das entscheidet über Glück oder Unglück des gesamten Lebens. Und dabei hat man nicht einmal die Möglichkeit, sich gegen seine G. zu wehren. Gegen diese himmelschreiende Ungerechtigkeit der G. tun sie nach wie vor nichts, die Gewerkschaften und Kirchen und Versicherungen und all die Weltverbesserungsparteien (vgl. Schicksal, Ungerechtigkeit).

Veröffentlicht unter A-I, G, Lästerlexikon | Kommentare deaktiviert für Geburt

Geburtstag

Der G. ist kein Grund, einem Mitmenschen zu gratulieren, weil keinerlei persönliche Leistung dahinter steht. Man könnte allenfalls seiner Mutter gratulieren. Ein G. ist auch kein Grund zum Feiern,  Ist er doch eher ein trauriger Anlass, jeder Geburtstag, vom ersten bis zum letzten. Weil er den nächsten Schritt in Richtung Grab markiert (vgl. Einbahnstraße, Leistung, Namenstag, Schicksal).

Veröffentlicht unter G, Lästerlexikon | Hinterlasse einen Kommentar