849. Ausgabe

Passiertes! – Passierte es?

 

Der Kurznachrichtendienst Twitter hat nach dem Sturm des Pöbels auf das Kapitol in Washington den Account von Präsident Trump gesperrt, dann hat auch Facebook ihn blockiert. Dagegen konnte der Präsident sich nicht wehren, und das fand man gut und richtig, weil Trump mit der Ermunterung der Protestierer einen Angriff auf die Demokratie unternommen habe. Erst mit erheblicher Verspätung wird in der Öffentlichkeit angesprochen, was sich dahinter zeigt: Es gibt inzwischen Konzerne, deren Macht noch über die Macht des angeblich mächtigsten Mannes der Welt hinausgeht, und diese Konzerne haben mit Demokratie nichts zu tun, sondern sind in der Hand von ein paar Privatleuten, die nicht gewählt worden sind.  

 

Für Politologen ist der Vorwurf, Präsident Trump habe die US-Gesellschaft gespalten, absurd. Ist Spaltung doch als Grundprinzip der Demokratie akzeptiert. Jede demokratisch herbeigeführte Entscheidung hat zunächst im Wahlkampf die Wahlberechtigten nach Kräften gegeneinander aufgebracht und hinterlässt die Gesellschaft dann gespalten in Gewinner und Verlierer. Das Besondere daran ist jedoch, dass das Demokratie-Prinzip von den Verlierern verlangt, die Gewinner zu respektieren und mit der herbeigeführten Mehrheitsentscheidung friedlich zu leben. An dem Punkt hakt es bei Donald Trump.

 

Wir sind sprachlich so auf den Hund gekommen, dass der Verein Deutsche Sprache (VDS) jetzt für Beiträge im deutschen Rundfunk schon Übersetzungen ins Deutsche anbieten muss. Hier nur ein Beispiel: „Die Musikfestivals, früher Highlights des Sommers, wurden gecancelt.“ So klang das im Radio. Das hieß auf Deutsch: „Die Musikfeste, früher Höhepunkte des Sommers, wurden gestrichen.“ Wie gut das klingt. Doch der tumbe deutsche Michel muss sein Minderwertigkeitsgefühl mit fremden Sprachbrocken tarnen.

 

In den Fernseh-Nachrichten Tag für Tag Bilder vom Impfen. Ein Piekser nach dem anderen. Verlegenheitsbebilderung in Großaufnahme. Das fördert ganz sicher nicht die Impfbereitschaft in der Bevölkerung.

 

Kaum zu glauben, aber wahr: Vom 19. – 23. Juli dieses Jahres, so lese ich, findet in dem schönen Städtchen Ventspils in Lettland die Internationale Linguistik-Olympiade 2020 statt. Dass manche Leute den Unterschied von Olympiade und Olympischen Spielen nicht kennen, ist ein bekanntes Bildungsproblem. Aber sogar für Linguistik-Fachleute?! Einfach mal im Läster- Lexikon aufrufen: www.netzine.de/olympiade/

 

Immer spürbarer wird, dass wir nicht nur von unserer Gemeinde, von der Landeshauptstadt und von Berlin aus regiert werden, sondern darüber hinaus noch eine weitere Regierung in Brüssel haben. Und all diese Regierenden tragen wir auf unseren zwei schmalen Schultern. Die Corona-Pandemie lässt das unübersehbar werden, weil die organisatorischen Fehler, die auftreten, als Vorwürfe auf diesen vier Ebenen hin und her geworfen werden. Ein lustiges Spiel, Äquilibristik mit vier Bällen, immer zwei in der Luft, zwei in den beiden Händen. Und wenn ein Ball auf den Boden fällt, dann müssen wir springen und ihn aufheben; denn wir alle sind die Balljungen.

 

Ist etwas faul im Staate Dänemark? Dass in Moscheen Hasspredigten in Sprachen gehalten werden, die kein Bürgermeister und kein Polizist versteht, soll nicht länger geduldet werden. Deshalb plant die Regierung ein neues Gesetz, das Predigten in nichtdänischen Sprachen verbietet. Was natürlich die deutsche Minderheit im Land, deren Recht zum Gebrauch der deutschen Sprache gesetzlich garantiert ist, sofort in Unruhe versetzt hat. Jetzt arbeitet die Regierung Dänemarks daran, den quadratischen Kreis zu erfinden.

 

Das nordafrikanische Gericht Couscous ist endlich auf die Liste des Unesco-Weltkulturerbes gekommen. Das haben die Länder Algerien und Marokko, die heftige Feinde sind, zusammen mit Mauretanien und Tunesien geschafft. Auf dieser Liste ist die Pizza schon lange, während die Griechen immer noch vergeblich bemüht sind, auch Gyros auf die Liste zu bekommen. Doch für das im Nahen Osten beliebte Gericht Hummus gibt es überhaupt noch keinen Antrag bei der Unesco, weil sich dafür zu viele miteinander verfeindete Länder zusammentun müssten, so erfahre ich aus der Zeitung. Da frage ich mich: Wie sieht es denn mit der rheinischen Leibspeise Rievkooche aus? 

 

Die helfenden Hände der Johanniter und Malteser sieht man jetzt überall am Werk, auch im Kampf gegen Corona. Recht so, denn diese Hilfsorganisationen mit den vielen tausend engagierten Menschen sind aus dem wehrhaften Orden von Mönchsrittern entstanden, der 800 Jahre lang das christliche Abendland gegen den Islam verteidigt hat. Wer diese Historie nacherleben will, in einem spannenden und historisch gut recherchierten Roman, der schenkt sich selbst ein Exemplar meines Erfolgsbuchs „Favoritin zweier Herren“. Näheres dazu unter www.netzine.de/library/.

 

 

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