Archiv der Kategorie: S

Salär

Die Faustregel sollte man sich merken: Was einer nur für Geld tut, das ist – zumindest für ihn selbst – mehr als Geld auch nicht wert (vgl. Ehrenamt, Geld).

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Sand

S. ist nach Wasser der weltweit am meisten verbrauchte Rohstoff. Er wird immer knapper, weil er in fast allen Produkten steckt. Der Verbrauch übersteigt inzwischen bei Weitem das, was durch Verwitterung von Gestein nachkommt. Und der viele Wüsten-S. ist kein Ersatz, denn der ist als Baumaterial nicht zu gebrauchen, weil er vom Dauerwind viel zu fein abgeschliffen ist. Die S.-Preise steigen unaufhaltsam. Es gibt schon eine weltweit operierende S.-Mafia, die ungeheure Umsätze macht. Deshalb: Wer sich jetzt nicht noch schnell unterm Fenster einen S.-Berg zulegt, ist selbst schuld, dass er arm bleibt (vgl. Sandmännchen, Spekulantentum).

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Sapiosexuell

S. soll Anfang des 21. Jahrhunderts der neueste Hit der sexuellen Orientiertheit von Menschen sein. Ist er aber nicht. In dem Begriff steckt das lateinische Wort sapere = wissen, uns geläufig seit dem Weckruf der Aufklärung: Sapere aude! Wage zu wissen! Der sapiosexuell eingestellte Mensch hält das Wissen und die Bildung des Partners für wichtiger als alle Äußerlichkeiten. Das ist keine neu entdeckte Geschlechtlichkeit, sondern eine Sache der Präferenz, die zwar selten anzutreffen ist, aber bei heterosexuellen Menschen genauso vorkommen kann, wie bei homo-, bi- oder pan- und allen noch anderssexuellen Menschen (vgl. Bewusstsein, Bildung, Körperkultur, Sex, Wissen).

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Satiriker

In dem Roman Metamorphosen des antiken Dichters Apuleius (um 123 bis nach 170) werden sich der Gott Amor und die schöne Königstochter Psyche (= Seele) auf der Betttuchebene einig. Das führt dazu, dass Amor die Königstochter hinterher aus Äquivalenzgründen zu einer Unsterblichen machen muss. Woraus wir Sterblichen die Erkenntnis gewinnen: Wer mit einem Seelchen Liebe macht, muss die eigentliche Leistung erst hinterher erbringen. Das ist dann aber nicht die Metamorphose der Partnerin, weil wir nicht Amors Macht haben, sondern die eigene. Jetzt weiß ich endlich, warum man Apuleius zu den Stammvätern der S. zählt (vgl. Liebe, Literatur, Psychologie).

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Säuberung, ethnische

Der Begriff der e. S. ist so zynisch, wie es manchmal unvermeidlich zu sein scheint, verfeindete Ethnien räumlich zu trennen: Separierung. So beispielsweise geschehen, als 1947 zur Vermeidung eines Bürgerkriegs der indische Subkontinent in Indien und Pakistan aufgeteilt wurde, was gewaltige Wanderungsbewegungen in beiden Richtungen notwendig machte. Doch waren dabei genau wie Ende des 20. Jahrhunderts im zerbrechenden Jugoslawien in Wahrheit nicht die ethnischen Unterschiede der Explosivstoff, sondern die religiösen, (Indien: Hindus, Pakistan: Muslime, Jugoslawien: Serbisch orthodoxe Christen, Römisch katholische Christen und Muslime). Und auch diese Unterschiede mussten erst von fanatischen und machtgierigen Religionsführern zur Zündung gebracht werden. Neuestes Problemfeld: Sudan: Nordsudan Muslime, Südsudan Christen. Dass die diversen Religionsgemeinschaften trotz dieser verheerenden Wirkungen von modernen Staaten gefördert werden, ist so zynisch wie überflüssig (vgl. Fanatismus, Religion, Religionsfreiheit).

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Schaffen

Ein langweilig neutraler Oberbegriff. Aber seine Ableger haben es in sich. Wer viel geschafft hat, verdient Anerkennung. Wer viel geschaffen hat, verdient neben Anerkennung auch Dank. Wer nur viel beschafft hat, angeschafft oder rangeschafft, hat schon genug verdient und muss sich, auch wenn ihn das schafft, mit der Bewunderung durch die Dummen zufrieden geben (vgl. Kreativität, Prominenz).

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Schattenwirtschaft

Der Bereich der Wirtschaft, in dem keine Steuern und Sozialabgaben anfallen, weil ohne schriftliche Rechnung bar gezahlt wird, ist in allen schlecht regierten Ländern ein Wachstumssektor. In Deutschland liegt sein Anteil an der insgesamt geleisteten Arbeit schon bei über 16 %. Typische Branchen sind das Baugewerbe, das Handwerk, die Gastronomie und der Privathaushalt. Eine ungezügelte Steuer- und Sozialpolitik gilt als die wirksamste Förderung der S., was Politikern aber nicht klarzumachen ist, weil sie nur immer mehr Geld einnehmen wollen (vgl. Arbeitslosigkeit, Politik).

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Schatz

Kaum kannst du dich darüber freuen, an einen S. gekommen zu sein, an so einen oder so einen, lebst du nur noch mit der Sorge, wie du ihn behalten kannst, so oder so. Fazit: Es lohnt nicht, sich um einen S. zu bemühen; viel besser, selbst ein S. zu sein (vgl. Börsenweisheit, Freibeuter, Liebe).

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Schaufensterpuppen

Die S. haben wir nach unserem Bilde geschaffen. Gut gelungen sind sie uns. So perfekt geformt, dass uns nicht einmal stört, wenn die Köpfe einfach weggelassen werden. Jetzt erleben wir die Umkehrung: Wir gleichen uns den S. immer mehr an. Friseure, Zahnärzte und Schönheitschirurgen sind bemüht, unsere Köpfe immer einheitlicher zu gestalten. Bis wir sie ganz weglassen können, denn für die Vorführung all der unterschiedlichen Klamotten und Accessoires, die wir brauchen, sind sie die unwichtigsten Körperteile (vgl. Evolution, Hohlkopf).

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Schauspieler

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

S. sind Menschen, deren Besonderheit ist, dass sie ihre Mitmenschen perfekt nachäffen können. Sie deshalb als dressierte Affen zu bezeichnen, geht aber etwas zu weit. Immerhin gehört zu ihrem Job einiges an Beobachtungsgabe und sehr viel Zeit vor dem Spiegel. Außerdem müssen sie gut auswendig hersagen können, was andere ihnen vorgeschrieben haben. Dass die S. damit in modernen Gesellschaften zu Leitfiguren aufsteigen konnten, ist jedoch nur mit der Überlegenheit von Affen gegenüber Schafen zu erklären. Um die Verhältnisse auf menschliches Maß zurechtzustutzen, müsste an den Mehrwert der Kreativität erinnert werden. Der Kreative ist der Dramenschreiber bzw. Drehbuchautor, der S. aber ist bloß der Verwerter fremder Kreativität. Sie stehen zueinander wie der Komponist zum Pianisten, wie der Koch zum Kellner (vgl. Ärsche, Kreativität, Maske, Massengesellschaft, Persönlichkeiten, Showgeschäft, Spaßgesellschaft).

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