Archiv der Kategorie: S

Salär

Die Faustregel sollte man sich merken: Was einer nur für Geld tut, das ist – zumindest für ihn selbst – mehr als Geld auch nicht wert (vgl. Ehrenamt, Geld).

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Säuberung, ethnische

Der Begriff der e. S. ist so zynisch, wie es manchmal unvermeidlich zu sein scheint, verfeindete Ethnien räumlich zu trennen: Separierung. So beispielsweise geschehen, als 1947 zur Vermeidung eines Bürgerkriegs der indische Subkontinent in Indien und Pakistan aufgeteilt wurde, was gewaltige Wanderungsbewegungen in beiden Richtungen notwendig machte. Doch waren dabei genau wie Ende des 20. Jahrhunderts im zerbrechenden Jugoslawien in Wahrheit nicht die ethnischen Unterschiede der Explosivstoff, sondern die religiösen, (Indien: Hindus, Pakistan: Muslime, Jugoslawien: Serbisch orthodoxe Christen, Römisch katholische Christen und Muslime). Und auch diese Unterschiede mussten erst von fanatischen und machtgierigen Religionsführern zur Zündung gebracht werden. Neuestes Problemfeld: Sudan: Nordsudan Muslime, Südsudan Christen. Dass die diversen Religionsgemeinschaften trotz dieser verheerenden Wirkungen von modernen Staaten gefördert werden, ist so zynisch wie überflüssig (vgl. Fanatismus, Religion, Religionsfreiheit).

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Schaffen

Ein langweilig neutraler Oberbegriff. Aber seine Ableger haben es in sich. Wer viel geschafft hat, verdient Anerkennung. Wer viel geschaffen hat, verdient neben Anerkennung auch Dank. Wer nur viel beschafft hat, angeschafft oder rangeschafft, hat schon genug verdient und muss sich, auch wenn ihn das schafft, mit der Bewunderung durch die Dummen zufrieden geben (vgl. Kreativität, Prominenz).

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Schattenwirtschaft

Der Bereich der Wirtschaft, in dem keine Steuern und Sozialabgaben anfallen, weil ohne schriftliche Rechnung bar gezahlt wird, ist in allen schlecht regierten Ländern ein Wachstumssektor. In Deutschland liegt sein Anteil an der insgesamt geleisteten Arbeit schon bei über 16 %. Typische Branchen sind das Baugewerbe, das Handwerk, die Gastronomie und der Privathaushalt. Eine ungezügelte Steuer- und Sozialpolitik gilt als die wirksamste Förderung der S., was Politikern aber nicht klarzumachen ist, weil sie nur immer mehr Geld einnehmen wollen (vgl. Arbeitslosigkeit, Politik).

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Schatz

Kaum kannst du dich darüber freuen, an einen S. gekommen zu sein, an so einen oder so einen, lebst du nur noch mit der Sorge, wie du ihn behalten kannst, so oder so. Fazit: Es lohnt nicht, sich um einen S. zu bemühen; viel besser, selbst ein S. zu sein (vgl. Börsenweisheit, Freibeuter, Liebe).

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Schaufensterpuppen

Die S. haben wir nach unserem Bilde geschaffen. Gut gelungen sind sie uns. So perfekt geformt, dass uns nicht einmal stört, wenn die Köpfe einfach weggelassen werden. Jetzt erleben wir die Umkehrung: Wir gleichen uns den S. immer mehr an. Friseure, Zahnärzte und Schönheitschirurgen sind bemüht, unsere Köpfe immer einheitlicher zu gestalten. Bis wir sie ganz weglassen können, denn für die Vorführung all der unterschiedlichen Klamotten und Accessoires, die wir brauchen, sind sie die unwichtigsten Körperteile (vgl. Evolution, Hohlkopf).

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Schauspieler

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

S. sind Menschen, deren Besonderheit ist, dass sie ihre Mitmenschen perfekt nachäffen können. Sie deshalb als dressierte Affen zu bezeichnen, geht aber etwas zu weit. Immerhin gehört zu ihrem Job einiges an Beobachtungsgabe und sehr viel Zeit vor dem Spiegel. Außerdem müssen sie gut auswendig hersagen können, was andere ihnen vorgeschrieben haben. Dass die S. damit in modernen Gesellschaften zu Leitfiguren aufsteigen konnten, ist jedoch nur mit der Überlegenheit von Affen gegenüber Schafen zu erklären. Um die Verhältnisse auf menschliches Maß zurechtzustutzen, müsste an den Mehrwert der Kreativität erinnert werden. Der Kreative ist der Dramenschreiber bzw. Drehbuchautor, der S. aber ist bloß der Verwerter fremder Kreativität. Sie stehen zueinander wie der Komponist zum Pianisten, wie der Koch zum Kellner (vgl. Ärsche, Kreativität, Massengesellschaft, Persönlichkeiten, Showgeschäft, Spaßgesellschaft).

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Schere

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Eine S. ist ein Instrument, das – wenn es auseinanderklafft – sehr gefährlich ist. So die Vermögensentwicklung in der bundesdeutschen Gesellschaft: Die Reichen werden Jahr für Jahr reicher, die Armen ärmer. Wen kümmert’s? Nur die Statistiker. Einmal im Jahr veröffentlichen sie im Statistischen Jahrbuch der Bundesrepublik Deutschland die peinlichen Zahlen. Immer mehr Millionäre und Milliardäre mit immer größeren Privatvermögen, gleichzeitig immer mehr Habenichtse, die auf die diversen Transferleistungen angewiesen sind. Die Mitte schwindet langsam, aber sicher. Das wird, damit sich niemand daran verletzt, in schlichten grauen Zahlen präsentiert, gut versteckt im unsäglichen Zahlengestrüpp dieses Buches, das die Armen ohnehin nie in die Hand kriegen. Dafür ist es viel zu teuer (vgl. Sozialstaat, Ungerechtigkeit, Volksverdummung, Wahrheitsliebe).

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Schlager

Populäres Lied, das attraktiv ist durch eine ungewöhnlich getextete und intonierte erste Zeile, die nervtötend wiederholt wird, während mit dem übrigen Text die dämlichsten Vorstellungen und Vorurteile der Leute bestätigt werden (vgl. Goldader, Volksverdummung).

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Schlaraffia

Hoher Anspruch, tiefer Schlaf, so der berühmte Werbespruch eines deutschen Matratzenherstellers, der die Parodie der uralten und in vielen Kulturen nachweisbaren Vorstellung von einem Idealland (Paradies, Goldenes Zeitalter) als Schlaraffenland (= Faulenzerland) zu seinem Markennamen gemacht hat. Ebenso, aber damit nicht zu verwechseln, die im Jahre 1859 in Prag gegründete und heute weltweit verbreitete deutschsprachige Herrengesellschaft, die sich der Pflege von Freundschaft, Kunst und Humor verschrieben hat. Weil dabei der Freundschaft zuliebe die interessantesten Themen, nämlich Politik, Frauen und Religion, tabu sind, bedarf es zum Genuss der dargebotenen Kunst manchmal eines besonderen Humors (vgl. Eudämonismus, Fex, Ideal, Wirklichkeit, Trotzdem).

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Schnarchen

Das S. wird zu Unrecht verdammt. Du solltest froh sein zu hören, dass der Mensch, der neben dir im Bett liegt, immer noch atmet. Viel zu bald könnte die große Stille kommen (vgl. Bewusstsein, Tod, Toleranz).

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Schnecke

Sinnbild der Langsamkeit. Dabei ist die S. für ihre Verhältnisse ein sehr schnelles Tier. Versuch doch mal, dein Haus in derselben Geschwindigkeit von einem Platz zum anderen und wieder zurück zu tragen. Nur warum die S. das tut, darfst du dich nicht fragen, sonst sagst du Schwesterlein zu ihr (vgl. Post, Sinn).

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Scholastik

Die im Mittelalter vorherrschende Manie, Fragen aufzuwerfen und mit heiligem Ernst zu diskutieren, die man ohne Schaden hätte unbeantwortet lassen können. So hätte man damals, wenn man es nur gedurft hätte, endlos darüber streiten können, ob die Frau ein Loch mehr hat als der Mann, weil der Penis nicht als Loch gilt, sondern als Rüssel, was aber dann auch von der beim Mann meist größeren Nase behauptet werden könnte, so dass der Mann mit einem Defizit von drei Löchern dastehen würde, wenn man nicht auf das Rüsselargument verzichtet und großzügig Gleichstand annimmt (vgl. Bildung, Engel, Nadelspitze, Wissenschaft).

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Schöne

Es gibt das S. und die S., letztere sogar auch in der Mehrzahl als die S.n. Doch lohnt nicht, danach zu suchen und sich dafür zu verbiegen. Sieht man sich an allem S.n doch viel zu schnell satt (vgl. Gossen, Schöne, das, Schönheit).

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Schöne, das

Die Erfahrung lehrt: Alles Schöne endet in Tränen. Und wer so clever ist, sich d. Sch. besonders bewusst zu machen, während er es erlebt, um damit die späteren Tränen auszugleichen, der legt sich selbst herein. Denn je intensiver d. Sch. erlebt wurde, umso reicher und salziger fließen später die Tränen (vgl. Bewusstsein, Haltung, Kontoführung, Lebenskünstler).

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Schönheit

Schön zu sein ist meist erfreulich und kann als ein Lebenskapital eingesetzt werden, weil es einem in der Beurteilung durch die Mitmenschen Pluspunkte einbringt. Dabei beruht körperliche S. nur zum kleinsten Teil auf eigenem Verdienst. Zudem ist sie gleich zweifach gefährdet. Sie unterliegt dem Wechselspiel der Schönheitsideale, und sie greift sich schnell ab. Nur bei Klamotten, Mobiliar und Autos ist durch den forcierten Modellwechsel noch schneller “der Lack ab”. Vermutlich sind uns diese Dinge deshalb so lieb, weil sie unsere S. als relativ langlebig erscheinen lassen (vgl. Leistung, Nasenbohren, Persönlichkeit, Vorurteil).

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Schriftsteller, freier

Ein S. ist ein freier S. erst, wenn er sich erlauben kann, Bücher zu schreiben, die ohne Rücksicht auf die Vorlieben seiner Leserschaft und die Geldgier seines Verlegers literarische Kunstwerke sind (vgl. Bestseller, Bestsellerautor, Laufenberg).

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Schuldenmacherei

Beim Privatmann entweder Zeichen echter Armut oder typische Kleine-Leute-Unsitte. Sie führt so oder so zu Ansehensverlust. Anders die unternehmerische S., sie führt zu hohem Renommee mit Ehrendoktor und Ehrenprofessur und vielen Orden. Staatliche S. dagegen, die sogenannte Defizitpolitik, führt zu nichts außer zur Wiederwahl der verantwortlichen Politiker (vgl. Politiker, Prominenz, Volksverdummung).

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Schuluniform

Bei uns leider aus der Mode gekommener, dabei dringend nötiger Schutz unserer Kinder und Jugendlichen vor dem werbegesteuerten und für die Eltern ruinösen Wettbewerb um den Besitz der modischen Markenklamotten, für die Kinder schon zu Kriminellen werden (vgl. Freiheit, Gegentrend, Markenbewusstsein).

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Schwanz

Bei vielen Tierarten eine Verlängerung des Rückgrats, die zur Unterstützung der Fortbewegung, als Fliegenwedel oder bei der Drohhaltung eingesetzt wird. Beim Menschen nur noch rudimentär vorhanden (Steißbein). Was von Emanzen gern als S. bezeichnet wird, ist kein S., weil zu keinem der genannten Zwecke geeignet (vgl. Enttäuschung, Wortsetzungsmacht).

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Schwanzwort

Nichts Pornografisches, nur was Abgeschliffenes. Beim Regenschirm oder der Eisenbahn genügen uns die Schwänze: Schirm und Bahn. Aber auch, wo nur noch der Kopf übrig ist (Auto, Info, Uni), handelt es sich um ein S., und sogar wo nur die Mitte geblieben oder die Mitte weggefallen ist (vgl. Gescheit, Zeitung).

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Schwarzsehen

Sagte der Jung-Businesser: “Bei mir gibt es kein S. mehr. Ich habe meinen Fernseher verschenkt. Ohnehin keine Zeit für den Quatsch.” Ja, wenn das Leben so einfach wäre (vgl. Läster-Lexikon).

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Schweinepriester

Ein kameradschaftlich hänselnder, oft auch beleidigender Titel für eine männliche Person, deren Einstellung oder Handlung man ablehnt. Im Deutschen muss ja immer das Schwein herhalten, wenn etwas als schlecht, schmutzig oder verachtenswert bezeichnet werden soll. Is es e Wunder? Wo wir doch so viel Ähnlichkeit mit dem Schwein und es zum Fressen gern haben (vgl. Oxymoron, Schimpfwort).

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Schweizer

Illustration: Jules Stauber, Schwaig bei Nürnberg

Illustration: Jules Stauber, Schwaig bei Nürnberg

Der typische S. ist Waffenproduzent, Hotelier, Papstbewacher und Rot-Kreuz-Helfer in einer Person und genießt nur ungern die Früchte der weltgrößten Hehlerei von Raubgeldern. Was ihm zu seinem kleinen Glück noch fehlt, das wäre, dass man ihn über die Vergabe der Nobelpreise abstimmen lässt, natürlich basisdemokratisch (vgl. Scheinheiligkeit, Verallgemeinerung).

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Schweiß

Eine temporäre Hautnässung, mit der die Leute von heute nichts mehr anzufangen wissen. Man wischt sie einfach ab. Die Folge ist, dass der Körper neuen S. produzieren muss. Denn der S. dient dazu, an den lebenswichtigen Stellen des Körpers durch Verdunstung für Kühlung zu sorgen. Dabei spielt die Behaarung eine wichtige Rolle, weil damit die Oberfläche um das Vielfache vergrößert und die Verdunstung gefördert wird (vgl. Dummheit, Glatze, Heizungsrippeneffekt, Verdunstungskälte).

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