Archiv der Kategorie: N

Nase

Kein anderer Körperteil ist so sehr Ergebnis individueller Handarbeit wie die N., weswegen sie die deutlichsten Hinweise auf die Persönlichkeit ihres Trägers gibt, speziell auf seine mehr oder minder ausgeprägte Dummheit. Während Männer durch die N.-Deformation männlicher auszusehen scheinen, werden Frauen über ihre N.n verfrüht alt. Ein Naseologe mit aufregend spezieller Menschenkenntnis steht im Mittelpunkt eines Romans (vgl.Handarbeit, „So schön war die Insel„).

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Nasenbohren

Weitverbreitetes Freizeitvergnügen, das mit immer wieder neuen Erfolgserlebnissen ein individuelles Glück bietet, obwohl der Ertrag unbrauchbar ist, die wenigsten nehmen ihn als Kaugummiersatz. In den unterschiedlichen Methoden des Bohrens kann sich die persönliche Eigenart austoben, schon nach wenigen Jahren erkennbar an der speziellen Deformiertheit der Nase, die zur Himmelfahrts-, Entenschnabel-, Segel-, Spalt-, Pultdach-, Victory- oder Doppelhutzelnase geworden ist (vgl. Handarbeit, Intelligenz, Nase, Schönheit).

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Nation

Die N. ist weit mehr als Nationalisten daraus machen, nämlich Geschichts- und Kulturgemeinschaft von Menschen. Nicht unbedingt deckungsgleich mit der Sprachgemeinschaft, schon gar nicht mit den zufällig entstandenen Staaten. Genauso wie Nationalität nicht kongruent ist mit Staatsangehörigkeit. Die Unterscheidung, ob z.B. jemand Deutscher ist oder nur die deutsche Staatsangehörigkeit hat, ist für viele, besonders für Politiker zu hoch. Bei der immer wieder auftretenden Tendenz, N. und Nationalstaat zur Deckung zu bringen, handelt es sich um bloße Verbrämung entweder für Eroberungspolitik oder für sogen. ethnische Säuberung (vgl. Einbürgerung, Staatsangehörigkeit).

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Nationalcharakter

Ein Stichwort, das in meinen großen Lexika von Meyers und Brockhaus fehlt. Und bei Wikipedia wird es nur mit ängstlichen Einschränkungen gebracht, weil ethnische Diffamierungen und die Verbreitung von bloßen Klischees sowie die Selbstüberschätzung der Schreiber als Fehlerquellen nicht auszuschließen sind. Dennoch und trotz der schon weit fortgeschrittenen Globalisierung und bei aller Liebe zur Gleichmacherei wage ich zu behaupten: Es gibt auch im ersten Quartal des 21. Jahrhunderts im N. noch deutliche Unterschiede. Denn klimatische Bedingungen und politische Ereignisse sowie kulturelle und wirtschaftliche Erfolge der einzelnen Völker haben dazu geführt, dass hier und da und dort ein jeweils etwas anderer Menschentypus vorherrschend wurde. Und den zu betrachten, ist ein Spaß für sich (vgl. Deutscher, Kuriositätenkabinett, Verallgemeinerung).

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Nationalhymne

So was wie „das kleine Schwarze“ eines Staates. Wirkt feierlich, obwohl schon ein bisschen abgetragen, verdeckt aber alle Blößen. Besteht aus Text und Musik, wobei die Musik durch Ohrwurmqualität besticht. Der Text hat meist mehrere Strophen, damit man den wechselnden Zeitläuften entsprechend immer das Genehme herausstellen kann (z. B. die dritte Strophe in der BRD) und nicht in die Verlegenheit kommt, nur sprachlos mitsummen zu können, wie die Russen nach der Abschaffung des Sowjetsystems (vgl. Massenunterhaltung, Schlager).

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Nationalismus

N. war die Pest des 19. und 20. Jahrhunderts. Deshalb abzulehnen. Doch im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts stellen in Europa immer mehr Nationen fest, dass sie ein N.-Defizit haben, und betonen wieder das Nationale. Was nur natürlich ist. Gehört doch zu den Grunderkenntnissen der Sozialwissenschaften, dass die einzelnen Mitglieder jeder Gruppierung bei stärkerem Zusammenwachsen der Gruppe ein immer stärker werdendes Bedürfnis entwickeln, ihre Eigenart zu zeigen, um nicht unauffindbar in der Gemeinschaft unterzugehen (vgl. Brexit, Individualität, Strohhalm).

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Naturbegeisterung

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Wenn ich nur die Sägezacken an den einladend winkenden Palmwedeln oder an den vollfleischigen Blättern der Agave sehe, bedrohlich wie Haizähne, weiß ich, welches Gesetz in der Natur gilt: das Gesetz des Stärkeren (vgl. Aasfresser, Motorsäge, Sentimentalität, Sozialisation, Unnatur).

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Naturbeobachtung

Dass die Nase eine wichtige Funktion hat als Vorwärmer der Atemluft, steht außer Zweifel. Das erklärt, weshalb die negroide Nase kurz und platt ist, denn im heißen Klima Afrikas war kein Vorwärmen erforderlich. Das müsste dann aber auch heißen, dass die extrem kurzen Nasen der Asiaten auf eine Vorzeit mit extrem heißem Klima hindeuten (vgl. Aasfresser, Klimawechsel, Kreuz, Natur).

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Naturgesetze

Manch einer glaubt daran. Dabei weiß man längst: Nach den Gesetzen beispielsweise der Aerodynamik kann die Hummel mit ihrem enormen Gewicht und den kurzen Stummelflügeln nicht fliegen. Doch die Natur schert sich nicht um N. und lässt die Hummeln fliegen, dass es eine Freude ist (vgl. Glauben, Wissenschaft, Zweifel).

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Naturkind

Sie schwimmt möglichst jeden Tag ihre 1000 Meter, benutzt aber niemals Seife. Deshalb habe sie diese feine Haut, meint sie. Lediglich für die Haare braucht sie etwas Shampoo. Aber auch eine Zahnbürste sowie Zahncreme hat sie. Doch damit ist die Kultivierung schon fast zu Ende. Sie braucht keinen Kamm und keine Bürste, weil die kurzen und naturkrausen Haare mit den Fingern beider Hände in Ordnung gebracht werden. Die hellen Haare im Gesicht sind für sie ein beliebtes Spielzeug. Immer wieder ist sie mit spitzen Fingern dabei, sie auszuzupfen. Zwischen den Zähnen prüft sie dann, ob sie ein Härchen erwischt hat. Sie kennt keinen Fön und keinen Nagelreiniger, auch keinen Deodorantstift, erst recht kein Parfum, kein Make-up, außer manchmal für die Augen ein wenig. Bloß einen kleinen Klipper zum Kürzen der Nägel hat sie. Aber zum Reinigen der Nägel findet sie irgendwo am Weg den richtigen Halm, genau wie zum Beseitigen der Essensreste zwischen den Zähnen. Sie isst am liebsten mit den Fingern und trinkt am liebsten aus der Flasche. Zum Pissen hockt sie sich hinter den nächsten Busch oder Felsbrocken. Sie kennt keine Taschentücher, schon gar nicht die Papiertaschentücher. Ihre Nase macht sie nur mit den bohrenden Fingern frei, entsprechend groß sind ihre Nüstern. Aber Geld fasst sie nicht an, sie bezahlt alles mit ihrer goldenen Visa Card (vgl. Kultur, Zivilisation).

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