Archiv der Kategorie: N

Nahrungsergänzungsmittel

Ob notwendig oder nicht, ist keine Frage, die man deshalb getrost den Wissenschaftlern überlassen kann. Bei dem überzeugten N.-Anwender versetzt der Glaube Berge (vgl. Hoffnung, Kommerz, Wunder).

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Name

N. ist Schall und Rauch. Ja – aber gibt es etwas Wichtigeres als Schall und Rauch? (vgl. Ich, Namenskult, Unsterblichkeit, Vorname).

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Namenskult

Für Künstler, Erfinder und Wissenschaftler ist selbstverständlich und unverzichtbar, dass sie ihre Namen bekannt machen. Das ist aber auch bei Normalbürgern beliebt, wie der Spruch beweist: Der Name der Jecken steht an allen Ecken. Superreiche und Politiker blähen sich mit Hilfe ihres Namens auf, indem sie ihn an Stiftungen und Großbauten kleben. Jedes Ich trägt einen Namen, und der Name trägt es in seinen Himmel (vgl. Egoismus, Ich, Name).

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Namenstag

Die alte Sitte, seinen N. zu feiern, d. h. den Tag, an dem der Vorname im Heiligenkalender steht, ist trotz der eifrigen Mund-zu-Mund-Beatmung durch den Blumenhandel gestorben. Jahrhundertelang durften die Protestanten den Geburtstag feiern, die Katholiken aber mussten statt dessen den N. feiern. Die Leute sollten an den Heiligen denken, dessen Namen sie tragen, nicht an sich. Und sollten sich ihn zum Vorbild nehmen. Damit waren sie überfordert. So wechselten die Katholiken einfach zu der protestantischen Sitte über, den Geburtstag zu feiern. Dabei hatten die katholischen Theologen den N. schon zum Geburtstag umfunktioniert. Sie propagierten diesen Tag, an dem der Heilige gestorben war, als den Tag, an dem er für den Himmel geboren wurde (vgl. Geburtstag, Ich, Volksverdummung).

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Nase

Vangelis Pavlidis, Rhodos

Kein anderer Körperteil ist so sehr Ergebnis individueller Handarbeit wie die N., weswegen sie die deutlichsten Hinweise auf die Persönlichkeit ihres Trägers gibt, speziell auf seine mehr oder minder ausgeprägte Dummheit. Während Männer durch die N.-Deformation männlicher auszusehen scheinen, werden Frauen über ihre N.n verfrüht alt. Ein Naseologe mit aufregend spezieller Menschenkenntnis steht im Mittelpunkt eines Romans (vgl.Handarbeit, „So schön war die Insel„).

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Nasenbohren

Weitverbreitetes Freizeitvergnügen, das mit immer wieder neuen Erfolgserlebnissen ein individuelles Glück bietet, obwohl der Ertrag unbrauchbar ist, die wenigsten nehmen ihn als Kaugummiersatz. In den unterschiedlichen Methoden des Bohrens kann sich die persönliche Eigenart austoben, schon nach wenigen Jahren erkennbar an der speziellen Deformiertheit der Nase, die zur Himmelfahrts-, Entenschnabel-, Segel-, Spalt-, Pultdach-, Victory- oder Doppelhutzelnase geworden ist (vgl. Gewohnheiten, Handarbeit, Intelligenz, Nase, Schönheit).

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Nation

Die N. ist weit mehr als Nationalisten daraus machen, nämlich Geschichts- und Kulturgemeinschaft von Menschen. Nicht unbedingt deckungsgleich mit der Sprachgemeinschaft, schon gar nicht mit den zufällig entstandenen Staaten. Genauso wie Nationalität nicht kongruent ist mit Staatsangehörigkeit. Die Unterscheidung, ob z.B. jemand Deutscher ist oder nur die deutsche Staatsangehörigkeit hat, ist für viele, besonders für Politiker zu hoch. Bei der immer wieder auftretenden Tendenz, N. und Nationalstaat zur Deckung zu bringen, handelt es sich um bloße Verbrämung entweder für Eroberungspolitik oder für sogen. ethnische Säuberung (vgl. Einbürgerung, Staatsangehörigkeit).

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Nationalcharakter

Ein Stichwort, das in meinen großen Lexika von Meyers und Brockhaus fehlt. Und bei Wikipedia wird es nur mit ängstlichen Einschränkungen gebracht, weil ethnische Diffamierungen und die Verbreitung von bloßen Klischees sowie die Selbstüberschätzung der Schreiber als Fehlerquellen nicht auszuschließen sind. Dennoch und trotz der schon weit fortgeschrittenen Globalisierung und bei aller Liebe zur Gleichmacherei wage ich zu behaupten: Es gibt auch im ersten Quartal des 21. Jahrhunderts im N. noch deutliche Unterschiede. Denn klimatische Bedingungen und politische Ereignisse sowie kulturelle und wirtschaftliche Erfolge der einzelnen Völker haben dazu geführt, dass hier und da und dort ein jeweils etwas anderer Menschentypus vorherrschend wurde. Und den zu betrachten, ist ein Spaß für sich (vgl. Deutscher, Kuriositätenkabinett, Verallgemeinerung).

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Nationalhymne

So was wie „das kleine Schwarze“ eines Staates. Wirkt feierlich, obwohl schon ein bisschen abgetragen, verdeckt aber alle Blößen. Besteht aus Text und Musik, wobei die Musik durch Ohrwurmqualität besticht. Der Text hat meist mehrere Strophen, damit man den wechselnden Zeitläuften entsprechend immer das Genehme herausstellen kann (z. B. die dritte Strophe in der BRD) und nicht in die Verlegenheit kommt, nur sprachlos mitsummen zu können, wie die Russen nach der Abschaffung des Sowjetsystems (vgl. Massenunterhaltung, Schlager).

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Nationalismus

N. war die Pest des 19. und 20. Jahrhunderts. Deshalb abzulehnen. Doch im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts stellen in Europa immer mehr Nationen fest, dass sie ein N.-Defizit haben, und betonen wieder das Nationale. Was nur natürlich ist. Gehört doch zu den Grunderkenntnissen der Sozialwissenschaften, dass die einzelnen Mitglieder jeder Gruppierung bei stärkerem Zusammenwachsen der Gruppe ein immer stärker werdendes Bedürfnis entwickeln, ihre Eigenart zu zeigen, um nicht unauffindbar in der Gemeinschaft unterzugehen (vgl. Brexit, Globalisierungserfolge, Individualität, Nationalisten, Sport, Strohhalm).

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