H. trägt der Mensch an den Stellen des Körpers, an denen es darum geht, die lebenswichtigen Funktionen des Organismus vor Überhitzung zu schützen. Durch in der behaarten Haut vorhandene Schweißdrüsen erzeugt der Körper eine Nässung des Hs., womit die Nässe auf eine riesige Oberfläche verteilt wird und so für eine schnell wirkende Verdunstungskälte sorgt. Wer diese Abläufe nicht durchschaut, glaubt, dass man durch die Behaarung ans Schwitzen kommt, und greift zum Rasierer (vgl. Behaarung, Hohlkopf, Mode).
Veröffentlicht unter A-I, H, Lästerlexikon
|
vbnm
Verschlagwortet mit Haare
|
Ein Kopf, der nichts anderes hervorbringen kann als H., ist mit den modernen 4 F voll beschäftigt – wenn nicht schon überfordert: Farbe, Festigkeit, Form und Fülle (vgl. Frisur, Hohlkopf, Körperkultur).
Veröffentlicht unter A-I, H, Lästerlexikon
|
vbnm
Verschlagwortet mit Haare
|

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein
Eine besonders perfide Art der Bestrafung, weil die Delinquenten dabei von ihrer natürlichen sexuellen Veranlagung auf Homosexualität umgepolt werden. Für die Härte der H. ist nicht ihre Länge ausschlaggebend, wie naive Juristen glauben, sondern die Härte der Mitgefangenen (vgl. Gewaltmonopol, Grundbedürfnisse, Homosexualität, Menschenwürde).
Veröffentlicht unter A-I, H, Lästerlexikon
|
vbnm
Verschlagwortet mit Haftstrafe
|
Japanisches Kurzgedicht, das in drei Zeilen zu fünf, sieben und fünf Silben überraschende Aussagen macht. Was uns im Japanischen mangels genauerer Sprachkenntnis nicht gestört hat, wird bei der gern geübten Nachäffung durch westliche Dichter entlarvt: Der Haiku ist eine Affenschande, weil er zum Ausdruck eines Gedankens oder Gefühls nicht die treffendsten Wörter wählen darf, sondern Verlegenheitswörter benutzt, die zufällig die richtige Silbenzahl haben (vgl. Korsett, Künstler, Xenophilie).
Veröffentlicht unter A-I, H, Lästerlexikon
|
vbnm
Verschlagwortet mit Haiku
|
Wenn mir das Wasser bis zum Hals steht, darf ich den Kopf nicht hängen lassen (vgl. Selbstbetrug, Überlebensstrategie, Weisheit, Wünsche).
Veröffentlicht unter A-I, H, Lästerlexikon
|
vbnm
Verschlagwortet mit Haltung
|
Denglische Bezeichnung für Mobilphone, das neue Lieblingsspielzeug der Kinder. Auch Erwachsene sind stolz auf das Ding am Gürtel oder in der Tasche, solange sie noch nicht kapiert haben: Wer meine H.-Nummer hat, hält mich am Nasenring gepackt (vgl. Bärennummer, Mitteilungsbedürfnis).
Veröffentlicht unter A-I, H, Lästerlexikon
|
vbnm
Verschlagwortet mit Handy
|
Die botanisch Cannabis sativa und Cannabis indica genannte erstaunlich schnell nachwachsende Nutzpflanze H. ist ein Wunder an Vielseitigkeit. Bereits im 2. Jhdt. v.u.Z. wurde in China die Papierherstellung aus H. erfunden. Die Gutenbergbibel wurde noch auf Hanfpapier gedruckt, ebenso die amerikanische Unabhängigkeitserklärung. Schon früh wurden Seile und Segel und Kleidungsstücke, die besonders haltbar sein mussten, aus Hanf hergestellt. Die Samen sind wertvolle Nahrungsmittel und bieten Öl als Brennstoff sowie für Farben und Lacke. Die Pflanze wurde immer als Lieferant vielseitiger Heilmittel geschätzt. In Europa wurde Hanf erst durch den lukrativeren Tabakanbau völlig verdrängt. Hanf bietet mit seinem Wirkstoff Tetrahydrocannabinol THC das wohl älteste Halluzinogen der Menschheit, Haschisch oder Marihuana genannt. Durch Züchtung kann dieser Wirkstoff stark erhöht, aber auch fast zum Verschwinden gebracht werden. Henry Ford präsentierte 1941 ein Auto, das aus Hanfkunststoff konstruiert war und mit Hanfdiesel fuhr. Doch daraus wurde nichts. Dass Hanf, dieses so universell brauchbare Geschenk der Natur, auf die Rauschgift-Verbotsliste kam, verdanken wir einem Komplott des amerikanischen Bankiers und Erdölmagnaten Mellon mit dem Holzpapierfabrikanten und Medienzar Hearst und dem General-Motors-Eigner und Chemieindustriellen DuPont. Diese drei geschäftstüchtigen Herren gaben vor, uns vor der sanften Droge Cannabis beschützen zu wollen, und vergiften seitdem die Umwelt und uns in viel stärkerem Maße als das Halluzinogen mit ihren Produkten Papier, Baumwolle, Kunstfaser, Pharmaka und mit den Autoabgasen (vgl. Auto, Ethik, Manchesterkapitalismus, Sucht, Wirtschaftskriminalität).
Veröffentlicht unter A-I, H, Lästerlexikon
|
vbnm
Verschlagwortet mit Hanf
|
Vorratskammer der Lust im traditionellen islamischen Haushalt. Zur sicheren Aufbewahrung unter Verschluss, von Eunuchen bewacht, der bis zu vier rechtmäßigen Ehefrauen und beliebiger Mengen weiterer Mädchen und Frauen. War schon bei den israelitischen Königen üblich. Später in orientalischen Herrscherhäusern sogar mit Hunderten und Tausenden schöner Frauen bestückt. Deren Zahl hing nicht vom Hormonhaushalt des Herrschers ab, sondern von seiner Finanzkraft bzw. seinem Renommierbedürfnis (vgl. Macho, Stress).
Veröffentlicht unter A-I, H, Lästerlexikon
|
vbnm
Verschlagwortet mit Harem
|
1. Die Chance eines Lernenden, dem Lehrenden zu beweisen, dass er eine Aufgabe tiefer durchdenken und ausführlicher darstellen kann. Für Lehrende heute nicht mehr interessant, weil die Darstellungen immer öfter aus dem Internet abgeschrieben werden, wo es für beinahe jede Frage die vorgefertigte Antwort gibt.
2. Das, was eine Hausfrau tut. Was hier kurz abgetan werden kann, weil niemand davon wissen will, dass eine Hausfrau überhaupt etwas tut (vgl. Betrug, Cleverness, Ignoranz, Meinung).
Veröffentlicht unter A-I, H, Lästerlexikon
|
vbnm
Verschlagwortet mit Hausarbeit
|
Der Titel H. für den im Angelsächsischen schlicht housekeeper genannten Hausdiener ist etwas zu groß ausgefallen. Was gelegentlich zu Größenwahn führt. Im übrigen erkennt man H. daran, dass sie mit modernster Technik, die viel Lärm macht und giftige Abgase produziert, gegen ein paar herumliegende Blätter, ein bisschen Straßenstaub oder drei Schneeflocken ankämpfen, statt zum Besen zu greifen. Der würde nicht zum Mobiltelefon am Gürtel und zur Zigarette zwischen den Lippen passen. Denn nur so werden sie aktiv, am liebsten sehr früh morgens oder in der Mittagszeit. Was sich darin an Missgunst gegenüber den Mitmenschen äußert, zeigt sich auch an den krummgetrampelten Fahrrädern, die sich erlaubt hatten, auf dem Terrain des H.s angekettet herumzustehen (vgl. Arbeit, Funktionär, Ordnung).
Veröffentlicht unter A-I, H, Lästerlexikon
|
vbnm
Verschlagwortet mit Hausmeister
|

Manfred Limmroth, Hamburg
Das H. gibt es als Stalltier, Thema Landwirtschaft, und als Wohnungstier, Thema Mensch. Denn jedes Tier in der Wohnung ist nur ein schlechter Ersatz für einen menschlichen Partner bzw. ein Kind. Ein Ersatz, auf den man angewiesen ist oder zu sein glaubt, weil es einem an der Fähigkeit zum menschlichen Zusammenleben fehlt (vgl. Ich, Sozialisation).
Veröffentlicht unter A-I, H, Lästerlexikon
|
vbnm
Verschlagwortet mit Haustier
|
Die H., des Reimes willen nur immer in Verbindung mit Pflege genannt, ist das, was Förster und andere Jäger den Wäldern und Wildtierbeständen an Maßnahmen angedeihen lassen. Sie fördern und vernichten, was sie für förderns- und vernichtenswert halten, und das nach ihrem ersten besten Wissen und ohne schlechtes Gewissen. Die H. ist damit im Kleinen das, was die Politiker uns im Großen antun. Der Umstand, dass die Politiker keine grünen Röcke tragen und nicht selbst die Flinte in die Hand nehmen, macht sie für uns noch gefährlicher als die Jäger (vgl.: Politiker, Natur, Krieg).
Veröffentlicht unter A-I, H, Lästerlexikon
|
vbnm
Verschlagwortet mit Hege
|
Wenn ein Staat so stark ist, dass er anderen Staaten seine Rechtsauffassungen aufzwingen kann, ist er ein Hegemon, egal, ob er als Schutzmacht oder Freund oder Weltpolizist auftritt. Er schränkt die Souveränität der anderen Staaten ein, was dazu führt, dass die Staaten untereinander nicht mehr als Gleichberechtigte auftreten und handeln können. Wenn aber das Prinzip der Gleichheit im zwischenstaatlichen Bereich gestört ist, wird es sich auch nicht im innerstaatlichen Bereich aufrechterhalten lassen. So entstehen Gesellschaften von Nicht-Gleichberechtigten. Das ist ein Rückfall in vordemokratische Zeiten (vgl. Klassengesellschaft, Präventivkrieg, Terrorismus, Völkerrecht, Weltpolizist).
Veröffentlicht unter A-I, H, Lästerlexikon
|
vbnm
Verschlagwortet mit Hegemonie
|
Weil wir die Anlässe zum Verlust der Heimat, also des Umfeldes, mit dem man sich besonders verbunden fühlt, ständig vermehren, durch Kriege und Grenzverschiebungen mit Bevölkerungsaustausch, durch Wirtschaftsdruck und Wohlstandsanreize, durch Umweltzerstörung und Arbeitsangebote, ist es an der Zeit, dem schönen Wort Heimat einen Plural zu geben. Bleibt doch immer mehr Menschen unserer Erde nichts anderes übrig, als sich für zwei H. zu erwärmen, für die alte und die neue (vgl. Einbürgerung, Globalisierung, Lebenskunst).
Veröffentlicht unter A-I, H, Lästerlexikon
|
vbnm
Verschlagwortet mit Heimate
|
Eine gefährliche Veranstaltung, bei der zwar der Eintritt frei ist, der Austritt aber um so teurer (vgl. Ehe, Versorgung).
Veröffentlicht unter A-I, H, Lästerlexikon
|
vbnm
Verschlagwortet mit Heirat
|
Von genügend hoher Warte aus betrachtet, ist das eifrige Gewusel meiner Mitmenschen so amüsant wie das der Ameisen unter meiner Gartenbank (vgl. Eintagsfliege, Zeit).
Veröffentlicht unter A-I, H, Lästerlexikon
|
vbnm
Verschlagwortet mit Hektik
|
Die von England zweimal nur ungern an Deutschland abgegebene Insel ist genaugenommen immer noch britisch. Denn aus der Vogelperspektive und von Südosten her gesehen, brutzelt der Felsklotz wie ein Steak in der Nordseepfanne, nicht wie üblich medium, sondern britisch blutig (vgl. Krieg).
Veröffentlicht unter A-I, H, Lästerlexikon
|
vbnm
Verschlagwortet mit Helgoland
|
Noch vor einem halben Jahrhundert waren die H. der Jugend Geistesgrößen, Genies und Erfinder. Sie sind abgelöst worden von Schauspielern, Musikern und Sportlern. So bestimmen die technischen Möglichkeiten und die bescheidenen Qualitätsansprüche der Massenmedien das Niveau der modernen Gesellschaft (vgl. Körperkultur, Persönlichkeit).
Veröffentlicht unter A-I, H, Lästerlexikon
|
vbnm
Verschlagwortet mit Heroen
|
Ein Herrscher glaubt an nichts als an sich selbst. Doch ist es hilfreich beim Regieren, wenn er den Glauben seines Volkes als fromme Pose draufhat. Leistet er sich dagegen den Luxus, wirklich gläubig zu sein, scheitert er wie Zar Nikolaus II., weil sein Glaube ihm in den Arm fällt (vgl. Machiavelli, Politiker).
Veröffentlicht unter A-I, H, Lästerlexikon
|
vbnm
Verschlagwortet mit Herrscher
|
H., das Vortäuschen nicht vorhandener Gefühle wie Freude, Mitleid, Trauer und dgl., wird bei bestimmten Anlässen einfach erwartet und deshalb nur von Dummköpfen für bare Münze genommen. Kurioserweise ist die H. sowohl Anlass als auch Strategie bei so beliebten Gesellschaftsspielen wie “Üble Nachrede” und “Bloßstellen” und “Fertigmachen” (vgl. Ich-Instinkt).
Veröffentlicht unter A-I, H, Lästerlexikon
|
vbnm
Verschlagwortet mit Heuchelei
|
Im Jahre 1986 entbrannte in Deutschland ein Streit unter Historikern und Philosophen über die historische Einordnung der nationalsozialistischen Verbrechen. Während die einen Hitler in der Verbrecherkartei neben berühmten Massenmördern wie Qin Shi Huangdi, Baibars, Tamerlan, Stalin, Mao, Pol Pot und Idi Amin sahen, setzten die anderen ihn in scholastischer Manier auf die Nadelspitze der Bösartigkeit, wo neben ihm kein anderer mehr Platz fand. Dabei spielten nicht einmal die Quantitäten an Toten die entscheidende Rolle, denn darin konnte Stalin mit Hitler gleichziehen, und Mao übertraf sie alle. Es gab vielmehr die Vorstellung eines qualitativ anderen Verbrechens, das Hitler begangen hat. Ob uns Nachgeborenen eher die eine oder die andere Betrachtungsweise dabei hilft, aus der Geschichte zu lernen, blieb eine offene Frage (vgl. Gelehrsamkeit, Ich).
Veröffentlicht unter A-I, H, Lästerlexikon
|
vbnm
Verschlagwortet mit Historikerstreit
|

Illustration: Tanja Ehnle, Mannheim
Als H. bezeichnet man fälschlicherweise einen Menschen, der dumm und uninteressiert ist. Dabei hat dieser Mensch genausoviel Gehirnmasse im Kopf wie der Durchschnittsmensch. Nur dass er sie nicht nutzt, sie als bloßes Füllsel mit sich herumschleppt (vgl. Computer, Gehirn, Litotes).
Veröffentlicht unter A-I, H, Lästerlexikon
|
vbnm
Verschlagwortet mit Hohlkopf
|
Der Nachkomme des Homo erectus soll der Homo sapiens sein. So die Forscher. Mag ja sein. Wenn mir das mit dem Wort erectus=aufgerichtet auch etwas zu direkt ausgedrückt ist für die Schaffung von Nachkommenschaft. Und dann noch den Homo sapiens hervorzubringen? Was für ein zweifelhafter Reproduktionserfolg. Weiß doch jeder, dass wir erigiert nicht viel Sapientia=Klugheit zu zeigen pflegen (vgl. Darwin, Evolution, Hominiden, Mensch).
Veröffentlicht unter A-I, H, Lästerlexikon
|
vbnm
Verschlagwortet mit Homo erectus
|
Bei manchen Menschen eine hormonelle Fehlschaltung, die den natürlichen Zweck der Sexualität, die Vermehrung, zugunsten der Lust am eigenen Geschlecht verdrängt hat, bei anderen eine bloß aus Überdruss, Ekel, Angst, Langeweile, Neugier, Zwang oder ähnlichem resultierende Ablehnung des anderen Geschlechts und Hinwendung zum eigenen Geschlecht. Wo H. aber zur Mode wird, handelt es sich um eine geistige Fehlschaltung der Gesellschaft. In diesem Fall gilt: Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie nicht Ihren Arzt oder Apotheker (vgl. Dekadenz, Ich, Konformitätsdruck, Liebe).
Veröffentlicht unter A-I, H, Lästerlexikon
|
vbnm
Verschlagwortet mit Homosexualit
|
Nur in der Mehrzahl (Masse macht stark) vorkommende simple Schlägertypen, die bereit sind, sich für die Ehre ihres Landes bei Fußball-Länderspielen von fremden H. sowie der Polizei die Köpfe blutig schlagen zu lassen. Kulturpolitisch wichtig, weil sie das Bewusstsein dafür schärfen, dass es ein Unsinn ist, sportliche Wettkämpfe auf der Basis von Nationalismusgefühlen ablaufen zu lassen, mit Flaggen und Nationalhymnen. Wenn diese Peinlichkeiten eines Tages endlich abgeschafft sind, wird man den tatkräftigsten H. ein Denkmal setzen müssen (vgl. Fußballweltmeisterschaft, Zeitgeist).
Veröffentlicht unter A-I, H, Lästerlexikon
|
vbnm
Verschlagwortet mit Hooligans
|