Archiv der Kategorie: E

E-mail

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Der als E-mail bezeichnete elektronische Brief (zu unterscheiden von Email=Schmelzüberzug) hat als Kreuzung aus Anruf und Briefsendung mehr Ähnlichkeit mit dem Vater als mit der Mutter. Das spontane und ungeordnete Gebrabbel ohne Rücksicht auf Orthographie und Umgangsformen, wie es beim Telefonieren üblich ist, wirkt aber in schriftlich fixierter Form doppelt peinlich. Dagegen hilft nicht einmal ein beigefügtes (vgl. Smiley).

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Egoismus

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Unter E. versteht man das Vorherrschen des eigenen Interesses. Was bei allen Menschen selbstverständlich ist, denn es gibt für einen Menschen nichts Wichtigeres als ihn selbst. Dennoch ist es geschickt, den Mitmenschen ihren E. zum Vorwurf zu machen, weil man dann so aussieht, als wäre man anders. Nur selbst daran glauben, E. sei etwas Vorwerfbares und man selbst sei anders, sollte man nicht. Denn das wäre schrecklich dumm (vgl. Dummheit, Ich, Imperativ, Judenfeindlichkeit, Namenskult).

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Egomanie

Wer einem anderen Menschen, weil ihm dessen Selbstbezogenheit zu auffällig erscheint, die Geisteskrankheit E. an den Hals zu reden versucht, ist selbst nicht anders veranlagt, lediglich dümmer (vgl. Egoismus, Ich).

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Egotismus

Manfred Limmroth, Hamburg

Manfred Limmroth, Hamburg

Philosophischer Versuch einer auf die ganze Menschheit ausgerichteten Glücksfindung, der leider zu dem Kalauer verkommen ist: Wenn jeder an sich selbst denkt, ist an alle gedacht (vgl. Egoismus, Ich).

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Ehe

Illustration: Jules Stauber, Schwaig bei Nürnberg

Illustration: Jules Stauber, Schwaig bei Nürnberg

Die E. ist – immer nur auf Zeit – im Falle eines Fehlgriffs ein trostloses Ausnützungsverhältnis, im Idealfall eine symbiotische Gemeinschaft und im Normalfall so was wie ein vierhändiger Rückgriff auf die Eiserne Ration, und zwar aus der Einsicht heraus, dass das Leben einem sonst nichts bieten wird, weil man selbst ja nichts Besonderes zu bieten hat (vgl.: Betrug, Fusion, Glück, Liebe, Rationalität).

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Ehefrau

Die E. ist für einen Mann so wichtig wie ein Personenkraftwagen, kurz PKW genannt oder auch Familienkutsche. Ihr Gegenstück, die Geliebte, entspricht einem Geländewagen oder in moderner Ausdrucksweise dem Special Utility Vehicle, kurz SUV genannt. Trotz oder gerade wegen der fehlenden Bewegungsfreiheit im freien Gelände meint mancher Mann, neben der Familienkutsche einen richtig imposanten Geländewagen zu brauchen (vgl. Geliebte).

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Eheleben

Das E. ist wechselseitige Hege und Pflege, die verwöhnt, ist aber auch immer wieder das Sich-Ins-Gehege-Kommen und danach das waidwunde Davonschleichen, das um intensivierte Hege und Pflege bettelt (vgl. Freiheit, Prohibition).

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Ehemann

Ein E. wirst du, um dass Recht auf freien Zugriff zu erwerben, ohne einen Gedanken daran, dass du dir damit das Recht des wirklich freien Zugreifens nimmst (vgl. Betrug, Feedback).

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Ehepaar

Illustration: Dénes von Szebeny

Illustration: Dénes von Szebeny, Heidelberg

Zwei Menschen, die sich freiwillig aneinander fesseln lassen, weil sie am besten zu wissen glauben, wie sie einander Freude machen können. Pech, dass sie nach einiger Zeit auch wissen, wie sie einander am wirksamsten Wunden beibringen können (vgl. Ehe, Scheidungsrate).

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Eifersucht

Der Philosoph Schleiermacher soll die Platitüde verbrochen haben: „E. ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.“ Sprachlich reizvoll, aber unsinnig, weil der Mensch Lust sucht und nicht Leid. Der Schriftsteller La Rochefoucauld kam der Sache schon näher mit seiner Bemerkung: „In der E. liegt mehr Eigenliebe als Liebe.“ Weil jedoch die Unterscheidung von Liebe und Eigenliebe ein bloßes Vorurteil ist, können wir schlicht feststellen, dass die E. ein Phänomen der Eigenliebe ist. Es geht um einen selbst. E. ist keine therapierbare Krankheit, sie ist einfach fehlendes Selbstbewusstsein und das Eingeständnis der eigenen Austauschbarkeit. Das heißt, dass die Vehemenz der E. weder von der Stärke der Persönlichkeit dessen abhängt, der einen eifersüchtig macht, noch von der des dritten beteiligten Menschen. Sie ist allein abhängig von unserer Selbsteinschätzung. Und die Kombination von nicht überwundener Unsicherheit und heimlicher Selbstüberschätzung ist das brisante Gemisch, das aus einer banalen E.-Szene eine Katastrophe entstehen lassen kann (vgl. Basis-Instinkt, Ich, Persönlichkeit, Psychiater, Selbstbewusstsein).

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