Archiv der Kategorie: D

Dämlich

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Dieses Verdikt hat natürlich so wenig mit Dame zu tun, wie das Lob herrlich mit Herr, weil Verallgemeinerungen verboten sind. Doch die hanebüchene Tatsache, dass Frauen Männer mit Bart zu fragen pflegen, warum sie einen Bart tragen, statt glattgeschorene Männer zu fragen, warum sie mit einem imitierten Frauengesicht herumlaufen, hat zu der Steigerung des Wortes dumm zu d. geführt (vgl. Bart, Mode, Natürlichkeit, Verallgemeinerung).

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Dank

D. wird gern und reichlich gegeben, weil kein Mensch so frech ist, ihn als Falschgeld zurückzuweisen (vgl. Inflation, Schläue, Substitut).

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Dankbarkeit

sollte man möglichst intensiv zeigen, sieht sie doch immer gut aus, obwohl sie viel schwieriger zu aktivieren ist, als man glaubt. Zumindest wenn man sich klargemacht hat, dass jeder Mensch letztlich alles für sich selbst tut (vgl. Dank, Ich).

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Datenmüll

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Alles menschlich zu sehen ist kein Patentrezept. Wer beispielsweise beim Computer vom Elektronengehirn spricht, muss den D. als Elektronenscheiße bezeichnen. Diese Produkte der Überfütterung, auch Datenschmutz oder Spam genannt, werden den Mitmenschen mittels Internet rücksichtslos in den Weg gelegt. Die Arbeit, die ihre Beseitigung macht, ist ärgerlich. Doch gibt es noch nicht den wirksamen Schutz gegen D., wie der Deutsche Multimediaverband ihn verlangt und die EU ihn ablehnt. Deshalb ist zu befürchten, dass die gerade erst angebrochene weltweite Internetkultur sich zu einer weltweiten Kloakenkultur entwickelt (vgl. Politik, Kommerz).

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Datenschutz

Der Begriff ist einer der modernen Euphemismen. In der Praxis bleiben die persönlichen Daten der Bürger für die staatlichen Institutionen trotz D. weitestgehend zugänglich. Lediglich der zwischenmenschliche Kontakt der Bürger wird durch D. massiv erschwert, was das Regieren zusätzlich erleichtert. Der Trend zur weiteren Computerisierung der Kommunikation macht D. vollends zur Farce; denn der Computer vergisst nichts (vgl. Computer, Euphemismus, Wortsetzungsmacht, Politiker, Volksverdummung).

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Debütanten-Literatur

Es hat Zeiten gegeben, da wollte man in der Literatur von Debütanten nichts wissen. Die sollen erst mal Lebenserfahrung sammeln, ehe sie den Mund aufmachen, hieß es. Doch das gerade geborene 21. Jahrhundert erbaut sich an D.-L. als dem A und O, weil es so beruhigend ist, von jungen Menschen zu erfahren, dass sie alles zum Kotzen finden, wenn man selbst immer noch keine bessere Einstellung zum Leben gefunden hat. Dann fühlt man sich doch wieder richtig jung (vgl. Jugendlichkeitswahn, Hohlkopf).

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Deismus

Im Unterschied zum Atheismus leugnet der D. nicht die Existenz Gottes, sieht den alten Herrn aber immer noch an seinem Ruhetag, dem 7. Schöpfungstag, auf der faulen Haut liegen. Weil in der Genesis von einem 8. Tag der Woche und von neuen Taten Gottes nichts gesagt wird. So die Auffassung von Aufklärern des 17. und 18. Jhdts. (sogen. Deisten). Und auch meine, in der Leseprobe meiner unmöglichen Bibelneufassung nachzulesen (vgl. Leseprobe).

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Dekadenz

Seit rund 300 Jahren quält uns der Verdacht, alles Kultiviert-Überfeinerte der westlichen Gesellschaften könnte bloß ein  Erschöpfungssymptom sein und wir müssten deshalb eines Tages dem Neuen und Barbarischen, woher auch immer es kommen mag, zum Opfer fallen. Manch einer glaubt darin sogar eine übergeordnete Gesetzmäßigkeit der Geschichte zu erkennen. Doch hat die Welt, als globales Dorf gesehen, inzwischen die umgekehrte Sorge: Das Unverbraucht-Ursprüngliche wird so schnell vom kommerziell und technisch überlegenen Kultiviert-Überfeinerten durchdrungen, dass ihm keine Zeit mehr bleibt, eine neue, barbarische Kraft zu entwickeln (vgl. Amerikanisierung, Fundamentalismus, Gelbe Gefahr, Globalisierung).

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Demokratie

Als D. (Volksherrschaft) bezeichnet man eine Regierungsform, in der das Volk durch gelegentliche Wahlen, Volksbegehren oder Volksabstimmungen ein Quentchen Einfluss auf die Regierenden ausüben kann. Was offenbar zu wenig ist. Denn Parteienverdrossenheit und Wahlboykott wachsen. Außer in den Ländern, in denen eine Wahlpflicht besteht, wie z. B. in Belgien und Griechenland, ist mittlerweile der Block der Nichtwähler überall die stärkste “Partei”. Verständlich, da die eigentlichen Machtträger in einem modernen Staat nicht die Regierenden und schon gar nicht die Parlamente oder das Volk sind, sondern die Banken, Großunternehmen, Medien, Kirchen und Verbände, deren Führer sämtlich nicht demokratisch legitimiert sind. Der Begriff D. ist zum Feigenblatt verkommen und deshalb, wenn man ordentlich aussehen will, unverzichtbar (vgl. Lobbyismus, Parteien, Populist, Protest, Volksverdummung).

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Denken

Immer noch das Abenteuer par excellence. Wer denkt, der Computer nehme ihm das Denken ab, hat falsch gedacht (vgl. Hohlkopf, Lebenskunst, Luxus).

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Denkmal

Ein D. soll dazu dienen, einen großen Menschen oder ein großes Ereignis in Erinnerung zu halten (Ehrenmal oder Mahnmal). Ob es sich dabei tatsächlich um Größe handelte, spielt keine Rolle, ausschlaggebend ist allein die Meinung der Leute, die das D. aufstellen lassen. Gelegentlich erzeugt man auch erst mit dem D. Größe (z.B. mit dem Bomber-Harris-Denkmal in London). Damit das D. seinem Aufforderungscharakter “Denk mal!” entsprechend auch späteren Generationen noch was zu sagen hat, muss es einem Gedanken Ausdruck geben, der weit über das Augenblicksbewusstsein hinausreicht. Das kann nur durch Generalisierung erreicht werden. So wird im Idealfall mit Gefallenen-Mahnmalen der Krieg allgemein angeprangert, mit Holokaust-Gedenkstätten jeder Rassenwahn (vgl. Menschlichkeit, Geschichte).

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Depressiv

Früher sagte man: Dieser Mensch ist traurig, weil ihn was bedrückt. Die Psychobastler haben daraus die persönliche Eigenschaft depressiv gemacht. Der Unterschied ist: während man sich früher darum kümmerte, das zu ändern, was den Menschen bedrückte, drückt man ihm heute den Stempel des Kranken auf und manipuliert mit der chemischen Keule an seinem Allgemeinbefinden herum (vgl. Fachidiot, Modetorheiten).

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Designerkleidung

D. hat für den modernen Massenmenschen eine solche Bedeutung erlangt, dass die immer noch unterschiedlichen Köpfe über der von jedermann getragenen Markenware störend wirken. Vielleicht sind Stahlhelme und Gasmasken das, was uns mal wieder nottut (vgl. Hohlkopf, Persönlichkeit).

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Deutsch

Die deutsche Sprache ins Grundgesetz! Diese Forderung wird immer lauter. Berechtigt in einer Gesellschaft, in der heute jeder Simpel mit englischen Sprachbrocken im Mund herumstolziert wie der Dackel, der seinem Herrchen die Morgenzeitung im Maul heim trägt. Ist die Sprache doch viel mehr als nur ein Kommunikationsmittel, nämlich das einzigartige Ergebnis der Geschichte und aller Kulturleistungen eines Volkes, wie sich an unzähligen eigenartigen Ausdrücken und Wendungen zeigen lässt. Also meinetwegen rein damit ins Grundgesetz – zu unserem Eingemachten, aber vor allem wieder dem Volk ins Maul! (vgl. Sprache).

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Deutsche Mark

Die Währung, die Deutschland in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einer der führenden Wirtschaftsmächte werden ließ, weil ihre Hüterin, die Deutsche Bundesbank, per Verfassung gegen jeden Einfluß der Politiker geschützt war. Mit der Einführung des Euro haben die europäischen Regierungen sich eine Währung geschaffen, die sie willkürlich manipulieren können, weil die Europäische Zentralbank nicht in gleicher Weise gegen Eingriffe der geldgierigen Politiker abgesichert ist. So wurde der wirtschaftliche Abstieg von Euroland eingeläutet. Die Hüter der anderen europäischen Währungen, vor allem des Britischen Pfunds und des Schweizer Franken, können das nur hohnlachend beobachten (vgl. Euro, Politiker, Schadenfreude).

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Deutscher

Manfred Limmroth, Hamburg

Manfred Limmroth, Hamburg

Ein D. , das ist ein gelernter Untertan mit einem Hang zum Grübeln und ohne jedes Selbstbewusstsein, im übrigen dankbar für jede Handvoll Asche, die er sich nicht selbst aufs Haupt streuen muss (vgl. Deutscher Michel, Sprache, Verallgemeinerung, Xenophilie).

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Deutscher Michel

Der d., ursprünglich teutsche M. ist seit der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts die personifizierte deutsche Dummheit. Ein tumber, kräftiger Kerl mit Schlafmütze auf dem Kopf, der immer wieder das belächelte Opfer der diversen Obrigkeiten sowie der lebenstüchtigeren Menschen in den Nachbarländern wird. Von daher ist die überkommene bildliche Darstellung der deutschen Wesensart immer noch hochaktuell (vgl. Anglizismen, Deutscher, Dumm, Flüchtlingskrise, Gutmenschen, Politiker, Verdrängungswettbewerb).

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Dialekt

Jeder D. ist Mutterlaut und deshalb jeder Hochsprache an Gemütswerten und an Intensität des Ausdrucks überlegen. Ein D.-Sprecher jedoch, dem noch als Erwachsener die Hochsprache Schwierigkeiten bereitet, erweist sich damit als nicht richtig abgenabelt. Das wirkt sich negativ auf sein berufliches Fortkommen aus. Zu unterscheiden nach D.en, die einem gefallen, und solchen, die einem nicht gefallen, ist zwar üblich, dennoch unsinnig, weil sich niemand seine Mutter aussuchen kann (vgl. Sprache, Bildung, Karriere).

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Dialektik

Illustration: Jules Stauber, Schwaig bei Nürnberg

Illustration: Jules Stauber, Schwaig bei Nürnberg

Während ein unvereinbarer Widerspruch eine Antinomie ist und bleibt, sollen spitzfindig konstruierte Widersprüche sich durch D. überwinden lassen. Dabei ist zu bedenken: Dem griechischen Ursprung nach kommt D. von “sich unterhalten”. Deshalb ist die D. mehr unterhaltsam als informativ. Den Begriff soll der griechische Philosoph Zenon von Elea (ca. 490-430) aufgebracht haben. Er konnte nicht ahnen und verhindern, dass im Laufe der Jahrhunderte immer wieder anderes unter D. verstanden wurde. Nur dass es stets um Gegensätzliches ging, das man unter einen Hut zu bringen versuchte, hatten die diversen Deutungen gemeinsam. Die D. hat als “alter Hut” ausgedient, nachdem der Marxismus, krampfhaft um den Anschein von Wissenschaftlichkeit bemüht, sich auf den Begriff gestürzt hat, um damit seine “Erkenntnisse”, vor allem auch die Sicherheit seiner kühnen Zukunftsdeutung zu begründen (vgl. Rabulistik, Philosophie, Wahrheit).

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Diät

In der Einzahl ein zweifelhafter Vorschlag, durch gezielte Enthaltsamkeit im Essen eine Verschlankung zu erreichen. In der Mehrzahl dagegen wird zweifellos nur eine Verdickung erreicht. Wogegen auch ständige, meist unanständig überzogene Steigerungen nicht helfen (vgl. Körperkultur, Politiker).

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Diäten

D. bieten ein gutes Beispiel dafür, dass es das Gute an sich und als solches und überhaupt nicht gibt. Denn sie machen Politiker hässlich dick und Frauen hässlich dünn (Körperkultur, Philosophie, Politiker).

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Dichter

Illustration: Silvia Davi, Luzern

Illustration: Silvia Davi, Luzern

D. ist das Gegenstück zu Bauer. Für die Grundversorgung einer Gesellschaft ist der eine so wichtig wie der andere. Denn der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Was mit einer Gesellschaft los ist, erkennt man daran, wie sie den einen und den anderen fördert (vgl. Hungerleider, Bauer).

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Dienstleistungsgesellschaft

Angeblich soll sich jede moderne Gesellschaft zur D. entwickeln. Was in Deutschland nicht funktioniert, weil die meisten Dienstleistungsunternehmen frühere Behörden sind und es mit der bloßen Privatisierung nicht getan ist, solange uns das Dienen ein Fremdwort bleibt (vgl. Lächeln).

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Diktatur

Eine Herrschaftsform, die zwar uralt ist (Tyrannis und Despotie), die aber im Zeitalter der Demokratieverherrlichung vor allem wegen der brutalen Methoden, mit denen der Diktator seine Herrschaft zu sichern sucht, einen schlechten Geruch bekommen hat. Dabei ist die D. oft effizienter als die Demokratie, weil Entscheidungen schneller fallen, und sie hat peinlicherweise auch große Vorbilder in der Natur (Bienenvolk und Ameisenstaat), die ihre Überlebensfähigkeit zeigen (vgl. Demokratie, Freiheit, Ideologie).

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Dildo

Nur eine andere Bezeichnung für Selbstbetrug (vgl. Genuss, Selbstbefriedigung).

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