Archiv der Kategorie: B

Bank

Das unbequemste aller Sitzmöbel. Das sollte einem zur Warnung dienen vor Gebäuden, an denen B. steht. Denn solch eine B. ist nur daran interessiert, dich zu erleichtern. Und so wie dein Geld weg ist, lässt sie dich hintenrunter fallen (vgl. Edelganoven, Geldgier, Homonym, Kreditkarte, Lobbyismus).

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Bart

Illustration: Vangelis Pavlidis, Rhodos

Illustration: Vangelis Pavlidis, Rhodos

Der B. ist als das auffälligste sekundäre Geschlechtsmerkmal des Mannes das Pendant zum Busen der Frau. Er ist – über die Jahrhunderte gesehen – viel stärker Modetrends unterworfen als die weibliche Brust, da die B.- Moden manchmal bis hin zur Forderung der Totalentfernung gehen, während die Frauen ihren Busen nur mehr oder weniger betonen bzw. verhüllen müssen. Dass hinter dem zeitweilig modischen unnatürlichen Auftreten des Mannes mit glattgeschabtem Gesicht Frauenpower steht, vielleicht sogar ein heimlicher weiblicher Kastrationswunsch, ist zu vermuten, lässt sich aber wegen des empfindlichen männlichen Selbstbewusstseins nicht beweisen (vgl. Beschneidung, Domestizierung, Softy).

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Basis-Instinkt

Das, was dem Menschen bei seiner Fortentwicklung vom Instinktwesen zum Verstandeswesen, an Instinkt geblieben ist (vgl. Ich-Instinkt).

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Bauchgefühl

Immer öfter verlassen sich die Zeitgenossen auf ihren Bauch statt auf ihren Kopf, wenn es um Entscheidungen geht, von denen einiges abhängt. Mit anderen Worten Gefühl statt Verstand. Nach dem Motto: Jeder mit dem, was er hat. Darin werden sie noch bestärkt von Psychologen, deren halbwissenschaftliche Erkenntnisse besser zum Bauch passen als zum Kopf. Und finden eine Bestätigung auch in dem dicken Bauch des Buddha, der nicht Gefräßigkeit signalisiert sondern Klugheit; denn der Chinese sagt bewundernd von einem besonders klugen Menschen: Der hat es im Bauch. Allerdings muss man bei einem Menschen der westlichen Hemisphäre eher folgern: Der hat sich seinen dicken Bauch angefressen und angesoffen, weil er nichts im Kopf hat (vgl. Dummheit, Gefühl, Psychobastler).

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Bauer

Illustration: Walter Hanel, Bergisch Gladbach

Illustration: Walter Hanel, Bergisch Gladbach

B. ist das Gegenstück zu Dichter. Für die Grundversorgung einer Gesellschaft ist der eine so wichtig wie der andere. Denn der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Was mit einer Gesellschaft los ist, erkennt man daran, wie sie den einen und den anderen fördert (vgl. EU-Subventionen, Grüner Plan, Landwirtschaftsminister, Dichter).

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Bauernfängerei

Der Schimpfwort Bauernfänger für Betrüger entstammt der Berliner Gaunersprache um die Mitte des 19. Jahrhunderts und ist ein Beispiel für das – unberechtigte – Überlegenheitsgefühl des Städters gegenüber dem Landbewohner, der als unerfahren und arglos abgetan wurde. Durch Reichsnährstand und Grünen Plan der Europäischen Gemeinschaft emanzipiert, rächt der Bauer sich heute damit, dass er unsere Nahrungsmittel und Umwelt rücksichtslos vergiftet (vgl. Ökologie, Umweltzerstörung).

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Beamte

Schweiz 2011

In Luzern gesehen

Ein besonderer Arbeitnehmerstatus, entstanden aus der richtigen Überlegung, dass ein Staat sich auf die absolute Loyalität bestimmter Berufsgruppen verlassen können muss, um auch noch in Extremsituationen funktionieren zu können. Deshalb gilt für B. das Streikverbot und die jederzeitige Versetzbarkeit, als Gegenleistung die Unkündbarkeit und eine besondere Fürsorgepflicht des Staates. So weit, so gut. Nur haben sich die Verhältnisse so geändert, dass wir heute vor der Absurdität stehen: Militärpfarrer, Stadtgärtner, Museumskustoden und Lateinlehrer sind meist B., die unverzichtbaren Leute in den Rechenzentren, der Flugsicherung, den Wasserwerken und der Müllabfuhr aber nicht (vgl. Absurdität, Reformstau, Tradition).

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Bedeckungsveränderliche

Unnötig aufgeplusterte offizielle Fachbezeichnung für die Sterne, weil sie je nach Bedecktheit des Himmels von der Erde aus anders zu sehen sind. Setzt man allerdings für Sterne das englische Wort Stars, hat man mit Bedeckung eine treffliche Definition für den viel bewunderten sexuellen Mehrverkehr, der bei ihnen üblich ist (vgl. Libertinage, Wechselbalg).

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Behaarung

Beim Menschen bleibt die B. da, wo sie als Klimaregulator lebenswichtig ist, also an den Genitalien und unter der Achsel, beim Mann auch an Kinn und Wangen, oft auch auf der Brust, nicht aber auf der Schädeldecke, was ein schräges Licht auf die Bedeutung der Fress- und Sprechwerkzeuge im Unterschied zum Denkzentrum wirft. Die Folgerung erscheint mir zwangsläufig: Der Mann muss sich durchbeißen, die Frau überlegt, wie sie zurechtkommt, – das macht  sie überlegen (Vgl. Bildung, Haar).

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Beischlaf

B. ist nicht gleich B. Die gute Ehefrau ist, wenn Bedarf besteht, zur Verfügung. Die richtige Geliebte aber verzehrt sich nach dir – und dich, so sie dich endlich zur Verfügung hat (vgl. Bescheidenheit, Ehe, Geliebte, Treue).

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Bekanntheit

B. hat, wer für die kleinen Leute durch seine regelmäßigen Auftritte im Fernsehen oder von der Bild-Zeitung und den Illustrierten her ein vertrautes Gesicht oder ein vertrauter Name ist. Das bringt dem Bekannten viel Geld, hat aber den Nachteil, dass er sich dafür auf das Niveau der kleinen Leute hinabbewegen muss (vgl. Niveau, Persönlichkeit, Prominenz).

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Bekehrung

B. kommt bei einfach gestrickten Gemütern immer gut an. Saulus bekämpfte das Christentum und wurde als Paulus sein wichtigster Apostel, Joschka Fischer bekämpfte den Staat und wurde als Joseph Fischer Minister, der Hacker X bekämpfte den Software-Giganten Microsoft und wurde als Herr YZ erfolgreicher IT-Unternehmer (vgl. Wendehals).

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Belesen

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Einst ein positives Urteil über einen Mitmenschen, stets kombiniert mit Augenaufreißen und dem Wörtchen sehr. Aber seitdem man weiß, wie kritiklos beispielsweise Karl Marx und Adolf Hitler krauses Lesefutter in sich hineingefressen haben, was zu desaströsen Folgen im Weltformat führte, gilt Belesenheit leider nicht mehr als Vorzug (vgl. Bildung, Körperkultur, Nachdenklichkeit).

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Beratungsdiebstahl

Ein neuer Begriff aus den Zehnerjahren des 21. Jahrhunderts, entstanden aus den Seufzern von Einzelhändlern, die sich als Opfer des Internets sehen. Tatsache ist, dass die Konsumenten immer öfter die Beratung im Geschäft in Anspruch nehmen und das gewünschte Objekt aussuchen, es dort jedoch nicht kaufen, sondern anschließend im Internet zum niedrigsten Preis bestellen. B. ist so problematisch wie Korruption: Indem man darauf hinweist, gibt man dem nächsten einen Tipp. Also besser darüber schweigen. Die Cleverness der Konsumenten als Diebstahl zu bezeichnen, ist ohnehin keine Lösung des Problems der unterschiedlichen Angebotswege. Der gescheite Einzelhändler bietet Nebenvorteile an wie Transport, Aufbau, längere Garantie oder Bestpreisgarantie und sonstigen Service oder steigt zum Internetpreis ein (vgl. Dummheit, Kommerz, Korruption).

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Beruf

Was früher oft mit Berufung zu tun hatte, wenn auch nur in der Einbildung, hat heute bloß noch mit Geldbedarf zu tun und wird deshalb mit Recht als Job abgetan (vgl. Berufsethos, Gottesgnadentum, Pfarrer).

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Berühmtheit

Von Karl Kraus stammt der Ausspruch: „Ich bin berühmt – es hat sich nur noch nicht überall herumgesprochen.“ Recht hatte er. Denn unsterblich ist man, sobald man dafür die Werke geliefert hat. Ob die Öffentlichkeit einen deshalb schon zu der Gruppe der Berühmtheiten zählt oder nicht, hängt von anderen, sachfremden Umständen ab (vgl. Kraus, Kritiker, Werbung).

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Beschäftigung

Selbständige und Freiberufler arbeiten gegen die Hast der Uhr an, nicht selbständig Beschäftigte gegen ihre Langsamkeit. Dabei bleibt die Gangart der Uhr stets gleich. Nur die Arbeitsergebnisse sind sehr unterschiedlich (vgl. Arbeit).

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Beschneidung

Die B. der Vorhaut muss ursprünglich aus einer extrem stark matriarchalisch beeinflussten Kultur stammen; denn sie macht die Eichel unempfindlicher und damit dem Mann mehr Arbeit und der Frau mehr Spaß beim Geschlechtsakt. Dagegen muss die B. der Klitoris ursprünglich aus einer extrem schwach matriarchalisch beeinflussten Kultur stammen, die sich nicht dagegen wehren konnte, dass der Mann sich gegen Überforderung beim Geschlechtsakt zu schützen versuchte, indem er der Frau die sexuellen Gelüste nahm, sich selbst gleichzeitig aber auch die Lust des Eroberers. Was auch immer an sonstigen Begründungen für diese martialischen Eingriffe in die Natur nachgeschoben wird, die B. erscheint in beiden Versionen als ein Zeichen männlicher Unterlegenheit (vgl. Bart, Kupierverbot, Mode, Unnatur,  VorhautY-Chromosom).

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Bestatter

Mein Nachbar, der B., kann mir mit all seiner steifschwarzen Würde nichts vormachen. Wenn er mir einen guten Tag wünscht, hat er in Wahrheit nur den Wunsch, dass ich vor ihm sterbe – und bevor er das Geschäft an seinen Sohn abgetreten hat (vgl. Ehrlichkeit, Kommerz).

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Bestseller

Illustration: Walter Hanel, Bergisch Gladbach

Illustration: Walter Hanel, Bergisch Gladbach

B. sind Bücher, die Autoren, Verlegern und Buchhändlern Freude machen. Weil sie Geld in die Kasse bringen. Wegen der Anspruchslosigkeit der großen Masse ist es naheliegend, die Faustformel aufzustellen: Ein Buch gibt dem Autor, dem Verleger und dem Buchhändler um so mehr, je weniger es den Lesern gibt – und umgekehrt (vgl.: Bestsellerregal, Kommerz, Kultur, Schriftsteller).

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Bestsellerautor

Jemanden als B. zu bezeichnen, ist in Deutschland ungefährlich, weil das von der großen Mehrheit der Zeitgenossen immer noch nicht als Beleidigung oder üble Nachrede empfunden wird und deshalb keine Straftat ist. Es gibt sogar Schreiber, die es direkt darauf anlegen, so geschmäht zu werden (vgl. Bestseller, Bewusstseinshygiene, Krimi, Schriftsteller).

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Bestsellerregal

Das B. steht in den Buchhandlungen immer an dem auffälligsten Platz. Und die Leute kaufen die Bestseller, weil sie einem Missverständnis zum Opfer fallen: Der Begriff Best suggeriert ihnen, es handle sich um ein bestes Buch. Dabei sagt er in Wahrheit: Vorsicht, Massenware (vgl. Bestseller, Dummheit).

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Betrüger

Nein, sagte er, damit betrüge ich meine Frau doch nicht. Ganz im Gegenteil. Ich gebe nur immer wieder anderen Frauen die Gelegenheit, mir zu beweisen, dass meine Frau doch die beste ist. Zugegeben, klingt recht verwegen, wie er seinen Seitensprung rechtfertigt, enthält aber viel Wahrheit (vgl. Seitensprung, Treue, Weltmann).

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Bewusstsein

B. ist das, was den Menschen vom Tier unterscheidet. Wenn auch nicht jeden. Weil die meisten Menschen in Sachen Bewusstseinserweiterung zu träge sind. Denn die ist nicht mit Dösen und nicht mit Drogen zu schaffen, sondern nur mit Denken. Ein entwickeltes B. verhilft dazu, das Leben leichter in den Griff zu bekommen. Denn: … alles, alles, alles ist vor allem Sache des B.s (vgl. Globus, Hohlkopf, Nachdenken).

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Bewusstseinshygiene

Zu der für anspruchsvolle Zeitgenossen lebensnotwendigen B. gehört der weitgehende Verzicht auf Zeitungen, Illustrierte und die meisten anderen Zeitschriften, auf Krimis und Horrorstories sowieso. Zudem sollte man es sich zur Gewohnheit machen, das Bewusstsein ebenso wie die Füße hin und wieder zu waschen, d. h. immer mal wieder nach einem guten Buch zu greifen – und es auch zu lesen (vgl. Journaille, Krimiabhängigkeit, Nachdenklichkeit, Zeitung).

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