Archiv der Kategorie: A

Aasfresser

dass der Mensch ein A. ist, zeigt uns, es fehlte unseren Urururahnen viel zu lange an der nötigen Intelligenz zur Entwicklung von Waffentechniken für die Jagd. Heute ist die hochentwickelte Waffentechnik ein Indikator für ein anderes menschliches Defizit (vgl. Frieden, Ich-Instinkt, Krieg, Waffenproduzent).

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Abenteuerreisen

Abenteuerreisen

Wenn es keine anderen Anlässe zum Reisen gibt, kann man sich auch aus Abenteuerlust auf den Weg machen. Dafür gibt es inzwischen sogar organisierte Touren, die immer billiger angeboten werden. Sollte etwas schiefgehen, kann man sich darauf verlassen, dass Vater Staat alle Hebel in Bewegung setzt, einen zu retten. Wieviel Millionen das kostet, muss einen nicht kümmern. Je schwieriger und aufwendiger die Rettung verläuft, umso höher das Honorar, das man nachher mit der Veröffentlichung des Abenteuerberichts einstreicht. Und wenn der Staat pflichtgemäß Kostenerstattung verlangt, sind das nur ein paar Tausender, weil die Beamten sich größere Summen gar nicht vorstellen können (vgl. Geiselnahme, Ignoranz, Tourist).

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Abklatsch

Illustration: Guntram Erbe,   Hilpoltstein

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

“Der Spiegel” hat damit angefangen. Danach glaubte man, dass eine neue Zeitschrift, eine neue Fernsehsendung in Deutschland nur Erfolg haben kann, wenn sie ein amerikanisches Vorbild nachahmt (Ausnahme: dieses Netzine). Beweis unserer weitgehenden Amerikanisierung und schreckliche Zukunftsvision zugleich (vgl. Amerikaner, Leitkultur, Netzine).

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Abrechnungsbetrug

Moderne Form der Finanzierung aufwendiger Arzt- und Zahnarztpraxen auf Kosten der Versicherten, indem überhöhte Rechnungen ausgestellt und heimlich Provisionen von Laboren als Schwarzgelder eingesackt werden. Verständlich, dass immer mehr Mediziner sich sagen: Bevor ich als der letzte brave Idiot dastehe, mache ich lieber mit, weil unser System der Krankenversicherung ja direkt zur Kriminalität einlädt (vgl. Arzt, Geldgier, Korruption, Krankenversicherung).

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Abschied

Der erste A. ist die Geburt, der letzte der Tod; alles dazwischen sind nur kleine A.e, doch je öfter wir die erleiden, umso intensiver erleben wir das Leben (vgl. Lebenskunst, Lebenslauf).

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Absurd

Je älter mein Passfoto wird, um so jünger werde ich darauf (vgl. Fahrzeug, Fotografie, Großstadt, Populist, Relativität).

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Absurdität

Eine Absurdität ist etwas Widersinniges, etwas, das dem gesunden Menschenverstand widerspricht. Ein schönes Beispiel bot die deutsche Bundesregierung, die viele Jahre lang sagte, wir könnten trotz der weltpolitischen Entspannung nicht die allgemeine Wehrpflicht abschaffen, weil wir die Wehrpflichtigen brauchen, die die Wehrpflicht verweigern (vgl. Absurd, Beamte, Glaubensgewissheit, Leistungslohn, Zivi).

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Adel

adel

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Es tut sich was in der sozialen Schichtung unserer Gesellschaft. Viele Jahrhunderte lang       feierte man den Geburtsadel als den krönenden Abschluss der Pyramide. In der Zeit unserer Klassiker, vorneweg Goethe und Schiller, erkämpften sich die Hochgebildeten die Spitze: Der Geistesadel war geboren. Nur 200 Jahre später erleben wir heute wieder einen Wechsel: Nicht mehr Geburt und nicht mehr Geist gelten als das Größte, sondern Geld – der Geldadel erntet die höchste Bewunderung. Und in fünfzig Jahren wird wohl nach der Entwertung von Geburt, Geist und Geld die optimale Genkonstellation die Spitzenstellung einnehmen: Dann haben wir den Genadel (vgl. Bildung, Fortschritt, Geld, Persönlichkeit, Wissenschaft).

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Agnostiker

Zwischen dem, der behauptet, es gebe Gott (der Gläubige), und dem, der behauptet, es gebe Gott nicht (der Atheist), steht der A. als der Ehrliche, der zugibt: Das wissen wir nicht und können wir nicht wissen (vgl. Atheist, Deismus, Religiosität).

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Agrarpolitik

Wird für Europa in Brüssel praktiziert als die geniale Verbindung von sozialistischer Zentralverwaltungswirtschaft mit einem mafiösen Kapitalismus. Effekt: Gigantische Steuergelder-Verschwendung und Überschuss-Produktion bei gleichzeitig fortschreitender Umweltzerstörung und Nahrungsmittelvergiftung (vgl. Bauer, Europa, Lobby).

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Ahnenforschung

Wer sich mit seinen Ahnen beschäftigt, steigt nicht nur aus dem Heute aus, er zeigt damit auch seine Defizite an Selbstbewusstsein. Die Namen und Leistungen der Ahnen werden zu Korsettstangen umfunktioniert, was zum Anschein einer besseren Haltung führt. Die Ahnen konnten ja nicht ahnen, wozu sie einmal missbraucht werden – und wehren können sie sich schon gar nicht. Bei Pferden, Hunden und Kühen sind die Ergebnisse der A. sicherer als beim Menschen, weil die körperliche Beschaffenheit gute Anhaltspunkte für die Beurteilung gibt. Was bei Menschen nur selten der Fall ist. Dennoch ist von dem Versuch einer Anknüpfung an einen Tier-Pedigree abzuraten (vgl. Eskapismus, Selbstbewusstsein, Dekadenz, Zuchtwahl).

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Aktuell

A. ist das, wovon gestern noch niemand sprechen konnte und morgen niemand mehr was hören will (vgl. Strohfeuer, Zeitung).

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Albernheit

Die moderne Form der deutschen A. ist, seine Zunge so zu verdrehen, dass sie beinahe wie eine englische klingt, – aber nur beinahe, sonst könnte ja keiner mehr darüber lachen (vgl. Handy, Verdrängungswettbewerb).

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Alkohol

Ein in manchen Kreisen zu Unrecht perhorreszierter Begriff. Boten doch schon in einer Periode der Klimaerwärmung vor mehr als zehn Millionen Jahren die von Obstbäumen abgefallenen Früchte, die schnell vergoren waren, den gemeinsamen Vorfahren von Mensch und Menschenaffe die erste Dosis A.. Das heißt, wir waren schon Saufköppe, als es uns noch gar nicht gab. Soweit diese Saufköppe Träger des mutierten Enzyms ALDH waren, das A. verträglich machte, sollen sie ihre helle Freude an diesem Stöffchen gehabt haben (vgl. Alkoholintoleranz, Asiaten, Drogen, Rauschgift).

 

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Allergie

Eine A. ist eine gefühlte Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Stoffen des natürlichen, vor allem auch beruflichen Umfeldes. Dabei spielen Ärzte als Erfinder dieser neuen Krankheiten und die Massenmedien als ihre Verbreiter eine Hauptrolle. Deshalb ist am besten dran, wer auf jegliches A.-Geschwätz allergisch reagiert, d. h. abschaltet (vgl. Gesundheit, Massenmedien, Volksverdummung).

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Alt

Illustration: Jules Stauber, Schwaig bei Nürnberg

Illustration: Jules Stauber, Schwaig bei Nürnberg

Alt bist du, wenn du versuchst, die Zeit auf ihrem momentanen Stand festzunageln: Das ist meine letzte Wohnung, das mein letzter Wagen, mein letzter Computer, und es werden keine neuen Bücher mehr gekauft – das Regal ist voll. So wird das Leben leer (vgl. Überalterung).

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Alter

Jeder hat drei A., nämlich neben dem kalendarischen A. , das in seinem Ausweis steht, das biologische A. und das gefühlte A., wobei die Aussagekraft dieser drei A.-Angaben unterschiedlich ist. Das Kalender-A. sagt wenig aus, weil es alte Dreißiger und junge Sechziger zuhauf gibt, das Gefühls-A. ist zu sehr von der momentanen Disponiertheit abhängig, um ernst genommen zu werden. Allein maßgebend kann nur das Bio-A. sein, das messbar und deshalb zu Vergleichen mit anderen Menchen geeignet ist. Leider hat man aber noch keinen einheitlichen Maßstab festgelegt für diesen Komplex aus Gesundheit, Sportlichkeit und Lebenseinstellung. Womit klar ist, dass es völlig sinnlos ist, über das A. zu sprechen. Also Thema wechseln (vgl. Jahrgang, Persönlichkeit, Wetter, Vergehen).

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Altern

heißt, von den lustigen Spielfilmen, die das Fernsehen immer wieder bringt, immer mehr Szenen wiederzuerkennen. So wird sogar das A. lustig (vgl. Fernsehen, Massenmedien).

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Alternative

Die A. bezeichnet das andere von etwas und bleibt bei Unklarheit über das Etwas genauso schwammig wie dieses. Bei Leuten, die das Wort A. im Plural gebrauchen, kann man gleich weghören. Es sei denn, es ist von Personen die Rede. Dann meint die Bezeichnung A. Menschen, die irgend etwas anders zu machen vorgeben und sich selbst als A. bezeichnen, weil sie es noch nicht zu Etablierten gebracht haben (vgl. Sprache, Karriere).

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Altersbeschwerden

Der Frau macht ihr Körper immer mehr Schwierigkeiten, je älter sie wird. Ihrem Mann, je älter er wird, erst recht (vgl. Doppelbelastung).

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Altersversorgung

In allen primitiven Gesellschaften herrscht das Prinzip: Kinder machen, um im Alter abgesichert zu sein. Bismarck hat diese Methode erfolgreich ersetzt durch eine allgemeine Rentenversicherung. Doch unsere Politiker, die diese Versicherung an den Rand des Bankrotts gebracht haben, kommen uns jetzt mit der ganz neuen Idee: Macht wieder mehr Kinder, um Euch fürs Alter abzusichern (vgl. Fortschritt, Kinderarmut, Politiker).

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Altersweisheit

A., die sich vergräzt in Schweigen hüllt, ist immer noch der Spruchbeutelgelehrsamkeit vorzuziehen, die den meisten Alten das Maul überlaufen lässt (vgl. Finale, Schweigen, Sprichwörter).

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Amerikaner

A. sind platt und geschmacklos, aber mit Zuckerguss. Deshalb sagen viele Menschen: A. hab‘ ich zum Fressen gern (vgl. Gebäck, Gewalttätigkeit, Weltpolizist).

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Angeber

Illustration: Vangelis Pavlidis, Rhodos;

Illustration: Vangelis Pavlidis, Rhodos;

Als A. beschimpfen wir einen, der das tut, was jeder von uns am liebsten tut, nämlich sein Ich raushängen, der sich dabei aber so ungeschickt anstellt, dass andere damit großtun können, wenn sie auf ihn hinabsehen. Dabei dürfen sie mit dem Applaus der Allgemeinheit rechnen. Denn der A. gilt gemeinhin als widerlich, wenn auch nur, weil er seinen Mitmenschen einen Spiegel vorhält, der sie nackt zeigt (vgl. Ichkitzel, Basis-Instinkt, Motorrad).

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Anglizismen

Als A. bezeichnet man Übernahmen von englischen Begriffen in einen deutschen Text, wo sie die Qualität von Kotzbrocken annehmen. Die Deutschen zeigten schon immer einen peinlichen Hang dazu, ihre Sprache mit Wörtern der jeweiligen Lingua franca zu spicken. Die Latein-Mode des späten Mittelalters und die Französisch-Mode der frühen Neuzeit hat das Deutsche dennoch gut überstanden. Die heutige Englisch-Marotte geht weiter. Sie hat in einigen Bereichen der Wissenschaft und Technik schon zur völligen Verdrängung des Deutschen geführt. Dabei ist das Deutsche wegen seines Formenreichtums in der Genauigkeit des Ausdrucks dem stärker abgeschliffenen Englisch unbestritten überlegen. Erst recht dem uns von Werbefuzzis aufgedrängten Pidgin-English. Schreiberlinge und Firmen, die durch übertriebenen Einsatz von A. Eindruck zu schinden versuchen, sollte man deshalb nicht einfach auslachen. Dummheit verdient Mitleid (vgl. Deutscher MichelLingua franca, Klapprechner, Verdrängungswettbewerb).

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