Jesus Online: Annäherung an Unbekannt

Book Cover: Jesus Online: Annäherung an Unbekannt
Editionen:Hardcover: € 15,50 EUR
ISBN: 3939321222
Größe: 13,00 x 21,10 cm
Seiten: 396

Der Autor auf der Leipziger Buchmesse im März 2009

Der Autor auf der Leipziger Buchmesse im März 2009

Dieser Roman schildert die pränatalen Ereignisse und das gesamte Leben Jesu, der als jüdischer Dissident auf ungewöhnliche Weise vom Autor gesehen wird. Dabei wird unübersehbar: Der Mann Jesus ist ein aufregender Kosmos für sich. Nachdem sein Vorhaben, den jüdischen Glauben zu reformieren, unter reformunwilligem Judentum scheitert, wurde seine Lehre für uns die christliche Lehre. In dem Buch gibt Jesus uns die Antwort auf die immer wieder vorgebrachte Frage, woher der Antisemitismus kommt. Diese Beschreibung des Lebens Jesu hält sich an die Fakten, wie sie im Neuen Testament mitgeteilt werden, ergänzt durch viele moderne Erkenntnisse zur Zeitgeschichte, Landschaft, Kultur und zu den damaligen politischen Bedingungen und Lebensverhältnissen der kleinen Leute. Womit das Leben Jesu erst in seiner Besonderheit erkennbar wird, allerdings auch die Abhängigkeit Jesu von einer seine Gruppe finanzierenden Frau sowie das Vorhandensein einer Ehefrau.

Veröffentlicht:
Verlag: Salon Literatur Verlag
Genres:
Auszug:

Der Anfang des Buches als Leseprobe

Betreff: Jesus
Von: walter.laufenberg@web.de
Datum: 27.09.2006 13.34
An: dipflbauer.ac.agentur@web.com

Sehr geehrte Frau Dr. Dipflbauer,

es geht los. Als meine Agentin wollten Sie ja von Anfang an in die Entwicklung des Romans eingebunden sein, weil wir uns mit diesem Thema auf gefährlich dünnem Eis bewegen, wie Sie es ausdrückten. Deshalb hier als Anlage der Anfang, wie ich ihn mir vorstelle. Ich kann mir denken, dass Sie da oder dort andere Vorstellungen haben, aber stoppen Sie mich nicht gleich, lassen Sie mich erst einmal loslegen. Denn ich habe eine ganz tolle Idee!

Freundlicher Gruß

Walter Laufenberg

Anlage

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War da ein kleines, verträumtes Landstädtchen in Judäa namens Betlehem, das stolz war auf die Fruchtbarkeit seiner Umgebung. Die Leute lebten recht gut vom Ertrag ihrer Felder, waren glücklich und vermehrten sich entsprechend eifrig. Dann kam dieser verhängnisvolle Tag, der eigentlich schön zu werden versprochen hatte, ein Tag mit klarem Winterwetter und einer milden Sonne. Plötzlich zog ein Trupp Bewaffneter durch die Gassen Betlehems. Grimmig und entschlossen dreinschauende Kerle, die keiner kannte. Dabei war kein Krieg. Es gab keinerlei bewaffnete Auseinandersetzungen mit den Nachbarn, wie früher üblich. Man hatte sich schon so an den Frieden gewöhnt. Und dann das. Die Männer drangen ohne ein Wort der Erklärung in alle Behausungen und Hütten ein und rissen die Kleinkinder aus dem Schlaf und von den Brüsten ihrer Mütter. Sie gingen systematisch vor und duldeten keinen Widerstand. Haus für Haus wurde durchsucht. Alle Kinder im Ort und in der näheren Umgebung, die männlichen Geschlechts und weniger als zwei Jahre alt waren, grob geschätzt, wurden kurzerhand abgestochen Ein himmelschreiendes Unrecht. Ja, aber was nützt das lauteste Schreien, wenn außer dem hohen, kalten Himmel keine Instanz ist, an die man sich mit seiner Klage wenden könnte. Denn der erste Verdacht, die Mördertruppe losgeschickt zu haben, fiel auf die höchste irdische Instanz. „Ich glaube, die kommen vom König“, so flüsterte es einer der verängstigten Bürger dem anderen zu. Und jeder wusste: Wenn sich dieser Verdacht bestätigte, dann war nichts zu machen. Dann hieß das: Maul halten!

Und ich, ich sitze hier in meiner mit Büchern vollgestopften Bude, sitze schön im Warmen und ohne Furcht vor Überfällen, zum Glück auch ohne ein Kind im Arm (meine Kinder sind die Bücher, mehr kann ich mir nicht leisten), schlage nach, wie das mit der verkorksten Entwicklung des christlichen Kalenders war, rechne hin und her und stelle fest: Dieses schreckliche Blutbad fand im Winter des Jahres 7 vor unserer Zeitrechnung statt. Unser Kalender hinkt ja leider etliche Jahre hinter der Zeit her.

Egal. Jedenfalls hatte diese Bluttat, von der man zunächst nicht wusste, nur ahnte, wer dahinter steckte, eine lange Vorgeschichte … (Dazu bald mehr).

***

Betreff: Jesus-Roman
Von: dipflbauer.ac.agentur@web.com
Datum: 02.10.2006 09.32
An: walter.laufenberg@web.de

Sehr geehrter Herr Laufenberg,

Sie hatten gesagt, Sie wollten die Geschichten des Neuen Testaments nacherzählen, und das in einer lebendigeren Form, als sie in der Bibel stehen. Und nach dem heutigen Erkenntnisstand, weil man inzwischen weiß, was stimmen kann und was nicht. Sie wollten zurechtrücken, was schief überliefert ist. Das war es, was mich an Ihrem Konzept begeistert hat. Aber Sie sollten nicht gleich alles auf den Kopf stellen und was ganz Neues aus der Bibel machen. Da bekäme ich ganz sicher Schwierigkeiten, Ihr Buch an einen Verleger zu bringen. Beispielsweise, dass unser Kalender ein paar Jahre hinter der Zeit her hinkt, das ist allgemein bekannt und kann deshalb einfach weggelassen werden. Nur keine unnötige Kompliziertheit in die Darstellung bringen. Und was Ihre persönliche Arbeitssituation betrifft, so interessiert die keinen Menschen. Auch dass Sie kein Kind im Arm haben und warum nicht, gehört hier nicht hin. Ich habe ja auch keins. Hier geht es aber nicht um Kinder. Doch im Übrigen gefällt mir der Einstieg. Weiter so!

Freundlicher Gruß

Dr. Dipflbauer

***

Betreff: Falscher Kalender
Von: walter.laufenberg@web.de
Datum: 05.10.2006 11.42
An: dipflbauer.ac.agentur@web.com

Sehr geehrte Frau Dipflbauer,

zugegeben, normalerweise stört mich unser falscher Kalender so wenig wie das fehlende Kind. Damit kann ich leben. Aber hier geht es doch um Kinder. Und das viel mehr als nur bei dem vermaledeiten Kindermord von Betlehem, der nach richtiger Kalendrierung noch in die Regierungszeit des Königs Herodes gefallen ist, während er nach unserem falschen Kalender in die Regierungszeit seiner Söhne fallen würde. Das ist für meine Story von ausschlaggebender Bedeutung, wie Sie noch sehen werden.

Deshalb muss es so stehen bleiben. Ich muss den Kindermord von Betlehem noch einmal passieren lassen. Mit seiner schrecklichen Brutalität, mit dem verzweifelten Geschrei der Mütter und dem hilflosen Zugucken der Männer. Muss sein! Denn diese Bluttat hatte, wie gesagt, eine lange Vorgeschichte. Doch lesen Sie zunächst einmal in der Anlage, wie es weitergeht.

Gruß

Walter Laufenberg

Anlage

Der schwer bewaffnete Torwächter sagte es dem Chef der Torwache, der sagte es dem Leibgardisten, der hinter ihm stand und auf Anweisungen wartete, der lief los und sagte es dem Chef der Leibgarde, der würdig gemessenen Schrittes davoneilte und dem Privatsekretär meldete: „Hoher Besuch für unseren allergnädigsten Herrn!“

Der Privatsekretär erkannte den Anführer der Delegation, den Großkaufmann Makarios, und auch mancher von den anderen Herren war ihm zumindest vom Aussehen her bekannt. Das waren nicht nur Leute, von denen keine Gefahr drohte, das war die Crème de la Crème der Jerusalemer Gesellschaft, wie er wusste. Da blieb ihm nur, den Dienern einen Wink zu geben, dass sie schnell die zweiflügelige Tür zum Audienzsaal öffnen sollten. Höchstpersönlich führte er die Herren, die sich – der nicht mehr ganz aktuellen römischen Mode folgend, um den König der Besatzer zu ehren – in ihre feinste weiße Toga gehüllt hatten, zu den Besucherplätzen in respektvoller Distanz gegenüber dem Thronsessel. Dann eilte er hinaus, um seinem Herrn Bescheid zu geben.

Die Herren, denen als die Spitzen der Gesellschaft eigentlich Reichtum etwas Vertrautes sein müsste, schauten sich mit einiger Verwunderung um. Was dieser Saal an verschiedenfarbenem Marmor zeigte, das war beinahe wie ein Reiseprospekt der Welt, mit der man Handel trieb.

„Aus aller Herren Länder“, flüsterte Makarios dem Herrn ins Ohr, der neben ihm saß. Und der wies bewundernd auf die reichen Blattgoldverzierungen hin, die überall zu sehen waren, und flüsterte, noch eine Spur leiser: „Das stellt sogar noch die Pracht des Tempels in den Schatten.“

Gardisten traten auf und verkündeten mit dem dreimaligen Aufstampfen ihrer Lanzen auf den Marmorboden den Auftritt des Hausherrn. Und dann kam er auch schon hereingeschritten, erstaunlicherweise recht schlicht gewandet, schon fast zu schlicht – so als wäre er gerade aus dem Bett gekommen: König Herodes.

Die Herren der Delegation waren aus ihren Sesseln aufgestanden und hatten sich mit vor dem Leib gekreuzten Armen demutsvoll verbeugt, so tief, als wollten sie mit der Stirn den Boden berühren. Man konnte den Eindruck haben, dass sie diesen letzten Rest der Ehrerbietung nur wegließen, weil das Rückgrat nicht mitmachte. Waren sie doch sämtlich schon in einem Alter, wo man mehr durch Würde und Reichtum als durch Beweglichkeit zu glänzen pflegt.

Der König hatte jetzt auf seinem Thronsessel Platz genommen. Mit einem Wink lud er die Herren ein, sich aus ihrer gekrümmten Erstarrung zu lösen und sich auf ihre Plätze zu setzen. Die Herren hatten den gnädigen Wink nur mühsam schielend wahrnehmen können. Sie waren froh, sich nun im Sitzen von dieser Anstrengung der Begrüßung erholen zu können. Dazu ließ der König ihnen aber nicht allzu lange Zeit. Denn seine Frage kam schon nach einem schnellen schweifenden Blick über die Gesichter der Männer: „Kurz und ohne alles Drumherumgerede! Was gibt es Wichtiges zu melden?“

Da stand der Anführer der Delegation auf und richtete das Wort an seinen König: „Erhabener Herrscher, die Herren vom Olympischen Komitee von Judäa, das Ihr hier in geziemender Demut vor Euch versammelt seht, geben sich die Ehre, Euch zu fragen, ob Ihr geneigt wäret, die Präsidentschaft über das Olympische Komitee von Judäa zu übernehmen, um so dafür Sorge zu tragen, dass die nächsten Olympischen Spiele in einer Art stattfinden, die Euch und Eurem Land Ruhm und Ehre einbringt.“

„Man wird sehen“, sagte der König, stand auf und schlurfte hinaus.

Womit die Herren vom Olympischen Komitee entlassen waren. Wortlos gingen sie, durch eine Palasttür nach der anderen hinaus in die Stadt, in ihre Stadt Jerusalem, in deren belebten Straßen sie sich offensichtlich wohler fühlten. Denn erst jetzt taten sie den Mund wieder auf.

„Was ist da noch lange zu überlegen“, meinte einer der Herren zu Makarios, „schließlich handelt es sich doch um eine hohe Ehre.“

„Und um eine Ehre, die keinerlei Arbeit mit sich bringt. Die Last mit der Organisation der Spiele haben ja wir“, meinte ein anderer.

Schon überschlugen sich die Stimmen: „Das war ja auch zu dick aufgetragen. Euch und Eurem Land sollte das Ruhm und Ehre einbringen. So ein Quatsch!“ „Ja, als ob Herodes nicht genau wüsste, dass wir das Land, in dem wir leben, als unser Land betrachten und nicht als sein Land.“

„Das musste sein. Ihr wisst, wie unser König ist. Immer sehr misstrauisch“, versuchte Makarios abzuwiegeln.

„Was heißt hier überhaupt unser König?“, zischte einer der Herren durch die Zähne. Er verließ sich offenbar darauf, dass man seine Bemerkung nicht verstehen könnte, waren sie doch inzwischen in den Lärm der geschäftigen Altstadt eingehüllt.

„Aber, aber, Ruhe doch!“, beschwor Makarios seine Mitstreiter. „Ihr wisst es so gut wie ich: Herodes ist der König der Juden.“

„König der Juden, König der Juden, dass ich nicht lache. Der hohe Herr ist nicht einmal einer von uns. Er ist kein Jude, sondern ein Edomiter, wie Ihr wisst“, kam es prompt von Jonas, dem jüngsten der würdigen Herren, der aber auch schon kein junger Mann mehr war. Die Herren vom Komitee hatten eigentlich sämtlich schon lange die Zeit der jugendlichen Aufmüpfigkeit hinter sich gelassen. Trotzdem jetzt dieser hassverzerrte Blick, dieses beifällige Kopfnicken. Was Jonas zu der grundsätzlichen Äußerung verleitete: „Wir sind Juden, und er ist kein Jude, das ist der Unterschied, der die Welt aufteilt, in Menschen und andere. Und dass wir vor ihm Bücklinge machen müssen, statt er vor uns, das zeigt, die Welt steht Kopf.“

„Ja, das stimmt, Jonas. Und doch kann man das so nicht sagen. Unser König kommt zwar von der entfernten Verwandtschaft, aus Aschkalon, tief unten an der Mittelmeerküste, doch er praktiziert unseren Glauben, und deshalb ist er doch einer von uns“, verteidigte Makarios seinen obersten Herrn.

„Ha ha, er praktiziert. Daneben aber betet er den römischen Kaiser als seinen Gott an.“

„Ja, wie das Gesetz es befiehlt. Rom ist unsere Schutzmacht. Dagegen kann der König sich nicht auflehnen. Das muss man ihm zugute halten.“

„Quatsch Schutzmacht – Besatzungsmacht“, warf einer der Herren dazwischen. Doch Makarios ließ sich nicht auf diesen Tonfall ein. „Immerhin müssen wir anerkennen“, sagte er, „dass König Herodes uns nicht bei der Ausübung unseres Glaubens stört, er lässt uns unsere Institutionen. Er hat uns sogar den Tempel des Salomo, der Jahrhunderte zerstört war, wiederaufgebaut, und zwar schöner als je zuvor. Und ist nicht eine seiner Frauen sogar eine von uns, die Mariamne? Und das ist die Frau, die er besonders heiß liebt.“

„Der Tempel ist nur der dicke Verband, den er uns über die Augen gelegt hat, und Mariamne, die Makkabäertochter, hat er doch nur geheiratet, um seine Herrschaft zu legitimieren. Damit drängt er sich in die Reihe unserer Könige, in die er nicht gehört.“

„Aber nicht doch, nicht doch. Seid ruhig, meine Freunde, wir können die Verhältnisse nicht ändern. Und schon gar nicht durch eine Diskussion auf der Straße. Ihr wisst, dass unser König von Kaiser Oktavianus höchstpersönlich neu eingesetzt worden ist, als er zu ihm nach Rhodos gereist war, wo der sich gerade aufhielt, und ihm die Krone unseres Landes demütig zu Füßen gelegt hatte.“

„Ja, unser kleiner Provinzkönig hat es verstanden, sich in dem Gerangel zwischen Antonius und Oktavian Augustus um die Macht in Rom und um das Bett der Kleopatra lange genug neutral zu verhalten.
Dann, als Oktavian Augustus in der entscheidenden Schlacht bei Actium den Sieg errungen und das unglückliche Liebespaar Antonius und Kleopatra den Tod gefunden hatte, schlug er sich demonstrativ auf die Seite des Siegers. Wie üblich bei solchen Leuten. Er nahm unser prächtigstes Schiff und segelte zur Insel Rhodos. In einer feierlichen Zeremonie legte er dem neuen Machthaber die Königskrone zu Füßen, mit tausend Treueschwüren dazu. Ich sage euch, wenn man nur durch so plumpe Schmeichelei eine Königskrone aufgesetzt kriegt, dann werde ich nie König“, schüttelte sich der jüngste der Herren, den Makarios mit Jonas angesprochen hatte.

Er hatte das etwas lauter sagen müssen, weil er von Makarios getrennt worden war. Im Gedränge hatte ein Fischverkäufer seinen stinkenden Karren zwischen sie geschoben und immer mal wieder seine Ware ausgerufen. Nach Jonas‘ Bemerkung über plumpe Schmeichelei hatte der Mann seinen Karren einfach stehengelassen und sich sehr eilig in eine Nebengasse verdrückt. „Was war das jetzt?“ erschrak Makarios. Ihm schwante, dass sich sein Olympisches Komitee nach diesem etwas zu offenen Gespräch in der Öffentlichkeit verkleinern könnte. Deshalb sagte er schnell: „Ich halte es für besser, wenn jetzt jeder seiner Wege geht. Guten Abend, meine Herren!“ Damit verschwand er ebenfalls in einer Nebengasse.

Reichlich spät hatten die Herren sich daran erinnert, dass solche aufmüpfigen Reden nicht auf der Straße gehalten werden sollten. Dafür war das Leben in Jerusalem viel zu gefährlich. Im Grunde genommen hatten sie ja recht mit ihren kritischen Bemerkungen. Aber was nützt das Rechthaben, wenn andere die Macht haben? Zugegeben, es herrschte gerade einmal Ruhe und Ordnung im Land am Jordan.

Schon seit ein paar Jahrzehnten war Schluss mit dem ewigen Kämpfen und Sichabschlachten. Zuletzt hatten die aufständischen Makkabäer unter schrecklichen Blutopfern Judäa von der syrischen Zwangsherrschaft befreit. Worauf sie sich viel einbildeten, obwohl es nicht viel genutzt hatte. Die Makkabäer kann man getrost vergessen. Denn prompt hatte Rom, der Herr der damaligen Welt, seine schwere Hand auf das Land gelegt und ihm einen neuen König verpasst. Sein Name war Herodes.

Herodes war ein Herrscher, so klug wie schrecklich. Die Juden hatten ihn als ihren König zu respektieren. Und sie konnten – bei einigem guten Willen – sogar Positives an ihm entdecken. Aber wie jeder Herrscher lebte auch Herodes in der ständigen Furcht, dass jemand ihm seine Herrschaft streitig machen könnte. Kann man doch als Staatsführer noch so oft betonen, dass man alles nur für sein Volk tut, und kann das Gesicht in noch so tiefe Sorgenfalten legen, weil die Verantwortung einen verzehrt, immer gibt es Leute, die einem diese schwere Last nur allzu gern abnehmen wollen, um sie sich selbst aufzubürden. Ein Gedanke, der König Herodes bei Tag und bei Nacht nicht zur Ruhe kommen ließ. Immer und überall glaubte er Verrat und Arglist zu entdecken.

Immer wieder wurden ihm irgendwelche kleinen Geschehnisse gemeldet, die ihn ein Geschrei machen ließen, dass es schaurig von den Wänden des prächtigen Palastes widerhallte: „Was? Wer? Wie? Wo?“ Die Frage nach dem Wann ließ er weg. Weil alltäglich. Und die nach dem Warum war keine Frage. Einfach jeder war verdächtig, egal wie nahe er oder sie ihm stand und wie hingebungsvoll sie oder er ihm diente. Nur folgerichtig, dass Herodes nach und nach seine sämtlichen Vertrauten und Freunde umbringen ließ, auch seine höchsten Würdenträger und sogar die nächsten Verwandten. Niemand schien ihm vertrauenswürdig genug. Es könnte ja jeder hinter dem nächsten Umsturzversuch stehen, der im Dunkel der Nacht schon vorbereitet wird.

***

Betreff: Herodes der Argwöhnische
Von: dipflbauer.ac.agentur@web.com
Datum: 23.10.2006 13.01
An: walter.laufenberg@web.de

Sehr geehrter Herr Dr. Laufenberg,

dieser Herodes ist doch für jeden halbwegs bibelkundigen Menschen ein fester Begriff. Wozu also noch diese langen Ausführungen über den Mann? Zumal er auch noch ein ausgesprochener Fiesling war.

Gruß

Dr. Dipflbauer

***

Betreff: König Fiesling
Von: walter.laufenberg@web.de
Datum: 25.10.2006 17.03
An: dipflbauer.ac.agentur@web.com

Sehr geehrte Frau Dr. Dipflbauer,

wer verstehen will, was zur Zeit Jesu und mit diesem geschah – und warum, der kommt nicht darum herum, sich die Figur Herodes genauer anzusehen.
Das war nämlich eine Marionette, die plötzlich lebendig wurde. Die Römer hatten es nicht gewagt, das eroberte Gebiet Palästina, das sie Judäa nannten, ihrem Imperium voll einzuverleiben. Dafür waren ihnen die Juden ein zu aufsässiger Volksstamm. Beim besten Willen nicht zu domestizieren, weil nicht zu verstehen in ihrem Eigensinn und ihrer unerschütterlichen Rechthaberei. Deshalb hatten die Römer ihnen einen halbwegs selbständigen Status verliehen. Mit einem eigenen König von Roms Gnaden, eben diesem Herodes. Der war ein Mann mit Heißhunger nach Macht und mit der nötigen Brutalität wie Unterwürfigkeit an der richtigen Stelle. Herodes gelang es, aus der Stellung eines Quasi-Oberkellners, also aus dieser Zwitterstellung zwischen den Gästen unterschiedlichster Art und dem Restaurantbesitzer, ein Maximum an persönlicher Macht herauszuholen. Dabei hatte er jedoch einen Fehler gemacht: Um seine Herrschaft historisch zu legitimieren, hatte er die Makkabäertochter Mariamne geheiratet. Und das nicht nur formal. Er liebte diese zweite von seinen zehn rechtmäßigen Ehefrauen mehr als jede andere. Liebe ist ja sehr schön, aber sie macht auch abhängig. In diesem Fall war das gefährlich. Denn hinter Mariamne stand deren Mutter Alexandra, die Vertreterin des erst kürzlich abgesetzten jüdischen Königsgeschlechts. Die war natürlich die verbissenste Feindin des von den Römern eingesetzten Königs. Verständlich. Hatten die Römer doch den letzten König aus dem Geschlecht der Makkabäer, Antigonus, einfach gefangengenommen und mit dem Beil enthauptet. Diese Erbfeindschaft verstand Alexandra auch ihrer Tochter einzupflanzen. Im Ehebett des Herodes traf also echte Liebe auf echten Hass. Was wohl nicht gestört hat, führt doch beides zu temperamentvollem Einsatz. Im Übrigen war das auch ein Spiegelbild der Gefühle und Meinungen in der Bevölkerung.
Darüber mehr in der Anlage.

(Ende der Leseprobe. Die nachfolgende Werbung ist von mir nicht beeinflussbar, stellt also nicht unbedingt meine Meinung dar)

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Rezensionen:Elke Barker im “Mannheimer Morgen” vom 4. August 2009 schreibt:

Der in Mannheim lebende Autor, der Sachbücher, Zeitromane, historische Romane und Kriminalromane schreibt, hat mit “Jesus Online – Annäherung an Unbekannt” ein Jesus-Buch der besonderen Art geschrieben. Nachdem er 1991 den Roman “Im Paradies fing alles an – Die Geschichte von Adam und Eva und uns” veröffentlichte, wo er die Ereignisse des Alten Testaments unter dem Gesichtspunk heutiger Erkenntnisse darstellte, hat er in “Jesus Online” die Ergebnisse seiner Beschäftigung mit dem Neuen Testament eingebracht. Jesus als jüdischer Dissident, Jesus als Jude, der seinen jüdischen Glauben reformieren will und damit scheitert, weil sich das Judentum als reformunwillig zeigt.

Laufenberg beschreibt das Leben dieses außergewöhnlichen Mannes, seine Kindheit, Jugend und sein Wirken als Erwachsener. Dabei hält er sich an die biblischen Fakten, wie sie im Neuen Testament mitgeteilt werden, ergänzt sie aber durch moderne Erkenntnisse zur Zeitgeschichte und eigene Rechercheergebnisse. Laufenbergs Erzählstil ist flott, unterhaltsam und spannend. Das Besondere an dem fast 400 Seiten starken Roman ist letztlich aber seine Form: Einen E-Mail-Roman zwischen Autor und einer fiktiven Agentin über Jesus und das Neue Testament, das hat es in der Form noch nicht gegeben. Durchaus lesenswert.

Doris Gsell-Urbanek, Triesen/Liechtenstein 23. November 2018 schreibt:

Was hätte ich verpasst, wenn ich dieses Buch nicht gelesen hätte. Ich konnte gar nicht mit Lesen aufhören. Die Jesus-Geschichte war mir nicht mehr sehr präsent, wenigstens nicht so ausführlich. Deine Schilderungen haben einiges aus dem Religionsunterricht in die Erinnerung zurückgeholt. Dabei wurde mir bewusst, wie armselig wir Schüler mit dem Mensch Jesus bekannt gemacht wurden.
Besonders gefällt mir die Idee des Dialogs mit Deiner Agentin (ebenso die textliche Darstellung). Ich wurde durch die Zwischenrufe, Ermahnungen, Ratschläge und Deine entsprechenden Reaktionen in permanenter Spannung gehalten. Und vor allem immer wieder aufmerksam gemacht auf Geschehnisse, die mir vielleicht nicht gerade so aufgefallen wären. Auch wenn ich mich jetzt wiederhole: Dein ausserordentliches Wissen ist bewundernswert, Deine Sprache ein Kunstwerk, gespickt mit Sachkenntnis, Humor und Charme. Es ist ganz einfach ein Vergnügen, in der Lektüre zu versinken und die Zeit zu vergessen.

Stephanie Mayr, München 21. Dezember 2012 schreibt:

Es war ein Highlight und ist es selbstverständlich immer noch: Sie erlebt haben zu dürfen im Rahmen Ihrer Lesung im Künstlerhaus am Lehnbachplatz in München am 23. November. Ihr Buch “Jesus Online” gefällt mir sehr, sehr gut.

Dr. Hartmut Brie, Müllheim 21. 6. 2010 unter www.fda-lv-bw.de schreibt:

Jesus Online. Dieser Roman wird in einen Online-Rahmen eingebettet durch eine Korrespondenz Autor – Literaturagentin, in der über das Jesus-Thema fachlich, sachlich und marktorientiert diskutiert wird.
Mit einem Kunstkniff wird die Schnelllebigkeit unserer Zeit durch ständigen Austausch von Meinungen vortrefflich dokumentiert, die neue Sichtweise über Jesus glaubwürdig im heutigen Kontext hinterfragt und die Beziehung Autor – Agentin langsam in ein persönliches Verhältnis überführt.
Wie im Briefwechsel (als literarische Gattung mit bewegenden Vorbildern) gegen Ende verdeutlicht, war die Konzeption des Romans anfangs als Sachbuch, dann als Krimi, in der Folge als Abenteuerroman, weiterhin als Kolportageroman vorgesehen und mündete letztendlich in einen veritablen Liebesroman.
Es zeugt von Kunst, die verschiedenen „Genres“ so virtuos anzugehen und mit ihnen souverän zu spielen.
Die Aufarbeitung der Jesus Geschichte in einer auf Forschung basierenden Romanform mit sprachlichen Bildern aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sucht ihresgleichen.
Der eigenwillige Stil, leicht distanziert, mit ironischen Momenten, prägt den Handlungsablauf deutlich.
Jesus wird von den Anfängen bis zum Ende geschildert als einer, der Reformen durchsetzen will, als Rebell, der die Kirche als Institution in Frage stellt. Die Religion wird geschickt entmythologisiert, auf ihren Kern zurückgeführt. Jesus wird in das Alltagsleben als Mensch eingebracht, ganz im Sinne des Evangeliums.
Mit diesem Roman ist ein Wurf gelungen, der zur Diskussion anregt, den Leser mitnimmt, in Frage stellt und Lösungsansätze aufweist, ein nachdenkliches Werk, dessen Rahmenhandlung den Bezug zur Gegenwart sucht, auch in der Sprache, und findet.
Ob das Happy End der Korrespondierenden ins Klischeehafte verweist, sei dahingestellt.
Ein Roman, der im Spiegel der Zeiten uns das nicht jeden faszinierende Jesus Thema so nahe bringt, verdient besondere Aufmerksamkeit. Dies meint auch die Literaturagentin, wenn sie sagt: „Ich muss zugeben, die Bibel in solchen Appetithäppchen zu genießen, das ist schon ein anderes Erlebnis als der Bibelunterricht“.
Dem ist nichts hinzuzufügen.

Dr. Armin Bassarak, Berlin, zusammen mit Ina Bassarak, 5. 3. 2010 schreibt:

“Jesus Online” ist ein Roman, kein Sachbuch, gehört aber zu denjenigen Werken der schöngeistigen Literatur, aus denen man durchaus mehr lernen kann als aus so manchem Sachbuch. Den Anspruch des Buches,die Geschichte von Jesus lebendiger darzustellen, als wir sie aus der Bibel kennen, löst Laufenberg in höchst gelungener Weise ein.
Ist es bei jemandem wie Walter Laufenberg eigentlich nötig, noch extra darauf hinzuweisen, dass sein Buch lebendig und spannend geschrieben ist? Höchstens für solche Menschen, die noch nie ein Buch von ihm gelesen haben. Aber die Spannung bezieht sich auf mindestens zwei weitgehend parallel laufende Erzähl- und Erklärungsstränge: Einmal auf das Leben Jesu, angefangen von seiner angeblich unbefleckten Empfängnis bis zu seinem Tod am Kreuz, und zum anderen auf den Inhalt seiner Lehre. Hinzu kommen noch beabsichtigte Parallelen zu Moses sowie Verflechtungen mit anderen Personen der Zeitgeschichte, insbesondere mit Johannes dem Täufer. Ein wenig vermisst haben wir in dem Buch lediglich ein Eingehen Laufenbergs auf den Mythos der Auferstehung Jesu. Dass die Behauptung der ‘unbefleckten’ Empfängnis, aus der mit dem Christentum eine ganze Weltreligion hervorgegangen ist, in Wirklichkeit der beste Marketing-Gag aller Zeiten war, ist ja sicher auch vor Walter Laufenberg schon vielen Lesern längst klar gewesen. Aus Laufenbergs Darstellung wird immerhin deutlich, aufgrund welcher zeitgenössischen Gedankenwelt eine derart unrealistische Behauptung überhaupt geglaubt und kolportiert werden konnte (für mehr Details: Lesen Sie das Buch doch einfach selber!). Auch die weiteren Stationen in Jesu Leben lesen sich bei Laufenberg nicht mehr, wie man es vor einigen Jahren noch in der Christenlehre erleben musste, wie eine zufällige Anhäufung von ‘Wundern’, sondern sie bekommen in Laufenbergs Darstellung eine Logik der menschlichen und ideellen Entwicklung eines Mannes, der gar kein Wunderheiler für körperliche Gebrechen sein wollte, sondern sich bemühte, das soziale Denken seiner Zeitgenossen vom Kopf auf die Füße zu stellen und der mosaischen Lehre wieder die ihr gebührende Geltung zu verschaffen. Laufenberg zeigt Jesus als autodidaktischen Gelehrten, der, obwohl aus armen Verhältnissen stammend, vielen seiner Zeitgenossen im logischen Denken und in der Konsequenz seiner Auffassungen weit überlegen war.

Noch spannender als die Darstellung des Lebens und der Persönlichkeit Jesu scheint uns die Darstellung der Entwicklung seiner Gedanken und seiner Lehre zu sein. Dass Laufenberg als Grundlage der mosaischen Ein-Gott-Lehre den Ich-Bezug der Persönlichkeit (zumindest der von Moses selbst) ansieht, mag von manchem fundamentalistischen Glaubensfanatiker vielleicht als Blasphemie empfunden werden, ist aber eine ganz erfrischende unter sicherlich weiteren existierenden Möglichkeiten, den Monotheismus über rationales Denken zu erklären. Als entscheidend für die Gedankenwelt Jesu betont Laufenberg aber die logisch begründete Forderung, ein jeder Mensch sollte sich bemühen, anderen Menschen zu nützen, dann werde das auch für ihn selber Früchte tragen. Wenn sich nur die sich auf Christus berufende Kirche in den rund zweitausend Jahren ihrer Existenz auch wirklich daran gehalten hätte! Hätte es z.B. die furchtbaren Kreuzzüge nicht gegeben, in denen sogar eine kulturell hochstehende christliche (!) Weltmetropole wie das Konstantinopel von 1204 verwüstet wurde, dann hätten wir jetzt wohl kaum die Probleme mit dem islamischen Terrorismus, unter denen heute die Welt so leidet. Wie man sieht, ist es leider möglich, selbst eine so humane Ethik wie die von Jesus zur Rechtfertigung einer Machtpolitik zu machen, die mit dieser Ethik in Wirklichkeit nur noch die Sprachregelung, nicht aber das Handeln gemein hat.

Aber das ändert natürlich nichts daran, dass “Jesus Online” ein ganz wunderbares Buch ist, das seine Leser nicht nur immer wieder köstlich amüsieren, sondern zugleich auch zum Selber-Denken anregen kann – mit einem Wort: Ein typischer Laufenberg-Roman.

Rita Hausen, Walldorf 28. 2. 2010 schreibt:

Habe gerade das Buch “Jesus Online” mit großem Interesse gelesen. Ich bin Theologin und habe lange Jahre als Religionslehrerin gearbeitet, deshalb wird es nicht verwundern, dass ich schon viele Jesusbücher mit unterschiedlichen Perspektiven gelesen habe. Dieses Buch hat mich einmal von der Art her angesprochen und ich finde, es bringt einige nachvollziehbare und bedenkenswerte Aspekte. Es ist ja nicht nur soziologisch und historisch, sondern bringt eine gute Portion Philosophie. Diese Qumran-Geschichte bricht ja unmittelbar ab. So viel ich weiß, enthalten die Schriften nichts direkt über Jesus – oder wenn, wird eine Nähe zu den Essenern vermutet, eine Mönchsgemeinschaft, die in der Wüste lebte.
Das Buch räumt ja gründlich mit vielen Vorurteilen auf, vor allem die Sympathie für Judas hat mir gefallen. Ich habe es nie verstanden, dass er so verteufelt worden ist. Geärgert hat mich aber, dass es Maria Magdalena als Prostituierte darstellt. Das ist ja auch längst als Geschichtsfälschung erwiesen. Sie ist weder mit der Frau identisch, die Jesus die Füße wäscht, noch mit der Frau, die Jesus salbt. Da beide letztgenannten Frauen nicht mit Namen genannt werden, wurden sie einfach mit Maria aus Magdala identifiziert.

Dieter Feuser, Köln 4. Dezember 2009 schreibt:

Ich schaue immer in die Bestsellerlisten und finde den Walter Laufenberg dort nicht vertreten, was ich eigentlich nicht verstehe, da ich einige seiner Bücher echt dafür empfehlen könnte, z. B. “Im Paradies fing alles an” oder auch “Jesus Online”.

Liesel Günther, Mannheim 4. 12. 2009 schreibt:

Halb habe ich es schon gelesen, das neue Buch “Jesus Online”.
Das ist ja so amüsant geschrieben, so hat man das in der Kirche nie gehört.

Eberhard Stößel, Mannheim 21. 10 2009 schreibt:

Das Buch “Jesus Online” hat mich wirklich begeistert,
vor allem durch die raffinierte Art, wie der Autor seine Darstellung selbst kommentiert. Der Briefwechsel per E-Mail mit der Lektorin, einfach herrlich. Und zuletzt kommen die beiden noch zusammen. Das ist ein so kundiges Buch, das mich Kapitel für Kapitel bereichert hat. Und ich muss dem Autor sagen: Er hat meinen Respekt dafür, dass er nicht versucht hat, seinen Lesern den Glauben auszureden. Da steht er drüber.

Barbara Hansen, Heidelberg-Wieblingen 10. 10. 2009 schreibt:

Ihr Roman “Jesus Online” kommt zunächst erzählend daher, überrascht aber zunehmend durch Detailkenntnisse, die anregen, Quellenliteratur zu benutzen. Das ist ein Zeugnis für mannigfache und fundierte Recherchen. Sie beherrschen die vielfältigsten und originellsten sprachlichen sowie gestalterischen Möglichkeiten, dieses für Ihre Leserinnen und Leser in der Ihnen eigenen Gestaltung umzusetzen:
Man nehme einen historischen Hintergrund oder ein Ereignis, durchwoben mit feiner, humorvoller (Selbst)Ironie, scheinbare Gedankenpausen, aus denen immer wieder neue Einfälle sprudeln, gebe dazu dem(der) Leser(in) Fragen auf und erzeuge so eine am Geschehen beteiligende innere Spannung. Sie dirigieren und stimulieren Ihre “Kundschaft” (nach Belieben) durch meisterliche Sprachbeherrschung in einer zugleich auffordernden, nie zudringlichen und liebevollen Art, die zum Weiterlesen geradezu zwingt.
Ich freue mich auf den nächsten Roman.

Klaus-Dieter Ziemke, Heidelberg 22. 9. 2009 schreibt:

Jetzt habe ich das Buch “Jesus Online” gelesen. Das mit den E-Mails ist ja ein toller Einfall. Doch ganz davon abgesehen, muss ich sagen: Ich bin ja kein besonders frommer Mensch, aber wie der Laufenberg da ein Evangelium des Jesus bringt, das hat mich umgehauen. Alle Achtung für einen Autor, der sich so intensiv mit dem zweitausend Jahre alten Mann Jesus beschäftigt! Aber im Ernst, ich frage mich, wer das versteht, was da Umwerfendes gesagt wird.

Frithjof Knoll, Mannheim 16. August 2009 schreibt:

“Jesus Online” habe ich von der ersten bis zur letzten Seite gelesen. Manchmal habe ich schon mehr als nur geschmunzelt. Denn diese Art der Darstellung ist so amüsant wie informativ. Ich sehe den jüdischen Religionsstifter Jesus, der mich genauso stark interessiert wie Buddha oder Moses oder Mohammed, jetzt mit ganz anderen Augen, weil ich so viel über ihn erfahren habe, was man von den offiziellen Vertretern der Kirche nie gehört hat.

D. K. Berlin 1. Juni 2009 schreibt:

Interessante Theorien haben Sie da ja aufgestellt. Ich werde dieses Buch wahrscheinlich nächstes Jahr meiner Nichte zur Konfirmation schenken.

Silvia Davi, Luzern 30. 5. 09 schreibt:

“Jesus Online” – eine Wucht! Bin gerade auf Seite 85 bei den Appetithäppchen der Dottoressa angelangt. Toll zu lesen bis jetzt. Herzliche Gratulation. Mein Pfingstwochenende ist gerettet. Ich werde wahrscheinlich die meiste Zeit mit dem Jesusroman auf der Hängematte im Garten anzutreffen sein. Mein Lieblingsplatz im Sommer zum Lesen.

Karl Schmid, Eppelheim 8. Mai 2009 schreibt:

Ich bin tief beeindruckt! Erst einmal hat mir die besondere Art der immer wieder eingestreuten Dialoge gefallen. Man hat das Gefühl, auf diese Weise zusätzliche Informationen zu erhalten, was ja auch der Fall ist. Außerdem gibt es ab und zu einen “Meilenstein”, der die Reise durch das Buch markiert. Der Autor ist den Dingen wirklich auf den Grund gegangen, das merkt man immer wieder. Auch sein Humor hat mich erfreut, und seine Wortschöpfungen “Taufereibetrieb” und “Hilfswundertäter” sind eine Bereicherung für mich. Ganz besonders gut hat mir die Predigt (S. 233-240) gefallen. Und immer wieder findet man den Sprachforscher und Psychologen am Werk. Das Buch ist hochaktuell und vielleicht sogar brisant, wenn ich an die aus dem brennenden Dornbusch klingenden Worte denke und an all die Weiterungen, die sich daraus entwickeln. Was könnten Menschen guten Willens alles tun, wenn sie die immer wieder zu hörende Botschaft beherzigen würden!

Dr. Wolfgang Sternstein, Stuttgart 8. 4. 2009 schreibt:

Ich weiß, was es heißt, ein Buch zu schreiben, welche Mühe, wie viel harte Arbeit in die Recherche und die Ausformulierung investiert werden muss. Daher zunächst einmal meine Anerkennung für Ihr Werk, nicht zuletzt auch für Ihren leicht lesbaren, anschaulichen Stil. Ob die Online-Unterhaltung mit Ihrer Agentin viel zum Ganzen beiträgt, wage ich allerdings zu bezweifeln, ein hübscher Kunstgriff ist sie natürlich schon.

Professor Jochen Müller, Berlin 31. 3. 2009 schreibt:

“Jesus Online”- großartig. Das wird ein Renner. Die Figuren sind so lebensnah, voller Lebenserfahrung und mit Witz und Charme modelliert. Ein Treffer! Ich werde dieses Buch zu Ostern wie Fabergé-Eier an meine Bekannten verschenken, an die Gläubigen wie die Ungläubigen und die Pharisäer.

Franz Westner, München 12. März 2009 schreibt:

Mit dem biografischen Roman “Jesus Online” ist dem Autor ein Lebensbild des Phänomens Jesus gelungen, das hochinformativ ist, nicht von vorgefassten Meinungen oder Glaubenssätzen beherrscht und dabei in einer Art erzählt, dass die Lektüre zu einem einzigen Vergnügen wird – egal, ob man an die Bibel glaubt oder nicht, und auch egal, ob man Laufenberg glaubt oder nicht.


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