Archiv der Kategorie: Z

Zungenkuss

Der Z. gilt als der Superlativ und Exzess der Kopulationsanbahnung, weil die beiden Partner sich beim Spiel der Zunge in der Mundhöhle des jeweils anderen unter Missachtung der natürlichen persönlichen Interessen gegenseitig mit verbrauchtem Atem beschenken und mit Speichel, der voller Krankheitskeime ist. Verständlich, dass sie dabei die Augen zumachen, wenn das auch nichts nützt (vgl. Ignoranz, Kamikaze, Verrücktheit).

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Zünglein

Das von gedankenlosen Schwätzern immer wieder genannte Z. an der Waage ist an der Balkenwaage der Zeiger in der Mitte des Balkens, der die beiden Waagschalen trägt. Steht der Zeiger senkrecht, weiß man, dass die Waage im Gleichgewicht ist. Eine andere Bedeutung oder Funktion hat das Z. nicht. Gemeint ist mit dem dummen Spruch vom Z. eine eigentlich unbedeutende Menge, die genügt, die eine Waagschale mehr zu belasten als die andere. Brauchbar ist dieses Bild aber nur für Leute mit unbedeutender Menge Verstand (vgl. Bildung, Bumerang, Journaille, Jota, Nonsens, Quentchen).

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Zwillingsformel

Im Deutschen begegnen wir dieser sprachlichen Kuriosität auf Schritt und Tritt, der Paarformel, auch Binomial genannt. Wir verwenden sie nicht aus Jux und Dollerei, sondern zur Verstärkung (Grund und Boden, Stumpf und Stiel, Himmel und Hölle, samt und sonders), oder um besonders eindrucksvoll aufzuzählen (Pferd und Wagen, Hopfen und Malz, Samt und Seide, Hinz und Kunz). Dabei stört nicht einmal, wenn der eine Zwilling längst gestorben ist (Kind und Kegel, zu Nutz und Frommen, mit Fug und Recht, frank und frei) oder sogar beide (gang und gäbe, Lug und Trug, Kreti und Pleti). Besonders gern haben wir eineiige Zwillinge (durch und durch, mehr und mehr, Kopf an Kopf), und nicht auszurotten sind so unsinnige Paarformeln wie Dichter und Denker oder Kunst und Kultur, die so ungeniert Ober- und Unterbegriff nebeneinander stellen, dass Menschen mit Sprachgefühl Rotz und Wasser heulen (vgl. Kraus, Sprache, Wortsalat).

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Zynismus

Beim Argumentieren ein Schlag ins Gesicht. Für den Schläger ist das die höchste Kunst des Überraschungsangriffs, für den Geschlagenen die größte Gemeinheit (vgl. Ungerechtigkeit, Urteilsvermögen, Überlegenheit).

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