Archiv der Kategorie: E

Eigensinn

Der E. fährt den Karren an die Wand, weil er selbstverliebt statt vernünftig lenkt (vgl. Ich-Instinkt).

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Eigentum

Das E. – meist in der Form eines Häuschens – ersetzt in unserem Lohnsklavenzeitalter die Galeerenketten früherer Zeiten. Die Fesselung ist perfekt und hält ein Leben lang, der Arbeitswille wird mit der Lohnpeitsche wachgehalten. E. ist der Eckstein eines brutalen Ausnutzungssystems. Und dennoch herrscht kein Mangel mehr an Sklaven. Im Gegenteil, sie drängeln sich an den Ruderbänken. Während die Herren auf E. verzichten und mit Dienstvilla, Dienstwagen, Spesenkonto und Entscheidungsbefugnis über fremdes Kapital viel unbeschwerter leben als jeder Eigentümer (vgl. Grundbedürfnisse, Kapitalismus).

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Einbürgerung

Illustration: Vangelis Pavlidis, Rhodos

Illustration: Vangelis Pavlidis, Rhodos

Deutschland ist so hart wie kein anderes Land mit einer E. auf den Bauch gefallen, nämlich mit der E. des Österreichers Adolf Hitler, der unsere Begeisterungsfähigkeit, unsere Wirtschaftskraft und unseren guten Ruf rücksichtslos mißbraucht und auf Jahrzehnte hinaus ruiniert hat, nur um sein Ich raushängen zu können. Deshalb steht es Deutschland wie keinem anderen Land an, in Sachen E. vorsichtige Reserviertheit walten zu lassen statt vorschneller Begeisterung für jeden Ausländer und alles Ausländische (vgl. Staatsangehörigkeit, Ich, Xenophilie).

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Einehe

Jeder weiß, daß sie unnatürlich ist, muss sich – zumindest scheinbar – aber daran halten. Erst der Blick ins Tierreich, wo es nicht um den Aufbau von Vermögen, um Versorgung und Erbrecht oder den ehrlichen Namen für die Kinder geht, auch wohl kaum um Gewohnheit und Bequemlichkeit, macht die E. zu einem interessanten Phänomen. Oder geht es bei den unzertrennlichen Mandarinentenpärchen vielleicht auch um so was? (vgl. Ehe, Gossen, Seitensprünge, Treue).

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Einheitspartei

Weil Partei einen Teil meint, ist das Wort E. so unsinnig wie seine Übersetzung: Ganzteil. Dass man es trotzdem in politischen Auseinandersetzungen effektvoll einsetzen kann und dass Journalisten es gern nachbeten, statt ehrlicherweise von Führungsclique zu sprechen, entlarvt das Fußvolk als kopfloses Wesen, bei dem jede kosmetische Bemühung zwecklos ist (vgl. Journaille, Kopffüßler, Parteien, Volksverdummung).

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Einsamkeit

Einsamkeit ist eine Situation, in der du dich nicht über andere ärgern musst – dafür über dich selbst um so mehr (vgl. Ich).

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Einstiegsdroge

Was auch immer, ob Haschisch oder E-Zigarette, stets ist gleich das Verdikt bei der Hand: Das ist eine E., die zu der Abhängigkeit von gefährlichen Suchtmitteln führt. Dabei ist offensichtlich, dass Muttermilch die problematischste E. ist. Bringt uns doch die frühkindliche Gewöhnung an die Mutterbrust die lebenslange Sucht ein, nach dem weiblichen Busen zu gucken, zu gieren, zu grapschen – und uns so manches Mal die Finger daran zu verbrennen (vgl. Rauschgift, Verführung).

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Ekel

Ein starkes Gefühl des Abscheus. Tiere kennen keinen E., und auch uns Menschen wird er in den ersten Lebensjahren nur mühsam beigebracht. Wozu? Damit wir ein Leben lang das lästige Gefühl, das nicht einmal zur Gefahrenabwehr taugt, nicht mehr los werden (vgl. Natur, Sozialisation, Zivilisation).

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Emanzipation

Der Reinfall des 20. Jahrhunderts. Denn was als Befreiung der Frau aus der Abhängigkeit vom Mann gedacht war, entartete zur Angleichung an den Mann, womit sich die Frau die Last einer Doppelrolle auflud, bei gleichzeitigem Wegfall aller traditionellen Privilegien. Und weil Dummheit abstößt, wurde der Begriff Emanze zum Schimpfwort (vgl. Dekadenz, Frauenforschung, Gleichmacherei, Volksverdummung).

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Emoji

Um nicht ernst gemeinte schriftliche Beiträge von ernst gemeinten unterscheidbar zu machen, was man in weniger abgeschliffenen Sprachen als dem Englischen durch ein geschicktes Formulieren schafft, hat 1982 der amerikanische Informatik-Professor Scott E. Fahlman vorgeschlagen, ein Bildzeichen zum Text zu setzen. So wurde das erste Emoji :-) kreiert. Inzwischen gibt es viele Tausende solcher Emojis, die aber in verschiedenen Ländern manchmal unterschiedliche Bedeutung haben. Deshalb entwickelten sich schon Emoji-Wörterbücher, und es gibt bereits Emoji-Dolmetscher. Doch eine Ersatz- oder Welthilfssprache stellen die Emojis damit nicht dar, weil sie kaum einen Wortschatz und keine Grammatik haben. Auch haben sie natürlich keine einheitliche Aussprache. Und eine hochentwickelte und formenreiche Kultursprache wie das Deutsche braucht sie eigentlich überhaupt nicht (vgl. Scherzkeks, Welthilfssprache).

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