Archiv der Kategorie: B

Beischlaf

B. ist nicht gleich B. Die gute Ehefrau ist, wenn Bedarf besteht, zur Verfügung. Die richtige Geliebte aber verzehrt sich nach dir – und dich, so sie dich endlich zur Verfügung hat (vgl. Bescheidenheit, Ehe, Geliebte, Treue).

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Bekanntheit

B. hat, wer für die kleinen Leute durch seine regelmäßigen Auftritte im Fernsehen oder von der Bild-Zeitung und den Illustrierten her ein vertrautes Gesicht oder ein vertrauter Name ist. Das bringt dem Bekannten viel Geld, hat aber den Nachteil, dass er sich dafür auf das Niveau der kleinen Leute hinabbewegen muss (vgl. Niveau, Persönlichkeit, Prominenz).

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Bekehrung

B. kommt bei einfach gestrickten Gemütern immer gut an. Saulus bekämpfte das Christentum und wurde als Paulus sein wichtigster Apostel, Joschka Fischer bekämpfte den Staat und wurde als Joseph Fischer Minister, der Hacker X bekämpfte den Software-Giganten Microsoft und wurde als Herr YZ erfolgreicher IT-Unternehmer (vgl. Wendehals).

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Belesen

 

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Einst ein positives Urteil über einen Mitmenschen, stets kombiniert mit Augenaufreißen und dem Wörtchen sehr. Aber seitdem man weiß, wie kritiklos beispielsweise Karl Marx und Adolf Hitler krauses Lesefutter in sich hineingefressen haben, was zu desaströsen Folgen im Weltformat führte, gilt Belesenheit leider nicht mehr als Vorzug (vgl. Bildung, Körperkultur, Nachdenklichkeit).

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Beratungsdiebstahl

Ein neuer Begriff aus den Zehnerjahren des 21. Jahrhunderts, entstanden aus den Seufzern von Einzelhändlern, die sich als Opfer des Internets sehen. Tatsache ist, dass die Konsumenten immer öfter die Beratung im Geschäft in Anspruch nehmen und das gewünschte Objekt aussuchen, es dort jedoch nicht kaufen, sondern anschließend im Internet zum niedrigsten Preis bestellen. B. ist so problematisch wie Korruption: Indem man darauf hinweist, gibt man dem nächsten einen Tipp. Also besser darüber schweigen. Die Cleverness der Konsumenten als Diebstahl zu bezeichnen, ist ohnehin keine Lösung des Problems der unterschiedlichen Angebotswege. Der gescheite Einzelhändler bietet Nebenvorteile an wie Transport, Aufbau, längere Garantie oder Bestpreisgarantie und sonstigen Service oder steigt zum Internetpreis ein (vgl. Dummheit, Kommerz, Korruption).

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Beruf

Was früher oft mit Berufung zu tun hatte, wenn auch nur in der Einbildung, hat heute bloß noch mit Geldbedarf zu tun und wird deshalb mit Recht als Job abgetan (vgl. Berufsethos, Gottesgnadentum, Pfarrer).

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Berühmtheit

Von Karl Kraus stammt der Ausspruch: „Ich bin berühmt – es hat sich nur noch nicht überall herumgesprochen.“ Recht hatte er. Denn unsterblich ist man, sobald man dafür die Werke geliefert hat. Ob die Öffentlichkeit einen deshalb schon zu der Gruppe der Berühmtheiten zählt oder nicht, hängt von anderen Umständen ab. Bei mir ist das die Bummeligkeit dessen, der als mein Entdecker die Chance seines Lebens ergreift. Die sei ihm verziehen. Denn gegenüber jedem, der schon zu Lebzeiten eine B. ist, habe ich als Post-Mortem-B. den Vorteil, dass ich mich immer noch frei bewegen und äußern darf (vgl. Kraus, Kritiker, Werbung).

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Beschäftigung

Selbständige und Freiberufler arbeiten gegen die Hast der Uhr an, nicht selbständig Beschäftigte gegen ihre Langsamkeit. Dabei bleibt die Gangart der Uhr stets gleich. Nur die Arbeitsergebnisse sind sehr unterschiedlich (vgl. Arbeit).

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Beschneidung

Die B. der Vorhaut muss ursprünglich aus einer extrem stark matriarchalisch beeinflussten Kultur stammen; denn sie macht die Eichel unempfindlicher und damit dem Mann mehr Arbeit und der Frau mehr Spaß beim Geschlechtsakt. Dagegen muss die B. der Klitoris ursprünglich aus einer extrem schwach matriarchalisch beeinflussten Kultur stammen, die sich nicht dagegen wehren konnte, dass der Mann sich gegen Überforderung beim Geschlechtsakt zu schützen versuchte, indem er der Frau die sexuellen Gelüste nahm, sich selbst gleichzeitig aber auch die Lust des Eroberers. Was auch immer an sonstigen Begründungen für diese martialischen Eingriffe in die Natur nachgeschoben wird, die B. ist in beiden Versionen ein verräterisches Zeichen der männlichen Unterlegenheit (vgl. Bart, Kupierverbot, Mode, Unnatur,  VorhautY-Chromosom).

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Bestatter

Mein Nachbar, der B., kann mir mit all seiner steifschwarzen Würde nichts vormachen. Wenn er mir einen guten Tag wünscht, hat er in Wahrheit nur den Wunsch, dass ich vor ihm sterbe – und bevor er das Geschäft an seinen Sohn abgetreten hat (vgl. Ehrlichkeit, Kommerz).

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