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Fusion

Die Verheiratung zweier Unternehmen nicht aus Liebe, weder zum Produkt noch zu den Konsumenten, sondern mit dem schnöden Ziel, im Markt eine höhere Position zu übernehmen. Die Hochzeit wird regelmäßig eingefädelt von Unternehmensbossen, die in ihrer Ehe noch nicht Schaden genug angerichtet haben, aber aus dieser Erfahrung nicht klug geworden sind (vgl. Ehe, Kapitalismus, Liebe).

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Geburt

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Schon mit der G. widerfährt uns die größte Ungerechtigkeit, eine kaum noch zu übertreffende. Denn wann, wo, in welcher Familie geboren, mit welchem Intelligenzquotienten ausgestattet und mit welchen Veranlagungen gesegnet oder geschlagen, das entscheidet über Glück oder Unglück des gesamten Lebens. Und dabei hat man nicht einmal die Möglichkeit, sich gegen seine G. zu wehren. Gegen diese himmelschreiende Ungerechtigkeit der G. tun sie nach wie vor nichts, die Gewerkschaften und Kirchen und Versicherungen und all die Weltverbesserungsparteien (vgl. Schicksal, Ungerechtigkeit).

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Gedankenstrich

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Um einen nicht ausgesprochenen Gedanken anzudeuten, schreiben wir einfach einen Strich. In den allermeisten Fällen wohl zu Recht (vgl. Dummheit, Kommunikation, Minus).

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Geschmack

Wer für dies oder das einen besonders feinen G. ausbildet – oder sich einbildet, bereitet sich damit immer wieder Momente des Genusses, aber auch Momente der Unlust. Und wehe dem Freund, der es wagt, darauf hinzuweisen, dass die einen Momente die anderen Momente aufwiegen, also alle Geschmäcklerei für die Katz ist (vgl. Eitelkeit, Geschmackliches, Oberflächendifferenzierung, Unterhaltsames).

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Geschmackliches

Die Begeisterung für G. ist bei manchen Zeitgenossen so intensiv, dass der stets neugierige Geschmackssinn das Geistige ins Vergessen abschieben kann. Verständlich, sind doch auch Zunge und Gaumen im Kopf angesiedelt (vgl. Geschmack, Mensch).

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Glatze

Männer haben viel öfter den Kopf frei – von Haaren – als Frauen. Das muss seinen Grund in der Entwicklungsgeschichte des Menschen haben. Als wir die ursprüngliche Totalbehaarung verloren haben, blieben Haare nur an den wenigen Stellen, an denen sie überlebenswichtig sind. Als Klimaschutz, weniger gegen Kälte, vielmehr zur Kühlung durch Vermehrung der Schweißverdunstung (Oberflächenvergrößerung). Das zeigt uns: Was der Mann unter seiner Schädeldecke hat, ist weniger überlebenswichtig als das, was die Frau dort hat. Das heißt: Die Frau hatte schon immer den schwieriger zu regelnden Alltag. Was sich mit der wissenschaftlichen Erkenntnis deckt, dass das weibliche Gehirn schneller ist in der Aufnahme von Informationen und mehr Informationen nebeneinander verarbeiten kann als das männliche Gehirn (Vgl. Haare, Macho, Schweiß).

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Grenzen, eigene

Hamburger würden sagen: Mach dir keinen Kopf, da nicht für. Denn keinem Menschen ist es möglich, selbst seine G. zu benennen, weil dazu der Blick von einem höheren Level hinab nötig wäre, den er aber nicht tun kann, weil dieser höhere Level ja jenseits der e. G. liegt, also unerreichbar ist. Diese höhere Ebene bemisst sich übrigens nicht nach den Kategorien, die heute in sind: Reichtum, Bekanntheit, Jugendlichkeit, sondern nach der Bildung (vgl. Bildung, Persönlichkeit).

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Handarbeit

Eine klassenübergreifende und nicht speziell weibliche H. ist das Nasenbohren, die Lieblingsbeschäftigung des westlichen Menschentyps, obwohl als Unsitte verrufen und schon nach wenigen Jahren als Nasendeformation unübersehbar dokumentiert (vgl. Nase, Nasenbohren).

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Ironie

I. wird oft als fies empfunden, weil tückischerweise das Gegenteil von dem gesagt wird, was gemeint ist, wobei als sicher unterstellt wird, dass ein gescheiter Hörer oder Leser das erkennt, weil ihm durch Mimik und Gestik, durch Satzbau und Wortwahl oder ähnliche Signale deutlich gemacht wird: Jetzt ist der I.-Modus eingeschaltet. Wegen dieser Vorbedingung ist I. für die schriftliche Äußerung etwas weniger geeignet als für die mündliche und ganz ungeeignet beispielsweise für den Rundfunk (vgl. Kammerjäger, Sprachgefühl, Läster-Lexikon, Sprache).

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Jahrgang

Beim Wein ist der J. so wichtig wie beim Auto. Doch bei deinen Zeitgenossen sagt der J. nichts über das wahre Alter, weil neben dem in Jahren gemessenen Alter und dem gefühlten Alter das heute schon messbare biologische Alter ausschlaggebend ist. Und für dich selbst ist der J. nichts als eine täuschende Konstante. Denn je älter du bist, umso stärker fühlst du: Der J. ist zum Jahrrennen verkommen, und das nimmt kein gutes Ende (vgl. Alter, Fitness, Jugendlichkeitswahn).

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