Passiertes! – Passierte es?
Nein, Frau Schmoll von der FAZ, die katastrophalen PISA-Ergebnisse der deutschen Schüler im Lesen, Schreiben und Rechnen belegen nicht vor allem das Versagen der Eltern und der Schulen. PISA signalisiert den Bedeutungsverlust der Bildung. Unsere Schulkinder haben verinnerlicht, dass Lesen, Schreiben und Rechnen nicht mehr die unumgänglichen ersten Stufen auf der Karriereleiter sind. Denn diese Stufen haben ihren Garantieinhalt verloren. Sie sind nicht mehr der Königsweg zum Erfolg. Bekommen die Kinder von den Massenmedien doch täglich vorgeführt, dass Sportler, Musiker, Politiker, Erfinder, Unternehmer und Internetakteure ihren eigenen Weg zum großen Erfolg gefunden haben, für den das Lesen, Schreiben und Rechnen nebensächlich war, weil die Perfektion in diesen alten „subalternen Fähigkeiten“ längst von speziellen Techniken und Programmen übernommen wurde.
Dass Politiker die Bodenhaftung verlieren und sich zu wichtig nehmen, liegt nicht zuletzt an den Pulks von Journalisten, die immer und überall um die Nähe zu ihnen kämpfen und oft sogar vor ihnen knien, um mit Kameras und Mikrophonen das meist inhaltlose Blabla und die einstudierte Geste einzufangen. Wir sollten 90 % von diesen Berufsbewunderern umschulen zu Pflegehelfern. Da können sie nicht soviel Schaden anrichten.
Vor Jahren hat uns das Deutsche Institut für Normung (DIN) ein neues Buchstabieralphabet serviert, mit Städtenamen statt der vorher üblichen Vornamen, also Aachen statt Anton. Man war der Meinung, Städtenamen seien anders als Vornamen nicht dem wechselnden Zeitgeist unterworfen. Dabei hatte man den Namenswechsel von Städten wie Istanbul, Königsberg, Chemnitz und Stalingrad und so weiter und so fort glatt übersehen. Die Deutsche Bahn hat ähnlich daneben gegriffen, als sie die an ihren silbrig blinkenden Fernzügen prangenden Namen von Berühmtheiten der deutschen Kultur durch Namen von berühmten deutschen Städten ersetzte. Ein Schildbürgerstreich, der weniger routinierte Reisende, vor allem auch ausländische, dazu verführt, in den falschen Zug zu steigen.
Autobahnen werden immer langweiliger. Auch ohne die vielen Schallschutzmauern. Wo Wein rechts und links zu sehen ist, also lahme Monokultur, kann man sich noch damit helfen, dass man sich zurückversetzt in weinselige Stunden. Aber bei der neuen Monokultur, den Sonnenkollektorfeldern rechts und links, da hilft dir keine schöne Erinnerung.
Ja, Afrika ist groß, und noch ist es nur ein Tröpfeln, wie Afrika ausblutet. Aber es ist schon deutlich zu erkennen, wenn die Menschen in maroden Booten Europa zu erreichen versuchen und viele das auch schaffen. Das sind bisher nur Tausende, mit denen man sich abmüht. Den Ansturm der vielen Millionen wagt man sich noch gar nicht vorzustellen. Weil man nur die kleinen Pflästerchen namens Frontex und Schengen zur Hand hat, aber nichts zum Blutstillen. Die europäischen Politiker sollten intensiver darüber nachdenken, was Afrika dabei helfen kann, den Großen Treck zu vermeiden.
Bei der Frühstückslektüre meiner Zeitung lese ich etwas über einen „Mann mit Migrationshintergrund, der polizeibekannt ist, weil er strafrechtlich bereits in Erscheinung getreten ist“. Oder: Eine „nach der sexuellen Ausrichtung nicht identifizierte Person hat eine Vorgeschichte psychischer Erkrankungen“. Und: „Der Sportler X bestreitet monatelang kein Profimatch“. Da frage ich mich: Warum tritt da einer? Warum ist eine Person geschichtlich? Und warum bestreitet man im Sport das Match? – Fast möchte ich mich hinsetzen und den fälligen Nachruf auf unsere deutsche Sprache schreiben.
Ein Buch schildert die Ménage à trois. Für die Leser eine vorweggenommene ernsthafte Lebenserfahrung. So kitschig das Liebesgetue an sich ist, hier ist die Liebe einmal ganz anders dargestellt. Da sind Menschen wie du und ich unterwegs. In schwierigem Gelände, nämlich in Berlin, New York und Israel, was alles authentisch ist. Es lohnt sich, das hier einmal aufzurufen:
https://www.netzine.de/book/die-triangel/?grid_referrer=4078

Der Computer Doktor in Mannheim