Passiertes! – Passierte es?
Die persönliche Freiheit wird uns durch moderne Techniken geraubt. Das begann mit der Taschenuhr, die man zu einem begehrten Statussymbol aufwertete, um uns besser einsetzbar zu machen. Die erste Steigerung war die Armbanduhr, die immer schöner und teurer wurde. Später kam die Kreditkarte, die uns zum leichtfertigeren Geldausgeben und zur Verschuldung verführt. Im Moment erleben wir die nächste Steigerung der Versklavung mit dem Smartphone. Uns nicht nur als begehrenswert aufgeschwätzt, sondern von Banken, Arbeitgebern, der Bahn und manchen Händlern sogar aufgezwungen. Damit ist immer nachprüfbar, wo wir sind, wofür wir unser Geld ausgegeben haben und mit wem wir zu tun hatten. Und demnächst werden wir scharf darauf sein, einen schicken Chip implantiert zu bekommen, mit dem man uns nicht nur total überwacht, sondern wie Tanzbären am Nasenring führt.
Mit dem Begriff Soziale Medien für Facebook, Telegram, YouTube, TikTok, Instagram, X und dergleichen haben wir dem Adjektiv sozial den positiven Wert genommen, den es früher hatte, beispielsweise beim Sozialen Wohnungsbau. Die EU versucht es manchmal mit einem neutralen Sammelbegriff wie Digitale Dienste. Doch bleibe ich lieber bei der einzig passenden Bezeichnung. Digitale Plattformen. Denn platter als bei Facebook, TikTok, X und Co. geht’s nun wirklich nicht.
Auch so kann man mit der Sprache arbeiten: Als Produkte bezeichnen Banken die immer neuen Abzocksysteme, die sie sich einfallen lassen. Dahinter steht die Angst, es könnte auffallen, dass sie nicht wirklich produktiv sind. Denn wie üblich im sogenannten Dienstleistungsbereich, schaffen die Geldinstitute keine neuen Werte. Das unterscheidet sie grundsätzlich von der Urproduktion und von der Produktion, den beiden wertschaffenden Sektoren der Wirtschaft. Bei der Gelegenheit: Die Schriftstellerei gehört zur Urproduktion, was den Regierenden leider noch nicht aufgegangen ist.
Weltweit sterben jedes Jahr mehr Menschen durch Selbstmord als durch Kriege und Verkehrsunfälle. Das zeigt, dass Sinngebung und Lebensfreude dringlicher der Förderung durch öffentliche Mittel bedürfen als Außenpolitik und Verkehrserziehung. Es müssten also in den öffentlichen Haushalten große Umschichtungen zugunsten von Philosophie und schöngeistiger Literatur sowie der übrigen Künste stattfinden. Doch ist das genaue Gegenteil der Fall.
Kurz nach der Wiedervereinigung beklagten sich die ehemaligen DDRler, sie seien vom Westen quasi erobert worden. Jetzt zeigt sich immer deutlicher, dass in Wahrheit der Westen vom Osten erobert wird. Die SED-Nachfolgepartei Die Linke feiert Erfolge im Westen, der Anteil der durch Erwerbstätigkeit überforderten Frauen steigt und die Kinderaufzucht geht zurück, während die Regierung immer sozialistischer wird.
Mit einem symbolischen Spatenstich hat in Mannheim der Bau des „Forum Deutsche Sprache“ begonnen. Das neue Haus soll ab 2028 als Mitmachmuseum, Forschungsort und Begegnungsstätte die deutsche Sprache in ihrer Vielfalt erfahrbar machen. Träger des Projekts ist die Klaus-Tschira-Stiftung, die das Gebäude finanziert und dem Mannheimer Leibniz-Institut für Deutsche Sprache überlässt. Die Stadt Mannheim stellt das Grundstück am Alten Messplatz zur Verfügung. Geplant sind interaktive Ausstellungen, eine Sprachwerkstatt sowie Angebote, bei denen Besucher selbst an sprachwissenschaftlichen Fragestellungen mitwirken können. Mannheim, die Sprachstadt Deutschlands, ist auch die Stadt, in der seit 30 Jahren das NETZINE erscheint.
In meinem neuesten Roman „Beobachter“ ist mitzuerleben, was für kuriose Schwierigkeiten der Göttervater Zeus hat, als er wieder einmal als Besucher auf der Erde erscheint und sich bemüht, mit seinen Produkten, den Menschen, zurechtzukommen. Natürlich geht es ihm wieder um eine junge Frau, die er erobern will, um mit ihr einen besonders tüchtigen Sohn zu erschaffen, einen Halbgott der Literatur. Eine höchst amüsante Geschichte mit der Frage im Hintergrund: Was beschert uns die Künstliche Intelligenz? Eine Frage, um die man als aufgeschlossener Zeitgenosse ja nicht herum kommt. Siehe https://www.netzine.de/book/beobachter/?grid_referrer=4078


Der Computer Doktor in Mannheim