Passiertes! – Passierte es?
Panzer statt Buch. Unser Kulturstaatsminister Wolfram Weimer meint, es sei zu aufwendig und passe nicht mehr in unsere digitale Zeit, jedes Buch in gedruckter Form in der Deutschen Nationalbibliothek aufzubewahren. Er hat offenbar noch nicht mitbekommen, dass das Gedruckte die Konservierungsform ist, die alles auf Film oder Band, auf Platte oder Diskette Aufgenommene an Haltbarkeit um Jahrhunderte übertrifft. Die einhundert Millionen Euro, die der Minister durch den Verzicht auf den eigentlich fest eingeplanten Erweiterungsbau der Leipziger Bibliothek einsparen will, entsprechen immerhin vier gut ausgestatteten Leopard-2-Panzern, die wir dann mehr kaufen – und an ein befreundetes Land verschenken können.
Russlands Invasion in der Ukraine hat ein Vorbild: 1979 marschierten die Russen in Afghanistan ein. Doch nach zehn Jahren sehr verlustreicher Kämpfe mussten sie sich 1989 zurückziehen. Damals hat sich gezeigt, dass die zahlenmäßige Überlegenheit an Soldaten und Kriegsmaterial nichts bedeutet. Denn Heimatverteidiger zählen gegenüber nur gezwungen kämpfenden Invasoren mindestens zehnfach.
In einer naiven Art begeistern wir uns für Künstliche Intelligenz. Dabei sollten wir bei der Entwicklung sich selbst steuernder Computer bedenken, wohin es führt, wenn Computer lernfähig gemacht werden. Ein automatisiertes Lernen, das sich selbst zu immer weiteren Lernschritten antreibt und befähigt, wird irgendwann unsere beschränkte menschliche Lernfähigkeit übertreffen. Dann steht uns Menschen erstmals eine Kreatur von überlegener Intelligenz gegenüber. Und die wird ganz selbstverständlich mit uns so verfahren, wie wir Menschen es mit allen anderen Kreaturen gemacht haben, denen wir an Intelligenz überlegen waren, – wir haben sie brutal bekämpft und uns dienstbar gemacht. Denn das ist ein Naturgesetz: Der Bessere herrscht. Warum sollten die kommenden Supercomputer der Künstlichen Intelligenz nicht nach diesem Naturgesetz handeln? Sie sind ja unsere Kinder.
Die Statistiker können einem Vater Staat zum BU-Mann machen. So wenn sie uns verraten, dass Alkohol in keinem Land Europas, außer in Italien, billiger ist als in Deutschland. Und das nur, weil der Staat bei uns sehr zurückhaltend mit der Besteuerung von Alkohol ist und sich mit nicht einmal drei Milliarden Euro Einnahmen im Jahr zufrieden gibt. Dagegen holt er sich mit der Tabaksteuer mehr als fünfmal so viel herein. Wenn man dann bedenkt, dass Alkohol ein echtes Suchtmittel ist, während Nikotin nur ein Gewohnheitsmittel ist, könnte man glatt zum Kopfschütteln kommen.
Irland vorbildlich? Noch vor Ende dieses Jahres wird Irland die Zahlung eines dreijährigen wöchentlichen Grundeinkommens von 325 Euro für 2.000 ausgewählte Künstler beginnen. Das Land hat bereits ein Pilotprojekt erfolgreich abgeschlossen und ausgewertet und geht deshalb davon aus, damit eine sinnvolle Starthilfe für beachtliche Kunstwerke und keine Almosen zu bieten.
Endlich hat der Postbote mir das Belegexemplar gebracht: Das Kempowski-Jahrbuch 2025, in dem von Seite 239-245 mein Artikel „Autor trifft Autor im Hügelgrab“ zu lesen ist. Ein Stück Literatur in einem wissenschaftlichen Werk. Denn dabei geht es um meinen Besuch als Reporter und Interviewer des Norddeutschen Rundfunks bei Walter Kempowski, dem Autor von Romanen wie „Tadellöser und Wolff“, „Aus großer Zeit“ sowie „Uns geht’s ja noch gold“. Aus diesem Arbeitstreffen in den 80er Jahren habe ich viel später eine kleine Erzählung gemacht, die die Schwierigkeiten des Zusammenspiels von Literatur und Journalismus illustriert.
Heidelberg ist eins der beliebtesten Reiseziele Deutschlands und wird deshalb Jahr für Jahr von Millionen Besuchern bestaunt. Dabei sieht man nur, was man weiß. Deshalb habe ich die Geschichte der Region Heidelberg in einigen Büchern so erzählt, dass man sie selbst erlebt zu haben meint, nämlich in „Ritter, Tod und Teufel“, „Perkeo, der Zwerg von Heidelberg“, „Heidelberger Geschichten“, „Tödliches Einmaleins“, und „Weinkumpane“.
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Der Computer Doktor in Mannheim