Passiertes! – Passierte es?
Das erste deutsche literarische Blog, das am 3. Januar 1996 gestartete Internet-Magazin NETZINE, begrüßt zu seinem 30. Geburtstag sehr herzlich all seine Leserinnen und Leser. Das älteste literarische Blog im gesamten deutschen Sprachraum, immer pünktlich erschienen, nicht ein einziges Mal ausgefallen, wer hätte das gedacht? Meine treue Leserschaft hat mich mit ihren e-Mails und Briefen unterstützt, mit Anrufen und mit der oft gehörten Bemerkung, man habe seit Jahren alle Passiertes-Texte ausgedruckt oder in einer besonderen Datei gesammelt. Das hat mich ermutigt weiterzumachen, wenn ich drauf und dran war, mir das Leben ein wenig bequemer zu machen. Deshalb heute das Versprechen: Wir bleiben in Verbindung, denn ich mache weiter. Ich wünsche euch trotzdem angenehme Feiertage und ein gutes neues Jahr! Haltet die Ohren steif!
Alles Streiten um das Aus für Verbrenner war bloß ein Scheingefecht. Zur Ablenkung von der dahinter versteckten Frage, die nicht zum Geschäft passte: Verbrenner oder Verschwender? Verbraucht der Verbrenner doch nur dann Energie, wenn er fährt, wogegen das Batteriefahrzeug in jedem Moment Energie verliert, nicht nur, wenn es fährt. Da die Fahrzeuge heute vor allem Stehzeuge sind, ist alles, was Batterie hat, reine Verschwendung. Können wir uns ja leisten.
Nichts mehr mit Jesulein klein. Stalins ironische Frage, wie viele Divisionen der Papst habe, ist längst überholt. Inzwischen weiß man, dass Macht nicht nur von Soldaten ausgeht. Der Vorsitzende des weltgrößten Vereins, Papst Leo XIV., propagiert seit seinem Amtsantritt die Idee einer „entwaffnenden Sprache“. Er versteht Sprache nicht bloß als praktischen Ausdruck zum Kommunizieren, sondern als einen wirksamen Hebel, der sowohl für als auch gegen Aggression, Polarisierung und digitale Gewalt eingesetzt werden kann. Leo XIV. ruft dazu auf, die eigene Ausdrucksweise bewusst zu wählen und auch den eigenen Tonfall zu überprüfen, um Konflikte zu vermeiden. – Da möchte man glatt gratulieren, wenn man noch an die Wirksamkeit von Aufrufen glauben könnte.
Nicht nur die Maschinen sind andere. Ich habe noch zehnfingerblind auf der Schreibmaschine schreiben gelernt. Die Kinder und Jugendlichen von heute schreiben zweidaumenstarrend auf dem Handy. Und während ich noch bemüht war, möglichst wenig mit Tipp-Ex korrigieren zu müssen, tippt man heute alles ein, „wis Grade komt.“
„Was es nicht alles gibt“, sagte mein Vater, wenn er etwas erstaunlich fand. Ich kann heute ebenso erstaunt sagen: Was es alles nicht mehr gibt: Eisblumen am Fenster, Fettaugen auf der Suppe und Fliegenschiss auf dem Buch. Heißt das, dass alles besser geworden ist?
Die schlimmste Bedrohung, die uns die Zukunft bringt, heißt Deep Learning. So bezeichnet man die eingebaute Fähigkeit von Maschinen, sich ohne menschliche Mitwirkung selbsttätig zu verbessern und neue Fähigkeiten zu entwickeln. Das funktioniert schon, und zwar so: Die Maschine extrahiert Muster und Rechenmodelle aus vorhandenem Datenschatz. Die bringt sie mit neuen Daten in Verbindung, so dass ein neuer Kontext entsteht. Auf Basis dieses neuen Kontextes kann die Maschine dann die ihr eingebaute Fähigkeit anwenden, selbständig Entscheidungen zu treffen. Womit wieder Neues entsteht, worüber die Maschine automatisch neue Entscheidungen trifft. Und so Schritt für Schritt immer weiter, irgendwann auch weit über menschliche Möglichkeiten hinaus, und das ohne jede Berücksichtigung von Moralvorstellungen. Dass wir diese Bedrohung Künstliche Intelligenz nennen, also hinter einem Euphemismus verbergen, macht die Sache erst recht gefährlich.
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Der Computer Doktor in Mannheim