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Zwillingsformel

Im Deutschen begegnen wir dieser sprachlichen Kuriosität auf Schritt und Tritt, der Paarformel, auch Binomial genannt. Wir verwenden sie nicht aus Jux und Dollerei, sondern zur Verstärkung (Grund und Boden, Stumpf und Stiel, Himmel und Hölle, samt und sonders), oder um besonders eindrucksvoll aufzuzählen (Pferd und Wagen, Hopfen und Malz, Samt und Seide, Hinz und Kunz). Dabei stört nicht einmal, wenn der eine Zwilling längst gestorben ist (Kind und Kegel, zu Nutz und Frommen, mit Fug und Recht, frank und frei) oder sogar beide (gang und gäbe, Lug und Trug, Kreti und Pleti). Besonders gern haben wir eineiige Zwillinge (durch und durch, mehr und mehr, Kopf an Kopf), und nicht auszurotten sind so unsinnige Paarformeln wie Dichter und Denker oder Kunst und Kultur, die so ungeniert Ober- und Unterbegriff nebeneinander stellen, dass Menschen mit Sprachgefühl Rotz und Wasser heulen (vgl. Kraus, Sprache, Wortsalat).

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