Modetorheiten

Es gab eine Zeit, da lief man mit teurer Perücke herum, obwohl man keinen Haarersatz brauchte. Dann kam die Zeit, da lief man mit Spazierstock herum, obwohl man nicht auf eine Gehhilfe angewiesen war. Und jetzt leben wir in der Zeit, da läuft man mit Brille herum, obwohl die meisten Brillenträger keine Sehhilfe benötigten. Sie ist ihnen nur von einem geldgierigen Augenarzt aufgeschwätzt worden, der ihnen nicht verraten hat, dass sie bloß die erschlaffte Augenmuskulatur zu trainieren brauchten. Der Unterschied zwischen diesen M. ist: Die ihre Perücke eines Tages ablegten, konnten sich immer noch gut sehen lassen, und die ihren Spazierstock wegstellten, konnten immer noch gut gehen, aber die ihre Brille weglegen, können dann viel weniger gut sehen als an dem Tag, an dem der Arzt ihnen die Brille verschrieben hat. Weil die Hinterglasaugen verärgert gesagt haben: Na, dann brauchen wir uns ja nicht mehr anzustrengen (vgl. Brille, Fahrrad, Kommerz, Mediziner).

Dieser Beitrag wurde unter J-R, Lästerlexikon, M abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.