← Zurück zur Bibliothek

Perkeo – Der Zwerg von Heidelberg

Perkeo – Der Zwerg von Heidelberg

von Walter Laufenberg

Auf der Website von Amazon können Sie weitere Details nachlesen.

ISDN

978-3-89735-539-2

Kategorie

Historischer Roman

Umfang

224 Seiten, broschiert

Verlag

verlag regionalkultur

Preis

€ 12,90

Review



Achtung, Filmproduzenten!
Das Land Baden Württemberg und die Stadt Heidelberg haben Interesse an einer Verfilmung meines Romans “Perkeo – Der Zwerg von Heidelberg”. Der Hauptdarsteller ist schon gefunden und eingekleidet. Hier ein Probefilm mit ihm.

Hier können Sie sich meinen Schlagabtausch mit dem wieder unter uns weilenden Zwerg Perkeo ansehen:


Die Heidelberger Symbolfigur vor dem Malteserschloss


Die inhaltsgleiche Taschenbuchausgabe des im Jahre 1990 in Stuttgart erschienenen Bestsellers “Der Zwerg von Heidelberg”

Der Verlag Regionalkultur schreibt im Klappentext: “Das war der Zwerg Perkeo im Heidelberger Schloß, an Wuchse klein und winzig, an Durste riesengroß. Man schalt ihn einen Narren, er dachte: Liebe Leut, wärt ihr wie ich doch alle feuchtfröhlich und gescheut!” So verewigte Joseph Victor von Scheffel den Zwerg Perkeo, der als einziger Hofnarr in deutschen Landen Lexikonformat erreicht hat, in einem Trinklied. Walter Laufenberg schildert in seinem Roman das Leben des prachtliebenden Barockfürsten Carl Philipp in den Residenzen Innsbruck, Neuburg an der Donau, Schwetzingen und Mannheim.Vor allem aber läßt er das Heidelberger Schloß, den Sitz des Kurfürsten bei Rhein, in seiner glanzvollsten Epoche wieder erstehen.

Im MANNHEIMER MORGEN vom 23. September 2008 schreibt Marlene Bainczyk unter dem Titel: Trinkfeste regionale Geschichte

Autor Walter Laufenberg ist eine Art Hans Dampf in allen Gassen: Der Jurist und promovierte Sozialwissenschaftler lebte unter anderem in Köln, Saarbrücken, Berlin, Bonn, Aachen und Oldenburg, bevor es ihn in die Rhein-Neckar-Region verschlug. Und auch hier residierte er bereits in Heidelberg, Speyer und Mannheim. Aus seiner Heidelberger Zeit stammt der Historische Roman “Perkeo – Der Zwerg von Heidelberg” über den Hofnarren des Kurfürsten Carl Philipp. Das Buch war nach seinem Erscheinen 1990 lange vergriffen und ist nun als Taschenbuch neu aufgelegt worden.
Perkeo hat es für seinen Berufsstand zu großer Berühmtheit gebracht: Man kennt ihn in der Region bis heute, nicht nur als Wächter des Großen Fasses auf dem Heidelberger Schloss, auch in einem Trinklied ist er von Joseph Victor von Scheffel verewigt worden: “Das war der Zwerg Perkeo im Heidelberger Schloss, an Wuchse klein und winzig, an Durste riesengroß.”
Seine Trinkfreudigkeit ist tatsächlich legendär, und ihr beeindruckendes Ausmaß brachte ihm neben seiner geringen Körpergröße die Aufmerksamkeit des Kurfürsten ein. Glaubt man Laufenberg, so war es aber seine Intelligenz, die ihm die langjährige Freundschaft des Monarchen sicherte und ihn zu seinem ehrlichen Berater machte. Schließlich war es sein Privileg, ohne Rücksicht auf Verluste frei zu äußern, was ihm auf der Zunge lag. Auch unangenehme Wahrheiten.
Walter Laufenberg hat sich auf die Suche gemacht und nicht nur einiges über Perkeo herausgefunden, sondern auch die Kurpfalz in einer glanzvollen Zeit porträtiert. Hier wird sie wieder zum Leben erweckt, und der historisch interessierte Leser kann sich erzählen lassen, wofür er sonst schwere und staubige Geschichtsbücher wälzen müsste.

In DER SCHLARAFFIA ZEYTTUNGEN, Ausgabe September 2008, schreibt Rt. Aerik (267) unter dem Titel: Der Zwerg und das Riesenfass

Es gibt Bücher, die kann man schon nach der dritten Seite nicht mehr aus der Hand legen – dieses gehört dazu. Es ist die ebenso phantasievolle wie historisch sorgsam recherchierte Geschichte des zwergwüchsigen Südtiroler Knopfmachers Clemens, der als jemals einziger Hofnarr in deutschen Landen Lexikonformat erreichte. Joseph Victor von Scheffel, unser E.S. Gaudeamus, setzte ihm in seinem Trinklied ein Denkmal: “Das war der Zwerg Perkeo im Heidelberger Schloss, an Wuchse klein und winzig, an Durste riesengroß. Man schalt ihn einen Narren, er dachte: Liebe Leut’, wärt ihr wie ich doch alle feuchtfröhlich und gescheut!”
Rt. Fex (53) – profan Walter Laufenberg – folgt in seiner höchst amüsanten Romanbiografie den verschlungenen Lebenspfaden des Hofnarren und Wächters des “Großen Fasses” an der Seite des prachtliebenden Barockfürsten Carl Philipp in den Residenzen Innsbruck, Neuburg an der Dona, Schwetzingen und Mannheim. Dabei lässt er aus den Ruinen vor unserem geistigen Auge das Heidelberger Schloss, den Sitz des Kurfürsten bei Rhein, in seiner glanzvollsten Epoche wiedererstehen. Was Perkeo an Körpergröße fehlte, machte er an Trinkfestigkeit wett. Damit begann auch die ungewöhnliche Partnerschaft der beiden ungleichen Männer, denn er trank bei einer Wette den Pfalzgrafen in seinem Innsbrucker Schloss glatt unter den Tisch. Fortan war er über lange Jahre Hofnarr, “Lustiger Rat”, Spaßmacher und politischer Berater in einer Person, dem Rücksichtnahme und diplomatisches Taktieren fremd waren. Sein Ende war tragisch: Als der alternde Kurfürst nicht mehr die schützende Hand über Perkeo hielt, war er der rachsüchtigen Höflingskamarilla schutzlos ausgeliefert. Dass Walter Laufenberg nicht nur ein witziger Erzähler, sondern auch ein Meister unserer Muttersprache ist, wissen alle Schlaraffen, die schon in dieser DSZ-Rubrik mit einem seiner Bücher bekannt geworden sind.

Leserurteile

Diesen köstlichen Barockroman “Perkeo – Der Zwerg von Heidelberg” habe ich mit Begeisterung gelesen. Und ich habe immer mal wieder ein weiteres Exemplar dieses Buches gekauft, um was Schönes zum Verschenken zu haben. Das kam immer gut an.
Ellen Weinberger, Weinheim 8. 9. 2012

Mit Freude und Gewinn las ich jüngst in den Ferien in Kärnten den Roman “Perkeo, der Zwerg von Heidelberg” und möchte mich für das Lesevergnügen bedanken. Das Buch in der mir vorliegenden 3. Auflage von 2010 verdient eine größere Leserschaft!
Helmut Müllmerstadt, Laufenburg/Baden 4. September 2012

Einfach ein Lesegenuss, spannend, unterhaltsam und informativ. Sprachlich virtuos führt Laufenberg den Leser durch die Geschichte und Perkeos Lebensweg am Hofe des Barockfürsten Carl Philipp. Die Schilderung ist so lebendig, als würde man einen Film anschauen. Auch Leser, die ansonsten historische Romane nicht bevorzugen, werden das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Am Rande: Erfreulich, dass auch in Heidelberg die Tradition hochgehalten wird und man im “Perkeo” einkehren kann.
Martina H., 56346 Lykershausen, 01.12.2010

Habe jetzt die Romanbiografie “Perkeo – Der Zwerg von Heidelberg” noch einmal gelesen und bin einfach hingerissen. Wie der pfiffige kleine Kerl da geschildert wird, mit dem ganzen bunten Hofleben um ihn herum, das ist großartig! Denn das läuft vor dem inneren Auge ab wie ein spannender Film.
Wilf Kiesow, Rheine 15. September 2010


Ich habe Ihr Buch “Perkeo – Der Zwerg von Heidelberg” gelesen und bin sehr begeistert. Meiner Meinung nach müsste die Perkeo-Geschichte unbedingt bald mal verfilmt werden.
Peter Brownbill, Hinte bei Emden 1. 4. 10


Ich, knapp 2,00 m lang, lese die Erlebnisse eines Knirpses von 1,10. Die Titelangaben statt Kapitel-Nummern finde ich interessanter.
Sie machen den Leser neugierig, was stellt der Lustige Rat nun wieder an …
Zu Weihnachten gab es diesmal u.a. zwei “Laufenberg-Bücher” von unseren Kindern …
Ich denke, dass sich zu den bisher sieben “Laufenbergs” noch weitere gesellen werden.
Hans Walter Adams, Bergisch Neukirchen 8. 2. 2010


Habe heute den Roman “Perkeo der Zwerg von Heidelberg” fertiggelesen. Als ich erst von dem Buch in “Der Schlaraffen Zeytung” las, habe ich meine Schwägerin Barbara in Berlin per E-Mail gefragt, ob sie mir ein Exemplar gegen Bezahlung besorgen könnte und würde. Zu meiner Überraschung, als ich in Januar von einer Kreuzfahrt in der westlichen Karibik wieder in der Heimburg ankam, lag schon der erwünschte Roman als verspätetes Weihnachtsgeschenk mitten in der angehäuften Post. Also, dann fing ich an, ein Paar Seiten jeden Abend vor dem Schlafen zu lesen, und deswegen hat’s so lange gedauert, den Roman zu Ende zu lesen. In keinem Sinne war er langweilig, sondern fand ich ihn höchst interessant. Der Autor hat diese Geschichte von dem Kurfürsten Carl Philipp und seinem Hofnarren Clemens Perkeo ausgezeichnet erzählt und das Hofleben meiner Meinung nach prima dargestellt.
Als ich als aktiver Offizier der US Armee 10 Jahre in Deutschland war, habe ich in der Pfalz – nämlich in Heidelberg, Neckargemünd, Landau, Neustadt an der Weinstraße und im angrenzenden oberbayrischen Herzogenaurach – des öfteren dienstlich zu tun gehabt. Also, ich kannte mich damals in dieser Gegend ziemlich gut aus und geniesse immer noch den pfälzischen Wein.
Dean M. Carlson, Melbourne, Florida, USA 3. Mai 2009


Ich möchte das Loblied des Buches “Perkeo – Der Zwerg von Heidelberg” singen. Das war für mich die ideale Urlaubslektüre. Man hat zu schmunzeln und zu lachen und wird dabei sogar noch immer klüger, weil das Lebensbild des Hofnarren zugleich sowas wie ein Geschichtsbuch ist. Das hat mir sehr gefallen.
Helmut Schmiedel, Hemsbach 25. Februar 2009


Sie hatten mir im vergangenen Herbst einen signierten “Perkeo – Der Zwerg von Heidelberg” für meine Mutter (Lieselotte Wein, nun im 92.) geschickt, den wir ihr auf den Gabentisch gelegt hatten. Gestern nun kam der Anruf, dass sie Ihr Buch soeben ausgelesen habe und ganz begeistert sei. Interessant und lesenswert, voller Spannung bis zur letzten Seite! Dies mit stiller Freude übermittelnd grüßt
Dr. Volker Wein, Halle/Saale 13. Januar 2009


Die Roman-Biografie „Perkeo – Der Zwerg von Heidelberg“ hat mir sehr gut gefallen. Vor allen Dingen habe ich, die nur zwei Jahre in Mannheim gelebt hat, nun mehr historisches Hintergrundwissen. Ich kenne zwar das große Fass im Heidelberger Schloss, auch das Schloss in Schwetzingen und Mannheim, aber in einem Roman darüber zu lesen, ist sehr interessant gewesen.
Die Geschichten über Perkeo und Carl Philipp, ob nun in Neuenburg, Heidelberg, Schwetzingen oder auch später in Mannheim, sind faszinierend aus historischer Sicht und zum Amüsieren.
Corina Wagner, Neu-Ulm 3. Januar 2009


Wie in dem Buch “Perkeo – Der Zwerg von Heidelberg” das Luxus-Leben und seine Perversionen an einem deutschen Fürstenhof in der Rokokozeit geschildert werden, ist für den Leser ein Genuss. Zwar ein Roman, doch stimmen die Fakten, die Namen der handelnden Personen und ihre Funktionen. Man merkt die gründliche Recherche des Autors. Dazu liest sich das Buch wegen der kurzen Kapitel mit klaren Überschriften sehr angenehm, auch in kleineren Etappen.
Prof. Dr. Hans Martin Laun, Mannheim 8. Dezember 2008


Das Lebensbild “Perkeo – Der Zwerg von Heidelberg” liegt bei mir auf dem Nachttisch für die allabendliche Portion Lesevergnügen. So informativ, man merkt die intensiven Recherchen des Autors, und dabei doch einfach köstlich.
Siegfried Jourdan, Worms 9. Oktober 2008


Der biografische Hofnarren-Roman “Perkeo – Der Zwerg von Heidelberg” hat mir sehr gut gefallen. Ein authentisches Bild des Barock-Lebens am Hofe des Kurfürsten Carl Philipp. Offensichtlich gründlich recherchiert. Dabei schafft es der Autor mit seiner die menschliche Seite beleuchtenden Darstellung auch noch, dass einem dieser Hofnarr so richtig ans Herz wächst.
Dr. Klaus Haag, Speyer 20. September 2008


Hier das erste Kapitel des Buches als

Leseprobe:

Perkeo als Wächter des Großen Fasses

Da steht er und wacht er beim Großen Fass: Perkeo. Wenn er nicht gerade seinen Rausch ausschläft oder sich einen antrinkt. Oder mit festen Schritten den Steinboden abklopft. Als ob er dem Bodenlosen auf der Spur wäre mit seinen kleinen harten Schuhen, dem Unergründlichen, der Überallhohlheit. Zack, zack, dröhnt es in den Gewölben wider, wie er daherstolziert. Mit hartem Tritt, in der Art der Kleinen, deren zu kurz geratene Beine sich kein bisschen Lässigkeit leisten. Zack, zack.

Ein Zwerg zwar, doch ein Großer am Hofe. Prächtig aufgeputzt mit Schärpe, Schlüssel und Großkreuz eines kurfürstlichen Kammerherrn und Ritters, mit Perücke, feuerrot, und mit seinem Drei-Liter- Humpen in der Hand, dem Zeichen seiner Überlegenheit. Der Wächter des Großen Fasses. In Habachtstellung. Wobei es weniger darum geht aufzupassen, dass sich kein Unbefugter bedient – es ist Wein genug da, und der Kurfürst ist so großzügig, wie man es nur sein kann. Wie er selbst seinen Adamsapfel feucht hält, mit gewaltigem Schlucken Tag und Nacht, so gönnt er es auch seinem ganzen Hofstaat. Wichtiger ist, dass immer wieder Wein ins Fass hinein kommt – und nichts anderes als Wein. Kein Wasser und kein Unrat. Was man da alles hört aus dem Serail des Sultans in Stambul: Dass die riesigen kupfernen Weinkaraffen feste Deckel tragen, die mit schweren Vorhängeschlössern gesichert sind, während der Hahn unterm Bauch der Kanne einfach auf- und zugedreht wird. Weil man nicht den durstigen Dieb fürchtet, sondern den Mörder, der den Wein mit Gift versetzt, Eine schreckliche Vorstellung. Zum Glück weit, weit weg im fernen Orient, denkt Perkeo. Am Hof zu Heidelberg schleichen keine Giftmischer herum, spricht er sich beruhigend zu. Und weiß doch, dass er da nicht mehr so sicher sein kann. Nein, nein, überredet er sich, du brauchst nichts zu befürchten. Der Kellermeister vor seinem Fass. Der kleinste Mann am Hofe vor dem größten jemals gebauten Holzfass, in dem Wein gelagert wurde. Was für ein Größenverhältnis! Und doch ist es nicht seine Körpergröße von gerade einem Meter zehn, die Perkeo so nachdenklich macht. Draußen wird es überdeutlich; Anfang Mai, Frühlingszeit. Doch der Zwerg im düstern Fassbau fühlt eher den Herbst. In diesem Jahr 1728 ist das Große Fass erstmals wieder voll, nachdem es jahrelang trockengestanden hatte. »Nicht mehr dicht, zu alt, unbrauchbar geworden«, flüstert Perkeo vor sich hin. Und schüttelt energisch den Kopf. Nein, nein, nein. Äußerlich zwar noch in Ordnung, aber als Weinbehältnis nicht mehr brauchbar – so hatte das Fass dagestanden, bis Kurfürst Carl Philipp den Befehl zur Generalüberholung gegeben hatte. Das war im Vorjahr. Und nun hatten sie es mit pfälzischem Landwein gefüllt und am 1. Mai, mit der Namenstagsfeier des Kurfürsten, neu eingeweiht. In einem herrlichen Besäufnis auf dem Rücken des Großen Fasses, das geduldig dalag wie ein Elefant, der sich beladen lässt. Es ist nicht der Kater nach dem Saufen, der Perkeo sein verschmitztes Lächeln gestohlen hat. Nein, damit hat er keine Last. Sein Organismus wehrt sich nicht gegen den Wein, er braucht ihn. Und er bekommt ihn, regelmäßig und unmäßig. Perkeo ist dabei zu verstehen, was sein neues Amt als Wächter des Großen Fasses bedeutet. »Die letzte Ehre, die mir mein Kurfürst erwiesen hat«, murmelt er. Der neue große Schlüssel, den Carl Philipp mir überreicht hat, war sein Abschiedsgeschenk, überlegt er. Wir haben getrunken und gelacht und uns vor Lust auf die Schenkel geschlagen, Weil alles noch einmal so war, wie früher, Und dann ist er abgereist, hinüber in sein Sommerschloss Schwetzingen, das immer größer, immer prächtiger wird. Und ich hier vor dem Großen Fass, abgestellt, eingelagert – und wie übrig geblieben von einer wunderschönen jahrelangen Feier, »Wie bin ich nur hierhin geraten?« Armer Perkeo, das ist nicht die Frage. Besser, du würdest dich fragen; »Wie lange noch werde ich hier meine Ruhe haben? Wie schnell werden sie kommen, meine Feinde, und unbarmherzig Rache nehmen?«

Denn zur selben Stunde versammelte sich im Apothekerturm eine kleine Gruppe von Hofleuten, um über den Zwerg Perkeo einen Urteilsspruch zu fällen. Eine sonderbar gemischte Gesellschaft war es, die sich da in den untersten Gewölben des Apothekerturms zusammensetzte. Der Oberfalkenmeister des Kurfürsten, Graf Thurn und Taxis, seine schöne Schwester Violanta Theresia, der Jesuitenpater Nikolaus Staudacher, der Hofdichter Giorgio Maria Rapparini und der Apotheker, einfach »Dottore« genannt. Er war von allen wohl die unheimlichste Figur. Ein Gesicht wie ein geschnitzter Teufel. Gerade so, als ernährte er sich von den nach geheimen Rezepten gemixten Tinkturen, Pillen und Salben, die er in seiner Offizin bereithielt. In dieser von Flaschen, Phiolen und merkwürdig verbogenen Glasröhren vollgestellten Höhle hauste der Mann Tag und Nacht wie ein böser Geist. Aber als einer, von dem man sich Hilfe erhoffte, wenn es einem schlecht ging.

»Wir dürfen nur flüstern«, sagte der Apotheker, »denn die Wände des Schlosses haben Ohren, sogar noch hier, tief unten im Turm.«

»Wir sollten vielleicht schreiben, was wir meinen«, schlug der Hofdichter vor. Worüber man aber nur den Kopf schütteln konnte.

»Wir können uns mit der Zeichensprache begnügen statt zu reden – und es kurz machen«, meinte der Oberfalkenmeister und machte dabei eine energische Handbewegung vor seinem Hals, als wollte er sich selbst den Kopf abschneiden.

»Ach, wir sollten doch lieber beim Flüstern bleiben«, hauchte die Gräfin erschrocken. Und der Pater nickte eifrig zustimmend. Konnte es ihm doch gar nicht leise genug zugehen. Möglichst so leise, dass Gott es überhört. Oder dass man beim Jüngsten Gericht sich damit verteidigen könnte, man habe nicht nur nichts gesagt, sondern auch nichts gehört. Und gesehen sowieso nichts, weil es düster war in der Giftküche des Apothekers.

Der Gastgeber eröffnete die Sitzung. Weil er selbst als einziger mit dem Hofnarren keine Rechnung zu begleichen habe, übernehme er den Vorsitz, erklärte er. »Quasi als Neutraler.« Und da sich kein Widerspruch regte, fuhr er fort: »Zunächst – wer hat etwas zur Verteidigung des Hofnarren vorzubringen?« Die Frage überraschte die Versammelten. Sie sahen sich empört und mit hasserfüllten Blicken um. Aber da war niemand zu sehen, der als Verteidiger auftreten wollte. »Ich stelle fest«, sagte der Apotheker, »das Urteil ist einstimmig gefällt. Somit bleibt nur noch die Frage des Wie.« »Verdammt noch mal, das übernehme natürlich ich«, der Oberfalkenmeister schlug mit der Faust auf den Tisch, dass rundum die Gläser klirrten. Doch als seine Mitverschworenen die Finger auf die Lippen legten und ihn mit »Pst, Pst!« zur Ruhe mahnten, setzte er leise hinzu: »Seine Aufgabe, Dottore, ist es dann nur noch, die Leiche verschwinden zu lassen. Er hat ja Mittelchen genug in Seinen Schränken.«

»Nun ja«, gab der Apotheker sich skeptisch, »wenn der Tote auch sehr klein ist, gleich ganz verschwinden lassen, das können ihn meine Essenzen wohl doch nicht. Einen Aufbewahrungsort müsstet Ihr schon für ihn finden, Graf. Doch dass er dort sehr schnell verwest und kein Knöchelchen mehr übrigbleibt, dafür kann ich sorgen.«

»Und wenn man nichts mehr von ihm findet, dann ist er vergessen für alle Zeiten«, begeisterte sich der Poet. Womit die Sitzung im Apothekerturm beendet wurde, weil man alles Notwendige verabredet zu haben glaubte. – Glaubte!

Derweil denkt der Wächter des Großen Fasses nicht an die Gefahr, die ihm droht und der er ausgeliefert ist, jetzt, da die schützende Hand des Kurfürsten nicht mehr über ihm wacht. Perkeo denkt nicht an morgen und nicht an übermorgen. Er blickt zurück und lässt seine Gedanken noch einmal sein unordentliches Leben durcheilen.