Kommunikation

K. ist ein menschliches Urbedürfnis, das sich mündlich, schriftlich und nonverbal austobt. Es hat heute mit der Schwierigkeit zu kämpfen, dass wir beinahe ständig unter der Dusche von Presse, Funk, Fernsehen und Internet stehen, die die traditionellen Funktionen Tratschen, Plaudern, Berichten, Informieren, Erzählen und Ratgeben an sich gerissen haben. Immer mehr Menschen machen den Notausstieg, indem sie sich jede freie Minute mit ihrem Smartphone beschäftigen, was ihnen zumindest das Gefühl von individueller K. gibt. Ihren Mitmenschen können sie mit ihrer Telefonbegeisterung ganz schön auf die Nerven gehen. Wer mit einer schriftlichen Äußerung auf das Trittbrett der diversen Foren springt, ist meistens nicht ernst zu nehmen, weil er bei diesem ungelenken Sprung wie ein Analphabet wirkt. Er sollte sich besser sein Geschreibsel verkneifen und nur noch nonverbal kommunizieren, am besten mit Bildern, Filmen, Smileys und Emojis. Die stören weniger. Generell gilt die Kommunikationsregel Nr. 1: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Daneben bietet die Kommunikationswissenschaft zahlreiche weitere, oft tückische Regeln an, beispielsweise für Verführung, für Vernehmung oder für Gehirnwäsche (vgl. Journaille, Mitteilungsbedürfnis).

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