Grundtriebfedern

(Illustration: Wilhelm Busch)

Auch der Philosoph Arthur Schopenhauer (1788-1860) hat sich schon Gedanken gemacht   über das Wozu menschlichen Handelns. Er meinte, es gebe drei G. der menschlichen Handlungen: Erstens Egoismus, der das eigene Wohl will, zweitens Bosheit, die das fremde Wehe will, und drittens Mitleid, das das fremde Wohl will. Ich bitte um Pardon, Arthur, aber das ist ein typisches Beispiel für Zu-Kurz-Gedachtes. Drängt sich doch bei der Triebfeder Bosheit sofort die Frage auf: Wozu dient dem Täter das fremde Wehe? Genauso bei der Triebfeder Mitleid. Hätte Schopenhauer konsequent weiter nach dem Wozu gefragt, hätte er zugeben müssen, dass der Mensch auch mit den Aktionen der Bosheit und des Mitleids letztlich etwas für sein Ego tut. So wäre allein durch Weiterfragen von den angeblich drei G. menschlichen Handelns nur eine übrig geblieben, nämlich der Egoismus. Und schon wäre ich mit Schopenhauer einig  (vgl. Egoismus, Grundstreben, Laufenberg-Instinkt).

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