(Il viaggio, 1974, 100 Min., Regie: Vittorio De Sica)
Ein vom Produzenten Carlo Ponti seiner Ehefrau Sophia Loren auf den Leib und in das ausdrucksstarke Gesicht gedrehter Film, der sich mit dem Bezug auf eine Story von Luigi Pirandello sogar noch einen literarischen Anstrich gibt und doch völlig belanglos bleibt. Auch ohne jede Spannung ist. Schon der Verlegenheitstitel hätte einen warnen sollen: Vorsicht, hochkarätiger Edelkitsch! Es geht um die Allerwelts-Gefühlsduselei namens Liebe, im uralten Dreieck vorgeführt. Liebe, die zunächst verhindert wird und dann zu spät ihr Ziel erreicht. Und das alles nur, weil der Problemknoten so unsinnig wie unbegründet ist. Die paar Ansätze zu echter Problematik – indirekter Mord mittels eines Geschenks oder Sex triumphiert über Mutterliebe oder auch Liebe in Zeiten des Kriegsausbruchs – werden nicht aufgegriffen und deshalb die Zuschauer nicht ergriffen, zumal die berühmten Hauptdarsteller (Sophia Loren und Richard Burton) schon etwas abgegriffen wirken.