<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Das Laufenberg Netzine</title>
	<atom:link href="/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.netzine.de</link>
	<description>Ein Internet-Magazin für Zeitgenossen, die sich Fragen stellen</description>
	<lastBuildDate>Thu, 23 May 2013 07:31:06 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.0</generator>
		<item>
		<title>Attraktiv</title>
		<link>http://www.netzine.de/attraktiv/</link>
		<comments>http://www.netzine.de/attraktiv/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 23 May 2013 07:27:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Laufenberg</dc:creator>
				<category><![CDATA[A]]></category>
		<category><![CDATA[A-I]]></category>
		<category><![CDATA[Lästerlexikon]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.netzine.de/?p=1885</guid>
		<description><![CDATA[Ihn oder sie für besonders a. zu halten, führt bei ihr oder ihm zur Ehe. Die Monogamie macht es jedoch für Mann und Frau scheinbar überflüssig, auf Dauer a. zu bleiben. Deshalb ist es verständlich, dass so viele Ehen zur unattraktiven Show werden und dass die Monogamie im Showgeschäft, wo &#8230; <a href="/attraktiv/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ihn oder sie für besonders a. zu halten, führt bei ihr oder ihm zur Ehe. Die Monogamie macht es jedoch für Mann und Frau scheinbar überflüssig, auf Dauer a. zu bleiben. Deshalb ist es verständlich, dass so viele Ehen zur unattraktiven Show werden und dass die Monogamie im Showgeschäft, wo es für Mann und Frau unverzichtbar ist, sich a. zu halten, ganz abgeschafft scheint (vgl. <a title="Einehe" href="/einehe/">Einehe</a>, <a title="Monogam" href="/monogam/">Monogam</a>).</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.netzine.de%2Fattraktiv%2F&amp;title=Attraktiv" id="wpa2a_2"><img src="/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.netzine.de/attraktiv/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title></title>
		<link>http://www.netzine.de/passiertes-passierte-es/</link>
		<comments>http://www.netzine.de/passiertes-passierte-es/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 14 May 2013 17:18:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://newhp.netzine.de/?p=207</guid>
		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1></h1>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.netzine.de%2Fpassiertes-passierte-es%2F&amp;title=" id="wpa2a_4"><img src="/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.netzine.de/passiertes-passierte-es/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>649. Ausgabe</title>
		<link>http://www.netzine.de/649-ausgabe/</link>
		<comments>http://www.netzine.de/649-ausgabe/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 14 May 2013 14:38:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Laufenberg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.netzine.de/?p=1884</guid>
		<description><![CDATA[Passiertes! &#8211; Passierte es? Keine Kinderei: Die US-Waffenindustrie ist in Sorge, weil der einheimische Markt schon von Schusswaffen für Schützen im Schnulleralter bis hin zu Selbstschussanlagen für bewegungsunfähige Senioren gesättigt ist. Deshalb fordern die Waffenhersteller jetzt immer intensiver Präsident Obama auf, endlich mit Steuergeldern Waffen für die Rebellen in Syrien &#8230; <a href="/649-ausgabe/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: xx-large;"><strong>Passiertes! &#8211; Passierte es?</strong></span></p>
<p><strong>Keine Kinderei: Die US-Waffenindustrie ist in Sorge,</strong> weil der einheimische Markt schon von Schusswaffen für Schützen im Schnulleralter bis hin zu Selbstschussanlagen für bewegungsunfähige Senioren gesättigt ist. Deshalb fordern die Waffenhersteller jetzt immer intensiver Präsident Obama auf, endlich mit Steuergeldern Waffen für die Rebellen in Syrien zu kaufen, egal, wes Geistes oder Ungeistes Kind die sind. Hauptsache: Business as usual. Aber Präsident Obama denkt an den krassen Fehler, den Tyrannen Saddam Hussein zu stürzen. In einer Epoche der religiösen Radikalisierung sind Gesichtspunkte wie Öl und Markt, Demokratie und strategische Einflusssphären zweitrangig.</p>
<p><strong>Manches, das wir in der Zeitung geboten bekommen, mutet gespenstisch an. </strong>So die Tatsache, dass wir Deutschen zu wenig Müll produzieren. Da haben wir 71 Müllverbrennungsanlagen gebaut, in denen Strom und Wärme erzeugt werden soll. Doch muss für diese Öfen schon Müll aus Italien, Österreich und England rangekarrt werden. Und das nur, weil wir das Mülltrennen fürs Recycling, das man uns mühsam beigebracht hat, nicht lassen können.</p>
<p><strong>Und wenn das der Erzengel Gabriel persönlich gewesen wäre,</strong> der da mit dem ganzen Übergewicht seiner Persönlichkeit für eine Tempobegrenzung auf allen deutschen Autobahnen eintrat. Wer das in Deutschland wagt, begeht damit politischen Selbstmord. Denn zu den Grundbedürfnissen gehört beim Deutschen das Rasen wie beim Amerikaner das Schießen und beim Russen das Wodkasaufen. Was man aber auch – statt so feinsinnig psychologisch – einfach wirtschaftlich erklären kann: Was die Schnapsindustrie in Russland ist, das ist die Waffenindustrie in den USA und die Autoindustrie bei uns: Daran kommt keiner vorbei, nicht einmal ein Erzengel.</p>
<p><strong>Wir können alles außer Hochdeutsch, so lautet ein Werbespruch Baden-Württembergs. </strong>Die bayerische Landesregierung hat sich davon zu einer ähnlichen Image-Kampagne verleiten lassen. So sollen die Abgeordneten des Landtags sprechen: Wir können alles außer auf anständige Weise Steuergelder einsacken.</p>
<p><strong>Die peinlich ungeschickte Gschaftlhuberei bei der Verteilung der Presseplätze</strong> im NSU-Prozess durch das Münchner Oberlandesgericht hat – für mich schon fast tröstlich – gezeigt, wie wolkenkratzerhoch über dem schnöden Alltagskram unsere Justiz steht.</p>
<p><strong>Der eilige Wüstenkäfer in der Namib,</strong> immer sehe ich ihn vor mir, wie er läuft und läuft und läuft. Diese hochbeinige schwarze Halbkugel muss bei mehr als 50 Grad Celsius Tagestemperatur über den heißen Dünensand rennen, um nicht zu verglühen. Mit dem dauernden Dahinrasen erzeugt das Tier einen Wind um sich, der seine Körpertemperatur um zehn Grad Celsius reduziert. Nur so kann es überleben. Zur Ruhe kommt es erst als Lieblingsspeise des Chamäleons, wenn es von der vorschnellenden Zunge erwischt wurde und im Maul genießerisch zermampft wird. Was der Wüstenkäfer mit mir zu tun hat? – Viel zuviel.</p>
<p><strong>Unter den von Facebook vorgeschlagenen Büchern, die ich mit „gefällt mir“ kennzeichnen soll,</strong> ist soviel an großer Literatur, dass mir dafür das Urteil „gefällt mir“ zu billig ist. Andererseits fehlt für den vorgeschlagenen Schrott die Kennzeichnung „gefällt mir nicht“. Dabei würde ich in die Ecke auch das Face-Book selbst schieben.</p>
<p><strong>Es ist ein schreckliches Missverständnis und ein riesiger Kulturverlust,</strong> dass größte Werke der Weltliteratur, die voll grundsätzlicher Aussagen sind, von allzu cleveren Verlegern einige Jahrhunderte nach ihrer Erstveröffentlichung gekürzt als Kinderbücher auf den Markt geworfen werden. So Daniel Defoes „Robinson Crusoe“, Miguel de Cervantes’ „Don Quichotte“ oder Jonathan Swifts „Gullivers Reisen“. Und Wilhelm Busch mit seinem schwarzen Menschenbild und bitterbösen Humor gehört auch schon in diese Reihe der Opfer.</p>
<p><strong>Aus gutem Grund</strong> möchte ich auf ein Stichwort im „Läster-Lexikon“ des Netzine hinweisen, nämlich auf den Begriff „Aufklärung“. Mal reinschauen!</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.netzine.de%2F649-ausgabe%2F&amp;title=649.%20Ausgabe" id="wpa2a_6"><img src="/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.netzine.de/649-ausgabe/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Judenfeindlichkeit</title>
		<link>http://www.netzine.de/judenfeindlichkeit/</link>
		<comments>http://www.netzine.de/judenfeindlichkeit/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 02 May 2013 14:30:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Laufenberg</dc:creator>
				<category><![CDATA[J]]></category>
		<category><![CDATA[J-R]]></category>
		<category><![CDATA[Lästerlexikon]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.netzine.de/?p=1883</guid>
		<description><![CDATA[Eine naheliegende Erklärung der seit Urzeiten in erschreckend vielen Epochen und Gesellschaften anzutreffenden J. liegt in der Religion der Juden, die als die Verehrung des Gottes Ich interpretiert werden kann. Manifestiert einerseits in der Antwort, die Moses vor dem brennenden Dornbusch von Gott erhielt: Ich bin, der ich bin, andererseits &#8230; <a href="/judenfeindlichkeit/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine naheliegende Erklärung der seit Urzeiten in erschreckend vielen Epochen und Gesellschaften anzutreffenden J. liegt in der Religion der Juden, die als die Verehrung des Gottes Ich interpretiert werden kann. Manifestiert einerseits in der Antwort, die Moses vor dem brennenden Dornbusch von Gott erhielt: Ich bin, der ich bin, andererseits in den ersten drei der Zehn Gebote: 1. Ich bin der Herr, dein Gott. 2. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben. 3. Du sollst den Namen deines Gottes ehren. Im Alltag zeigt sich diese religiös fundierte Ich-Verehrung in dem typischen Namenskult der Juden und in der offensichtlichen Bevorzugung zunächst der Familie, dann der Gemeinde und danach der übrigen Glaubensgenossen, wonach erst der Rest der Menschheit gesehen wird. Weil die jüdische Religion nicht nur dem Gott Ich dient, sondern auch dem individuellen Ich, wird konsequenterweise die Hürde für den Übertritt zur jüdischen Religion (Konversion) hoch gehalten und im Unterschied zu fast allen anderen Religionsgemeinschaften keine Missionierung betrieben (vgl. <a title="Antisemitismus" href="/antisemitismus/">Antisemitismus</a>, <a title="Egoismus" href="/egoismus/">Egoismus</a>, Egozentrik, <a title="Jesus" href="/jesus/">Jesus</a><strong>, </strong>Viktimologie).</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.netzine.de%2Fjudenfeindlichkeit%2F&amp;title=Judenfeindlichkeit" id="wpa2a_8"><img src="/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.netzine.de/judenfeindlichkeit/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>648. Ausgabe</title>
		<link>http://www.netzine.de/648-ausgabe/</link>
		<comments>http://www.netzine.de/648-ausgabe/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 30 Apr 2013 14:51:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Laufenberg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.netzine.de/?p=1882</guid>
		<description><![CDATA[Passiertes! &#8211; Passierte es? Das Land Baden-Württemberg hat im vorigen Jahr etwas Tollkühnes gewagt. Als erstes Bundesland hat es im Rahmen einer Image-Kampagne zur Anwerbung neuer Fachkräfte eine Zufriedenheitsgarantie gegeben. Neubürger, denen es nicht im Ländle gefällt, sollten Anspruch auf eine Wegzugshilfe von bis zu 500 Euro haben. Die Kampagne &#8230; <a href="/648-ausgabe/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: xx-large;"><strong>Passiertes! &#8211; Passierte es?</strong></span></p>
<p><strong>Das Land Baden-Württemberg hat im vorigen Jahr etwas Tollkühnes gewagt.</strong> Als erstes Bundesland hat es im Rahmen einer Image-Kampagne zur Anwerbung neuer Fachkräfte eine Zufriedenheitsgarantie gegeben. Neubürger, denen es nicht im Ländle gefällt, sollten Anspruch auf eine Wegzugshilfe von bis zu 500 Euro haben. Die Kampagne ist stark beachtet und viel gelobt worden. Die waghalsigen Staatsdiener hatten aber doch Angst vor der eigenen Courage und deshalb die Zahl der Begünstigten auf die ersten fünfzig Wegziehenden beschränkt. Jetzt konnten sie aufatmen: Sie mussten für keinen einzigen Wegzug zahlen.</p>
<p><strong>Jetzt wurde mir klar, es ist kein bloßes Gerücht, dass die Schwaben so besonders sparsam sind.</strong> In der Stuttgarter Fußgängerzone habe ich etliche Bettler beobachten können, die jämmerlich aussahen, absolut Mitleid erregend, wie sie sich an Krücken mit verkrümmten Beinen daherschleppten. Aber ich habe in einer halben Stunde nicht einmal gesehen, dass jemand etwas gegeben hat. Großartig, das nennt man: Eisern sein Geld zusammenhalten.</p>
<p><strong>Da feiern Bayern und Dortmund haushohe Siege über Barcelona und Madrid,</strong> die zu den besten Fußballmannschaften Europas zählen. Womit wir Deutschen uns schon wieder ein Stückchen mehr unbeliebt gemacht haben. Davor rettet uns auch nicht, wenn deutsche Tore von Ausländern geschossen wurden. Aber vielleicht helfen diese Siege uns wenigstens, den Begriff Ausländer wieder positiv zu nehmen.</p>
<p><strong>Ich kann nur hoffen, dass die Schätzung nicht stimmt, auf die ich jetzt gestoßen bin</strong>: 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel verderben jedes Jahr weltweit. Das soll etwa ein Drittel der gesamten Lebensmittelproduktion auf der Erde sein. Was kann ich gegen diese Verschwendung tun? – Na klar, noch viel mehr essen.</p>
<p><strong>Der neueste Hit</strong>: Alte Ehepaare, denen ihr Arzt geraten hat, sie sollten sich mal wieder bewegen, kaufen sich zwei E-Bikes, weil das schick ist. Für mich ist ein Elektrofahrrad jedoch so was wie Vollkornbrot in flüssiger Form.</p>
<p><strong>Erst fünf Jahre nach seinem Tod bringt man an die Öffentlichkeit, dass der beliebte Schauspieler Horst Tappert bei der Waffen-SS war.</strong> Und prompt melden sich Leute, die jetzt endlich verstehen, warum sie diesen Publikumsliebling noch nie ausstehen konnten. So wohltuend sind nachgeschobene Begründungen für Aversionen, die aus ganz anderen Ecken kamen. Bei mir war es schlicht das generelle Desinteresse an dressierten Affen. Interessieren würde mich jetzt aber, wer die Hintergrundinformation über diesen Schauspieler so lange zurückgehalten hat und warum. Doch dazu bringt die Presse nichts Erhellendes.</p>
<p><strong>Wenn ich in eine der modernen Buchhandlungen gehe und rundum alles voller Krimis sehe, </strong>verstehe ich: Wir leben in einer Gesellschaft von Schmeißfliegen. Nur was Scheiße ist, kommt an. Es sei denn, es ist schon im Titel so verrückt ausgedrückt, wie „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster springt“ oder „Der Hase mit den Bernsteinaugen“ oder so falsch betitelt wie „Fräulein Smilas Gespür für Schnee“, wo es um Eis ging, oder „Die Entdeckung der Currywurst“, was in Wahrheit ihre Erfindung betraf. Am erfolgträchtigsten aber ist neben den Krimis immer noch der nächste Aufguss auf den kalten Kaffee der ehemaligen DDR.</p>
<p><strong>Der Werbespruch einer Autofirma „Vorsprung durch Technik“</strong> ist ein Musterbeispiel dafür, wie man mit nichtssagender Ausdrucksweise – hat doch jedes Auto Technik – den größten Erfolg erzielt. Denn die angesprochene Zielgruppe versteht den Spruch zwangsläufig ergänzt als „Vorsprung durch überlegene Technik“, wenn sie ihn nicht korrigiert versteht als „Vorsprung in der Technik“. Beides gleich gut und gewollt, wenn der Autohersteller es so auch nicht hätte sagen können, weil es ihm sofort Klagen der Konkurrenz eingebracht hätte. So dreist spekuliert die Werbung auf unsere Doofheit.</p>
<p><strong>Hatte mich endlich daran gewöhnt, meine Oberhemden immer von derselben Firma zu kaufen.</strong> Nicht weil der Name so schön schottisch klingt, sondern weil ich damit die lästige Anprobiererei vermeiden konnte. Plötzlich entdeckte ich, dass diese Hemden kein Hemdentäschchen mehr haben. Nicht zwei, nicht eins, nein, keins. Und die Verkäuferin sagt brav, was man ihr beigebracht hat: „Die Kunden wollen das heute so.“ Ich aber sage: „Weniger Material und weniger Arbeitskosten bei demselben Preis, also heimliche Preiserhöhung. Deshalb  mache ich eine andere Firma zu meiner Lieblingsmarke.“</p>
<p><strong>Dem Irak droht der Bürgerkrieg. Worauf ich vor zehn Jahren im Internet und im Fernsehen hingewiesen hatte,</strong> nämlich dass man den Diktator Saddam Hussein brauche, weil er mit starker Hand den Deckel auf dem Topf hält, das ist ungehört verhallt. Ich war 2003 in den letzten beiden Wochen vor dem Überfall der Amerikaner und Engländer im Irak. Jetzt wird mein Bericht „Denk ich an Bagdad in der Nacht – Staatsgast am Abend vor Kriegsbeginn“, den es als Buch (Edition Karo, Berlin) gibt, zum Menetekel!</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.netzine.de%2F648-ausgabe%2F&amp;title=648.%20Ausgabe" id="wpa2a_10"><img src="/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.netzine.de/648-ausgabe/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Bestsellerautor</title>
		<link>http://www.netzine.de/bestsellerautor/</link>
		<comments>http://www.netzine.de/bestsellerautor/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 20 Apr 2013 08:18:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Laufenberg</dc:creator>
				<category><![CDATA[A-I]]></category>
		<category><![CDATA[B]]></category>
		<category><![CDATA[Lästerlexikon]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.netzine.de/?p=1881</guid>
		<description><![CDATA[Jemanden als B. zu bezeichnen, ist in Deutschland ungefährlich, weil das von der großen Mehrheit der Zeitgenossen immer noch nicht als Beleidigung oder üble Nachrede empfunden wird und deshalb keine Straftat ist. Es gibt sogar Schreiber, die es direkt darauf anlegen, so geschmäht zu werden (vgl. Bestseller, Bewusstseinshygiene, Krimi).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jemanden als B. zu bezeichnen, ist in Deutschland ungefährlich, weil das von der großen Mehrheit der Zeitgenossen immer noch nicht als Beleidigung oder üble Nachrede empfunden wird und deshalb keine Straftat ist. Es gibt sogar Schreiber, die es direkt darauf anlegen, so geschmäht zu werden (vgl. <a title="Bestseller" href="/bestseller/">Bestseller</a>, <a title="Bewusstseinshygiene" href="/bewustseinshygiene/">Bewusstseinshygiene</a>, <a title="Krimi" href="/krimi/">Krimi</a>).</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.netzine.de%2Fbestsellerautor%2F&amp;title=Bestsellerautor" id="wpa2a_12"><img src="/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.netzine.de/bestsellerautor/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>647. Ausgabe</title>
		<link>http://www.netzine.de/647-ausgabe/</link>
		<comments>http://www.netzine.de/647-ausgabe/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 16 Apr 2013 14:47:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Laufenberg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.netzine.de/?p=1880</guid>
		<description><![CDATA[Passiertes! &#8211; Passierte es? Oh verdammt, der schon seit Februar durchgehaltene Hungerstreik von einigen Dutzend Gefangenen in Guantánamo auf Kuba stört mich beim Frühstück. Dabei stört er nicht im Geringsten die weltweit vorgetragene Begeisterung der Amerikaner für die Menschenrechte, weil der Hungerstreik und jetzt auch die Zusammenstöße mit dem Wachpersonal &#8230; <a href="/647-ausgabe/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: xx-large;"><strong>Passiertes! &#8211; Passierte es?</strong></span></p>
<p><strong>Oh verdammt, der schon seit Februar durchgehaltene Hungerstreik</strong> von einigen Dutzend Gefangenen in Guantánamo auf Kuba stört mich beim Frühstück. Dabei stört er nicht im Geringsten die weltweit vorgetragene Begeisterung der Amerikaner für die Menschenrechte, weil der Hungerstreik und jetzt auch die Zusammenstöße mit dem Wachpersonal außerhalb des Hoheitsgebietes der USA stattfinden. So rettet man die Menschenrechte mit einem geografischen Trick und kann gleichzeitig Hunderte Menschen viele Jahre lang ohne Anklage und ohne Prozess einkerkern. Die Amerikaner praktizieren dunkelstes Mittelalter, aber sie zeigen eine reine Weste – der dunkle Fleck ist ja auf Kuba.</p>
<p><strong>Immer noch wenden 58 Länder die Todesstrafe an.</strong> Unangefochtener Spitzenreiter im Umbringen der Einwohner ist China. Es folgen Iran, Irak und Saudi-Arabien. Und die USA bemühen sich, Anschluss an die Spitzengruppe zu halten. Nachdem längst erwiesen ist, dass die Todesstrafe nicht abschreckender wirkt als ein Lebenslänglich, und nachdem in immer mehr Fällen nachgewiesen wird, dass irrtümlich Unschuldige hingerichtet wurden, fragte man sich: Wieso eigentlich immer noch Hinrichtungen? Dahinter steht heute nichts anderes mehr als die irrationale Vorstellung der Regierenden, die Bürger ihres Staates seien so was wie ihr Eigentum, mit dem sie tun und lassen können, was sie wollen. Dabei haben sie keinen einzigen von den Menschen ins Leben gebracht, die sie töten. Höchste Zeit also, den Begriff Eigentum neu zu definieren!</p>
<p><strong>Das deutsche Hotel- und Gaststättengewerbe freut sich</strong> darüber, dass wir  jetzt mehr Urlaub im Inland machen, weil wir in bisher besonders beliebten Reiseländern wie Griechenland und Italien mit aggressivem Verhalten der Einheimischen rechnen müssen.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                     <strong>Erst nach langem Zögern hat die Europäische Zentralbank</strong> die Ergebnisse einer groß angelegten Befragung herausgerückt. Jetzt ist festgestellt, die Luxemburger, Zyprer und Malteser sind nach Haushaltsvermögen die reichsten Europäer, und wir Deutschen nehmen den letzten Rang ein. Das passt zu dem, was wir schon länger wussten, nämlich dass bei uns mehr als die Hälfte der Haushalte zur Miete wohnt statt in Eigentum, wie in den Nachbarländern üblich. Und das passt zu dem, was schon immer bekannt ist, nämlich dass der Deutsche die Zipfelmütze über die Ohren gezogen hat, weil er der dumme Michel ist. Was leider vor allem für die deutschen Politiker gilt. Wenn das nicht ein tolles Wir-Gefühl gibt!</p>
<p><strong>Der in Zypern gestartete neue Volksbetrug namens Sparerenteignung</strong> bringt alternative Währungen zur Blüte. Vor allem die erst 2008 im Internet geborene Währung Bitcoin (BTC) ist gefragt. Anfang April dieses Jahres war ein Bitcoin bereits über 100 US-Dollar wert. Was man an Bitcoin besonders schätzt: Die streng begrenzte Geldmenge gilt als Sicherheit vor Inflation. Zudem gibt es keine Zentralbank, und weder Banker noch Politiker haben die Möglichkeit der Manipulation. Da es aber keine Scheine und Münzen gibt, weil die Gelder rein virtuell sind, ist die Gefahr von Hackerangriffen nicht zu unterschätzen. Trotzdem gibt es bereits Online-Börsen, in denen Bitcoin-Beträge in mehr als zwanzig der wichtigsten Währungen getauscht werden. Und große Online-Dienste sowie internationale Tourismusfirmen haben damit begonnen, Zahlungen in Bitcoin zu akzeptieren. Es wird deutlich: Wir emanzipieren uns von den traditionellen Institutionen. Was mit Wikipedia begann, wird jetzt mit der Bitcoin-Währung fortgeführt. Wer weiß, wie bald wir auch noch eine virtuelle Weltregierung schaffen – oder wenigstens eine virtuelle europäische, die den kostspieligen Wasserkopf Brüssel überflüssig macht.</p>
<p><strong>Beruhigend. Die Politiker und Wirtschaftler, die vor Jahrzehnten das Geschäft mit der Atomenergie begonnen haben</strong>, ohne einen einzigen Gedanken daran, wo der beinahe unendlich weiter strahlende Atommüll bleiben soll, sind längst unter der Erde, wo sie in Frieden ruhen. Die heutigen Politiker und Wirtschaftler, die immer noch nicht wissen, wohin mit dem gefährlichen Müll, versuchen mit einem neuen Gesetz zum Start einer neuen Suche nach einem sicheren Endlager, die unvermeidliche Feststellung „Gibt’s-Nicht“ bis nach ihrem Eintritt in den Ruhestand hinauszuschieben.</p>
<p><strong>Im Bahnhofskiosk zehn verschiedene Zeitschriften gesehen, die das Wort Land im Titel führen.</strong> Das heißt, das Landleben ist offenbar der neue Massentraum. Und das, obwohl die Landwirtschaft die Umwelt in großem Maßstab schädigt und unsere Nahrung vergiftet. Oder nicht obwohl, sondern weil?</p>
<p><strong>Ein amerikanisches Unternehmen verkauft bereits ein Gerät</strong>, so lese ich, das bloß eine Art Kopfhörer mit Extrabügel vor der Stirn ist, aber fähig sein soll, Gedanken zu lesen. Damit sollen wir Videospiele steuern können. Das klingt ja noch verspielt, und man kann nur hoffen, dass es bei Videospielen bleibt. Denn eine Technik, die unser Denken offenbart, wäre das Schlimmste, das uns die Erfinder schenken könnten. Weil uns damit die allerletzte Freiheit geraubt würde.</p>
<p><strong>Wir können auf Teufel komm raus Autos in alle Welt exportieren, aber unsere Sprache geben wir auf.</strong> Weil wir uns nicht klargemacht haben, dass die Muttersprache das Ergebnis der gesamten Geschichte und Kultur eines Volkes ist, noch wichtiger als ein Auto. Deshalb heißen unsere Kulturinstitute in aller Welt Goethe-Institute und nicht Benz-Institute. Doch unsere Kultur wird in den Sand gefahren. Nur ein paar Beispiele: „Der Deutsche Filmpreis“ geht in diesem Jahr an die US-Produktion „Django Unchained“ unter der Regie von Quentin Tarantino. Deshalb Deutscher Filmpreis! Rund 90 % aller seit dem Jahr 1956 mit unserer staatlichen Auszeichnung „Deutscher Jugendliteraturpreis“ geförderten Kinder- und Jugendbücher wurden von Ausländern geschrieben. Und in der übrigen Belletristik sieht es nicht besser aus. Denn beinahe schon jedes zweite bei uns veröffentlichte Buch ist eine Übersetzung aus einer anderen Sprache, also nur bedingt ernst zu nehmen als deutsches Kulturgut. Aber um sowas kümmern sich unsere Politiker nicht, aus Angst, als rechtslastig verschrien zu werden. Sie ziehen es vor, arschlastig zu erscheinen.</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.netzine.de%2F647-ausgabe%2F&amp;title=647.%20Ausgabe" id="wpa2a_14"><img src="/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.netzine.de/647-ausgabe/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Filmbesprechungen</title>
		<link>http://www.netzine.de/filmbesprechungen/</link>
		<comments>http://www.netzine.de/filmbesprechungen/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 14 Apr 2013 16:14:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filmbesprechungen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://newhp.netzine.de/?p=1338</guid>
		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.netzine.de/filmbesprechungen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Anna Karenina</title>
		<link>http://www.netzine.de/anna-karenina/</link>
		<comments>http://www.netzine.de/anna-karenina/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 14 Apr 2013 13:37:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Laufenberg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filmbesprechungen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.netzine.de/?p=1879</guid>
		<description><![CDATA[(Anna Karenina, England/Frankreich 2012, 130 Minuten, Regie: Joe Wright, Drehbuch: Tom Stoppard nach dem gleichnamigen Roman von Lew Tolstoi) Schon die sechste Verfilmung des neben „Krieg und Frieden“ zweiten Groß-Romans von Lew Tolstoi (1828-1910). In den Jahren 1875-1877 als Erzählung in Fortsetzungen in der russischen Zeitschrift „Russkij vestnik“ erschienen, schildert &#8230; <a href="/anna-karenina/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span id="more-1879"></span></p>
<p>(Anna Karenina, England/Frankreich 2012, 130 Minuten, Regie: Joe Wright, Drehbuch: Tom Stoppard nach dem gleichnamigen Roman von Lew Tolstoi)</p>
<p>Schon die sechste Verfilmung des neben „Krieg und Frieden“ zweiten Groß-Romans von Lew Tolstoi (1828-1910). In den Jahren 1875-1877 als Erzählung in Fortsetzungen in der russischen Zeitschrift „Russkij vestnik“ erschienen, schildert der Roman die russischen Verhältnisse in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts.</p>
<p>Zunächst ein kleiner Wehrmutstropfen. Man vermisst den berühmten ersten Satz dieses Romans: „Alle glücklichen Familien ähneln einander; jede unglückliche aber ist auf ihre eigene Art unglücklich.“ Doch ist und bleibt das Literatur. Eine Präposition vor der eigentlichen Präposition der Erzählung, in der es um drei Familien geht, die durch Leidenschaft und Vorurteile, durch Ehebruch, gesellschaftliche Rücksichten sowie moralische Bindungen in ein Geflecht von Beziehungen geraten, das sie in ihren Grundfesten erschüttert.</p>
<p>Der Film braucht Bilder und keinen resümierenden Vorspruch. Deshalb fehlt der erste Satz des Romans. Und mit Bildern verwöhnt dieser Film. Er versetzt einen in eine faszinierende Welt voller Menschen und Räume, die so prächtig aufgemacht sind, wie man das heute nicht mehr kennt. Was sich aber schnell als bloße Aufmachung verrät. Womit das Erlebnis nur umso stärker wird, wenn man sieht, wie Anna Karenina, die schöne Schwester des Fürsten Oblonski und Ehefrau des angesehenen Ministerialbeamten Alexej Karenin, sich von dem jungen Offizier Graf Wronski verführen lässt. Ihr Mann versucht vergebens zu retten, was nicht mehr zu retten ist, und stürzt sich dann in einen blinden Hass auf seine Frau. Anna werden ihre beiden Kinder genommen, sie verfällt der gesellschaftlichen Ächtung. Gleichzeitig zeigt sich bei ihrem Verführer ein so natürliches wie erschreckendes Nachlassen des Interesses an der Frau, die sich ihm voll ausgeliefert hat. Da ist die Katastrophe unvermeidlich.</p>
<p>Der Roman „Anna Karenina“ gehört zu den Spitzenwerken der neuen psychologisierenden Literatur, die mit der Entwicklung der jungen Wissenschaft von der Psychologie parallel läuft. Er ist also neben anderem auch ein historisches Dokument. Doch warum wird uns das heute serviert, fünf Generationen später und in einer Welt, die sich total verändert hat? Die moralischen Bindungen sind aufgeweicht, gesellschaftliche Rücksichten weitgehend als lächerlich abgetan, Leidenschaft wird als naturgegeben hingenommen, Vorurteile werden als Dummheit belächelt, und der Begriff Ehebruch ist ins Museum abgeschoben geworden.</p>
<p>Um sich von den überholten gesellschaftlichen und religiösen Skrupeln des 19. Jahrhunderts und speziell des religiösen Fanatikers Lew Tolstoi, die heute keine Tränen und keinen Wutanfall mehr auslösen können, zu distanzieren, hat der Film einen genialen Trick angewandt. Er hat darauf verzichtet, alles realistisch darzustellen, was an sich seine Stärke ist, und hat stattdessen alles auf die Theaterbretter verlegt. Was durchaus zu dem Roman passt, in dem schon auf der zweiten Seite eine der Hauptfiguren aus dem Theater kommt. Im Film fahren sogar die eisverkrusteten Züge auf der Bühne, und Pferde machen ihr Rennen auf derselben Bühne, die Akteure steigen aus dem Keller auf die Bühne oder verschwinden auf dem Schnürboden im Arbeitermilieu. Kaum merkliche Übergänge von der Verfilmung eines Bühnenstücks auf Filmaufnahmen der vertrauten Art. Und wieder zurück. Alles nur Theater. Deshalb bitte nicht ernst nehmen. Das ist die Aussage dieses ungewöhnlichen Kunstgriffs. Das ist gleichzeitig eine überzeugende Methode der filmischen Literarisierung eines literarischen Stoffs, wie man sie so noch nicht gesehen hat.</p>
<p>Man stellt sich jedoch die Frage, warum die beiden Hauptfiguren so betont anders besetzt wurden als die Figuren bei Tolstoi geschildert werden. Die verführerische Anna hat überhaupt nichts Verführerisches an sich, nicht einmal Busen. Also nichts mit ziemlich fülliger Körper, wie Tolstoi schrieb. Und ihr Verführer ist anders als im Roman kein großer, kraftvoller Mann, sondern ein viel zu junges fipsiges Kerlchen. Das kann kein Versehen sein, diese Besetzung muss Absicht sein. Also muss man sich darauf seinen Reim machen. Der könnte sein: Der Film soll nicht zuviel Sympathie der Betrachter auf diese beiden Figuren ziehen, weil sie dann nicht mehr problematisch sind in dem, was sie tun. Ist uns Heutigen doch der gesellschaftliche Komment genauso Wurscht wie die religiöse Problematik des Ehebruchs, was beides für Tolstoi noch gewaltige Hindernisse waren, die sich vor den illegal Liebenden auftürmten. Deshalb musste Tolstoi diese beiden Figuren noch besonders attraktiv zeichnen, weil sie sonst nicht über ihren Schatten gesprungen wären, und deshalb muss ein Film von heute diese beiden Figuren besonders belanglos zeigen, fast schon als eine Mesalliance, um nicht von anderen Aussagen abzulenken.</p>
<p>Doch wozu überhaupt heute, im 21. Jahrhundert, so ein Ehebruchsfilm? Weil uns die Probleme von damals längst nichts mehr sagen, kann so eine aufwendige Filmproduktion ihre Rechtfertigung nur darin finden, dass der Film ein Porträt eines der Großen der Literatur ist, und in diesem Fall sogar ein Doppelporträt. Nur als solches ist dieser Film wichtig. Der äußerlich unattraktive Gutsbesitzer Kostja Llewin, der etwas für seine Mitmenschen übrig hat, der so hart arbeitet wie seine Arbeiter und allem modischen Firlefanz abholt ist, muss als ein Selbstporträt Lew Tolstois gesehen werden, der auf seinem Gut Jasnaja Poljana lebte und sich mit seinen Untergebenen in christlichem Verständnis verbunden fühlte. Die Anna Karenina ist ebenfalls er selbst, aber nur in seiner Vorstellung von einem anderen Leben, das er gern leben würde. Ein Leben ohne die strikte Bindung an die herrschende Moral, der Leidenschaft hingegeben. Ein Leben, das er aber nicht leben kann. Jetzt nicht mehr, anders als zu seiner Zeit als junger Student. Deshalb hat er diesen heimlichen Lebenswunsch in eine weibliche Person projiziert. Das ist das Sublimat seines persönlichen Aufstandes. Er hat erfunden und beschrieben, was er nicht haben und erleben kann. Das ist sie, die grenzenlose Freiheit des Dichters. Als der alte Lew Tolstoi schließlich in der Wirklichkeit seinen Aufstand versuchte, die Flucht in den Süden, war er schon zu alt und zu schwach und blieb deshalb auf nicht einmal halber Strecke mit dem Zug liegen, um in dem kleinen Bahnhof Astopowo an einer Lungenentzündung zu sterben. Nicht zufällig nutzt der Film die Pleuelstangen der Lokomotive mehrfach als Handlungsscharniere.</p>
<p>Der Meister des realistischen Romans, Lew Tolstoi, hatte mit diesem dummen Versuch, in der Realität auszubrechen, das heißt den vielen Verpflichtungen des Gutsherrn und Familienoberhaupts und Geistesheros davon zu laufen, den Dichter mit seinen überlegenen Möglichkeiten jenseits des Realen verraten. Dafür war der Bahnhofstod als „Todesstrafe“ angemessen.</p>
<p>(Walter Laufenberg in: www.netzine.de)</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.netzine.de%2Fanna-karenina%2F&amp;title=Anna%20Karenina" id="wpa2a_16"><img src="/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.netzine.de/anna-karenina/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Fingerfertigkeit</title>
		<link>http://www.netzine.de/fingerfertigkeit/</link>
		<comments>http://www.netzine.de/fingerfertigkeit/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 07 Apr 2013 20:05:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Laufenberg</dc:creator>
				<category><![CDATA[A-I]]></category>
		<category><![CDATA[F]]></category>
		<category><![CDATA[Lästerlexikon]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.netzine.de/?p=1878</guid>
		<description><![CDATA[Mutter Natur hat den Mädchen ihre grazilen und so beweglichen Finger für die Herstellung von feinen Handarbeiten geschenkt, so glaubte man jahrhundertelang. Heute wissen wir es besser: Die F. haben sie bloß für das öffentliche Gefummel auf dem Handy und das heimliche Nasenbohren (vgl. Kommunikation, Nasenbohren, Nonsens).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mutter Natur hat den Mädchen ihre grazilen und so beweglichen Finger für die Herstellung von feinen Handarbeiten geschenkt, so glaubte man jahrhundertelang. Heute wissen wir es besser: Die F. haben sie bloß für das öffentliche Gefummel auf dem Handy und das heimliche Nasenbohren (vgl. Kommunikation, <a title="Nasenbohren" href="/nasenbohren/">Nasenbohren</a>, Nonsens).</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.netzine.de%2Ffingerfertigkeit%2F&amp;title=Fingerfertigkeit" id="wpa2a_18"><img src="/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.netzine.de/fingerfertigkeit/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
