Ein Magazin - ein Autor -
eine
Intention: Die kritisch-nachdenkliche Durchleuchtung unserer Gegenwart.
Die
"Denke" als eine Alternative zum Bildchengeflimmer und
Informationsstroh
des Internet.
Die Besonderheit des
Internet,
daß Tag für Tag viele Tausende neu in diese Welt einsteigen,
verlangt
von einem Online-Magazin eine neuartige Struktur. Für eine
Zeitschrift
ungewöhnlich: Das „LaufenbergNETzine“ enthält
permanente
Teile für Ersteinsteiger, daneben für Gelegenheitsbesucher
Texte,
die häufig ausgetauscht oder in unregelmäßigen
Abständen ergänzt werden, und für die in mehr als 70
Ländern
der Erde permanent wachsende Zahl der ständigen Leser
zweiwöchentlich
Wechselndes. Für jede Art Nutzer das ihm entsprechende Angebot.
Hier gibt es das offene
Wort.
Und dazu: Spaß bei der Lektüre, Vergnügen an der
Formulierung
- und kein Horoskop. Statt dessen Anregungen zum Weiterdenken.
Zugegeben, selbst zu denken
ist
nicht in. Theodor Adorno hat einmal den erschreckenden Satz formuliert:
"Manche
Menschen müssen sich schämen, wenn sie 'Ich' sagen." Das ist
-
vordergründig gesehen - nichts als die Überheblichkeit des
Berufsdenkers.
Aber warum nicht dem Philosophen ein Schnippchen schlagen und das
Verdikt
zum Rezept umfunktionieren: Man nehme Vorgefundenes aller Art,
verrühre
und passiere es und backe daraus bei selbständigem Durchdenken auf
kleiner
Flamme sein Ich.
Das "LaufenbergNETzine"
steht als Ein-Mann-Magazin in der Tradition der
aufsässig-freimütigen
DEUTSCHEN CHRONIK, die der vielgeliebte und vielgehaßte Aalener
Dichter,
Journalist und Musiker Christian Friedrich Daniel Schubart im Jahre
1774
gegründet hatte. Ein früher Repräsentant
aufklärerischen
Denkens und eine tragische Gestalt deutscher Kulturgeschichte. Seine
Heimatstadt
Aalen am Fuße der Schwäbischen Alb hat ihm ein Denkmal
gesetzt,
doch das an ihm begangene schwere Verbrechen ist immer noch
ungesühnt: Schubart.
Wir Heutigen leben in einer
zu
niegekanntem Wohlstand gekommenen Gesellschaft, in dem Land mit den
weltweit
meisten Zeitschriften - und doch kulturell in dünner Luft. Statt
geistiger
Klimmzüge gibt es immer mehr Lärm und seichte Unterhaltung,
gibt
es Ablenkung jeder Art. Die Aufklärung gilt als überwunden.
Was
einmal Reizwort und Programm war, ist längst nur noch eine
Reminiszenz.
Damit die Aufklärung
aber
nicht ganz den Nostalgikern überlassen bleibt, jetzt dieses
Magazin,
das "LaufenbergNETzine". Sozusagen Restlichtaufhellung. Ein
Antippen
der Tendenzen des Tages. Aus dem Bewußtsein heraus, daß im
Salzwasser
endet, wer nicht gegen den Strom schwimmt. Hier geht es nicht um
Weltbewegendes, vielmehr ums Nachdenklichwerden. Hier geht es ums
Deutlichmachen, und das in satirischer Manier. Wobei die Grenze
zwischen Realsatire und anderer Satire
absichtsvoll verwischt wird. Als frivoler Denkanstoß.
Literarische Satire und
Realsatire,
sie stehen in Konkurrenz. Und sie ergänzen sich. Und das nicht
erst
seit heute. Schon immer ist es eine erschreckende Einseitigkeit,
daß
nur gefragt wird: Was darf Satire? Doch nie wird gefragt: Was darf
Realsatire?
Dem Bürger blieb und bleibt bei vielem, was die da oben und was
die
nebenan tun, nur der Seufzer: Das darf doch nicht wahr sein. Das aber
heißt,
daß man resigniert - und das darf nun wirklich nicht wahr sein.
Walter Laufenberg