Archiv der Kategorie: U

Umweltschädling

Der U. Nr. 1 ist nicht die Ratte, auch nicht ein Pilz oder eine Mikrobe. Der U. Nr. 1 ist eindeutig der Mensch. Mit dieser resignierenden Feststellung gibt man gleichzeitig einen naiven Glaubenssatz der Philosophie auf, der vermutlich schon von Sokrates stammt. Denn die zugemüllte Umwelt an Land, in der Luft, auf See sowie im Weltall zeigt uns seit vielen Jahren: Selbsterkenntnis ist nicht der erste Schritt zur Besserung (vgl. Anthropozän, Ignoranz, Müll, UNO, Untätigkeit).

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Umweltverschmutzung

Wir beklagen uns darüber, Lärm sei der Umweltschmutz Nr. 1. Dabei ist zu erwarten, dass schon bald die Computer so perfekt zur individuellen Sprachaufnahme fähig sind, dass auch der illiterate Großteil der Bevölkerung, der sich jetzt noch mit Telefon und Musik behelfen muss, in der Lage sein wird, sein dummes Geplapper als automatisch korrigiertes und schön gedrucktes Geschreibsel massenweise auf seine Mitmenschen loszulassen. Dann erst wissen wir wirklich, was U. ist (vgl. Analphabet, E-Mail, Lärm, Musik, SMS, Twitter, Formel 1).

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Unehrliche

Noch zu Zeiten der Gotik galten die Wundärzte, Bader genannt, neben den Scharfrichtern, den Sängern, Springern und Schauspielern, damals Gaukler genannt, als die U.n und standen auf der untersten Sprosse der sozialen Leiter. Dass wir die Leiter einfach umgedreht haben, aber nicht für alle, das finde ich unehrlich (vgl. Arzt, AbrechnungsbetrugSchauspieler, Showgeschäft).

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Unentschlossenheit

U. gehört zum Menschsein und ist kein vorwerfbarer Makel. War doch sogar Mutter Natur unentschlossen, als sie den Mann gemacht hat, wie ihm die albernen Zitzchen auf seiner Brust zeigen (vgl. Ambivalenztoleranz, Selbsterkenntnis).

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Ungerechtigkeit

Die U. der Natur ist die schlimmste, weil es dagegen keine Mittel und keine Berufungsinstanz gibt. Mutter Natur verteilt die Intelligenz blindlinks. Was den Linken einen Reputationsbonus gibt, der sich jedoch in der Lebenspraxis meist als Täuschung erweist. Gut ist nur, dass die weniger Intelligenten weniger leicht zu Verbrechern werden und sich – falls doch – leichter schnappen lassen. Dafür empfinden sie dann den Kontrast zu ihrem Wachpersonal nicht so krass, was immerhin ein kleiner Ausgleich für die U. der Natur ist (Vgl. Geburt, Gerechtigkeit, Intelligenz, Selbstbefriedigung).

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Unisex

Was für die Friseure nur heißt, dass sie Herren und Damen bedienen, das heißt bei Versicherungen, dass sie für beide Geschlecher denselben Tarif haben. Linksgewickelte aber fordern neuerdings unter dem Schlagwort U. zusätzliche öffentliche Toiletten neben den für Männer und Frauen, um damit die unzumutbare Benachteiligung Intersexueller und Transsexueller zu beseitigen, die sich bisher für eines der beiden Geschlechter entscheiden müssen, wenn sie einmal müssen, obwohl beide ihnen zum Pissen nicht passen (vgl. Ideologen, Intersexuell, Probleme, Weltuntergang).

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Unnatürlich

So stolz wir auf unsere Sozialisierung und Kultivierung sein dürfen, wir haben dabei das Wort u. vergessen. Dabei ist so Vieles eindeutig u., was uns nicht mehr u. vorkommt. Beispielsweise das bartlose Gesicht des Mannes und das Arbeiten in Festanstellung, das Leben im Ruhestand, die vegane Ernährung, das ziellose Herumreisen, die eheliche Treue und – aber hoppla, jetzt geht es in Bereiche, da schweigt man besser (vgl. Natur, Toleranz).

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Unschuld

Illustration: Vangelis Pavlidis, Rhodos

Illustration: Vangelis Pavlidis, Rhodos

Ein Mädchen verliert dadurch, dass es sich zur Frau machen lässt, seine U., was wohl heißen soll, dass es nun schuldig ist. Die uns diesen Unsinn eingeredet haben, natürlich in aller Unschuld, kann ich leider nicht mehr fragen: Welchen Verbrechens hat das Mädchen sich schuldig gemacht? (vgl. Dummheit, Initiation, Reiz, Religion).

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Unsinn

U. ist potenzierte Sinnlosigkeit. In unserem abendländischen Denken, das alles von seinem Gegenteil her zu definieren pflegt, gibt es den U. und die Sinnlosigkeit nur, weil alles Sinn haben soll. Dass dieser Sinn bloß von uns unterstellt wird, also gewillkürt ist, stellt für uns kein Problem dar. Wo wir Sinn sehen, können wir auch seine Gegenstücke, den U. und die Sinnlosigkeit, erkennen. Nur bei der Frage nach dem Sinn des Lebens, die uns so wichtig ist, scheitern wir, weil wir keinen Lebenssinn erkennen können. Deshalb ist das Leben sinnlos, wenn nicht sogar ein Unsinn. Wenn wir uns das nur öfter klarmachen würden, hätten wir zwar kein sinnvolleres, aber doch wenigstens ein leichteres Leben (vgl. Gegenteil, Lebenslust, Sinn, Totschlag).

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Unsterblichkeit

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Die Forscher, die uns U. attestieren, weil wir an unsere Nachkommen kleinste Elemente unseres Körpers weitergeben, die in der Kette der Abkömmlinge erhalten bleiben, überschätzen unsere Bescheidenheit bzw. unterschätzen unser gigantisches Ich-Bedürfnis. Wir gieren nach viel mehr, nämlich nach der individuellen U., und die ist an den Namen geknüpft, und zwar so innig, dass das jeweilige Ich nicht bloß einen Namen hat, sondern der Name das ganze Ich repräsentiert (vgl. Grundstreben, Name, Ich).

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