Archiv der Kategorie: U

Unehrliche

Noch zu Zeiten der Gotik galten die Wundärzte, Bader genannt, neben den Scharfrichtern, den Sängern, Springern und Schauspielern, damals Gaukler genannt, als die U.n und standen auf der untersten Sprosse der sozialen Leiter. Dass wir die Leiter einfach umgedreht haben, aber nicht für alle, das finde ich unehrlich (vgl. Arzt, AbrechnungsbetrugSchauspieler, Showgeschäft).

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Unentschlossenheit

U. gehört zum Menschsein und ist kein vorwerfbarer Makel. War doch sogar Mutter Natur unentschlossen, als sie den Mann gemacht hat, wie ihm die albernen Zitzchen auf seiner Brust zeigen (vgl. Selbsterkenntnis).

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Ungerechtigkeit

Die U. der Natur ist die schlimmste, weil es dagegen keine Mittel und keine Berufungsinstanz gibt. Mutter Natur verteilt die Intelligenz blindlinks. Was den Linken einen Reputationsbonus gibt, der sich jedoch in der Lebenspraxis meist als Täuschung erweist. Gut ist nur, dass die weniger Intelligenten weniger leicht zu Verbrechern werden und sich – falls doch – leichter schnappen lassen. Dafür empfinden sie dann den Kontrast zu ihrem Wachpersonal nicht so krass, was immerhin ein kleiner Ausgleich für die U. der Natur ist (Vgl. Geburt, Gerechtigkeit, Intelligenz).

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Unisex

Was für die Friseure nur heißt, dass sie Herren und Damen bedienen, das heißt bei Versicherungen, dass sie für beide Geschlecher denselben Tarif haben. Linksgewickelte aber fordern neuerdings unter dem Schlagwort U. zusätzliche öffentliche Toiletten neben den für Männer und Frauen, um damit die unzumutbare Benachteiligung Intersexueller und Transsexueller zu beseitigen, die sich bisher für eines der beiden Geschlechter entscheiden müssen, wenn sie einmal müssen, obwohl beide ihnen zum Pissen nicht passen (vgl. Ideologen, Intersexuell, Probleme, Weltuntergang).

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Unnatürlich

So stolz wir auf unsere Sozialisierung und Kultivierung sein dürfen, wir haben dabei das Wort u. vergessen. Dabei ist so Vieles eindeutig u., was uns nicht mehr u. vorkommt. Beispielsweise das bartlose Gesicht des Mannes und das Arbeiten in Festanstellung, das Leben im Ruhestand, die vegane Ernährung, das ziellose Herumreisen, die eheliche Treue und – aber hoppla, jetzt geht es in Bereiche, da schweigt man besser (vgl. Natur, Toleranz).

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Unschuld

Illustration: Vangelis Pavlidis, Rhodos

Illustration: Vangelis Pavlidis, Rhodos

Ein Mädchen verliert dadurch, dass es sich zur Frau machen lässt, seine U., was wohl heißen soll, dass es nun schuldig ist. Die uns diesen Unsinn eingeredet haben, natürlich in aller Unschuld, kann ich leider nicht mehr fragen: Welchen Verbrechens hat das Mädchen sich schuldig gemacht? (vgl. Dummheit, Initiation, Reiz, Religion).

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Unsterblichkeit

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Die Forscher, die uns U. attestieren, weil wir an unsere Nachkommen kleinste Elemente unseres Körpers weitergeben, die in der Kette der Abkömmlinge erhalten bleiben, überschätzen unsere Bescheidenheit bzw. unterschätzen unser gigantisches Ich-Bedürfnis. Wir gieren nach viel mehr, nämlich nach der individuellen U., und die ist an den Namen geknüpft, und zwar so innig, dass das jeweilige Ich nicht bloß einen Namen hat, sondern der Name das ganze Ich repräsentiert (vgl. Grundstreben, Name, Ich).

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Untergang

U. ist der Inbegriff des Negativen. Doch mit der vorgespannten Sonne finden wir ihn besonders schön (vgl. Relativität, Wertung).

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Unterhaltsames

U. ist das Gegenteil von Kunst und gehört zu den Lieblingsspeisen von uns Menschen, weil sie ein köstliches Sättigungserlebnis bietet, im Moment. Doch nur wer auf den Gehalt an Fettsäuren, Kalorien, Vitaminen und künstlichen Zusätzen achtet, ernährt sich wirklich gesund. Die Kunst ist, beim U.-Genuss diese Komponenten zu entdecken, weil sie nicht auf der Verpackung ausgewiesen sind (vgl. Anspruch, Bescheidenheit, Geschmack).

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Unterhaltung

Der Sammelbegriff U. stellt Grundverschiedenes nebeneinander und täuscht damit vor, es sei egal, was man bevorzugt. Die drei heute beliebtesten Formen der U. sind Film/Fernsehen, Musik und Bücher. Daneben steht das Internet, das alle drei Formen der U. bietet, je nach Lust und Laune abrufbar. Der Film- und Fernseher lässt sich in ein Geschehen hineinziehen, das sein Auge, Ohr und Gemüt füllt und ihn doch abseits sitzen lässt, nicht beteiligt, nicht gefordert, nur scheinbar überlegen, weshalb er die fehlende Aktivität durch Knabbern und Trinken ersetzt. Der Musikhörer ist einseitig auf die Ohren konzentriert, willenlos hingegeben, von Empfindungen durchflutet und ins Nirgendwo entführt, was man auch als Dösen bezeichnen kann. Der Buchleser dagegen läuft geduldig mit den Augen an den endlos langen Buchstabenzäunen entlang und schickt dabei seine Phantasie über den Zaun, wo sie sich austoben, die schönsten Bilder malen und die tollsten Abenteuer erleben darf. Was mehr oder weniger kunstvoll bloß zur U. der Menschen produziert wird, ist akzeptabel, wenn es glückliche Stunden macht, in allen anderen Fällen aber ist bloße U. ein Raub an Lebenszeit  (vgl. Bestseller, Infotainment, Krimi, Nachdenklichkeit, Operette, Passivität, Rentnerlustbarkeit, Scheintote, U-Musik).

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