Archiv der Kategorie: S

Schnecke

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Sinnbild der Langsamkeit. Dabei ist die S. für ihre Verhältnisse ein sehr schnelles Tier. Versuch doch mal, dein Haus in derselben Geschwindigkeit von einem Platz zum anderen und wieder zurück zu tragen. Nur warum die S. das tut, darfst du dich nicht fragen, sonst sagst du Schwesterlein zu ihr (vgl. Post, Sinn).

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Schneeflocke

Eine S. ist nicht mehr und nicht weniger als ein auf dem Weg von der Wolke zur Erde gefrorenes Wassertröpfchen. Angeblich gleicht keine S. in ihrer komplizierten Struktur einer anderen, was wissenschaftlich zu beweisen unmöglich sein dürfte. Jedenfalls ist eine einzelne S., die fällt, so uninteressant wie ein einzelner Soldat. Erst die Masse macht’s (vgl. Invasion, Wintersport).

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Schnellgericht

Bei der Beurteilung meiner Mitmenschen mache ich es mir leicht, indem ich zwei Begriffe zur Deckung bringe: Wer uninteressiert ist, ist uninteressant (vgl. Lebenskunst).

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Scholastik

Die im Mittelalter vorherrschende Manie, Fragen aufzuwerfen und mit heiligem Ernst zu diskutieren, die man ohne Schaden hätte unbeantwortet lassen können. So hätte man damals, wenn man es nur gedurft hätte, endlos darüber streiten können, ob die Frau ein Loch mehr hat als der Mann, weil der Penis nicht als Loch gilt, sondern als Rüssel, was aber dann auch von der beim Mann meist größeren Nase behauptet werden könnte, so dass der Mann mit einem Defizit von drei Löchern dastehen würde, wenn man nicht auf das Rüsselargument verzichtet und großzügig Gleichstand annimmt (vgl. Bildung, Engel, Nadelspitze, Wissenschaft).

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Schöne

Es gibt das S. und die S., letztere sogar auch in der Mehrzahl als die S.n. Doch lohnt nicht, danach zu suchen und sich dafür zu verbiegen. Sieht man sich an allem S.n doch viel zu schnell satt (vgl. Gossen, Schöne, das, Schönheit).

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Schöne, das

Die Erfahrung lehrt: Alles Schöne endet in Tränen. Und wer so clever ist, sich d. Sch. besonders bewusst zu machen, während er es erlebt, um damit die späteren Tränen auszugleichen, der legt sich selbst herein. Denn je intensiver d. Sch. erlebt wurde, umso reicher und salziger fließen später die Tränen (vgl. Bewusstsein, Haltung, Kontoführung, Lebenskünstler).

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Schönheit

Schön zu sein ist meist erfreulich und kann als ein Lebenskapital eingesetzt werden, weil es einem in der Beurteilung durch die Mitmenschen Pluspunkte einbringt. Dabei beruht körperliche S. nur zum kleinsten Teil auf eigenem Verdienst. Zudem ist sie gleich zweifach gefährdet. Sie unterliegt dem Wechselspiel der Schönheitsideale, und sie greift sich schnell ab. Nur bei Klamotten, Mobiliar und Autos ist durch den forcierten Modellwechsel noch schneller “der Lack ab”. Vermutlich sind uns diese Dinge deshalb so lieb, weil sie unsere S. als relativ langlebig erscheinen lassen (vgl. Leistung, Nasenbohren, Persönlichkeit, Vorurteil).

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Schriftsteller, freier

Ein S. ist ein freier S. erst, wenn er sich erlauben kann, Bücher zu schreiben, die ohne Rücksicht auf die Vorlieben seiner Leserschaft und die Geldgier seines Verlegers literarische Kunstwerke sind (vgl. Bestseller, Bestsellerautor, Laufenberg).

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Schuldenmacherei

Beim Privatmann entweder Zeichen echter Armut oder typische Kleine-Leute-Unsitte. Sie führt so oder so zu Ansehensverlust. Anders die unternehmerische S., sie führt zu hohem Renommee mit Ehrendoktor und Ehrenprofessur und vielen Orden. Staatliche S. dagegen, die sogenannte Defizitpolitik, führt zu nichts außer zur Wiederwahl der verantwortlichen Politiker (vgl. Politiker, Prominenz, Volksverdummung).

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Schuluniform

Bei uns leider aus der Mode gekommener, dabei dringend nötiger Schutz unserer Kinder und Jugendlichen vor dem werbegesteuerten und für die Eltern ruinösen Wettbewerb um den Besitz der modischen Markenklamotten, für die Kinder schon zu Kriminellen werden (vgl. Freiheit, Gegentrend, Markenbewusstsein).

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