Archiv der Kategorie: Reisebilder

Trotz allem auf nach Israel! (2017)

 

Schon im Frankfurter Flughafen wird eindrucksvoll unterstrichen, dass es ins Heilige Land geht: Polizisten mit Maschinenpistolen am Check-In von El Al, dann auch noch in dem völlig abgelegenen Warteraum. Und neben dem Flieger ein gepanzertes Polizeifahrzeug. Dafür muss man Verständnis aufbringen. Ist doch alles, was als heilig gilt, selbstverständlich Streitobjekt, weil das Heilige, egal um welches es gerade geht, keine Konkurrenz durch Andersheiliges dulden kann. Ist es doch stets allein selig machend. Das macht weltweit die Friedhöfe groß, wenn auch die Erde nicht friedlich.

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Unterwegs diesseits und jenseits der deutsch-polnischen Grenze (2017)

 

Aber zunächst eine Zwischenstation: Heil in Weimar angekommen. Natürlich im Hotel  P1020109Elephant, weil Goethe an so manchem Abend im Elephantenkeller seinen Stammplatz gehabt hat. Leider ist der Großmeister der Schreiberei nicht mehr da, doch begegnet er mir in der Stadt auf Schritt und Tritt. Goethehaus und Goethe-Memorabilien aller Art in den Klimbimläden, Goethe und Schiller überlebensgroß vor dem Theater, Goethes Gartenhaus an der Ilm und die Buchhandlungen voller Goethe. Man atmet Goetheluft, speist mit Goetheappetit, trinkt Wein und Bier nach Goethes Herzenslust. Dabei ist der Mann nicht im BMW, Audi oder Mercedes herumgesaust, hat kein Flugzeug und keine Eisenbahn gekannt, hat nicht einmal ein Fahrrad und einen Laptop gehabt, auch kein Tablet und Smartphone, der Ärmste. So nackt kann er eigentlich mit keinem von all den Besuchern mithalten, mit Besuchern aus aller Welt, die ihn trotzdem verehren. Warum nur? – Kein Mensch zu sehen, der mit einem Goethebuch in der Hand dasitzt oder herumläuft statt mit einem Handy.

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Auf nach Russland! (2017)

 

Jeder, ja, ausnahmslos jeder sieht sich im Mittelpunkt der Welt. Schon deshalb ist die Herumreiserei, der wir uns so gern hingeben, sinnvoll. Sie lässt uns aus dem Mittelpunkt rutschen. Weil wir damit zurechtkommen müssen, dass unsere Nationalität ein bloßer Zufall ist, genau wie unsere Sprache und unsere Religion und unser Beruf, unser Geschlecht, unser Alter und unsere Größe sowie Hautfarbe. Gibt es erstaunlicherweise alles auch ganz anders und doch genauso menschlich. Deshalb gibt es so viele Mittelpunkte der Welt, wie es Menschen gibt.

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