Archiv der Kategorie: R

Rauschgift

Die Menschen waren schon immer einfallsreich in der Entdeckung und Anwendung von Drogen, die das Befinden massiv beeinflussen. Religionen aller Art haben den Genuss von R. in den Mittelpunkt ihres Kultus gestellt wie z. B. das Christentum den Wein. Die moderne Leistungsgesellschaft kann den R.-Genuss jedoch nur sehr eingeschränkt tolerieren trotz der hohen Alkohol- und Tabaksteuereinnahmen, weil er die Massenarbeitskraft zerstört, womit das Steueraufkommen gemindert wird und die Sozialkosten steigen (vgl. Alkohol, Einstiegsdroge, Hanf, Rauchen, Sucht).

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Realitätsverlust

Ein unsauberer Ausdruck. Denn die Realität hat die Eigenart, dass sie nie verloren geht. Lediglich das Empfinden für sie kann gelegentlich auf die Verlustseite geraten. Eine typische Politiker-Demenz, die sich im fortgeschrittenen Dienstalter zeigt. Hervorgerufen wird sie durch die perfekte Abschirmung vom Volk, durch übertriebene Versorgtheit und durch die Konzentration auf die Glaubenssätze des Parteiprogramms (vgl. Ignoranz, Parasit, Parteien, Politiker).

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Reality TV

Als die Fernsehmacher mit einigen Jahrzehnten Verspätung kapierten, dass sie mit ihrem übertriebenen Perfektionismus die eigentliche Stärke dieses Mediums, nämlich die Live-Sendung, vernachlässigt hatten, zeugten sie das Spanner-Fernsehen (vgl. Big Brother, Exhibitionismus, Rentnerlustbarkeit, Voyeurismus).

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Recht

R. ist das Gegenteil von Unrecht. In der Kleinschreibung ist die vielfach behauptete Übereinstimmung von rechts und recht genauso bloß ein Vorurteil wie die von links und link (vg. Links).

 

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Rechtschreibreform

Illustration: Anja Buchheister, Mannheim

Illustration: Anja Buchheister, Mannheim

Die R. wurde in Umkehrung eines alten pädagogischen Grundsatzes eingeführt: nicht fürs Leben, sondern für die Schule. Denn es handelt sich dabei vor allem um Vereinfachungen der Schreibweise. Durchgeführt in der Absicht, den Schulkindern das Schreibenlernen zu erleichtern. Dabei wurde leider nicht daran gedacht, dass mit jeder Vereinfachung der Schreibweise die deutliche Unterscheidbarkeit des Ausdrucks abnimmt, das Geschriebene also weniger eindeutig ist. Das reformierte Geschreibsel ist stärker deutungsbedürftig, also schwerer zu lesen. Mit diesem Schritt auf das stark abgeschliffene, also vereinfachte und damit vieldeutige Angelsächsische zu ist der deutschen Sprache ein bleibender Schaden zugefügt worden. Ob unsere Kultusminister dafür jemals zur Verantwortung gezogen werden, darf bezweifelt werden. Wie hätten diese Wolkenkuckucksheimer denn auch daran denken sollen, dass das Lesen wichtiger ist als das Schreiben, weil kaum 5 % der Schüler im späteren Leben noch einmal etwas zu schreiben, gut 95 % aber eine Menge zu lesen haben werden (vgl. Ignoranz, Komma, Politiker, Verantwortung).

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Rechtsintellektuelle

Im 21. Jahrhundert sich entwickelnde Spezies des Intellektuellen, weil sich in der Medienlandschaft nach dem weltweiten Scheitern linker Theorien und Staaten vermehrt Gelegenheiten bieten für die Äußerung konservativer bzw. rechter Gedanken (vgl. Linksintellektuelle).

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Rechtspopulismus

Ist ein neues Schimpfwort. Damit wird ausgerechnet das eigentliche Wesensmerkmal der Demokratie verteufelt, nämlich das Appellieren an die Interessen und das Gefühl des Volkes. Und das nur, weil man es nicht wagt, gleich den Kern des Problems anzugreifen und auf den Demokratismus zu schimpfen. Meint doch das lateinische Wort populus nichts anderes als das griechische Wort demos, nämlich Volk (vgl. Demokratie, Heilige Kuh, Populismus, Populist).

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Reform

Bei jeder R. geht es darum, möglichst viel Sand in die Augen der Öffentlichkeit zu streuen, aber natürlich nicht in die eigenen. Deshalb müssen die Macher immer ein Auge zudrücken, möglichst sogar beide (vgl. Politiker).

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Regierungskriminalität

So neu das Wort, so alt das Schweigen darüber. Jede Staatsregierung nimmt klammheimlich für sich in Anspruch, nicht an die Gesetze ihres Staates gebunden zu sein, weil höherstehende Staatsinteressen den Ganoven in Amt und Würden einen Freibrief ausstellen. Das ist die Faszination der Macht. Ein Exzess der R. liegt vor, wenn Staatsinteressen mit Parteiinteressen oder persönlichen Interessen von Politikern verwechselt werden (vgl. Italienische Verhältnisse,   Korruption, Parteien, Weiße-Kragen-Kriminalität).

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Reich

R. ist als Adjektiv was Tolles, als Substantiv oft nur gerade noch tolerierbar (vgl. Arm, Krieg).

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