Archiv der Kategorie: R

Radio

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

R. ist die küchenlateinische Bezeichnung für Hörfunk. Das R. hat mit dem Hörspiel eine eigene Kunstform entwickelt und ist immer noch überlegen in der aktuellen Information, im übrigen – bis auf wenige Ausnahmen – reine Nervensache (vgl. Dudelfunk, Massenmedien).

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Rambo

Illustration: Jules Stauber, Schwaig

Illustration: Jules Stauber, Schwaig

Die gerade aktuelle Bezeichnung für einen Schlägertyp. Wobei mehr heimliche Bewunderung mitschwingt als vorgeschobene Kritik, weil der R., ursprünglich eine Kinoschöpfung, so was wie der amerikanische Nationalheld geworden ist. Ein gewalttätiger Macher, der sich souverän über alle Verbote und sonstigen Hemmnisse hinwegsetzt (vgl. Amerikaner, Schweizer).

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Rassismus

R. ist immer das, was den einen an dem anderen stört; und je ähnlicher sie sich sind, um so mehr hassen sie sich – nein, den anderen natürlich (vgl. Menschenverachtung, Spiegel, Würde).

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Rat

Guter Rat ist teuer, weiß das Volk. Deshalb wehe dir, wenn du einen Rat gibst, der nicht dringlichst gewünscht war. Dann stehst du als der billige Jakob da (vgl. Besserwisser, Unbelehrbare, Urteilsvermögen).

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Ratgeberliteratur

Bei der massenhaft angebotenen R. ist der Rat meist nicht teuer, dafür aber auch nur gelegentlich gut. Was ursprünglich über spezielle Schwierigkeiten hinweghelfen sollte, hat solche Ausmaße angenommen, drängt sich einem so hartnäckig und unausweichlich auf, dass es inzwischen schon die Schwierigkeiten hervorruft, die es zu beseitigen verspricht. Dahinter versteckt sich die Erkenntnis: Bewusstsein ist alles. Gegenüber diesem Rückkoppelungseffekt ist selbst die R. ratlos (vgl. Bewusstsein, Feedback, Psychoterror).

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Rationalität

R. (von latein. ratio = Verstand) ist im Aussterben. Die meisten Menschen entscheiden im Alltag statt mit dem Verstand “aus dem Bauch heraus”. Verständlich, denn Bauch hat jeder (vgl. Hohlkopf).

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Rauch

Nach jahrhundertelanger leidvoller Erfahrung ist R. das, was bei einem Autodafé (nicht in Autozeitschriften nachzuschlagen!) von einer besonderen geistigen Leistung übrigbleibt. Im virtuellen Raum brennt Feuer, falls es mal brennt, rauchlos (vgl. Name, Virtuell).

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Rauchen

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Eine blöde Angewohnheit, die die Eroberer Amerikas den Primitiven abgeguckt und sofort übernommen haben, um sich ihnen anzugleichen (vgl. Rauschgift).

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Raucher

Illustration: Klaus Päkel, Düsseldorf

Illustration: Klaus Päkel, Düsseldorf

Ein extrem bescheidener Mensch, der seinen Wunsch nach Höhenflug mit einem Hauch von Thermik befriedigt (vgl. Bescheidenheit, Zigarette).

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Rauschgift

Die Menschen waren schon immer einfallsreich in der Entdeckung und Anwendung von Drogen, die das Befinden massiv beeinflussen. Religionen aller Art haben den Genuss von R. in den Mittelpunkt ihres Kultus gestellt wie z. B. das Christentum den Wein. Die moderne Leistungsgesellschaft kann den R.-Genuss jedoch nur sehr eingeschränkt tolerieren trotz der hohen Alkohol- und Tabaksteuereinnahmen, weil er die Massenarbeitskraft zerstört, womit das Steueraufkommen gemindert wird und die Sozialkosten steigen (vgl. Alkohol, Hanf, Rauchen, Sucht).

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Realitätsverlust

Ein unsauberer Ausdruck. Denn die Realität hat die Eigenart, dass sie nie verloren geht. Lediglich das Empfinden für sie kann gelegentlich auf die Verlustseite geraten. Eine typische Politiker-Demenz, die sich im fortgeschrittenen Dienstalter zeigt. Hervorgerufen wird sie durch die perfekte Abschirmung vom Volk, durch übertriebene Versorgtheit und durch die Konzentration auf die Glaubenssätze des Parteiprogramms (vgl. Ignoranz, Parasit, Parteien, Politiker).

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Reality TV

Als die Fernsehmacher mit einigen Jahrzehnten Verspätung kapierten, dass sie mit ihrem übertriebenen Perfektionismus die eigentliche Stärke dieses Mediums, nämlich die Live-Sendung, vernachlässigt hatten, zeugten sie das Spanner-Fernsehen (vgl. Big Brother, Exhibitionismus, Rentnerlustbarkeit, Voyeurismus).

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Rechtschreibreform

Illustration: Anja Buchheister, Mannheim

Illustration: Anja Buchheister, Mannheim

Die R. wurde in Umkehrung eines alten pädagogischen Grundsatzes eingeführt: nicht fürs Leben, sondern für die Schule. Denn es handelt sich dabei vor allem um Vereinfachungen der Schreibweise. Durchgeführt in der Absicht, den Schulkindern das Schreibenlernen zu erleichtern. Dabei wurde leider nicht daran gedacht, dass mit jeder Vereinfachung der Schreibweise die deutliche Unterscheidbarkeit des Ausdrucks abnimmt, das Geschriebene also weniger eindeutig ist. Das reformierte Geschreibsel ist stärker deutungsbedürftig, also schwerer zu lesen. Mit diesem Schritt auf das stark abgeschliffene, also vereinfachte und damit vieldeutige Angelsächsische zu ist der deutschen Sprache ein bleibender Schaden zugefügt worden. Ob unsere Kultusminister dafür jemals zur Verantwortung gezogen werden, darf bezweifelt werden. Wie hätten diese Wolkenkuckucksheimer denn auch daran denken sollen, dass das Lesen wichtiger ist als das Schreiben, weil kaum 5 % der Schüler im späteren Leben noch einmal etwas zu schreiben, gut 95 % aber eine Menge zu lesen haben werden (vgl. Ignoranz, Politiker, Verantwortung).

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Rechtspopulismus

Ist ein Schimpfwort. Damit wird ausgerechnet das Wesensmerkmal der Demokratie, nämlich das Appellieren an die große Masse des Volkes, verteufelt. Und das nur, weil man es nicht wagt, gleich den Kern des Problems anzugreifen und auf den Demokratismus zu schimpfen. Meint doch das lateinische Wort populus nichts anderes als das griechische Wort demos, nämlich Volk (vgl. Demokratie, Kuh, heilige).

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Reform

Bei jeder R. geht es darum, möglichst viel Sand in die Augen der Öffentlichkeit zu streuen, aber natürlich nicht in die eigenen. Deshalb müssen die Macher immer ein Auge zudrücken, möglichst sogar beide (vgl. Politiker).

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Regierungskriminalität

So neu das Wort, so alt das Schweigen darüber. Jede Staatsregierung nimmt klammheimlich für sich in Anspruch, nicht an die Gesetze ihres Staates gebunden zu sein, weil höherstehende Staatsinteressen den Ganoven in Amt und Würden einen Freibrief ausstellen. Das ist die Faszination der Macht. Ein Exzess der R. liegt vor, wenn Staatsinteressen mit Parteiinteressen oder persönlichen Interessen von Politikern verwechselt werden (vgl. Italienische Verhältnisse,   Korruption, Parteien, Weiße-Kragen-Kriminalität).

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Reiselust

Jahrtausende lang war das Reisen etwas Unvermeidliches, heute ist es mehr als nur etwas Selbstverständliches. Dabei ist die Frage nach dem Wozu obsolet. Wie wir nicht mehr nach dem Sinn des Lebens fragen und mit dieser Abstinenz recht glücklich sind, so fragen wir auch nicht nach dem Sinn des Reisens und sind mit der Aufzählung der Städte und Länder, in denen wir waren, zufrieden (vgl. Tourismus, Vielfraß).

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Reiz

Die menschliche Natur giert beinahe ständig nach R.n. Dabei empfindet sie wechselnde R.e stärker als altbekannte. Was insbesondere die Einehe unnatürlich erscheinen lässt. R.e können über die fünf Sinne ausgelöst werden oder – sinnlos und doch nicht unsinnig – allein durch das Bewusstsein. Ihre Wirkung entfalten die R.e in biochemischen Reaktionen, die erst teilweise erforscht sind, jedenfalls noch nicht so weit, dass sie zur generellen Entschuldigung für menschliches “Fehlverhalten” herhalten könnten (vgl. Ehe, Gossen, Mensch, Schuld oder Unschuld, Sex).

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Reklame

Schon in klassischer Zeit bekannt. Ein kleiner Lichtblick für den Kleinen Mann, weil sie vom Genießen kündete, während die Staatsführer verkündeten, es sei schön fürs Vaterland zu sterben, und die Priester kund taten, dass es noch schöner sei, für seinen Glauben sein Leben hinzugeben (vgl. Politiker, Religion, Wahrheitsliebe,   Werbung).

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Religion

Illustration: Walter Hanel, Bergisch Gladbach

Illustration: Walter Hanel, Bergisch Gladbach

Eine R. ist ein gedankliches Konstrukt, das sich dadurch auszeichnet, dass es völlig Unwahrscheinliches behauptet und Nicht-Menschenmögliches fordert, wofür es typisch menschliche Wünsche zu erfüllen verspricht. So unterschiedlich diese Konstrukte sind und waren, die Menschen hatten zu allen Zeiten und in allen Ländern ein Bedürfnis nach derartiger Überhöhung ihres Alltags durch Bezug zu etwas Göttlichem, vor allem Unterdrückte, Kranke und Alte. Leider macht R. besserwisserisch, obwohl sie nichts mit Wissen, sondern nur mit Glauben zu tun hat. Das führt noch heute zu Glaubenskriegen, wie ein Blick in die Tagespresse zeigt. Womit sich die breite Todesspur der Religiosität weiter verlängert. Alle Versuche, zur Befriedung der Menschheit durch Abschaffung der R. beizutragen (durch Aufklärung oder durch Verabreichung einer Ersatz-R. wie den Marxismus), sind fehlgeschlagen, weil hinter den R.en zu starke Interessengruppen stehen. Im Gegenteil zeigt sich seit dem Ende des 20. Jhdts. allen Nobelpreisen zum Trotz in den großen R.en ein fataler Trend zu einem rigorosen Fundamentalismus (vgl. Buchreligionen, Frieden, Fundamentalismus, Horoskop, Mithras, Sinn, Weltreligionen).

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Religionsfreiheit

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Dieser unglücklich zusammengesetzte Begriff ist sinnvoll nur in der Variante Freiheit von Religion, weil jede religiöse Bindung Unfreiheit ist und es widersinnig wäre, den Propagandisten von Religiosität noch mehr Freiheiten zuzubilligen (vgl. Oxymoron, Mission, Religion).

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Religionsgründer

Leute, die eine neue Religion propagieren, hat es immer gegeben und wird es immer geben, weil sich immer massenhaft Menschen finden lassen, die lieber glauben als wissen. Viermal haben R. die Erkenntnis der fundamentalen Bedeutung des Ichs bekanntgegeben: Echnaton und Moses, Jesus und Mohammed. Zweimal waren Pragmatiker am Werk, zweimal Träumer, die beide prompt umgebracht wurden. Aber die Entwicklung der vier Religionen, die sie gestartet haben, zeigt, dass es nicht so sehr auf die Weltgewandtheit der R. ankommt als vielmehr auf die ihrer Nachfolger, nämlich der Kirchenführer. Der eine Träumer ist ohne Nachfolger geblieben, der andere wird vom weltgrößten Verein verehrt (vgl. Machtmenschen, Ich, Jesus,   Religion).

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Religionskriege

R. gibt es nicht. Religiöses wird im Wettbewerb der Machtinteressen nur gern als Vorwand genutzt, mit dem die Volksmassen dazu gebracht werden, mit der größten Begeisterung zu töten und sich töten zu lassen (vgl. Gehirn).

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Religiosität

Wegen fehlender Chancen zum Lebensgenuss für viel zu viele Menschen ein tröstlicher Lebensinhalt, obwohl leider meist lebensfeindlich und wegen der Tendenz zu fundamentalistischer Rechthaberei lebensbedrohend (vgl. Agnostiker, Fundamentalismus, Religion).

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Rentnerlustbarkeit

Nummer 1 ist das Fernsehen, weil es eine Erweiterung des Lebens zu bieten scheint und einem kein Mensch verrät, dass es bloß Lebensersatz ist (vgl. Fernsehen, Senioren, Zufriedenheit).

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