Archiv der Kategorie: M

Maske

Der Starrummel, der sich um die Schauspieler entfaltet hat, führt dazu, dass man sich beim Erscheinen eines bekannten Gesichts in einem neuen Film unwillkürlich noch an dessen alte Rolle erinnert. So wird aus einem Gangster ein Seelsorger, aus einer Politikerin ein Betthäschen. Derartige Verwirrung wussten die Erfinder des Dramas, die Alten Griechen, zu vermeiden, indem sie die Akteure nur hinter einer M. verborgen spielen ließen. Jedoch keine Chance, das wieder einzuführen. Heute wäre es auch wichtiger, Richter hinter einer M. agieren zu lassen, um ihnen die Angst zu nehmen vor Racheakten der Angehörigen des Straftäters, den sie verurteilen sollen. Da hat die M. aber ebenfalls keine Chance, und das ist die Chance der bösen Buben, gut davon zu kommen (vgl. Gerechtigkeit, Schauspieler, Tradition).

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Massenmedien

Als M. bezeichnen sich voller Stolz Presse, Funk und Fernsehen. Sie sind, wenn auch nur inoffiziell, die vierte Gewalt im modernen Staat. Ihre kostspielige Allgegenwärtigkeit rechtfertigen sie mit dem Informationsauftrag, den sie angeblich irgendwoher haben. Dass sie mindestens ebensoviel zur Desinformation beitragen wie zur Information, ist eine Tatsache, die man nicht publik machen kann, weil die M. sie nicht verbreiten. Dabei boten sie erst kürzlich als Beispiel für Desinformation die Einhelligkeit, mit der sie uns ein vorgezogenes Jahrtausendende aufschwätzten (vgl. Millennium, Zeitrechnung, Journaille).

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Massenmörder

Echte M. unterscheiden sich von normalen Mehrfachmördern dadurch, dass sie nicht verurteilt und hingerichtet werden, obwohl jeder von ihnen viele Millionen Menschen umgebracht hat. Sie werden im Gegenteil von vielen Menschen verehrt und gehen als Berühmtheiten in die Geschichte ein, so auch die M. des 19. und 20. Jahrhunderts – hier in der Rangfolge ihrer mörderischen Effektivität aufgeführt: Mao, Stalin, Leopold II. von Belgien, Hitler und Pol Pot (vgl. Säulenheilige, Staatsführer, Völkermord).

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Matriarchat

Fachbegriff für Frauenherrschaft. Doch wie das Wort Frauenherrschaft ein Unsinn ist, weil ein Widerspruch in sich, so ist wohl auch die weit verbreitete Vorstellung von matriarchalischen Gesellschaften in früheren Zeiten oder abgelegenen Weltecken ein Unsinn, weil nie belegt. Selbst die von den Alten Griechen besungenen Amazonen mit eigenem Amazonenstaat waren nur Chimären, ein notwendiger Ausgleich für die Frauen missachtende Machohaltung dieser penisverliebten Heroengesellschaft. Tatsächlich gab und gibt es lediglich Matrilinearität, also die Regelung der Abstammung über die weibliche Linie (z. B. im Judentum), aber die hat stets andere Gründe und gibt den Frauen zwar ein bisschen mehr an Bedeutung, doch niemals die Herrschaftsgewalt. Also leider nichts mit einer besseren Welt durch Damenschaft. Dabei wäre der Menschheit schon geholfen, wenn die regierenden Männer ein wenig mehr matriarchalisch im Sinne von mütterlich-sorgsam mit ihren Völkern umgehen würden (vgl. Aggressivität, Beschneidung, Frau, Frieden).

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Mäzen

Ein M. ist ein zumindest auf den ersten Blick selbstlos handelnder Förderer eines anderen Menschen, wobei es meist um Kunst oder Wissenschaft geht. Der Begriff geht zurück auf den Namen des Römers Gaius Maecenas (ca. 70 – 8 v. u. Z.), einem vertrauten Freund und Unterstützer des Kaisers Augustus, der seinen ererbten unermesslichen Reichtum auch für die Förderung junger Künstler wie Horaz, Vergil und Properz einsetzte. Heute geht es vielfach und einige Nummern kleiner um die weibliche Form M.in, wenn eine Frau mit ihrem Geld das Studium oder die künstlerische Arbeit ihres Mannes finanziert, obwohl sie sich damit keinen Namen machen kann (vgl. Egoismus, Idealismus, Liebe, Selbstlosigkeit).

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Medien

Presse, Funk und Fernsehen werden als M. bezeichnet. Soweit sie privat gegründet wurden, um mittels Werbung Geld zu machen, tragen sie diese herabsetzende Bezeichnung als bloße Mittel zum Zweck ganz zu recht. Ebenso, wenn sie nicht Werbegelder absahnen, sondern Ideen breittreten sollen (Tendenzbetriebe). Nicht mit M. zu verwechseln und deshalb ernst zu nehmen sind manche Bücher, Schauspiele und Filme (Kommerz, Kultur, Massenmedien, Netzine).

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Medien, soziale

Unter diesem schiefen Begriff werden moderne Kommunikationsmittel zusammengefasst, die neben den etablierten Medien Presse, Funk und Fernsehen existieren, wie Facebook, Twitter, YouTube, Blogs und andere Foren. Mit ihnen sind erstmals für das Publikum Plattformen geschaffen für die freie Meinungsäußerung in der Öffentlichkeit. In der Praxis führen sie jedoch zu einer Beschränkung der Meinungsfreiheit, sobald man erkannt hat, dass man mit jeder Äußerung sein persönliches Profil verdeutlicht, das die hinter den s. M. stehenden Interessengruppen für ihre Zwecke verwenden, und weil man befürchten muss, entweder unter Hasstiraden begraben oder von den falschen Freunden vereinnahmt zu werden (vgl. Meinungsfreiheit, Persönlichkeit, Rückkopplung).

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Meditation

M. ist die ideale, weil nicht überprüfbare Auszeit des Homo faber. Kein Wort dagegen. Klingt doch meditieren viel besser als dösen (vgl. Verfeinerung).

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Mehrheit

Die M. ist das A und O der Demokratie. Doch weil sie immer eine Minderheit entstehen lässt, bis hin zu beinahe gleicher Stärke, deren künstlich aufgegeilte Meinung, Absicht, Wunschvorstellung nach der Abstimmung unter den Tisch fällt, ist sie mehr O als A. Außerdem wird die M. im Bewusstsein der Bürger zu einer Pseudo-Alleskönnerin, die beispielsweise von Staats wegen Mitbürger töten lassen darf oder ein Jahrtausend auf 999 Jahre verkürzen kann. Fazit: Das demokratische Prinzip M. neigt dazu, aus der Spur zu laufen, so dass bald keine Spur von Rationalität oder Ethik mehr zu erkennen ist (vgl. Demokratie, Todesstrafe, Zeitrechnung).

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Mehrwerttheorie

Nach der Pleite des Weltkommunismus mit der Marxschen M. und dem globalen Machtantritt eines Totalkapitalismus muss die M. in neuer Laufenbergscher Definition lauten: Was einem für Geld gegeben wird, ist auch nicht mehr wert als Geld (vgl. Geld, Lebenskunst).

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