Archiv der Kategorie: Lästerlexikon

Agnostiker

Zwischen dem, der behauptet, es gebe Gott (der Gläubige), und dem, der behauptet, es gebe Gott nicht (der Atheist), steht der A. als der Ehrliche, der zugibt: Das wissen wir nicht und können wir nicht wissen (vgl. Atheist, Deismus, Religiosität).

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Agrarpolitik

Wird für Europa in Brüssel praktiziert als die geniale Verbindung von sozialistischer Zentralverwaltungswirtschaft mit einem mafiösen Kapitalismus. Effekt: Gigantische Steuergelder-Verschwendung und Überschuss-Produktion bei gleichzeitig fortschreitender Umweltzerstörung und Nahrungsmittelvergiftung (vgl. Bauer, Europa, Lobby).

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Ahnenforschung

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Wer sich mit seinen Ahnen beschäftigt, steigt nicht nur aus dem Heute aus, er zeigt damit auch seine Defizite an Selbstbewusstsein. Die Namen und Leistungen der Ahnen werden zu Korsettstangen umfunktioniert, was zum Anschein einer besseren Haltung führt. Die Ahnen konnten ja nicht ahnen, wozu sie einmal missbraucht werden – und wehren können sie sich schon gar nicht. Bei Pferden, Hunden und Kühen sind die Ergebnisse der A. sicherer als beim Menschen, weil die körperliche Beschaffenheit gute Anhaltspunkte für die Beurteilung gibt. Was bei Menschen nur selten der Fall ist. Dennoch ist von dem Versuch einer Anknüpfung an einen Tier-Pedigree abzuraten (vgl. Eskapismus, Selbstbewusstsein, Dekadenz, Zuchtwahl).

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Aktuell

A. ist das, wovon gestern noch niemand sprechen konnte und morgen niemand mehr was hören will (vgl. Strohfeuer, Zeitung).

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Albernheit

Die moderne Form der deutschen A. ist, seine Zunge so zu verdrehen, dass sie beinahe wie eine englische klingt, – aber nur beinahe, sonst könnte ja keiner mehr darüber lachen (vgl. Handy, Verdrängungswettbewerb).

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Alkohol

Ein in manchen Kreisen zu Unrecht perhorreszierter Begriff. Boten doch schon in einer Periode der Klimaerwärmung vor mehr als zehn Millionen Jahren die von Obstbäumen abgefallenen Früchte, die schnell vergoren waren, den gemeinsamen Vorfahren von Mensch und Menschenaffe die erste Dosis A.. Das heißt, wir waren schon Saufköppe, als es uns noch gar nicht gab. Soweit diese Saufköppe Träger des mutierten Enzyms ALDH waren, das A. verträglich machte, sollen sie ihre helle Freude an diesem Stöffchen gehabt haben (vgl. Alkoholintoleranz, Asiaten, Drogen, Rauschgift).

 

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Allergie

Eine A. ist eine gefühlte Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Stoffen des natürlichen, vor allem auch beruflichen Umfeldes. Dabei spielen Ärzte als Erfinder dieser neuen Krankheiten und die Massenmedien als ihre Verbreiter eine Hauptrolle. Deshalb ist am besten dran, wer auf jegliches A.-Geschwätz allergisch reagiert, d. h. abschaltet (vgl. Gesundheit, Massenmedien, Volksverdummung).

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Alt

Illustration: Jules Stauber, Schwaig bei Nürnberg

Illustration: Jules Stauber, Schwaig bei Nürnberg

A. fühlst du dich, wenn dein Körper dir mehr Last als Lust bereitet, a. bist du aber erst, wenn du versuchst, die Zeit auf ihrem momentanen Stand festzunageln: Das ist meine letzte Wohnung, das mein letzter Wagen, mein letzter Computer, und es werden keine neuen Bücher mehr gekauft – das Regal ist voll. So wird das Leben leer (vgl. Überalterung).

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Alter

Jeder hat drei A., nämlich neben dem kalendarischen A. , das in seinem Ausweis steht, das biologische A. und das gefühlte A., wobei die Aussagekraft dieser drei A.-Angaben unterschiedlich ist. Das Kalender-A. sagt wenig aus, weil es alte Dreißiger und junge Sechziger zuhauf gibt, das Gefühls-A. ist zu sehr von der momentanen Disponiertheit abhängig, um ernst genommen zu werden. Allein maßgebend kann nur das Bio-A. sein, das messbar und deshalb zu Vergleichen mit anderen Menchen geeignet ist. Leider hat man aber noch keinen einheitlichen Maßstab festgelegt für diesen Komplex aus Gesundheit, Sportlichkeit und Lebenseinstellung. Womit klar ist, dass es völlig sinnlos ist, über das A. zu sprechen. Also Thema wechseln (vgl. Jahrgang, Jahrgänge, Persönlichkeit, Vergehen, WetterWiedersehen).

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Altern

heißt, von den lustigen Spielfilmen, die das Fernsehen immer wieder bringt, immer mehr Szenen wiederzuerkennen. So wird sogar das A. lustig (vgl. Fernsehen, Massenmedien,  Sinnliches).

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