Archiv der Kategorie: L

Lebenslauf

Es hat mich geboren, ich bin und stolper, tapse, haste, döse, tanz und taumel, denke, fühl und ahne, torkel und vergehe in die Welt wird immer tiefer hinein (vgl. Durchblick).

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Lebensmittel

Wer L. falsch versteht und in die Mitte seines Lebens geraten lässt, braucht nicht nur einen längeren Gürtel, sondern auch ein Herkunftswörterbuch (vgl. Dummheit, Genuss, Maßhalten).

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Lebensverkürzung

Der ernsthafte Lebenskünstler sagt sich: Jeder Tag, an dem ich mir nicht die Zeit nehme, auch einmal daran zu denken, wie spätere Generationen sich an mich erinnern und mich verehren, ist ein verlorener Tag (vgl. Bewusstsein, Ich, Lebensverlängerung, Nachruhm).

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Lebensverlängerung

Der ernsthafte Lebenskünstler sagt sich: Jeder Tag, an dem ich mir die Zeit nehme, auch einmal daran zu denken, wie spätere Generationen sich an mich erinnern und mich verehren, ist ein gewonnener Tag (vgl. Bewusstsein, Ich, Lebensverkürzung, Nachruhm).

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Leerlauf

Zwischenzeiten ohne jede Aktivität werden gern als L. diffamiert. Dabei können sie sich als wertvollste Zeiten erweisen, wenn man nur den Gedanken freien Lauf lässt. Danach könnte es sein, dass einem eher die Zeiten der Aktivität als L.-Zeiten erscheinen (vgl. Erinnerung, Idee, Innovativ, Phantasie).

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Leitkultur

In jedem Staat haben die Bürger die verschiedensten Vorstellungen von Gott und der Welt. Doch die in ihrem Land von den meisten Menschen vertretenen, also vorherrschenden Grundsätze von Recht, Sitte und Tradition (in Deutschland ist das Christlich-Jüdisch-Römisch-Hellenistisches mit ein wenig Germanischem) bilden die Leitkultur, der sie unterworfen sind, gleichgültig, ob ihnen das gefällt oder nicht. Was selbstverständlich weitgehend auch für ausländische Mitbürger gilt. Nicht dass es in jedem Land eine L. gibt, ist das Aufregende, sondern wie schnell sie sich heute überall verändert, durch Tourismus und Migration, vor allem aber durch die über Film und Fernsehen sich weltweit breitmachende L. der USA (vgl. Amerikaner, Kulturimperialismus, Multikulti, Toleranz).

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Lektorat

Früher war das L. die Abteilung in einem Buchverlag, in der die Literaturkenner saßen, die eingegangene Manuskripte prüften und die besten aussuchten, die sie dem Verleger zur Produktion vorschlugen. Heute ist das L. personell überall so ausgedünnt, dass dort kaum noch eine Prüfung der eingegangenen Manuskripte stattfinden kann. Deswegen verlässt man sich entweder auf die Vorauswahl, die in ausländischen Hitlisten getroffen wird, kauft die Lizenz und bedient den Markt mit Übersetzungen, oder man verlässt sich auf die Literaturagenturen, die eine Vorauswahl treffen und den Verlag nichts kosten, weil sie von den Autoren bezahlt werden. Was nach einer sehr geschickten Weiterentwicklung des Verlagswesens aussieht, hat allerdings den Pferdefuß, dass Übersetzungen fast immer ein Behelf sind, weniger gut als das Original, und dass die Literaturagenturen stets die Manuskripte empfehlen, die für das breiteste Publikum attraktiv erscheinen, weil sie selbst prozentual am Verkaufserfolg beteiligt sind. So ist der L.- Rückbau die Erklärung dafür, dass von den etablierten Verlagen kaum noch anspruchsvolle Literatur veröffentlicht wird, diese Risiko-Sparte vielmehr fast ganz den Kleinstverlagen überlassen bleibt (vgl. Bestseller, Agentur, Literatur).

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Lesen

Wer nicht lesen will, muss fernsehen. Das ist das Unterschichten-Schicksal (vgl. Fernsehen, Lerneifer).

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Leserbrief

Ein L. ist die nur andeutungsweise und ausnahmsweise gewährte Gegenrichtung in der journalistischen Informations- und Meinungs-Einbahnstraße Redaktion – Leser. Wer einen L. schreibt, hofft darauf, dass er veröffentlicht wird. Es erhöht seine Chance, wenn er zu einem gelesenen Artikel nur unwesentliche Einzelheiten als Ergänzung bringt. Oder wenn er eine naiv-gläubige Bestätigung aus eigener Erfahrung bietet. Keine Chance hat ein L., der wesentliche Gesichtspunkte nachreicht, die in dem Artikel gefehlt hatten. Klar. Welcher Journalist lässt sich schon gern von seinen Lesern beschämen? (vgl. Journaille, Selbstbewusstsein, Zeitung).

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Leugnen

Das als unwahr Bezeichnen eines Sachverhalts. Es ändert zwar nichts an dem betreffenden Sachverhalt, trotzdem kann es strafbar sein, z. B. bei der Zeugenaussage vor Gericht, weil es das Finden der Wahrheit behindert, also ein Verstoß gegen das staatliche Gewaltmonopol ist. Ebenfalls strafbar, obwohl anders störend, ist das Holocaust-Leugnen, das die Aufrechterhaltung einer einmal gefundenen Wahrheit erschwert, also ein Verstoß gegen das Meinungsmonopol der gerade die Political Correctness Bestimmenden ist (vgl. Political Correctness).

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