Archiv der Kategorie: I

Intellektueller

Illustration: Klaus Päkel, Neunkirchen-Seelscheid

Illustration: Klaus Päkel, Neunkirchen-Seelscheid

Ein einsamer Held auf dem Kriegspfad des Geistes, dem der erreichte Bekanntheitsgrad und sein Nachruhm wichtiger sind als Pöstchenschacher und Geld und der Wahrheitsgehalt sämtlicher Ideologien. Durch diese Bescheidenheit wird er zum Erzfeind jedes Despoten (vgl. Aufklärung, Volksverdummung).

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Intelligent

I. ist, wer die Fähigkeit hat, aus Erlebtem Erkenntnisse zu keltern und Zusammenhänge zwischen Fakten zu deuten. Damit hat er mehr vom Leben, wird aber von vielen Mitmenschen angefeindet, weil sie sich über die ganz offensichtliche Ungerechtigkeit ärgern, mit der die Natur die Intelligenz verteilt hat (vgl. Intelligenz, Neid).

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Intelligenz

Es gibt viele Tests, mit denen der IQ (sprich: I-Kuh, weil Abkürzung für Intelligenz-Quotient) gemessen wird. Diese Tests werden nur zu selten eingesetzt. Wenn man einen I.-Test zur Voraussetzung für den Erwerb des Führerscheins und des Trauscheins machen würde, hätten wir an dem einen wie dem anderen Verkehr viel mehr Spaß (vgl. Geldgier, Intelligenztest, Trinkwasser).

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Intelligenztest

Das Gefühl des Umzingeltseins von Dummheit erzeugt das Bedürfnis nach einem zuverlässigen I., der einen vor fruchtlosen Gesprächen bewahrt. Mir genügt als Test die alte Volksweisheit: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Kommt auf meine daran geknüpfte Frage: Wie heißt die Tochter? nur Gekicher, kann ich gleich gehen (vgl. Dummheit).

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Interessant

Ein vernichtendes Urteil. Denn i. ist, was in der Zeitung von heute steht – und schon morgen kalter Kaffee ist. Ein kluger Kopf beschäftigt sich mit dem, was mehr als bloß i. ist (vgl. Journaille, Literatur).

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Interesse

Generalschablone für Anteilnahme, Neugier, Sensationslust, Gier, Weltoffenheit, Mitgefühl, Hilfsbereitschaft und Vieles mehr. Wird im zwischenmenschlichen Kontakt oft vergebens ersehnt, mindestens genauso oft aber auch als lästig abgelehnt. Bietet dem Interessierten einen ungewöhnlichen Zugang zu Informationen und gleichzeitig eine gute Tarnung seines Ich-Bedürnisses (vgl. Belästigung, Datenschutz, Dauer, Ich).

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Internet

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Das I. ist ein weltweites Telekommunikationssystem, dessen Besonderheit ist, dass es – zum Ärger mancher Machthaber – kein Chefbüro gibt, infolgedessen auch kein “Njet”. Was 1969 in den USA als passive Aufrüstung installiert wurde, um die wichtigsten Militäreinrichtungen vor der Ausschaltung durch einen Feind zu schützen, entwickelte sich mit unglaublicher Geschwindigkeit zum wichtigsten aktiven Rüstzeug einer neuen nicht zu unterbindenden, weltumspannenden Aufklärung, und das nicht nur im wissenschaftlichen Bereich. Wobei als andere Seite der Medaille hingenommen wird, dass auch Kommerzinteressen aller Art, Religiöses und anderes Ideologisches sowie Pornografisches und Gewaltverherrlichendes ungehemmt eine immer weitere Verbreitung finden (vgl. Internet-Abhängigkeit, Kommunikation, Meinungsfreiheit, Netzine, Zensur).

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Internet-Abhängigkeit

Unendlich viele Generationen von Menschen haben ohne Internet gelebt, längst nicht so viele (vorbildliche oder bedauernswerte?) Menschen meinen, nicht mehr ohne Internet leben zu können, und unendlich viele Generationen wird es geben, die überhaupt keine Vorstellung mehr davon haben, wie man mit dem Internet gelebt hat (vgl. Eintagsfliege, Internet, Zeitvertreib).

 

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Intersexuell

In der DDR, diesem deutsch-perfekten Großexperiment eines landesweiten Gefängnisses, es möge ruhen in Frieden, kriegte alles, was etwas Besonderes sein sollte, die Vorsilbe Inter verpasst, beispielsweise Interhotel und Intershop. Weil Inter wie international klang, also wie der absolute Gegensatz zur engen DDR-Wirklichkeit. Jetzt haben wir im wiedervereinten Deutschland den Zusatz Inter in dem Begriff I. ganz anders neu entdeckt: Alles andere als männlich und weiblich. Während sich bisher männlich als der Gegensatz von weiblich definierte und weiblich als der Gegensatz von männlich, gibt es jetzt mit I. ein drittes Geschlecht, das sich nicht sächlich nennt, weil das Neutrum nur in der Grammatik als drittes Geschlecht existiert. Wer will sich schon als sächlich oder als Neutrum bezeichnen lassen. Nun bietet sich an, die Unterscheidung von Menschen nach Geschlecht generell abzuschaffen. Ist uns bei Zug- und Flugzeugtoiletten ja längst selbstverständlich (vgl. Geschlecht, Gleichberechtigung, Mensch, Unisex).

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Invasoren

Als I. werden die zahlreichen gebietsfremden Tierarten, die sich neuerdings bei uns wohlfühlen, also vor allem Waschbär, Nilgans, Papagei und Tigermücke, von Umweltschützern bezeichnet. Als anerkannte Gutmenschen meinen die Tierschützer, es nicht nötig zu haben, von Tieren mit Migrationshintergrund zu  sprechen, sondern die Dinge beim Namen nennen zu dürfen. Ihr Glück, dass die I. das nicht mitkriegen (vgl. Wortsalat).

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