Archiv der Kategorie: G

Geld

Für das G., eigentlich bloß das generelle Tauschmittel, gibt es so viele kluge Definitionen, dass es das Klügste ist, sich nicht mit ihnen zu beschäftigen, sich statt dessen darum zu bemühen, fremdes Geld in die eigene Tasche zu leiten. Denn wenn man es hat, ist es sowieso etwas qualitativ anderes als wenn man es nicht hat. Weil man plötzlich versteht, was das alte Sprichwort meint: Geld ist die Brücke zu allen möglichen Lebensträumen, aber auf einer Brücke kann man nicht leben (vgl. Durchgangsinteresse, Geldadel, Neid, Quickie, Salär, Schere, Wohlstand).

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Geldgier

G. beruht auf dem weitverbreiteten Missverständnis, Geld sei alles. Doch das Wichtigste im Leben ist Intelligenz, und gerade die kann man nicht kaufen (vgl. Geld, Intelligenz, Volksweisheit).

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Geldschein

Der für seinen Unterhalt arbeitende Teil der Menschheit lebt in dem Bewusstsein: Jeder G., den ich ausgebe, ist ein kleines Stück meines Lebens, das ich mit unsinnigem Arbeiten vertue. Der nicht für seinen Unterhalt arbeitende Teil der Menschheit kann das umgekehrt sehen: Jeder G., den ich ausgebe, ist ein kleines Stück Lebensgenuss. So oder so gilt: Geld ist Leben (vgl. Arbeit, Geld, Leben, Verschwendung).

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Geliebte

Bei einem Seitensprung des Mannes entsetzt sich die Ehefrau über Ehebruch und Betrug und verlangt die Trennung, weil sie in der G.n ihres Mannes die Alternative zu sich selbst sieht. Dabei weiß man schon seit der Zeit der Alten Römer, dass die G. nicht das Gegenstück zur Ehefrau ist, sondern eine Ergänzung. Kann doch der Mann mit seiner Ehefrau schon aus Hochachtung so manches nicht tun, was er mit seiner G.n tut, und das allein aus Spaß an der Freud’ (vgl. Betrug, Ehebruch, Liebe, Treue).

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Gemeinnutz

G. geht vor Eigennutz, so sagte man früher. Inzwischen weiß man, dass es genau umgekehrt ist. Dass der Eigennutz dem G. vorangeht. Zu dieser Erkenntnis haben nicht zuletzt die Politiker beigetragen, was diesem Berufsstand immerhin eine gewisse Berechtigung gibt. Dienen doch auch schlechte Beispiele der Aufklärung des Volkes. Die neue Regel lautet: Eigennutz geht vor G. Diese Regel ist aber in dem Sinne zu verstehen, dass sogar aus eigennützigem Handeln Gemeinnütziges entstehen kann. Denn da das Gemeinnützige jedem einzelnen einer Gemeinschaft zugute kommt, ist es besonders geschickt, wenn man in einer Weise eigennützig handelt, die dem G. – und damit indirekt auch wieder einem selbst, also dem Eigennutz – dient (vgl.: Künstler, Politiker, Eigennutz, Eigenliebe).

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Gemeinschaftslatrine

Die G. der Alten Griechen und Römer, wie wir sie heute noch da und dort erhalten sehen – ein Dutzend und mehr Kacklöcher dicht nebeneinander in der langen Steinbank über einem verdeckten Kanal und davor ein Rinnsal zum anschließenden Händewaschen – das war das unverzichtbare Netzwerk für den Alltagsplausch, so beliebt, dass man dafür gern auf jede Intimität verzichtete, also das Facebook der Antike (vgl. Facebook, Kommunikation, Schamgefühl, Simplizität).

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Genozid

Ein G. (deutsch: Völkermord) ist der gewaltsame Versuch, fremde Gene auszurotten. Das war er unbewusst schon lange, bevor die Gen-Technologie uns die genauere Kenntnis der Begriffe gab. Die frühesten G.-Berichte stehen im Alten Testament (4 Mose, 31): Die Ausrottung der Midianiter sowie der Amalekiter durch die Hebräer, Mose angeblich von seinem Gott befohlen (4 Mose, 24), deshalb gerechtfertigt. Schon damals war die Bezeichnung Völkermord zu eng, weil die zuchterfahrenen Viehhalter die unberührten Mädchen der Feinde nicht töteten, sondern für die Verbreitung der eigenen Gene benutzten. Doch kann man nicht sagen, dass der G. mit dem „Holocaust“ auf seine Erfinder zurückgefallen sei. Denn es gab ihn höchstwahrscheinlich schon vorher und anderswo, und es gibt ihn leider auch hinterher, jetzt vor allem in Afrika. Er lässt sich nicht auf eine Region oder Rasse beschränken, sondern ist offensichtlich urmenschlich (vgl. Indianer, Menschlichkeit, Nazis, Präkolumbianische Kultur, Religion, Völkermord).

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Gentechnologie

Neue technische Verfahren rund um die Reproduktion von Leben, die besonders im Hinblick auf den Menschen im Kreuzfeuer der Ideologen stehen. Das wird nicht verhindern, dass – wie immer – gemacht wird, was machbar ist (vgl. Beischlaf, Frankenstein, Pygmalion, unbefleckte Empfängnis).

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Genus

Unter G. versteht man das grammatische Geschlecht von Wörtern. Im Deutschen hat das grammatische Geschlecht nichts mit dem biologischen Geschlecht zu tun. Es ist, was ungebildete und sexorientierte Zeitgenossen nicht verstehen können, geschlechtsneutral. Aus Unverstand meinen diese Leute, alles doppelt bezeichnen zu müssen. So kommt zu dem geschlechtsneutralen Begriff Zeitgenosse die Zeitgenossin und zu dem Begriff Mensch die Menschin, zu dem Begriff Person der? Dabei bleibt der Schuh der Schuh, gleich wer ihn sich anzieht, ein Mann, eine Frau oder ein Kind. Wie die Arbeitskraft die Arbeitskraft bleibt, gleich wer die Arbeit tut, ein Mann, eine Frau oder ein Kind. Wegen dieser Schwierigkeiten ist in manchen sehr abgeschliffenen Sprachen die G-Einteilung schon verschwunden, beispielsweise im Englischen,  dem die Freundin fehlt, so dass ein friend nur noch durch ein zugefügtes Adjektiv oder durch den Zusammenhang als männlich oder weiblich zu identifizieren ist (vgl. Emanzipation, Sprache).

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Genuss

Der Baum genießt das Licht und das Wasser sowie die Luft und die Nährstoffe des Bodens, der Vogel genießt zusätzlich mancherlei anderes Futter und dazu seine Vögelin, der Mensch ist in seiner Mehrzahl genauso bescheiden. Nur wenige entwickeln die Fertigkeit, Kunst zu genießen (vgl. Kultur, Lebensmittel, Lust, Überlegenheit).

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