Archiv der Kategorie: F

Fiktion

Gegenstück zur Realität. Gelegentlich kann sich F. materialisieren, dann entsteht aus Kunst Kitsch, beispielsweise das Sherlock-Holmes-Haus in der Londoner Baker Street 221 b, das nach den Romanen von Arthur Conan Doyle eingerichtet wurde, oder die Burg Lichtenstein, die dem Roman Wilhelm Hauffs nachgebaut wurde (vgl. Zufriedenheit).

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Film

Der Spielfilm ist im Gegensatz zum Dokumentarfilm gespieltes Leben. Wenn gut erdacht, getextet und gespielt, ist er ein guter F., andernfalls nur Kunsthonig. So die objektive Differenzierung. Subjektiv ist die Beurteilung viel komplizierter. Hängt die Wirkung auf den Betrachter doch davon ab, wie belanglos dessen Leben ist. Denn das im F. gezeigte Leben steht mal in Konkurrenz zum eigenen Leben, mal dient es als Ersatz, ist auch mal Anregung, meist aber bloß Ablenkung oder Aufregung (vgl. Filmförderung, Leben, Sinn, Vereinsamung, Spielfilm).

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Filmförderung

Deutschland ist das tollste Filmland. Es fördert aus öffentlichen Händen den neuen deutschen Film mit Kleingeld und prohibitiven Antragsbedingungen, während die deutschen privaten Moneymaker über Abschreibungsfonds Hollywood im großen Maßstab finanzieren, zu Lasten der deutschen Steuereinnahmen und zu Gunsten der amerikanischen Schauspieler, die für ihr Grimassieren und Lispeln Traumgagen kassieren (vgl. Bürokratie, Deppen, Film, Lobby, Schauspieler).

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Fingerfertigkeit

Mutter Natur hat den Mädchen ihre grazilen und so beweglichen Finger für die Herstellung von feinen Handarbeiten geschenkt, so glaubte man jahrhundertelang. Heute wissen wir es besser: Die F. haben sie bloß für das öffentliche Schnellgetippel auf dem Handy und das heimliche Nasenbohren (vgl. Kommunikation, Nasenbohren, Nonsens).

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Flagge

Ein fundamentaler Unterschied, der Zeitungsschreibern nicht beizubringen ist: Eine F. ist das Hoheitszeichen eines Staates oder einer sonstigen Gebietskörperschaft. Das einzelne Stück Stoff hat keinen besonderen Wert, sondern ist durch jedes gleichartige Stück Stoff ersetzbar; um so höher aber ist sein Symbolwert, dessen Verletzung durch besondere Strafgesetze geahndet wird. Im Gegensatz dazu ist eine Fahne stets ein Einzelstück von eigenem Wert, nicht ohne weiteres ersetzbar (Vereinsfahne, Regimentsfahne). Weder F. noch Fahne sind die in der Schiffahrt gebräuchlichen sogenannten Signalflaggen und die Alkoholfahne (vgl. Bildungsnotstand, Deutschlandfahne, Journaille).

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Flatrate

Die Pauschale als eine abgeflachte Tarifart für irgendetwas, vom Bordell und Telefon bis zur Muckibude, das üblicherweise je nach Nutzung kostet, bei diesem besonderen Tarif aber zum Festpreis geboten wird, egal wie umfangreich die Nutzung ist. Dem abgeflachten Pauschalpreis entspricht im allgemeinen ein besonders flacher Inhalt. Trotzdem und deshalb ist F. bei Vieltelefonierern das neue Synonym für Glück, bei den Angerufenen für Fluch (vgl. Quasselstrippe, Zeitvertreib).

 

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Fleischeslust

Altertümelnder Ausdruck mit reizvollem Doppelsinn für Tisch- und Bett-Freuden, die den Menschen Ende des 20. Jahrhunderts weitgehend ausgetrieben wurden (vgl. Tierlieb, Verkehrte Welt).

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Flexibilität

F. hat man oder hat man nicht. Gemeint ist damit die Fähigkeit, sich erstaunlich kulant zu zeigen, egal was auf einen zukommt, indem man zu der einen Reaktion genauso bereit ist wie zu einer anderen. Das aber nicht aus Ignoranz oder Phlegma, sondern aus der grundsätzlichen Erkenntnis heraus, dass alles Vor- und Nachteile hat (vgl. Ambivalenztoleranz, Tolerant).

 

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Förderer

Das ist das Faszinosum der Nachrichtenübermittlung: Wenn du erreichen willst, dass einer deiner Zeitgenossen für dich das Maul aufreißt, musst du ihm hinten reinkriechen (vgl. Dank, Geschmackssache, Politik).

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Formel 1

Ein hin und wieder da oder dort veranstaltetes Wettrennen in potthässlichen Autos, reklamebekleistert, laut und stinkig, die für sonst nichts zu gebrauchen sind und am besten wirken, wenn sie nach einer Kollision durch die Luft fliegen, worauf man aber manchmal lange warten muss. Um bei den Zuschauern keine Langeweile aufkommen zu lassen, wird das Rennen mit Grid Girls dekoriert, das heißt mit Horden von einheitlich mehr oder weniger entkleideten jungen, wunderschön lächelnden Frauen, ebenfalls  zu nichts zu gebrauchen als zum Knipsen (vgl. Motorsport, Schönheit, Sport, Umweltverschmutzung).

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