Archiv der Kategorie: F

Fast Food

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Ein Futter, das aus Lebensmitteln besteht, die deine Mitte, um nicht noch umfänglicher zu werden, schnellstens loszuwerden versucht, egal, ob nach oben oder nach unten (vgl. Ernährung, Gesundheit, Zivilisation).

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Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Englische Bezeichnung für Rückwirkung oder Rückkopplung. Typisches Beispiel ist die Chartanalyse bei Aktienkursen. Was an sich eine grafische Spielerei ohne jeden Sinn ist, zeigt in der Praxis Rückwirkungen auf die Aktienkurse, weil so viele Anleger an Chartanalysen glauben (vgl. Meinungsforschung, Vereinsamung).

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Fehler

Wehr dich, wenn dir einer an den Kopf wirft: Jeder hat seine F.; denn das ist Quatsch. Ein F. ist eine Abweichung von einer Norm. Da es aber für Menschen keine Normen gibt, darf ich mit Fug und Recht sagen: Ich habe keine F., allenfalls Eigenarten (vgl. Gebrauchsspuren, Ich-Instinkt, Persönlichkeit).

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Feierabend

Der F. ist ein Glückskeks mit doppeltem Geschmack. Denn sowohl die fleißig Arbeitenden als auch die fröhlich Feiernden sagen, sie wollten noch lange nicht F. machen. So ist der F. mal ein Abend zum Feiern und mal der Abend vom Feiern. Das entlarvt den F. als Universalschluss, mal vom Muss und mal vom Darf. – So zwiespältig, wie er ist, kommt er nie zu meinen Lieblingswörtern (vgl. Doppelsinn, Überdruss).

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Feind

Ein F. ist oft noch wichtiger für das eigene Ich als ein Freund. Das heißt, wer ernsthaft darangeht, seinen F. zu vernichten, setzt das Messer zur Selbstamputation an (vgl. Grundbedürfnisse).

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Feindesinfektionsmittel

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Ist im Handel erhältlich, ohne Waffenschein. Hat ja auch nichts mit den biologischen Waffen zu tun, die in vielen Ländern entwickelt werden, um im Kriegsfall den Feind durch Krankheit ausschalten zu können und dabei sein teures Kriegsgerät sowie sämtliche Gebäude unzerstört zu erbeuten. Es handelt sich bloß um ein besonders fein arbeitendes Desinfektionsmittel (vgl. Krieg, Politik).

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Fernseh-Entwicklungen

Als Mitte des 20. Jahrhunderts das Fernsehen in die deutschen Haushalte kam, war das Faszinierende daran, dass man erstmals etwas miterleben konnte, das an fernen Orten passierte. Die größten Erlebnisse waren die Krönung der britischen Königin Elizabeth II., eine Fußballweltmeisterschaft und das Grubenunglück von Lengede. Die erste grundsätzliche Verwandlung machte das Fernsehen durch, als es von der Live-Sendung umgestiegen ist auf Vorproduziertes, weil es damit technische Perfektion bieten kann. Was bei Silvestersendungen, in denen Schauspieler feiernde Bürger darstellten, sehr bald durchschaut und abgelehnt wurde. Die zweite grundsätzliche Verwandlung bietet das Fernsehen mit der Sendung Bares für Rares, die in bemüht perfekter Umsetzung bis ins Einzelne durchgeprobtes und vorproduziertes Geschehen mit Laiendarstellern noch Monate später als Live-Sendung erscheinen lässt. Der gewaltige Publikumserfolg dieses Formats trotz seiner leichten Durchschaubarkeit bestätigt die philosophische Lehre, dass der Gegensatz von Thesis und Antithesis in der Synthesis aufgehoben wird (vgl. Dialektik).   

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Fernsehen

Das F. könnte die Erfüllung eines der großen atavistischen Wunschträume der Menschheit sein, nämlich dort dabeizusein, wo man gerade nicht ist. Doch durch die Schwerfälligkeit der Technik und unsinnige Perfektionsansprüche wurde die Live-Sendung, das Charakteristikum des Fernsehens, so weit in den Hintergrund gedrängt, dass man das heutige Fernsehen als bloße Miniaturausgabe von Kino und Theater bezeichnen kann. Dass es nach rund achtzig Jahren immer noch eine Einbahnstraße vom großen Mund und der großen Geste hin zu dem kleinen Ohr und dem kleinen Auge ist, lässt es in einer Zeit, die auf Interaktivität Wert legt, zur Belanglosigkeit werden – und damit für den sogenannten Kleinen Mann zum Lebensinhalt, aber hart bedrängt vom viel flexibleren Internet (vgl.: Depravation, Hohlkopf, Internet, Lesen, Selfpublishing, Vereinsamung).

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Fernseher

Instrument zur Vermeidung realer Begegnungen mit anderen Menschen und ihren meist sehr störenden Eigenarten. Sagten die Staatsführer früher: Jeder soll nach seiner Fasson selig werden, womit die Religion gemeint war, so sagen die Herrschenden heute: Jeder soll mit seinem Bier und Knabberkram vor der Mattscheibe selig werden, bis er völlig aus der Fasson gerät. Hauptsache war und ist: Der Bürger stört die Kreise der Herren nicht (vgl. Ablenkungsmanöver, Mittelpunkt).

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Fex

Illustration: Klaus Päkel, Neinkirchen-Seelscheid

Illustration: Klaus Päkel, Neunkirchen-Seelscheid

Fex ist eine beinahe völlig vergessene deutsche Bezeichnung für den, der sich für etwas begeistert. Leider von dem aus dem Englischen kommenden Begriff Fan verdrängt, obwohl der nicht einmal zu unterscheiden ist vom Fächer und Ventilator. Der F. ist heute lediglich noch in der Verbindung Bergfex gebräuchlich, immerhin lebt er noch (vgl. Name, Laufenberg, Schlaraffia).

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