Archiv der Kategorie: E

Esoterik

Aktuelles Fremdwort für Unsinn. Denn E. spricht nicht den Verstand an, sondern den Glauben und ist deshalb um so attraktiver für einen Menschen, je weniger Verstand er hat (vgl. Rationalität, Kommerz).

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Esperanto

Eine Hoffnung, die zwar verständlich war und sich auch gut verständlich zu machen verstand, die sich aber zum Glück nicht erfüllt hat (vgl. Welthilfssprache).

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Etymologie

Die Lehre von der Herkunft der Wörter war bei den Alten Griechen beliebt, weil sie den Zugang zur wahren (etymos) Bedeutung eines Wortes zu bieten schien. Heute kennen wir den vielfachen Bedeutungswandel vieler Wörter und glauben nicht mehr daran, dass die erste Bedeutung „wahrer“ ist als die momentane soundsovielte, die Gemeingut geworden ist. Was jeden, der mit etymologischer Wahrheit argumentiert, als gefährlichen Wortverdreher entlarvt (vgl. Rhetorik, Virtuell, Wahrheit).

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Eudämonismus

Der permanent vorherrschende schlichte Wunsch glücklich zu sein – für den einzelnen Menschen wohl sowas wie ein Geheimtip. Doch eine Gesellschaft, die sich dem E. hingibt, muss aussterben, weil sie kaum noch Kinder zeugt. Denn Kinder bieten wenig Genuss, statt dessen machen sie Kosten und Arbeit und Ärger und früh alt, weil sie so rücksichtslos ihr Jungsein betonen (vgl. Bevölkerungsentwicklung, Gossen, Kindergeld, Liebesarten).

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Euro

Noch hatte kein Mensch in Europa auch nur einen einzigen Euro in der Tasche, da zeigte sich schon am Devisenmarkt und an ersten Lockerungen der Stabilitätskriterien für Italien, dass auch für diese Mischwährung, die zum Entsetzen vieler eine harte Währung wie die Deutsche Mark ablösen sollte, die alte Volksweisheit gilt: Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. In dem Moment wusste man: Da kann noch viel Murks auf uns zukommen (vgl. Glücksspiel, Ignoranz, Politiker, Schuldenmacherei).

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Europa

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Die Dame E. wird in der Malerei stets nackt dargestellt. Und einigermaßen verzweifelt. Weil sie einmal eine große Hoffnung war, sich dann aber als höchst verschwenderische Kokotte entpuppt hat, die zu oft auf Bauern hereingefallen ist, besonders durch die von ihr wider besseres Wissen eingeführten planwirtschaftlichen Regelungen, weil sie zudem aus nationalem Eigennutz ständig an außenpolitischer Verstopfung leidet und weil sie fast nur noch für zwielichtige Geschäftemacher und abgehalfterte Politiker attraktiv ist (vgl. Europafeindlichkeit, Marktwirtschaft, Sozialismus).

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Europafeindlichkeit

Die E., die den sog. Rechtspopulisten in Österreich, Frankreich, Italien, Dänemark, Norwegen und den Niederlanden angelastet wird, ist das Natürlichste von der Welt. Soziologen und Psychologen wissen, dass bei jedem Zusammenschluss zu einer übergeordneten Einheit die einzelnen Mitglieder das Bedürfnis haben, ihre Eigenart um so stärker zu betonen, je mehr die Einheitlichkeit verwirklicht wird. Die Angst, in der neuen Einheit zu verschwinden, ist verständlich, egal, ob es sich um die Bildung einer Arbeitsgemeinschaft, eines Konzerns, eines Dachverbandes oder eines Staatenbundes handelt (vgl. Europa, Nationalisten, Oberflächendifferenzierung, Profilneurose, Rechtsruck).

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Europäische Union

Die EU hat ihren Sitz in Brüssel und und und. Den einen ist sie der Beweis dafür, daß es nicht ohne das sozialistische System der Zentralverwaltungswirtschaft geht, den anderen ist sie der Beweis dafür, daß die sozialistischen Staaten an ihrer Wirtschaftspolitik verrecken mußten (vgl. Agrarpolitik, Sackgasse).

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Evaluation

Kommt vom französischen évaluer, was sowohl schätzen als auch das Gegenteil, nämlich berechnen heißt. Entsprechend unbestimmt sind meist die Ergebnisse einer Untersuchung, die sich großkotzig E. nennt (vgl. Spleen, überhochmetzt, Wissen).

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Existenzberechtigung

Ist doch ganz einfach: Links hat seine E. nur als Gegensatz zu rechts, wie rechts seine E. nur als Gegensatz zu links hat. Weil wir alles und jedes von seinem Gegensatz her definieren, – den wir dann aber ganz schnell vergessen (vgl. Alternativdenken, Toleranz).

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