Archiv der Kategorie: D

Denken

Immer noch das Abenteuer par excellence. Wer denkt, der Computer nehme ihm das Denken ab, hat falsch gedacht (vgl. Alternativdenken, Hohlkopf, Lebenskunst, Luxus).

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Denkmal

 

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Illustration: Guntram Erbe, Hilpoltstein

Ein D. soll dazu dienen, einen großen Menschen oder ein großes Ereignis in Erinnerung zu halten (Ehrenmal oder Mahnmal). Ob es sich dabei tatsächlich um Größe handelte, spielt keine Rolle, ausschlaggebend ist allein die Meinung der Leute, die das D. aufstellen lassen. Gelegentlich erzeugt man auch erst mit dem D. Größe (z.B. mit dem Bomber-Harris-Denkmal in London). Damit das D. seinem Aufforderungscharakter „Denk mal!“ entsprechend auch späteren Generationen noch was zu sagen hat, muss es einem Gedanken Ausdruck geben, der weit über das Augenblicksbewusstsein hinausreicht. Das kann nur durch Generalisierung erreicht werden. So wird im Idealfall mit Gefallenen-Mahnmalen der Krieg allgemein angeprangert, mit Holokaust-Gedenkstätten jeder Rassenwahn (vgl. Menschlichkeit, Geschichte).

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Depressiv

Früher sagte man: Dieser Mensch ist traurig, weil ihn was bedrückt. Die Psychobastler haben daraus die persönliche Eigenschaft depressiv gemacht. Der Unterschied ist: während man sich früher darum kümmerte, das zu ändern, was den Menschen bedrückte, drückt man ihm heute den Stempel des Kranken auf und manipuliert mit der chemischen Keule an seinem Allgemeinbefinden herum (vgl. Fachidiot, Modetorheiten).

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Designerkleidung

D. hat für den modernen Massenmenschen eine solche Bedeutung erlangt, dass die immer noch unterschiedlichen Köpfe über der von jedermann getragenen Markenware störend wirken. Vielleicht sind Stahlhelme und Gasmasken das, was uns mal wieder nottut (vgl. Hohlkopf, Persönlichkeit).

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Deutsch

Die deutsche Sprache ins Grundgesetz! Diese Forderung wird immer lauter. Berechtigt in einer Gesellschaft, in der heute jeder Simpel mit englischen Sprachbrocken im Mund herumstolziert wie der Dackel, der seinem Herrchen die Morgenzeitung im Maul heim trägt. Ist die Sprache doch viel mehr als nur ein Kommunikationsmittel, nämlich das einzigartige Ergebnis der Geschichte und aller Kulturleistungen eines Volkes, wie sich an unzähligen eigenartigen Ausdrücken und Wendungen zeigen lässt. Also meinetwegen rein damit ins Grundgesetz – zu unserem Eingemachten, aber vor allem wieder dem Volk ins Maul! (vgl. Sprache).

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Deutsche Mark

Die Währung, die Deutschland in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einer der führenden Wirtschaftsmächte werden ließ, weil ihre Hüterin, die Deutsche Bundesbank, per Verfassung gegen jeden Einfluß der Politiker geschützt war. Mit der Einführung des Euro haben die europäischen Regierungen sich eine Währung geschaffen, die sie willkürlich manipulieren können, weil die Europäische Zentralbank nicht in gleicher Weise gegen Eingriffe der geldgierigen Politiker abgesichert ist. So wurde der wirtschaftliche Abstieg von Euroland eingeläutet. Die Hüter der anderen europäischen Währungen, vor allem des Britischen Pfunds und des Schweizer Franken, können das nur hohnlachend beobachten (vgl. Euro, Politiker, Schadenfreude).

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Deutscher

Manfred Limmroth, Hamburg

Manfred Limmroth, Hamburg

Ein D. , das ist ein gelernter Untertan mit einem Hang zum Grübeln und ohne jedes Selbstbewusstsein, im übrigen dankbar für jede Handvoll Asche, die er sich nicht selbst aufs Haupt streuen muss (vgl. Deutscher Michel, Schwede, Sprache, Toleranzmeister, Verallgemeinerung, Xenophilie).

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Deutscher Michel

Illustration: James Steakley, Eulenspiegel Nr. 13, 1849

Der d., ursprünglich teutsche M. ist seit der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts die personifizierte deutsche Dummheit. Ein tumber, kräftiger Kerl mit Schlafmütze auf dem Kopf, der immer wieder das belächelte Opfer der diversen Obrigkeiten sowie der lebenstüchtigeren Menschen in den Nachbarländern wird. Von daher ist die überkommene bildliche Darstellung der deutschen Wesensart immer noch hochaktuell (vgl. Anglizismen, Deutscher, Dumm, Flüchtlingskrise, Gutmenschen, Politiker, Toleranzmeister, Verdrängungswettbewerb).

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Deutschlandfahne

Die von Journalisten immer gern erwähnte D. gibt es überhaupt nicht, es sei denn als Bierfahne, das heißt als der Atemhauch eines deutschen Biertrinkers, was die Schreiber jedoch nicht meinen (vgl. Flagge, Journaille).

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Dialekt

Jeder D. ist Mutterlaut und deshalb jeder Hochsprache an Gemütswerten und an Intensität des Ausdrucks überlegen. Ein D.-Sprecher jedoch, dem noch als Erwachsener die Hochsprache Schwierigkeiten bereitet, erweist sich damit als nicht richtig abgenabelt. Das wirkt sich negativ auf sein berufliches Fortkommen aus. Zu unterscheiden nach D.en, die einem gefallen, und solchen, die einem nicht gefallen, ist zwar üblich, dennoch unsinnig, weil sich niemand seine Mutter aussuchen kann (vgl. Sprache, Bildung, Karriere).

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