Archiv der Kategorie: A

Alptraum

Wer den fies drückenden Traum mit p schreibt, meint etwas, das schwer wie die Alpen auf ihm lastet. Wer ihn mit b schreibt, meint etwas, das Naturgeister wie die Alben oder Elfen sich an Bösartigkeit geleistet haben. Die einen halten diese Schreibweise für richtig, die anderen jene. So heftig die Besserwisser streiten, gemeinsam ist ihnen, dass sie den A. scheußlich finden. Heute werden beide Schreibweisen akzeptiert und gleich gut verstanden, klingen ja auch gleich. Und Alberich, der König der Alben, hält sich bekanntlich in den Alpen verborgen, im Südtiroler Rosengartenmassiv, als ob er auf diese Weise vermittelnd die Streithähne beruhigen wollte (vgl. Mythologie, Traum, Wachheit).

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Alt

A. bist du erst, wenn sich dir Erfolgerlebnisse bloß noch auf dem Klo bieten (vgl. Alter, Entsorgung).

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Alter

Jeder hat drei A., nämlich neben dem kalendarischen A. , das in seinem Ausweis steht, das biologische A. und das gefühlte A., wobei die Aussagekraft dieser drei A.-Angaben unterschiedlich ist. Das Kalender-A. sagt wenig aus, weil es alte Dreißiger und junge Sechziger zuhauf gibt, das Gefühls-A. ist zu sehr von der momentanen Disponiertheit abhängig, um ernst genommen zu werden. Allein maßgebend kann nur das Bio-A. sein, das messbar und deshalb zu Vergleichen mit anderen Menchen geeignet ist. Leider hat man aber noch keinen einheitlichen Maßstab festgelegt für diesen Komplex aus Gesundheit, Sportlichkeit und Lebenseinstellung. Womit klar ist, dass es völlig sinnlos ist, über das A. zu sprechen. Also Thema wechseln (vgl. Alt, Erinnerung, Jahrgang, Jahrgänge, Persönlichkeit, Vergehen, WetterWiedersehen).

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Altern

heißt, von den lustigen Spielfilmen, die das Fernsehen immer wieder bringt, immer mehr Szenen wiederzuerkennen. So wird sogar das A. lustig (vgl. Fernsehen, Massenmedien,  Sinnliches).

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Alternativdenken

Die Zen-Philosophie macht sich darüber lustig, wie das westliche Denken, anders als das östliche Denken, immer in der Alternativvorstellung stecken bleibt. Bei uns ist alles entweder so oder das Gegenteil, weil wir alles aus seinem Gegenteil heraus definieren. Das ist simpel, aber bisher ungeheuer erfolgreich. Doch beim Gegensatzpaar Mann – Frau sind wir neuerdings ins Schwimmen geraten, bei dem Gegensatzpaar Mensch – Tier wollen wir lieber ganz weghören, und das Gegensatzpaar Belebtes – Unbelebtes bleibt unerklärlich. Also einfach abrücken von dem simplen westlichen Denken in Alternativen und generell das Zen-Denken einführen? – Damit wären wir dann auf die Alternative von westlichem und östlichem Denken hereingefallen. Schon Platon hat gesehen, dass zwischen wahr und falsch ein dritter Bereich liegt. Daraus hat sich mit peinlich großer Verzögerung die moderne Fuzzilogik entwickelt, vor allem in Japan, die sich sogar in der Praxis bewährt hat (vgl. Denken, Existenzberechtigung, Fuzzilogik, Gegenteil, Logik, Zen).

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Alternative

Die A. bezeichnet das andere von etwas und bleibt bei Unklarheit über das Etwas genauso schwammig wie dieses. Bei Leuten, die das Wort A. im Plural gebrauchen, kann man gleich weghören. Es sei denn, es ist von Personen die Rede. Dann meint die Bezeichnung A. Menschen, die irgend etwas anders zu machen vorgeben und sich selbst als A. bezeichnen, weil sie es noch nicht zu Etablierten gebracht haben (vgl. Sprache, Karriere).

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Altersbeschwerden

Der Frau macht ihr Körper immer mehr Schwierigkeiten, je älter sie wird. Ihrem Mann, je älter er wird, erst recht (vgl. Doppelbelastung).

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Altersversorgung

In allen primitiven Gesellschaften herrscht das Prinzip: Kinder machen, um im Alter abgesichert zu sein. Bismarck hat diese Methode erfolgreich ersetzt durch eine allgemeine Rentenversicherung. Doch unsere Politiker, die diese Versicherung an den Rand des Bankrotts gebracht haben, kommen uns jetzt mit der ganz neuen Idee: Macht wieder mehr Kinder, um Euch fürs Alter abzusichern (vgl. Fortschritt, Kinderarmut, Politiker).

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Altersweisheit

A., die sich vergräzt in Schweigen hüllt, ist immer noch der Spruchbeutelgelehrsamkeit vorzuziehen, die den meisten Alten das Maul überlaufen lässt (vgl. Erinnerung, Finale, Schweigen, Sprichwörter).

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Ältlich

Illustration: Jules Stauber, Schwaig bei Nürnberg

Illustration: Jules Stauber, Schwaig bei Nürnberg

Ä. fühlst du dich, wenn dein Körper dir mehr Last als Lust bereitet, ä. erscheinst du schon, wenn du versuchst, die Zeit auf ihrem momentanen Stand festzunageln: Das ist meine letzte Wohnung, dieser mein letzter Wagen, mein letzter Computer, und es werden keine neuen Bücher mehr gekauft – das Regal ist voll. So wird das Leben leer (vgl. Alt, Goldhochzeit, Überalterung).

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