Archiv des Autors: Laufenberg

Lebenserwartung

In den modernen Gesellschaften steigt und steigt sie. Und die Erklärungen für dieses Phänomen werden immer zahlreicher. Weil wir alle älter werden wollen, solange wir noch nicht zu spüren bekommen haben, was es heißt, alt zu sein, gibt es auch immer mehr heiße Tipps zur Lebensverlängerung. Das reicht vom Fasten und Joggen über die richtige psychische Einstellung bis zum Erfolg versprechenden Beten. Alles unnötig, wandeln wir uns doch schon lange und ohne alle Anstrengung zu Methusalems, indem wir immer mehr Mikroplastik essen und trinken (vgl. Mikroplastik, Wünsche).

Veröffentlicht unter J-R, L, Lästerlexikon | Kommentare deaktiviert für Lebenserwartung

Zufall

Z. nennen wir ein unerklärliches Phänomen, das sich nicht einfach erledigen lässt mit dem souveränen Ausspruch: Ich glaube nicht an Zufälle. Wenn beispielsweise an einem Ort in demselben Zeitraum die Zahl der dort lebenden Klapperstörche genauso stark zugenommen hat wie die Zahl der Geburten von Kindern, dann ist das ein Z., das heißt eine Koinzidenz. Und so was gibt es, ist aber streng zu unterscheiden von einer Kausalität. Wenn nun gleichzeitig die Familienministerin Zwillinge bekommt, dann bezeichnet man das als überzufällig. Was nichts bedeutet, außer dass sich alles noch steigern lässt (vgl. Aberglaube, Schicksal).

Veröffentlicht unter Lästerlexikon, S-Z, Z | Kommentare deaktiviert für Zufall

797. Ausgabe

Passiertes! – Passierte es?

 

Bei uns schicken immer mehr Eltern, vor allem Akademiker, ihre Kinder auf Privatschulen, stellt die Presse im Tonfall des Erstaunens fest. Und fragt, ob dahinter etwa eine wachsende Unzufriedenheit mit dem öffentlichen Schulsystem steckt. Aber umstrittene Begriffe wie Ausländeranteil und Inklusion lässt sie dabei freundlicherweise weg, weicht statt dessen auf die Frage aus, ob die Kinder auf Privatschulen mehr lernen als auf öffentlichen Schulen, und beruhigt mit der Feststellung, es gebe kaum Unterschiede im Lernerfolg.

 

Ein bekannter Modeschöpfer bekommt in einem großformatigen Magazin regelmäßig eine ganze Seite für sein Gekritzel, obwohl er weder zeichnen kann noch was zu sagen hat. Ein Paradebeispiel dafür, dass heute nur die Bekanntheit des Namens gilt, egal ob was dahinter steht oder nicht.

 

Die Leistungen des Sozialstaats sind bei uns im Sozialgesetzbuch (SGB), Bücher 1 – 12 festgelegt. Nun sollen auch die Ansprüche von Verbrechensopfern ins Sozialgesetzbuch integriert werden. Doch will man daraus kein SGB 13 machen, weil bei Interessenverbänden eine Triskaidekaphobie herrscht, das heißt, die Angst vor der 13 als Unglückszahl. Und der zuständige Sozialminister macht bei der Albernheit mit und zeigt sich wahrhaftig bereit, das neue Gesetz gleich SGB 14 zu nennen, weil es auch in vielen Hotels keine 13. Etage gebe. Mein Vorschlag: Der Minister sollte als Datum des Inkrafttretens seines neuen Sozialgesetzes den 1. April 1400 draufschreiben.

 

Südkorea hat das schnellste Internet der Welt, meldet die Tagesschau. Und ich staune pflichtgemäß. Aber wenn ich dann auf die Liste der Länder schaue, in denen es die meisten Zugriffe auf das Netzine gibt, finde ich Südkorea nicht in der Spitzengruppe. Da fühle ich mich bestätigt. Ist Geschwindigkeit doch nicht die Besonderheit, die das Netzine aus der Masse der anderen Medien heraushebt. Da gibt es Wichtigeres.

 

Die Handelsbeziehungen zwischen Ländern haben direkte Auswirkungen auf die Bereitschaft, die Sprache des Handelspartners zu lernen. Vermutlich gilt dieser Satz – mit zeitlicher Verzögerung – auch umgekehrt. Ein Beispiel war jetzt in den Zeitungen: In Westaustralien, wo neben dem Goethe-Institut und der Goethe-Gesellschaft ein Deutscher Runder Sprachtisch tätig ist, nehmen immer mehr Schulen auch die Fremdsprache Deutsch auf den Lehrplan. Und die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Australien wachsen.

 

Als einen Riesenvorteil der Sprache Deutsch bezeichnet man es, dass die Vokale fast immer eindeutig gesprochen wie geschrieben werden, mit nur leichten Verfärbungen, wie das mehr oder weniger offene O in Ort oder Oma. So korrekt ist beispielsweise das Französischen nicht. Erst recht verwirrend ist das Englische, in dem das U mal als Ju und mal als A gesprochen wird, das E meistens, jedoch nicht immer als I, das A mal als Ä und mal als A, das I meistens als Ei, aber auch als I und so weiter. Was nicht ohne Folgen ist: Über das iPhone und die etronic-Fahrzeuge schwappt diese Diskrepanz von Schriftbild und Aussprache aus der abgeschliffenen und vernuschelten Händlersprache Englisch jetzt ins Deutsche über und vermasselt uns die Sprache.

 

So fortschrittlich unsere Autoindustrie sich gern gibt, sie klebt doch auch an Traditionellem, das völlig unsinnig ist. So haben die großen PKW der klassischen Form mit Stufenheck immer noch keinen Scheibenwischer an dem rückwärtigen Fenster. Andererseits bietet selbst der kleinste PKW mit Steilheck seinem Fahrer den Luxus eines Scheibenwischers am rückwärtigen Fenster. Dabei ist diese Scheibe nicht so flach wie beim Stufenheckwagen, so dass Regen und Schnee ohnedies besser ablaufen. 

 

Bei meiner Lesung zusammen mit den Musikern Klaus Appel (Saxofon) und Boris Friedel (Gitarre, Bass) am 24. Januar 2019 im Rahmen des 8. Aschaffenburger Jazz and Crime Festivals im Alten Forstamt, Eintritt 16,- Euro, gibt es nur 80 Plätze. Die sind, wie ich jetzt hörte, schon seit Wochen ausverkauft. Und es fällt mir schwer, auf Anfragen zu sagen: Tut mir Leid. Deshalb hier diese Meldung.

 

Immer wieder das tage- und wochenlange Warten von Rettungsschiffen vor den Häfen Maltas, die für aus Seenot gerettete Afrikaner Aufnahme suchen. Damit wird die Aktualität meines Romans „Hypogäum“ immer wieder neu bestätigt. Hier im Netzine ausführlich vorgestellt in der Rubrik Bücher. Und in jeder Buchhandlung sowie über jeden Buchversender zu bekommen.

Veröffentlicht unter Aktuell | Kommentare deaktiviert für 797. Ausgabe

Schneeflocke

Eine S. ist nicht mehr und nicht weniger als ein auf dem Weg von der Wolke zur Erde gefrorenes Wassertröpfchen. Angeblich gleicht keine S. in ihrer komplizierten Struktur einer anderen, was wissenschaftlich zu beweisen unmöglich sein dürfte. Jedenfalls ist eine einzelne S. so uninteressant wie ein einzelner Soldat. Erst die Masse macht’s (vgl. Invasion, Wintersport).

Veröffentlicht unter Lästerlexikon, S, S-Z | Kommentare deaktiviert für Schneeflocke

Quantität

Wir sind zu einem Volk von Quantitätern verkommen. Egal was, es wird von uns nur nach Verkaufszahlen, Quoten, Menge der Hits, Likes oder Followers, nach irgendwelchen Millionen und Milliarden beurteilt und in Skalen eingeordnet. Dabei bleiben die Qualitäten des Gegenstands genau wie die seiner Konsumenten unbeachtet, als ob es da überhaupt keine Unterschiede gäbe (vgl. Pöbel, Qualität).

Veröffentlicht unter J-R, Lästerlexikon, Q | Kommentare deaktiviert für Quantität

796. Ausgabe

Passiertes! – Passierte es?

 

Das war’s dann wieder, das Silvesterfeuerwerk, das viele Millionen Euro in Ah und Oh verwandelt hat. Eine Uralt-Unsitte, die ihren Ursprung darin haben soll, dass wir mit unserem Geböller die bösen Geister vertreiben wollen. Geistlos, wie wir heute sind, wird einfach weiter geböllert. Was ungeheuer viel Geld, Sauerstoff, Nerven und – durch Unfälle – auch Leben und Gesundheit kostet. Aber ich bin sicher: So wie man es geschafft hat, meinen Zeitgenossen das Zigarettenrauchen abzugewöhnen, wird man ihnen demnächst auch die Silvesterböllerei austreiben.   

 

Gemäß FAZ-Archiv waren von den 52 Unternehmen in Deutschland, die 2018 mit umfangreicheren Neueinstellungen – so was hat man ja gern – brillierten, allein 15 auf dem Gebiet der Beratung tätig. Also ein überproportionales Gegengewicht zu Produktion, Handel und Verkehr. Dabei wissen wir schon seit den Erfahrungen der Alten Griechen mit Delphi, wie wenig die Frage um Rat bringt. Was unsere besonders rathungrige Verteidigungsministerin bestätigen kann.

 

Nachdem ein deutsches Unternehmen nach dem anderen es gut findet, als Firmensprache Englisch einzuführen, kommen nun doch vermehrt Zweifel auf. Man merkt, dass die Mitarbeiter fürs gequälte Englisch-Parlieren mehr Arbeitszeit verbrauchen, dass sie sich ausländischen Partnern unterlegen fühlen, dass beim Übersetzen Fehlinterpretationen auftreten und dass aus Unsicherheit zu viel einfach ungesagt bleibt, was einen guten Eindruck machen würde. Obwohl es gescheiter wäre, alles in perfektem Deutsch rüberzugeben und der Gegenseite beim Übersetzen den Mehraufwand an Arbeitszeit, die Ängste und Unsicherheiten sowie Fehler zu überlassen, übernimmt man in deutschen Unternehmen lieber selbst die Opferrolle. Der deutsche Michel mit der über die Ohren gezogenen Schlafmütze war schon immer ein Symbol der Dummheit und für unsere Nachbarn die reine Freude.

 

Vom Verein Deutsche Sprache erfahre ich: Weil wir Deutschen nicht die Gelegenheit hatten, als Kolonisten riesigen Ländern der Dritten Welt unsere Sprache zu verordnen, gehört die Sprache Deutsch heute nur zu einem kleinen Sprachraum im Vergleich mit den Kolonistensprachen Englisch, Spanisch und Französisch. Doch an der Wirtschaftskraft gemessen, steht Deutsch hinter Englisch, Chinesisch und Japanisch an vierter Stelle der wichtigsten Sprachen der Welt, gleichrangig mit Spanisch.

 

Und dazu passend: Wie zuletzt belegt für das Jahr 2015, wird Deutsch in 128 Ländern gelehrt und gelernt. Die Anzahl der Lernenden hat sich seit 2010 von 14,9 Millionen auf 15,4 Millionen erhöht. 

 

Die Mickey Mouse wird 90. Und ein 500-Seiten-Buch versucht, ihre Geburt sowie gesamte Entwicklung nachzuzeichnen. Den Schinken kann ich hier ruhig nennen, ist ja keine Konkurrenz zu meinen Büchern: „Walt Disney’s Mickey Mouse – Die ultimative Chronik“.

 

In Zeitungen ist eine treffende Schlagzeile manchmal mehr wert als der ganze folgende Artikel. Jetzt fand ich eine Sammlung schönster Beispiele aus jüngster Zeit. Deren Spitzengruppe sah so aus: 1. Grün ist das neue Rot (Bild zur Landtagswahl in Bayern). 2. Liba mit Fibl (Der Spiegel zum klassischen Orthographieunterricht). 3. Junge, komm nie wieder (Die Süddeutsche über Berlusconis Rückkehr in die Politik). 4. Loch und Löcher (Der Berliner Tagesspiegel über den BER-Flughafen). 5. Brüllende Stille (Die Börsen-Zeitung über die Suche der Deutschen Bank nach einem neuen Chef). 6. Der wüste Sohn (Die Hannoversche Allgemeine Zeitung über den umstrittenen saudischen Kronprinzen). 

 

Vor wenigen Tagen, am 28. Dezember 2018, ist in Tel Aviv der große israelische Erzähler und engagierte Journalist Amos Oz im Alter von 79 Jahren gestorben. Aus diesem Anlass stelle ich die kurze Besprechung einer seiner Veröffentlichungen, die ich im Jahre 2004 geschrieben habe, noch einmal in den aktuellen Bestand meiner Buchbesprechungen, hier im Netzine in der Rubrik Rezensionen (www.netzine.de/amos-oz-wie-man-fanatiker-kuriert/).

 

Das Besondere am Beginn des neuen Jahres 2019 ist, dass „Das Laufenberg NETzine“ damit 23 geworden ist. Für eine literarische Zeitschrift eine ungewöhnliche Hartnäckigkeit. Dazu verhelfen dem Netzine vor allem die regelmäßig alle zwei Wochen erscheinenden satirischen/realsatirischen Passiertes-Texte. Daneben ist das ständig wachsende interaktive Projekt „Laufenbergs Läster-Lexikon“ eine Hauptattraktion. Dieses Lexikon besteht inzwischen aus mehr als tausend Stichwörtern, die Information und Hinterfotzigkeit vereinen, sowie einigen hundert dazu passenden Illustrationen. Wie ich jetzt erfahren habe, wird dieses Lexikon in vielen chinesischen Universitätsstädten systematisch heruntergeladen und gesammelt. Also ein deutsches Exportprodukt, aber anders als unsere Autos kostenlos und ohne Pfusch. Über eine Gegenleistung wurde noch nicht gesprochen.

 

Veröffentlicht unter Aktuell | Kommentare deaktiviert für 796. Ausgabe

Amos Oz: Wie man Fanatiker kuriert

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Buchbesprechung | Kommentare deaktiviert für Amos Oz: Wie man Fanatiker kuriert

Shanty

SehnsuchtWenn sich auch die Seefahrt total verändert hat, was  sich nicht geändert hat, das ist zum einen die Sehnsucht nach der Ferne, zum anderen das schnelle Umschlagen in ihr Gegenteil, das Heimweh. Immer wollen wir das andere, das ist so menschlich. Die beiden Seiten der Medaille Sehnsucht, sie heißen Hinaus und Nachhaus. Sie sind es, die dem Seemannslied Shanty geradezu eine typische Struktur geben: In der ersten Strophe das Fernweh, in der zweiten die große Fahrt mit allerlei Erlebnissen und in der dritten das Heimweh. Denn der Shanty, gleich ob auf Hochdeutsch oder Plattdeutsch oder Englisch gesungen, er fasst ein allgemeines männliches Lebensgefühl in Worte. Der Shanty ist das Lied des Mannes, der allen Bindungen zum Trotz noch nicht total domestiziert ist. Und wenn wir in einem Bild darstellen wollen, was unser Leben ist, dann ist der Seemann die passende Parabel. Nicht der Clown, der Harlekin. Viel zu pessimistisch, dieses lachende Gesicht des tieftraurig Wissenden. Auch nicht der Vagabund, viel zu überlegen und zu unbekümmert, zu verantwortungslos. Nein, der Seemann ist die passende Darstellung unseres Lebensgefühls: zuverlässig arbeiten und singen und einen heben und sich doch immer nach etwas anderem sehnen (vgl. Sehnsucht).

Veröffentlicht unter Lästerlexikon, S, S-Z | Kommentare deaktiviert für Shanty

795. Ausgabe

Passiertes! – Passierte es?

 

Die Neuigkeit. Gerade erst haben die Gelbwesten in Frankreich gezeigt, wie leicht die Bürger zur Durchsetzung ihrer Interessen auf Parteien und Gewerkschaften verzichten können, die doch nur ihr Organisationsinteresse vertreten. Prompt ließen sich beim Nachbarn Deutschland die Eisenbahnergewerkschaften zu Streikdrohungen hinreißen. Als ob sie was verstanden hätten.

 

Das haben wir gelernt: Demokratie ist was Gutes, weil sie uns die Wahl zwischen mehreren Übeln lässt. Und auch das haben wir gelernt: Die für eine Wahlentscheidung nötige Meinungsfreiheit ist was Gutes. Das Problem ist nur die Fremdbestimmung der Köpfe im Vorfeld der Wahlen. Macht sich doch kein Mensch klar, woher er das hat, was er so stolz seine Meinung nennt.

 

Wir leben in einer Zeit der Entgrenzungen. Womit nicht nur das globale Geschehen von Wirtschaft und Politik, Kunst und Wissenschaft sowie Sport gemeint ist, sondern auch der Wegfall der Grenzen zwischen Mann und Frau, Vater und Mutter, Ausländer und Inländer, gesund und krank, Arbeit und Freizeit, Tag und Nacht, Freund und Feind, Produzent und Konsument und so weiter. Überall Verwischungen und fließende Übergänge. Kein Wunder, dass die Menschen total verunsichert sind und sich auf ihr Ich zurückziehen.

 

Genau vor 200 Jahren soll das beliebteste und meistübersetzte Weihnachtslied „Stille Nacht, heilige Nacht“ in der Christmette uraufgeführt worden sein. In der Kirche St. Nikola in Oberndorf bei Salzburg. Zweistimmig gesungen, mit Gitarrenbegleitung, weil die Orgel defekt war. Dabei soll es Ärger gegeben haben, weil damals liturgische Gesänge nur in lateinischer Sprache erlaubt waren. War die Nacht also gar nicht so still?

 

Die Deutsche Nationalbibliothek hat ihren Sitz sowohl in Leipzig als auch in Frankfurt am Main. Und in diesen beiden Städten finden auch die größten Buchmessen der Welt statt. Diese erstaunliche Duplizität, um nicht Zerrissenheit zu sagen, die historisch gewachsen ist, passt wunderbar zum Wesen des Buches. Denn das Buch ist Subjekt von einerseits aufwendiger innerer wie andererseits aufwendiger äußerer Gestaltung, und es ist Objekt des Strebens einerseits nach immateriellen Werten wie andererseits nach materiellen. Das heißt, das Buch hat immer zwei Seiten – mindestens.

 

Nach Angaben des Goethe-Instituts nimmt das Interesse an der deutschen Sprache weiterhin zu. Allein in diesem Jahr nahmen im In- und Ausland 244 000 Menschen an den Deutschkursen des weltweit tätigen Instituts teil. Das waren 2000 mehr als im Vorjahr. Bei den abgelegten Sprachprüfungen gab es einen Anstieg von 484 000 auf 510 000 Teilnehmer. Das zeigt mir, dass in Zukunft immer noch mehr Besucher die Hilfe meines Extra-Service für Schreiber benötigen werden (hier im Netzine unter Vermischtes).

 

Ich lese in der Zeitung: Laufen kann die Welt verändern. Tröstlich, dass die Zeitung doch noch immer was Neues bringen kann. Früher hätte die Zeile gelautet: Denken kann die Welt verändern. Aber nach Denkern wie Karl Marx und Friedrich Engels und den Welt-Katastrophen, die diese Denker uns eingebracht haben, senkt man lieber den Blick von den Köpfen auf die Füße. Ist es doch nicht so problematisch, mit modischer Fußbekleidung das große Geld zu machen, statt mit modischen Kopfbedeckungen, bei denen all die unvermeidlichen Anklänge an Pickelhaube, Schlafmütze und Narrenkappe stören.

 

Deutsche Sprache, schwere Sprache. Ich las in der Zeitung: Jede zweite Ehe wird geschieden. Das nenne ich eine Zeitungsente, denn bei mir wurde die erste Ehe geschieden. Und ohne dieses aufwendige Verfahren hätte es überhaupt keine zweite Ehe gegeben. Gack-gack!

 

Zur ganz persönlichen Jahresabschlussfeier schaue ich mir jetzt noch einmal den lustigen Viertelstundenfilm „Perkeos Rückkehr“ an (www.youtube.com/watch?v=6sm-bnmNFDo). Danach werde ich mich mit der einzig passenden Lektüre in meinen Lesesessel zurückziehen und die freudig frechen Lebensweisheiten des Hofnarren Perkeo genießen. In meinem historischen Heidelberg-Krimi „Tödliches Einmaleins“. Wird das Leben doch nur aus dem Blickwinkel des Narren erträglich.

 

 

Veröffentlicht unter Aktuell | Kommentare deaktiviert für 795. Ausgabe

Homophobie

Ein dummer Ausdruck, von Menschen ohne alle Fremdsprachenkenntnisse geprägt und nur für dummes Geschwätz geeignet. Denn H. heißt nichts anderes als Menschenangst. Wer damit die Ablehnung des gleichgeschlechtlichen sexuellen Verkehrs meint, also die Ablehnung der Homosexualität als Angst vor ihr bezeichnet, sollte nicht ernst genommen werden. Denn wer begrifflich so schludert, bringt uns der Wahrheit nicht näher (vgl. Homosexualität, Kraus, Volksverdummung).

Veröffentlicht unter A-I, H, Lästerlexikon | Kommentare deaktiviert für Homophobie