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Atheist

Der A. ist ein Mensch, der behauptet: Es gibt keinen Gott. Damit ist er aber nur scheinbar das Gegenteil von einem Gläubigen. Denn die kühne Behauptung, es gebe keinen Gott, ist genau wie die gegenteilige kühne Behauptung, es gebe Gott, bloß ein Glaube, weder beweisbar noch widerlegbar. Beide Behauptungen sind also Glaubensbekundungen aus dem Mund von Gläubigen (vgl. Agnostiker).

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Aufzählung

Ein Reklameschild: Wein- und Getränkefachmarkt. Und auch: Stahl und Metallwaren. So etwas entlockt einem genauso einen Seufzer wie die Zeitungsrubrik: Kunst und Kultur. Oder: Technik und Motor. Einfach einen untergeordneten Begriff neben einen übergeordneten Begriff zu setzen, die beiden mit dem Wörtchen und verbunden, also Äpfel und Obst, das ist einer der beliebtesten sprachlichen Fehler der Deutschen. Dumm, denn damit tritt der Unterbegriff in der A. zweimal auf, weil er schon im Oberbegriff enthalten ist. Für das einst bewunderte Volk der Dichter und Denker ist so eine Dummheit ein Unding. Eigentlich wäre es an der Zeit, dass die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung dagegen vorgeht (vgl. Dummheit, Gedankenlosigkeit).

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Bedeutungswandel

Zu komisch, wie Wörter eine totale Umkehrung ihrer Bedeutung erleben können. So wird der Wicht, dieses Beinahe-Nichts, in dem Adjektiv wichtig das genaue Gegenteil eines Wichts. Das hat Auswirkungen: Je mehr der Wicht zu spüren bekommt, dass man nichts von ihm hält, umso wichtiger nimmt er sich (vgl. Napoleon, Putin).

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Courage

C. in gefährlichen Alltagssituationen wird von Politikern den Bürgern zwar nicht vorgelebt, aber immer wieder dringend empfohlen. Weil das für sie risikolos ist, da es gegen solche C. keine Lobby gibt und keine Bürgerinitiativen. Und selbst die wachsende Zahl von beherzten Bürgern, die ihre C. mit dem Leben bezahlt haben, steht trotz der üblicherweise sehr geringen Wahlbeteiligung nur für eine verschwindend kleine Minderheit, die unbeachtlich ist (vgl. Subsidiarität, Verantwortung, Vorbild, Zivilcourage).

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Dreitagebart

Ein D. ist kein Bart, sondern bloß das peinliche Bemühen von Glattgeschabten, durch ausnahmsweises Unterlassen des Rasierens darauf hinzuweisen: Allem Anschein zum Trotz ist dieses Glattgesicht kein Frauengesicht (vgl. Bart, Rasieren).

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Einstiegsdroge

Was auch immer, ob Haschisch oder E-Zigarette, stets ist gleich das Verdikt bei der Hand: Das ist eine E., die zu der Abhängigkeit von gefährlichen Suchtmitteln führt. Dabei ist offensichtlich, dass Muttermilch die problematischste E. ist. Bringt uns doch die frühkindliche Gewöhnung an die Mutterbrust die lebenslange Sucht ein, nach dem weiblichen Busen zu gucken, zu gieren, zu grapschen – und uns so manches Mal die Finger daran zu verbrennen (vgl. Rauschgift, Verführung).

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Fahrzeug

Ein F. ist, für was man einen Stehplatz gefunden hat und das man möglichst nicht wegbewegt, weil es sonst nirgendwo mehr stehen kann (vgl. Absurd, Parkplatznot, Stehzeug).

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Fusion

Die Verheiratung zweier Unternehmen nicht aus Liebe, weder zum Produkt noch zu den Konsumenten, sondern mit dem schnöden Ziel, im Markt eine höhere Position zu übernehmen. Die Hochzeit wird regelmäßig eingefädelt von Unternehmensbossen, die in ihrer Ehe noch nicht Schaden genug angerichtet haben, aber aus dieser Erfahrung nicht klug geworden sind (vgl. Ehe, Kapitalismus, Liebe).

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Geburt

Schon mit der G. widerfährt uns die größte Ungerechtigkeit, eine kaum noch zu übertreffende. Denn wann, wo, in welcher Familie geboren, mit welchem Intelligenzquotienten ausgestattet und mit welchen Veranlagungen gesegnet oder geschlagen, das entscheidet über Glück oder Unglück des gesamten Lebens. Und dabei hat man nicht einmal die Möglichkeit, sich gegen seine G. zu wehren. Gegen diese himmelschreiende Ungerechtigkeit der G. tun sie nach wie vor nichts, die Gewerkschaften und Kirchen und Versicherungen und all die Weltverbesserungsparteien (vgl. Schicksal, Ungerechtigkeit).

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Gedankenstrich

Um einen nicht ausgesprochenen Gedanken anzudeuten, schreiben wir einfach einen Strich. In den allermeisten Fällen wohl zu Recht (vgl. Dummheit, Kommunikation, Minus).

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Geschmack

Wer für dies oder das einen besonders feinen G. ausbildet – oder sich einbildet, bereitet sich damit immer wieder Momente des Genusses, aber auch Momente der Unlust. Und wehe dem Freund, der es wagt, darauf hinzuweisen, dass die einen Momente die anderen Momente aufwiegen, also alle Geschmäcklerei für die Katz ist (vgl. Eitelkeit, Geschmackliches, Oberflächendifferenzierung, Unterhaltsames).

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Geschmackliches

Die Begeisterung für G. ist bei manchen Zeitgenossen so intensiv, dass der stets neugierige Geschmackssinn das Geistige ins Vergessen abschieben kann. Verständlich, sind doch auch Zunge und Gaumen im Kopf angesiedelt (vgl. Geschmack, Mensch).

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Glatze

Männer haben viel öfter den Kopf frei – von Haaren – als Frauen. Das muss seinen Grund in der Entwicklungsgeschichte des Menschen haben. Als wir die ursprüngliche Totalbehaarung verloren haben, blieben Haare nur an den wenigen Stellen, an denen sie überlebenswichtig sind. Als Klimaschutz, weniger gegen Kälte, vielmehr zur Kühlung durch Vermehrung der Schweißverdunstung (Oberflächenvergrößerung). Das zeigt uns: Was der Mann unter seiner Schädeldecke hat, ist weniger überlebenswichtig als das, was die Frau dort hat. Das heißt: Die Frau hatte schon immer den schwieriger zu regelnden Alltag. Was sich mit der wissenschaftlichen Erkenntnis deckt, dass das weibliche Gehirn schneller ist in der Aufnahme von Informationen und mehr Informationen nebeneinander verarbeiten kann als das männliche Gehirn (Vgl. Haare, Macho, Schweiß).

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Grenzen, eigene

Hamburger würden sagen: Mach dir keinen Kopf, da nicht für. Denn keinem Menschen ist es möglich, selbst seine G. zu benennen, weil dazu der Blick von einem höheren Level hinab nötig wäre, den er aber nicht tun kann, weil dieser höhere Level ja jenseits der e. G. liegt, also unerreichbar ist. Diese höhere Ebene bemisst sich übrigens nicht nach den Kategorien, die heute in sind: Reichtum, Bekanntheit, Jugendlichkeit, sondern nach der Bildung (vgl. Bildung, Persönlichkeit).

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Handarbeit

Eine klassenübergreifende und nicht speziell weibliche H. ist das Nasenbohren, die Lieblingsbeschäftigung des westlichen Menschentyps, obwohl als Unsitte verrufen und schon nach wenigen Jahren als Nasendeformation unübersehbar dokumentiert (vgl. Nase, Nasenbohren).

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Ironie

I. wird oft als fies empfunden, weil tückischerweise das Gegenteil von dem gesagt wird, was gemeint ist, wobei als sicher unterstellt wird, dass ein gescheiter Hörer oder Leser das erkennt, weil ihm durch Mimik und Gestik, durch Satzbau und Wortwahl oder ähnliche Signale deutlich gemacht wird: Jetzt ist der I.-Modus eingeschaltet. Wegen dieser Vorbedingung ist I. für die schriftliche Äußerung etwas weniger geeignet als für die mündliche und ganz ungeeignet beispielsweise für den Rundfunk (vgl. Läster-LexikonSprache).

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Jahrgang

Beim Wein ist der J. so wichtig wie beim Auto. Doch bei deinen Zeitgenossen sagt der J. nichts über das wahre Alter, weil neben dem in Jahren gemessenen Alter und dem gefühlten Alter das heute schon messbare biologische Alter ausschlaggebend ist (vgl. Alter, Fitness, Jugendlichkeitswahn).

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Kind

Genau genommen ein erst werdender Mensch, für nicht viel mehr geeignet als dazu, Erwachsenen ihre eigenen Grenzen erfahrbar zu machen. Manch einem gelingt es, den Status K. Jahrzehnte lang aufrecht zu erhalten (vgl. Rheinfall von Schaffhausen, Unterentwicklung, Verantwortlichkeit).

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Klapprechner

Vom Verein Deutsche Sprache propagierter Ersatz für den Begriff Lap-top, der jedoch Schwierigkeiten hat, beim Publikum anzukommen. Offensichtlich eine Parallele zu dem Ersatzwort Fernsprecher, das Jahrzehnte lang von der Post als offizielle Bezeichnung benutzt wurde und sich doch nicht gegen das Telefon durchsetzen konnte. Von der Zieh für Lokomotive und ähnlichen Ergüssen guter Absicht gar nicht zu sprechen. Die besondere Tragik beim K. ist, dass das Klappen bereits wegzufallen beginnt (siehe Tablet-Computer), während die Tatsache, dass man den Lap-top nicht auf dem Schoß betätigt, nicht stört, weil dafür die Englisch-Kenntnisse der Benutzer nicht ausreichen (vgl. Anglizismen, Besserwisser, Ignoranz).

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König

Sogar noch im 21. Jahrhundert ist in vielen Ländern der K. für breiteste Bevölkerungsschichten das Objekt höchster Verehrung. Kein Gedanke daran, dass das K.tum errichtet wurde und auch nur erhalten wird für die Machtgelüste eines Einzelnen (und seiner Familie), bezahlt mit ungeheuer viel Steuergeld und in vielen Kriegen vergossenem Blut des Volkes (vgl. Blödheit, Untertanengeist).

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Konservativ

Wir Deutschen haben anders als unsere Nachbarn Schwierigkeiten, das Fremdwort k. zu übersetzen. Das liegt daran, dass man bei uns alles K.e als rechtslastig sieht und gleich als Nazitum abtun kann. Dabei ist heute selbst die Betonung des Liberalen schon eine k.e Haltung, die Grünen sind sogar betont k., und es gibt viele Linke, die so k. sind, dass sie noch an die Rettung der Welt durch den Marxismus glauben (vgl. Erblast, Vorurteil).

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Kreuzfahrer

Wie Ente ein Wort mit zwei Bedeutungen, die nichts miteinander zu tun haben. Zweihundert Jahre lang, von 1096-1291, waren K. christliche Fanatiker, Abenteurer, Raubritter und Runaways, die als Eroberer unter dem Zeichen des Kreuzes, aber schwer bewaffnet auf dem Land- und Seeweg in den Vorderen Orient zogen, wo sie viel Unheil anrichteten. Seit einigen Jahrzehnten sind K. Vergnügungsreisende mit Geldüberschuss, die auf Luxusschiffen durch die sieben Weltmeere kreuzen, um sich an Unmengen Essen und Getränken und Sonne und Faulenzerei zu erfreuen (vgl. Bedeutungswandel, Glauben, Vergnügen).

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Kultivierungskrampf

Es gibt Menschen, die sich vom Tier zu unterscheiden versuchen, indem sie die Notwendigkeiten, die wir mit den Tieren gemeinsam haben, beispielsweise das Essen und Trinken oder auch das Sexualverhalten, zu kultivieren versuchen, siehe Haute cuisine oder Kamasutra. Sie übersehen dabei, dass der einzig wirkliche Unterschied zum Tier das Bewusstsein ist, das sich in Sprache ausdrückt. Aber das zu kultivieren, dazu gehört weit mehr als der Kauf des neuesten Kochbuchs oder Sexlexikons (vgl. Körperkultur, Kraus, Literatur, Philosophie).

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Lebenskunst

L. ist, daheim die Füße hochzulegen, dabei im Radio die Verkehrsberichte zu verfolgen und sich diebisch darüber zu freuen, nicht da zu sein, wo gerade der große Stau ist (vgl. Bewusstsein, Denken).

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