783. Ausgabe

Passiertes! – Passierte es?

 

Nach dem Brexit wollen Frankreichs Präsident Macron und der EU-Kommissionspräsident Juncker Englisch als Hauptarbeitssprache der EU abschaffen, weil dann nur noch die beiden kleinen EU-Mitglieder Irland und Malta englischsprachig sind. Recht so. Doch der französische Präsident will die Gelegenheit nutzen, dann Französisch zur Hauptarbeitssprache der EU zu machen. Der Mann tut was für sein Land. Dagegen scheinen in dem großen internationalen Wettbewerb der Sprachen unsere deutschen Politiker schon wieder die Tatsache zu verschlafen, dass Deutsch die Muttersprache der größten Volksgruppe in der EU ist und deshalb Hauptarbeitssprache sein muss. Beschämend!

 

Gutes Schriftdeutsch wird zum Orchideenfach, – nein, ist es bereits, wie ein Blick auf die Facebook-Seiten zeigt. Konsequenterweise verzichtet die Deutsche Bahn jetzt großzügig auf die besonders hohe Hürde eines Bewerbungsschreibens, wenn jemand sich bei ihr ausbilden lassen will. Es kommt ja in der Praxis nicht darauf an, ob einer das Wort pünktlich groß oder klein schreibt, mit ue oder ck oder sch oder richtig. Pünktlichkeit ist immer richtig.  

 

Manch einer fragt sich: Haben wir in den letzten zweitausend Jahren überhaupt einen kulturellen Fortschritt geschafft? Na, und ob. Der Daumen zeigt es. Für die römischen Kaiser war der Daumen der rechten Hand nur zum Rauf- oder Runterzeigen da, also bloß für Leben oder Tod. Dagegen ist der rechte Daumen heute für die Jugend der Welt der allerwichtigste Körperteil, weil er ständig intensiv eingesetzt wird mit Tippen und Wischen auf dem Smarty, zum Öffnen, Zeigen, Runterholen, Schreiben, Speichern, Versenden, Löschen oder Bestätigen von allem, was das moderne Leben bietet. 

 

Wer hat das noch nicht erlebt: Viel zu oft kommt im Streit als das letzte – und dümmste – Argument die Gewalt. Das hat Tradition. Die preußischen Geschütze trugen seit Mitte des 18. Jahrhunderts die Inschrift: Ultima ratio regis, frei übersetzt Das letzte Argument des Königs.

 

Die EU hat Deutschland dafür verurteilt, dass unsere Regierung zu nachlässig war bei der Kontrolle der Bauern, die durch übertriebenen Jaucheeinsatz das Grundwasser mit Nitrat vergiften. Nicht nur, dass wir immer zurückhaltender sein müssen beim Verzehr von landwirtschaftlichen Produkten, die bekanntlich voller Pharmaka und anderer Gifte sind, inzwischen müssen wir auch schon bei jedem Schluck Wasser überlegen: Soll ich mir das antun? Die von der EU sowie von unseren Regierungen auf Bundes- und Landesebene überreichlich geförderte Landwirtschaft wird reich, indem sie uns Verbraucher zu armen Schluckern macht.

 

Endlich hat mit Eugen Ruge einmal einer meiner deutschen Schriftstellerkollegen gesagt, dass die deutsche Sprache durch die Globalisierung und das Denglish Gefahr läuft, schon in naher Zukunft auszusterben, so dass unsere Bücher dann nur noch von Spezialisten zu entziffern sein werden. Weswegen er seine Arbeit als Schriftsteller perspektivlos sieht. Das deckt sich mit meinem seit Jahren immer wiederholten Hinweis an meine Schriftstellerkollegen, sie müssten sich in ihrem ureigenen Interesse dafür einsetzen, dass sie nicht in Zukunft in einem total englischsprachigen Europa nur noch in der Rubrik Mundartautoren geführt werden. 

 

Jetzt wird der immer noch halbfertige Berliner Großflughafen BER, der Stolz der Nation, endlich genutzt, wenn auch nicht zum Fliegen. Volkswagen mietet ihn als Abstellplatz an, und zwar für massenhaft frisch produzierte Wagen, die noch nicht mit den neuen europäischen Zulassungsnormen übereinstimmen, aber nicht alle gleichzeitig angepasst werden können. Schade, dass Null plus Null doch nur Null bleibt. 

 

Gerade zurück von meiner Schiffsreise Richtung Norden, habe ich heute das neue Reisebild ins NETZINE gebracht, siehe www.netzine.de/category/reisebilder/. Es heißt: „Kreuzfahrt ans Ende der Welt – Nordkap und Spitzbergen“. Ein etwas ungewöhnlicher Tagebuchtext mit Fotos.

 

Mein nächster öffentlicher Auftritt findet in München statt. Dabei geht es um die unterschiedlichen Aspekte des aktuellen Themas Reisen und meinen autobiografischen Reiseleiterroman „Hohe Zeit“. Am Samstag, dem 14. Juli 2018, startet um 20 Uhr in der „litbox2“ die Gemeinschaftslesung von Petra Ina Lang und Walter Laufenberg. Das ist schon der fünfte Themenabend in der von der Stadt München geförderten Veranstaltungsreihe „litbox2“. Für Literaturinteressierte immer ein Ereignis. Also kommt und genießt mit uns und dem durch den Abend führenden Verleger Franz Westner eine ungewöhnliche Reise vom Stuhl aus. Ort: Einsteinstraße 42 (Untergeschoss), 81675 München-Steinhausen, Eintritt 6 €, U4 und U5 Max-Weber-Platz.

 

 

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